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II.1 Ethik & Ökonomik

Überblick über Theorien der Wirtschaftsethik (Ökonomik & Ethik)
by

Dirk Raith

on 11 March 2013

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Transcript of II.1 Ethik & Ökonomik

C A ? D Implementation
"ökonomische Ethik" B Ethik und Ökonomik Dirk Raith, 22.3.2012 Unterschiedliche Ebenen oder Erkenntnisinteressen
➔ deskriptiv – beschreibt Bedeutung von Moral in der Wirtschaft
➔ normativ – begründet Regeln der Moral in der Wirtschaft
➔ explikativ – reflektiert (implizite) Wirtschaftsethik Unterschiedliche normative Auffassungen → 4 Grundtypen
➔ Integration – Wirtschaft soll Moral sein
➔ Identifikation – Wirtschaft ist Moral
➔ Implementation – Wirtschaft begründet Moral
➔ Intervention – Wirtschaft braucht Moral Wo gibt es „Moral“ in der Wirtschaft ? Wo fehlt sie? Welche Rolle spielt sie?
ethisch: Wie wirken sich Normen auf unser Zusammenleben aus?
betriebswirtschaftlich : Welchen Wert hat „Moral als Geschäftsstrategie“?
volkswirtschaftlich: Welche Rolle spielt Moral für eine effiziente Wirtschaft? Das Verhältnis von deskriptive Wirtschaftsethik begründet, beurteilt, orientiert wirtschaftliches Handeln nach moralischen Normen

Wirtschaftsethik will ihrem Gegenstand gerecht werden, sie ist implizite Ökonomik
Was zeichnet wirtschaftliches Handeln aus?
Welche Funktion haben Wirtschaft und ihre Institutionen in der Gesellschaft ? homo homini ... oeconomicus?! normative Wirtschaftsethik „legt offen“ & reflektiert kritisch wirtschaftsethische Argumente
Sind die Argumente schlüssig?
Sind die Annahmen begründet und richtig?
Sind die Implikationen ethisch (und ökonomisch) zu rechtfertigen? explikative Wirtschaftsethik deskriptiv:
Wie spielen Moral
und Kalkül zu-
sammen? explikativ: Wer will
jetzt eigentlich was
und warum?! normativ: Wozu
soll Wirtschaft
gut sein? Verschiedene
Perspektiven Ethik & Ökonomik Ausgangspunkt Ethik Moral & Wirtschaft als Einheit Moral & Wirtschaft als "zwei Welten" Ausgangspunkt Ökonomik Integration
"moralische Ökonomik" Identifikation
"Nützlichkeitsethik" Intervention
"angewandte Ethik" Grundtypen des Nachdenkens über Ethik & Ökonomik „moralische Ökonomik“, weil sie (noch) in einem unteilbaren Zusammenhang (Polis, Vernunft, gelungenes Leben, Nachhaltigkeit, Gemeinwohl ...) steht
wirtschaftliches Handeln muss sich stets nach übergreifenden Gesichts-punkten rechtfertigen >> „Analogizität“ (simultane Übereinstimmung)
Wirtschaftlichkeit kann nur ein Teilaspekt und niemals „Selbstzweck“ wirtschaftlichen Handelns sein
●ökonomische Rationalität muss ihre „Lebensdienlichkeit“ als wirksames Mittel zum Erreichen vernünftig begründeter Ziele beweisen Die „Nützlichkeitsethik“ geht auch von einem ungeteilten Verhältnis von Ökonomik und Ethik aus
sie sind vom bestimmenden Standpunkt der Nützlichkeit aus identisch
was im Ergebnis nützlich ist, ist auch sittlich o.k.
materieller Nutzen definiert den Beitrag zum Gemeinwohl „Ökonomische Ethik“ geht aus von Trennung von Wirtschaft & Moral („Zwei-Welten"-These)

"Wirtschaft" schafft keine moralischen Werte (<> „Nützlichkeitsethik“)
"Wirtschaft" ist nicht nach moralischen Werten zu beurteilen (<> „moralische Ökonomik“)

Moralität liegt nicht in den Motiven > „amoralische“ Folgenethik
eine übergeordnete moralische Instanz überbrückt die Kluft zwischen Eigennutz und Gemeinwohl >> „implizite Ethik“ der Wettbewerbstheorie

