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Jugend und Abweichendes Verhalten

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by

Farina Lorenzen

on 20 April 2015

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Transcript of Jugend und Abweichendes Verhalten

Jugend
und
Abweichendes Verhalten

1. Einleitung
Gliederung
" Tödliche Prügelattacke in Berlin: Hauptverdächtiger soll mit Tat geprahlt haben" (Spiegel, 27.10.12)
Welche Faktoren bedingen abweichendes Verhalten?
1. Einleitung: Aktualität des Themas
2. Forschungsfrage
2.1 Definitionen
3. Gewalt
3.1 Gewalt gegen andere
3.1.1 Theorien und Forschungsstand
3.1.2 Vorstellung der Studie
3.2 Gewalt gegen sich selbst
3.2.1 Theorien und Forschungsstand
3.2.2 Vorstellung der Studie
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und
Kritische Würdigung
5. Diskussionsfrage
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Sozialwissenschaften,
Bereich Soziologie
Seminar: Einführung in die Jugendsoziologie
Dozent: Thomas Gurr, M.A.
Referenten: Farina Lorenzen, Katharina Proß, Lina Zastrow
01. Juni 2013
Sommersemester 2013
Literatur

Böhnisch, Lothar (2001): Abweichendes Verhalten. Eine pädagogisch-soziologische Einführung. 2. Auflage. Weinheim/München: Juventa-Verlag

Enzmann, D.; Mecklenburg, E.; Pfeiffer, Ch.; Wetzels, P. (2001): Jugend und Gewalt. Eine repräsentative Dunkelfeldanalyse in München und acht anderen deutschen Städten. 1. Auflage. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

Enzmann, D.; Mecklenburg, E.; Pfeiffer, Ch.; Wetzels, P. (1999): Innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und
Jugendliche und ihre Auswirkungen. URL: http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fb80.pdf (Download 20.05.2013)

Fuchs-Heinritz; Klimke et. al. (2011): Lexikon zur Soziologie. 5. Ausgabe. Würzburg: VS Verlag

Hafeneger, Benno (1994): Jugend-Gewalt. Zwischen Erziehung, Kontrolle und Repression. Ein historischer Abriss. Opladen: Westdeutscher Verlag

Lamnek, Siegfried (2001): Theorien abweichenden Verhaltens. 7. Auflage. München: Wilhelm Fink Verlag

Lösel, Friedrich; Bliesener, Thomas(2003): Aggression und Delinquenz unter Jugendlichen. Untersuchungen von kognitiven und sozialen Bedingungen. München: Neuwied

Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (2001): Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland. URL: http://wwwedit.kfn.de/versions/kfn/assets/strukturentwicklungjugendgewalt.pdf (Download: 20.05.2013)

Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (1997): Kinder als Täter und Opfer. Eine Analyse auf der Basis der PKS und einer repräsentativen Opferbefragung. URL: http://wwwedit.kfn.de/versions/kfn/assets/fb68.pdf (Download: 20.05.2013)

Sack, Fritz(2007) : Abweichung und Kriminalität. In: Joas, Hans: Lehrbuch der Soziologie. 3. Auflage. Frankfurt: Campus-Verlag

Silkenbeumer, Mirja (2000): Im Spiegel ihrer Lebensgeschichten. Gewalttätiges Verhalten Jugendlicher und Geschlechtszugehörigkeit. Stuttgart: ibidem-Verlag

Statistisches Bundesamt (2012):Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen. URL: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch
/Gesundheit/Gesundheitszustand/UnfaelleGewaltKinder5230001107004.pdf?__blob=publicationFile

Wilmers,Nicola; Enzmann,Dirk; Schaefer, Dagmar; Herbers, Karin; Greve, Werner; Wetzels, Peter (2000): Jugendliche in Deutschland zur Jahrtausendwende: Gefährlich oder gefährdet? URL: http://wwwedit.kfn.de/versions/kfn/assets/kurznomos23.pdf (Download: 20.05.2013)

Wunderlich, Ursula (2004): Suizidales Verhalten im Jugendalter. Theorien, Erklärungsmodelle und Risikofaktoren. Rosdorf/Göttingen: Hogrefe-Verlag
2. Forschungsfrage
2.1 Definition
3. Gewalt
3.2 selbstgerichtete Gewalt
4. Kritische Würdigung
5. Diskussionsfrage
-"Abweichung ist jede Handlung, von der angenommen wird, dass sie eine allgemein geltende Norm einer Gesellschaft verletzt." (Sack, 2007: 184)
-Devianz: Resultat eines interaktiven Zuschreibungsprozesses
-Delinquenz: Verbrechen gegen Rechtsnormen
- Ätiologischer Ansatz
-ursachenbezogen
-Vertreter: Durkheim, Merton
- Etikettierungsansatz
-seit den 1950er/60er Jahre
-Tannenbaum: " the young delinquent
becomes bad, because he is defined
as bad"
-Vertreter: Tannenbaum, Lemert, Sack
"Vergewaltigung und Cybermobbing:
17- Jährige begeht Selbstmord" (n-tv, 12.4.13)
Kriminalität
Selbstverletzendes
Verhalten
Menschen mit
Behinderung
Selbstmord
Brainstorming:
äußerliche Auffälligkeit
Gewalt
3.1 Gewalt gegen andere
3.1.1 Theorien und Forschungsstand
3.1.2 Vorstellung der Studie
3.2.1 Theorien und Forschungsstand
3.2.2 Vorstellung der Studie
Welche Rolle spielen Medien und Berichterstattung bei der Definition von abweichendem Verhalten und der wahrgenommenen Gewalt-Bedrohung?
- verschiedene Theorieansätze:

