Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

Theorien des Wahlverhaltens

soziologisches, sozialpsychologisches und Rational-Choice-Modell
by

Marlene Wienold

on 4 July 2011

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of Theorien des Wahlverhaltens

Theorien des Wahlverhaltens Akt der Stimmabgabe (Wahlbeteiligung)
Konkretes Stimmverhalten (Wahl einer bestimmten Partei) Soziologischer
Erklärungsansatz Sozialpsychologischer Ansatz
(Ann-Arbor-Modell) Rational-Choice-Modell Mikrosoziologischer Ansatz
(Columbia School) Makrosoziologisches Erklärungsmodell
(S. Lipset/S. Rokkan) Warum wählt jemand so, wie er wählt? Basis: Studien zum amerikanischen Wahlverhalten in den
1940er und 1950er Jahren Wahlverhalten ist Gruppenverhalten
empirische Basis: Untersuchung des Meinungsbildungsprozesses bei den
amerikanischen Präsidentschaftswahlen 1094 in Ohio durch Paul F. Lazarsfeld und Mitarbeiter der Columbia University Annahmen:
Gruppen haben bestimmte Wahlnormen und politische Verhaltensnormen =>
diese wirken auf die individuelle Wahlentscheidung
Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe kann anhand
folgender Indikatoren bestimmt werden:
sozioökonomischer Status
Konfession
Wohnort
Beruf
Alter
Bildung Je gleichgerichteter die Wahlnormen der Gruppe, denen das Individuum angehört,
desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer individuell abweichenden Wahlentscheidung. Gruppendruck
Das Individuum will mit seinem Umfeld möglichst spannungsfrei leben (Familie und Freunde haben größten Einfluss)
Informationen werden gefiltert => einseitige Wahrnehmung und Verarbeitung +

kann konstantes Wahlverhalten erklären
Einfluss des sozialen Umfelds auf Wahlverhalten ist bestätigt _

kann nicht individuellen Parteiwechsel erklären
kann keine kurzfristigen Änderungen der Wahlentscheidung erklären
Problem: "Cross Pressures" (Zugehörigkeit zu verschiedenen,
divergierenden Gruppen) => Rückgang des politischen Interesses, Verzögerung der Wahlentscheidung, Nichtwahl Beispiele für soziale Gruppen, die das Wahlverhalten beeinflussen können: Gewerkschaften
Kirchenbindung (katholisch) gibt Antwort auf die Frage, warum und
wie sich bestimmte Parteiensysteme
entwickelt haben Es existieren längerfristige, stabile Allianzen zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen und politischen Parteien
=> trotz wahlrechtlicher und institutioneller Unterschiede in den verschiedenen westeuropäischen Ländern finden sich in fast allen Parteiensystemen:
sozialdemokratische
christdemokratische
sozialistische
liberale
grüne (neu!)
Parteien in den 60er Jahren entwickelt Herausbildung westeuropäischer Parteiensysteme hängt mit Demokratisierungsprozess im
19. und 20. Jahrhundert zusammen
Länder durchliefen eine vergleichbare Entwicklung "Cleavage"-Theorie:
Konfliktstruktur einer Gesellschaft bestimmt die Entwicklung von Parteien
Vier dominante Konfliktlinien: In allen Fällen koalierten politische Eliten mit den
betroffenen, politisierten Bevölkerungsgruppen, um ihre Interessen mit Nachdruck vertreten zu können
die anfangs losen Verbindungen wurden zu stabilen Parteiorganisationen
die Konfliktlinien ("Cleavages") wurden so fest in den nationalen westeuropäischen Parteiensystemen verankert Modernisierung der Konfliktlinien:
aus "Arbeit-Kapital" wird "Sozialstaatsbefürworter-Marktliberale"
aus "Kirche-Staat" wird "konservativ-modern" Hauptspannungslinien in der BRD:
konfessionelle Konfliktlinie (Staat-Kirche)
sozioökonomische Konfliktlinie (Arbeit-Kapital) +