>> „Ethik ohne Moral“: Den homo oeconomicus durch "Anreizkompatibilität" zum Gutmenschen
konditionieren? „angewandte Wirtschaftsethik“ als einzelwissenschaftliche „Bereichsethik“ tritt der Ökonomik als wissenschaftliche Einzeldisziplin auf Augenhöhe gegenüber

geht von einer Trennung von Ökonomik und Ethik mit dazugehörigen Entscheidungslogiken aus
sieht Menschen aber eben auch als „ethisch denkende Menschen“
nimmt Ethik zum Ausgangspunkt und geht von einem „Primat der Ethik“ aus
will die ökonomische Rationalität/-sierung „eingrenzen“ und ihre Folgen „reparieren“

geht von konkreten Problemlagen aus und versucht allgemeine ethische Prinzipien anwendbar zu machen Aristoteles' Kritik der autonomen Wirtschaft normatives Leitbild „nachhaltiger Entwicklung“ als utopischer Fluchtpunkt von „CS/CSR“ als Beitrag der Unternehmen

das „Drei-Säulen-Modell“ als Sinnbild Der Imperativ der "Nachhaltigkeit" Das Integrationsmodell Das Identitätsmodell „strategische Unternehmensethik“ klassischer Utilitarismus Neo-liberales Verdikt – Moral als „Sozialismus“ „klassische Ökonomik“ Das Interventionsmodell Umwelt- und Sozialmanagementstandards, welche die Erfüllung i.w.S. moralischer Kriterien durch Unternehmen oder Produktionsstätten sicherstellen sollen (z. B. SA8000, ISO14000/EMAS)
sozial-ökologische Gütesiegel für Produkte (z. B. Bio, Fairtrade und viele weitere branchenspezische Siegel)
Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (v. a. jene der Global Reporting Initiative - GRI)
sozial-ökologische Beschaffungsrichtlinien von Unternehmen und öffentlichen Haushalten
Richtlinien für Anspruchsgruppendialoge oder Wertediskussionen, sogenannte Prozessstandards (z. B. AA1000)
betriebliche und branchenweite Verhaltenskodizes (z. B. Business Social Compliance Initiative - BSCI, Extractive Industries Transparency Initiative - EITI ) „gemischte pluralistische Ethik“ deskriptive Wirtschaftsethik kratzt am Selbstverständnis der „amoralischen“ Ökonomik
„Verhaltensökonomik“ u. a. betonen „soziale Einbettung“ wirtschaftlichen Handelns
Wirtschaftsethik konstatiert (kritisiert) seine normative „soziale Entbettung“

>> Wie kann (und soll) der homo oeconomicus mit Seinesgleichen auskommen? Ökonomik muss sich begründen & ist in ihren Annahmen implizite Wirtschaftsethik
wirtschaftliche „Güter“ und „Werte“ lassen sich nicht allein ökonomisch begründen
es geht um Ziele und Mittel richtigen (wirtschaftlichen) Handelns
(implizite) ethische Entscheidungen, was (nicht) wertvoll und wichtig sein soll das "gute & gerechte Zusammenleben" Aus „meta-ethischer“ Perspektive lassen sich ökonomische und wirtschaftsethische Theorien -- unter dem gemeinsamen Fokus der Verbesserung menschlichen Handelns -- grob in 4 Typen einteilen, je nachdem ob sie
wirtschaftliches und moralisches Handeln als getrennt voneinander beurteilbar sehen oder nicht (getrennte „Klassen“ oder nur „Aspekte“ menschlichen Handelns)
bei der Begründung und Beurteilung wirtschaftlichen Handelns von der Ökonomik oder der Ethik ausgehen („Nützlichkeit“ oder „Sittlichkeit“ als Maßstab) Ökonomik als "Hauswirtschaft" im Dienste der Polis sei die "natürliche Erwerbkunst" Chrematistik als "Marktwirtschaft" zum Zweck des Gelderwerbs sei "widernatürliche Errwerbskunst" die Praxis der „Corporate Sustainability“ ist häufig eindimensional verengt auf „langfristigen Erfolg“ (Wachstum, Profitabilität...) des Unternehmens die Dimensionen sollen gleichrangig integriert = „nachhaltig“ entwickelt werden
keine der Dimensionen soll auf Kosten der anderen maximiert werden
„Nachhaltigkeit“ ist Gegenstand demokratischen Diskurses Das Pareto-Optimum gilt als Gradmesser für den „größten Gesamtnutzen“ -- und ist damit Indikator eines eindimensionalen Nutzen- und Gerechtigkeitsbegriffs. Das Implementationsmodell Unternehmensethik als „Business Case“ (in dreifacher Bedeutung)
Gutes soll sich auszahlen, aus „Geschäftskalkül“ geschehen
Moral als Handlungsmotiv in der Wirtschaft ist ineffektiv und unglaubwürdig
zentrale Kategorie ist der „geteilte Nutzen/gemeinsame Wert“ für Unternehmen & Gesellschaft („Win-Win“, „Synergie“, „Öko-Effizienz“)
es geht um strategische Investitionen in das „Wettbewerbsumfeld“
soll strategische Kooperation und Lösung des Problems öffentlicher Güter erlauben

