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MedPsych

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by

Johannes Falter

on 30 October 2012

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Transcript of MedPsych

Ethische Aspekte bei der Behandlung von Drogenabhängigkeit Sucht Definitionen &
Begriffe Abhängigkeit Schädlicher Gebrauch Toleranz Mehrfachabhängigkeit Polytoxikomanie = gleichzeitige und/oder
abwechselnde Abhängigkeit von
verschiedenen Drogen Suchtmittel Definition von Drogen - Genussmittel, toxische Substanzen, Medikamente (z.B. Alkohol, Opioide, Tabak, Stimulanzien, flüchtige Lösungsmittel Eine Gruppe von körperlichen Verhaltens- und kognitiven Phänomenen bei denen der Konsum einer Substanz hohe Priorität hat

Entscheidendes Merkmal: oft übermächtiges Verlangen nach der Droge und fortgesetztes Verhalten zur Erlangung der Droge - Auftregen von körperlichen und/oder psychischen sowie soziale Folgeschäden aufgrund Drogengebrauchs


- Missbrauch (abuse): schädlicher Gebrauch ohne Abhängigkeit - Abnahme der Sensitivität gegenüber einer Droge Behandlung Intoxikation - Psychoaktive/psychotrope Substanzen - verändern Befindlichkeit, Bewusstsein und/oder Verhalten Psychotroper Effekt: Störungen von Motorik, Denken, Verhalten, Wahrnehmung und Stimmung Legale Suchtmittel Illegale Suchtmittel Betäubungsmittel (BTM) - keine Strafen - meist einschränkende und besteuernde Maßnahmen (z.B. Alkohol ab 18) - auch nicht auf Rezept erhältlich (!) - strafbar (Weitergabe, Besitz, Herstellung, teilweise Konsum) - Einheitsabkommen '61/ Psychotropenabkommen '71 - illegale Suchtmittel oder - legal erhältliche und verschreibungspflichtige Medikamente Klassifikation nach
Symtomatologie Akute Intoxikation: Reversibler, akuter Rauschzustand:
- psychotische Symptome (Halluzinationen, Delir)
- somatische Folgen (Ataxie, Bewusstseinstrübung) Schädlicher Gebrauch Wenn Konsum psychotroper Stoffe tatsächlich zu psychischen, körperlichen und sozialen Schäden führt Abhängigkeits-
syndrom - Craving - verringerte Kontrollfähigkeit - Konsum um Entzugssyndrom zu vermeiden - Toleranzentwicklung - eingeengtes konsumbestimmtes Verhalten - Vernachlässigung anderer Interessen & Vergnügen (um des Konsums willen) - Anhaltender Konsum trotz schädlicher Folgen Mindestens 3 Kriterien während des letzten Jahres erfüllt Entzugssyndrom - bei wiederholter, längerdauernder Substanzeinnahme - Komplikationen beim Entzug mit
unspezifischem Symptombild: z.B.: Angst, Depression, epileptiforme Anfälle, Depression, Schlafstörung, Delir etc. Psychotische
Störung (Schizophrenie, Manie, Depression) - substanzinduziert während Intoxikation oder chronisch (nach Abstinenz) - Wiederauftreten bzw. Ver-
stärken bestehender
Psychosen Amnestische Syndrome Meist reversibel, teilweise auch irreversibel - mangelhafte emotionale Ausgeglichenheit &
Kontrollfähigkeit - Ermüdbarkeit, zerebrale Funktionsstörungen - Demenzen - Verlust der Kritikfähigkeit - Interessensverlust Residulazustände Bei Abstinenz persistierende gesundheitliche Beeinträchtigungen: - Echoräusche - Wesensänderung - Demenzen Somatische Störungsbilder Nach Organsystemen: - ZNS/PNS
- Verdauungsapparat
- Herz/Kreislauf
- Blutbildende Organe
- Urogenitalapparat
- Haut Meist Infektionskrankheiten (Immunabwehr geschwächt, unhygienische Lebensweise) Klassifikation
nach Substanzen - Analyse von Blut, Urin, Schweiß und Haaren - Symtpome - Aussagen Dritter - Vorgefundene Substanzen Klassifikation nach
sozialen Folgeerscheinung - Kompensierte oder