kann stabiles Wahlverhalten erklären

-
Wechselhaftes Stimmverhalten kann nicht erklärt werden "A Person thinks politically as he is socially.
Social characteristics determine political preferences." Erfolg von neuen Parteien ist von 4 Faktoren abhängig:
Legitimität des Protestes: Ist artikulierte Kritik berechtigt?
Integration: Hat die Partei eine Chance, mit anderen Parteien auf Augenhöhe zu konkurrieren?
Repräsentation: Ist die Partei stark genug, um auf der politischen Entscheidungsebene mitzuwirken?
Mehrheit: Kann die Partei systembedingte Mehrheitsregeln überwinden (z.B. 5%-Hürde)? Wahlverhalten als Ausdruck einer psychologischen Beziehung zu einer Partei Basis: Untersuchungen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen der 50er durch Angus Campbell und Mitarbeitern von der University of Michigan in Ann-Arbor Kernstück: Parteiidentifikation längerfristige emotionale Bindung des Wählers an seine Partei => "psychologische Parteimitgliedschaft"
wird erworben bei politischer Sozialisation durch Elternhaus und Freundeskreis
beeinflusst die Wahrnehmung politischer Ereignisse
wird mit zunehmenden Alter stabiler
Langzeitvariable 2 weitere Einflussfaktoren:
Kandidatenbewertung
Sachthemenorientierung Wahlentscheidung resultiert aus
Zusammenspiel der drei Faktoren:
PI (langfristige Wirkung)
Kandidatenorientierung (kurzfristige Wirkung)
Parteiorientierung (kurzfristige Wirkung) Erklärung individuellen Wahlverhaltens Je stärker der Wähler bestimmte Sachthemen wahrnimmt und als wichtig erachtet, desto eher beteiligt er sich an einer Wahl.
Je deutlicher die Einstellungen eines Wählers zugunsten der Lösungsvorschläge einer Partei ausfallen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er diese Partei auch wählt. Unterscheidung zwischen Stärke, Richtung und Intensität. Sind Kandidatenorientierung, Sachthemenorientierung und Parteiidentifikation deckungsgleich, spricht man von einer Normalwahl ("normal vote")
Verlaufen Kandidatenorientierung, Sachthemenorientierung und Parteiidentifikation in verschiedene Richtungen, kommt es zu einer "cross-pressure"-Situation => Folge: Nichtwahl oder Stimmabgabe für verschiedene Parteien ("divided vote") +
individuelles Wahlverhalten kann erklärt werden
bestimmtes Wahlergebnis kann in Langzeiteinflüsse und kurzfristige Faktoren zerlegt werden
kann wechselndes Wahlverhalten erklären
gute Bewährung in der Empirie im Hinblick auf die Prognosefähigkeit -
Problem der Gewichtung der drei Einflussfaktoren => exakte Wahlprognose nicht möglich wichtig für die Wahlentscheidung bei schwach oder überhaupt nicht an Parteien gebundene Wähler Neu: Berücksichtigung von kurzfristigen Faktoren der Wahlentscheidung in den 50er Jahren entwickelt von Anthony Downs: "Ökonomische Theorie der Demokratie"
=> allgemeine Theorie des rationalen Handelns das rationale Verhalten des mündigen Bürgers ist wahlentscheidend
politisches Verhalten soll erklärt und prognostiziert werden die persönlichen Präferenzen stehen fest - es ändern sich nur die politischen Rahmenbedingungen!
=> Verhaltensänderungen erfolgen aufgrund von Anpassungen an die veränderten Rahmenbedingungen
=> individuelle Wahlentscheidung als Resultat subjektiver Wahrnehmungen externer situativer Bedingungen Beispiele: Veränderungen der programmatischen Ausrichtung der Parteien, Regierungserfolge etc. Der Wähler entscheidet retrospektiv (Beurteilung des Regierungshandelns im Vergleich mit vermutetem Ergebnis der Opposition)
Positive Beurteilung => Wiederwahl
Negative Beurteilung=> Abwahl Es wird diejenige Handlungsalternative gewählt,
von der sich das Individuum den größten Nutzen verspricht. 2 Akteure:
Parteien
Wähler Annahmen:
Parteien wollen Wahlen gewinnen => Wahlprogramme als Hilfsmittel
Wähler verhalten sich rational => "Nutzendifferential"
Wähler sind nur unvollkommen informiert => Bereitstellung von Ideologien Beurteilungskriterien:
Inflationsraten
Arbeitslosenzahlen
Wachstumsraten -
Problem des "Wahlparadoxons": hohe Wahlbeteiligungsraten in westlichen Demokratien lassen sich mit Rational-Choice-Theorien nicht erklären +
gute Ergänzung des soziologischen und sozialpsychologischen Ansatzes Wähler Sozialstruktur Wahlverhalten unterscheidet sich nach:
Altersgruppe: Je älter, desto häufiger Stimmabgabe zugunsten der Union
Bildungsgrad: Je höher, desto häufiger Stimmabgabe zugunsten von FDP, Grüne und Linke
Berufsgruppe: Selbständige wählen verstärkt FDP; Landwirte und Katholiken Union; Facharbeiter, Gewerkschafter und Angestellte die SPD
Konfession: Je höher die Kirchgangshäufigkeit, desto häufiger Stimmabgabe zugunsten der Union
Einkommen: Je höher, desto häufiger Stimmabgabe zugunsten FDP, Grüne, Union Rückgang der Wahlbeteiligung
- warum? Einflussfaktoren:
Erosion politisch-sozialer Milieus, in denen bestimmte
Parteibindungen verankert sind
=> Seit 1990 abnehmende Bindungskraft der Volksparteien durch Schwund traditioneller Unterstützergruppen (v.a. Arbeiter und Katholiken) Wahlverhalten nach Berufsgruppen
Selbständige: FDP, CDU/CSU
Arbeiter: SPD
Beamte: Grüne
Rentner: CDU/CSU, SPD
Auszubildende: Grüne
Arbeitslose: SPD, Linke Unterschiedliche gesellschaftliche Schwerpunkte, aber keine scharfen Klassen- und Schichtgrenzen => Kurzfristiges, situationsbedingtes Wahlverhalten nimmt zu
mehr Wechselwähler
abschmelzende Parteibindungen durch Milieuerosion
Individualisierung von Lebenslagen
Rückkehrneigung enttäuschter und entfremdeter Regierungswähler
Amtsbonus: Präferenz für Politiker in Regierungspositionen http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/ Wie trifft der Wähler seine Entscheidung? Wie entstehen neue Parteien?
Full transcript