>> neo-utilitaristischer „Paradigmenwechsel“, will mit dem „falschen Gegensatz“ zwischen
Wirtschaftlichkeit und Moralität aufräumen Management hat exklusive Verantwortung gegenüber den Shareholdern,
weder Kompetenz noch Mandat zu "gesellschaftlicher Verantwortung"
„moral risk“ im Principal-Agent-Verhältnis ist das einzige Problem
„Moral“ und „kollektive Ziele“ fallen in den Zuständigkeitsbereich des „politischen Mechanismus“
„Verwischung“ funktionaler Systemgrenzen würde so oder so die Grundfesten einer freien Gesellschaft unterminieren

>> findet sich aktuell z. B. im Konzept der „Corporate Governance“ wieder Adam Smith die "Entdeckung des Nützlichen" ...
das "Glück" ist amoralisch, eindimensional, hedonistisch & quantitativ
es geht darum, den Gesamtnutzen zu maximieren Hintergrundideologie des ökonomistischen
Wachstumsfetischs The social responsibility of business is to increase its profits. Ökonom und Moralphilosoph
Eigenliebe und Menschenliebe
„unsichtbare Hand“ überbrückt diese Kluft, führt egoistische Kräfte zum allgemeinen Wohl Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Milton S. Friedman betriebliches „Ethik-" bzw. "Integritätsmanagement“ spezielle Ethiken
dienen als Heuristiken
& Operationen zur An-wendung der Prinzipien in der Praxis Beispiele: C A D B Ausgangspunkt Ethik Moral & Wirtschaft als Einheit Moral & Wirtschaft als "zwei Welten" Ausgangspunkt Ökonomik Beispiel 1: kurzfristige Spekulation C A D Management kann nicht loyal gegenüber lokaler Belegschaft sein
gesetzliche Rahmenordnung muss Erhalt der Arbeitsplätze ermöglichen, aber keine individuellen Subventionen B Ausgangspunkt Ethik Moral & Wirtschaft als Einheit Moral & Wirtschaft als "zwei Welten" Ausgangspunkt Ökonomik ökonomisch halbiertes "Sachzwangsdenken"
wirtschaftliche Entscheidungen müssen auch ethisch - gü. Betroffenen - begründet sein
ordnungspolitische Mitverantwortung Arbeitsplätze werden nicht "vernichtet", nur verlagert
durch "industrial upgrading" wird das Gemeinwohl weltweit gefördert
alles andere wäre unwirtschaftlich & unmoralisch es besteht eine moralische Verantwortung gegenüber der lokalen Belegschaft
diese muss sich auch bei wirtschaftlichen Einbußen bewähren Beispiel 2: Standortverlagerung einseitig übersteigerte ökonomische Rationalität
Geldvermehrung aus & für sich selbst ist unmoralisch
muss der Wirtschaft & diese der Gesellschaft dienen optimiert & beschleunigt Allokation von Ressourcen
steigert Effizienz & Gemeinwohl
mutwillige Eingriffe wären unmoralisch Gier der Banker- & SpekulantInnen ist unmoralisch & unverantwortlich
es muss - neben Anreizen & Sanktionen - auch eine moralische Selbstbeschränkung geben Spekulation birgt evtl. moralisches Risiko
SpekulantInnen sind nicht verantwortlich, wenn sie nach den Regeln spielen
Anreize müssen geändert werden
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