- Dekompensierte
Abhängigkeit Klassifikation nach Stadien Klassifikation nach Schweregrad Prävention und Risikominderung Sucht-
prävention Präventions-
ebenen Präventions-
ansätze Trias der
Suchtentstehung (psychische und physiologische Komponente) Person Umwelt Droge Personenorientiert Strukturorientiert (z.B. broken-home Situation etc.) (pharmakologische Wirkungsweise) (Merkmale, Verhalten etc.) Primärprävention - Ansatz möglichst früh und VOR Eintreten einer Sucht - Vermeiden von Suchtent-
stehung - persönlich und
strukturell Sekundärprävention - frühe Symptom- und Riosikoerfassung - Risikominderung - Meidung von ernsthafter
Ausprägung Tertiärprävention - verhindern von Folge- störungen und Rückfällen - Rehabilitation und soziale
Reintegration - Informationen und Aufklärung - Auseinandersetzung mit innerpsychischen Prozessen und emotionalen Hintergründen - Umweltfaktoren, Gesetze, Lebens- und Arbeitsbedingungen - Eliminieren von negativen, fördern von positiven Einflüssen Suchtunspezifische
Prävention (allgemeine Gesundheits-
förderung) Prävention
von Suchtverhalten (substanzgebunden und substanzfrei) Prävention von Suchtmittelmissbrauch (Verhaltens-/
Einstellungsänderung) Ethische Aspekte bei der Suchtbehandlung Konkurrierende weltanschauliche Grundpositionen Recht von Drogenkonsumenten auf Behandlung? Individuelle
Freiheitsrechte Gesamtgesell-
schaftliche Interessen vs. Drogenkonsum als
Krankheit Drogenkonsum als
Lebenswahl vs. Liberale Modelle Autoritäre Modelle Drogenkonsum als Krankheit nach dem Muster einer Seuche Drogenkonsum als moralisches Versagen Drogenkonsum als Erscheinung im Grenzbereich von physischer und psychischer Krankheit Drogenkonsum als Teil
einer Lebensform Ziel: Drogenfreie
Gesellschaft Methode: Zwangsmaß-
nahmen, Restriktion "Bekämpfung des Seuchenherdes innerhalb einer Population" Moralisches Versagen der Gesellschaft, die Drogenkonsum zulässt Brechen von gesellschaft-lichen Werten Schlechte Verhaltens-
komponente oder falsche Wahl Ziele und Werte der Gesellschaft stehen über Individuum; "Pflicht zur Gesundheit" Keine gesamtgesellschaftlichen Zielsetzungen sondern wohlverstandenes Eigeninteresse der Individuen Drogenkonsum beinhaltet das Element der Wahl Sucht lediglich als Risiko dieser selbstgewählten Lebensform Je nach Einbettung von Drogen-konsum in ein Lebensmuster Verständnis eines gesunden Lebens kulturell und individuell unterschiedlich Schadens-
vermeidung Respekt der
Autonomie vs. Normative Orientierung nur in Zusammenhang mit einer ethischen Reflexion der vielfältigen Aspekte des Drogenkonsums und Überwinden alter Vorurteile und Bilder
(z.B. geselliger Trunk vs. Alkoholismus) Auslöser: Psychisch, biologisch oder sozial - polytoxikomanes Gebrauchsmuster: chaotisches Gebrauchsmuster bei einer Mehrfachabhängigkeit (v.a. aufgrund Verfügbarkeit) - echte Mehrfachabhängigkeit: keine
Droge klar als Hauptdroge
identifzierbar - Erhöhung der Dosis notwendig aufgrund verändertem Metabolismus oder zelluläre, physiologische oder Verhaltensanpassungen an
Drogenwirkung - nötig bei Einschränkung der Lebensqualität - Ziel: Verbesserung des Gesundheitszustandes und der sozialen Integration - benötigt Kontakt mit therapeutischer und anderer Institution Für Behandlung zunächst Erfassung des Störungsbildes: (=Rauschzustand) - nach Drogeneinnahme aufgetretene körperliche, psychische oder Verhaltensstörung - Reversibel - pathologischer Rausch: bereits nach kleinen Mengen Alkohol deutliche Störungen Entwicklungs-stadien/Phasen Verlaufstypen - drohende Abhängig-
keit
- floride/manifeste
Abhängigkeit
- sozial dekompen-
sierte Abhängigkeit
- vorübergehende
Remission
- Residualzustand
- Heilung - einmalige Episode mit Remission
- multiple akute Episoden mit Remission
- wellenförmiger Verlauf mit wechselndem Schweregrad
- wellenförmiger Verlauf zur Invalidität
- einfach chronischer Verlauf
- chronischer Verlauf zur Invalidität
- "Katastrophenverlauf" - Vier Grade der Behandlungsbedürftigkeit

- Addiction Severity Index zur systematischen Erfassung - personale Ressource (zB. Zuversicht, Selbstvertrauen)
- subjektive Wahrnehmung des aktiven Verknüpftseins mit der Umwelt
- gestärkt durch Umgang mit alltäglichen Anforderungen und Beständigkeit
- drei Aspekte: Verständlichkeit, Über-/Unterforderungsbalance, Lebenssinn Kohärenz: Rust, A.; Uchtenhagen, A. und Zieglgänsberger, W. Suchtmedizin. Konzepte, Strategien und therapeutisches Management. Urban & Fischer Verlag München. S.1-9, S.235-234, S.573-583 Quelle: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit - positiv bewerteter Zustand,
- kein Ziel sondern dynamischer Prozess,
- Teil des alltäglichen Lebens,
- Bezug zu Lebensbiographie, Umwelt, Wissen und
Macht --> Erkenntnis --> Fähigkeit zur Änderung Gesundheit WHO1946: „Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen
Wohlbefindens, nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“
Ganzheitliches Menschenbild/Idealvorstellung!
--> Realisitsch: Ausbalancierung von Person & Umwelt Güterabwägung bei den vier Prinzipien mittlerer Reichweite: - Vermeiden von schaden
- Förderung von Wohlergehen - Respekt der Autonomie - Gerechtigkeit Grundüberzeugung des Sokrates: keine Person in Vollbesitz ihrer Urteilsfähigkeit handelt mit der Absicht, ihr eigenes Unglück herbeizuführen Verpflichtung Menschen in Not zu helfen, unabhängig davon, ob sie teilweise durch eigenes Verschulden in diese Notlage geraten sind
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