a) Anomietheorie (Émil Durkheim)
b) Status-Change-Ansatz (Warren
Breed)
-verschiedene Theorieansätze:
a) Desintegrations-Verunsicherungs-Gewalt-Komplex (Heitmeyer)
b) lerntheoretische Perspektive
c) Anomietheorie (Merton)
Quelle: http://cdn.grin.com/images/preview-object/document.29575/4fac341456f43ad2a289a3596dd75aa0_LARGE.png
Kopftuchstreit
(psychische) Erkrankungen
Drogenmissbrauch
Sucht
Subkulturen
Prostitution
Wohnungslosigkeit
Sekten
radikal politische
Parteien
Gewalt gegen andere:
- Männlichkeitsvorstellungen der verschiedenen Ethnien?
- Untersuchung des Anzeigeverhaltens
- Persönlichkeit und psychische Probleme wurden ausgelassen
- Alkohol- und Drogenkonsum wurde nicht untersucht: Die Häufigkeit des Rauchens, des Alkoholkonsums und des Gebrauchs von „harten“ Drogen und Medikamenten korrelierte hochsignifikant mit der Aggressivität (Lösel; Bliesener (2003))
- Medienkonsum
These 1:
Der Anstieg der Jugendgewalt ist überwiegend jungen Migranten zuzurechnen, die seit längerem in Deutschland unter Bedingungen sozialer Benachteiligungen aufwachsen
These 2:
Jugendliche, die in ihrer Kindheit oder aber auch als Jugendliche von ihren Eltern
massiv geschlagen oder misshandelt wurden, werden erheblich häufiger gewalttätig
These 4:
Jugendgewalt ist männlich
These 3:
Jugendliche, die Opfer innerfamiliärer Gewalt waren, schließen sich signifikant
häufiger gewaltbefürwortenden Gleichaltrigengruppen an. Die Mitgliedschaft in devianzgeneigten Cliquen hat zusätzlich zu den innerfamiliären Gewalterfahrungen einen steigernden Effekt auf das Risiko aktiver Gewalttätigkeit
These 5:
Das Risiko der Entstehung von Jugendgewalt erhöht sich enorm, wenn mindestens zwei dieser drei Faktoren zusammentreffen: das Aufwachsen mit innerfamiliärer Gewalt, bedeutende soziale Benachteiligung der Familie, schlechte Zukunftschancen des Jugendlichen aufgrund eines niedrigen Bildungsniveaus
Quelle: Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (2001): Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland.
Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (2001): Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland.
Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (2001): Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland.
Quelle: Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (1997): Kinder als Täter und Opfer. Eine Analyse auf der Basis der PKS und einer repräsentativen Opferbefragung.
Quelle: Pfeiffer, Christian; Wetzels, Peter (1997): Kinder als Täter und Opfer. Eine Analyse auf der Basis der PKS und einer repräsentativen Opferbefragung.
-aktueller Forschungsstand:
2008 7,6 % der Jugendlichen bei der Polizei als Tatverdächtige registriert
1,2 % aller Jugendlichen als tatverdächtige Gewalttäter
- aktueller Forschungsstand

- nach Verkehrsunfällen ist Suizid zweithäufigste
Todesursache der 15-20-jährigen
(2012: 28,8% aller tödlichen Verletzungen Suizid,
189 von 656 Sterbefällen)
- Jungen dreifach häufiger betroffen als gleich-
altrige Mädchen
Fazit
- Gefährdete Jugend: 17 % wurden 2011 mind. 1x Opfer von Gewalt

- keine monokausalen Betrachtungen der Risikofaktoren
- multiple Probleme im Laufe der Entwicklung von Jugendlichen sind bedeutsam

- Defizite der soz. Informationsverarbeitung und der Handlungskontrolle als Vermittler zwischen sozialen Risiken und Gewalt-Karrieren

- Stabilität und Flexibilität in der Entwicklung
Entspricht die Überrepräsentation ausländischer Jugendlicher als Täter in den Hellfelddaten der Wirklichkeit?
- höchste Gewaltrate unter türkischen Jugendlichen:
34,2% waren in den letzten 12 Monaten mind. 1x gewalttätig
- höchste Mehrfachtäter-Rate:
7,9 % der türkischen Jugendlichen gaben an, in den letzten 12 Monaten über 5x gewalttätig geworden zu sein
- Effekt der Aufenthaltsdauer:
höchste Gewalttäterrate weisen jene Jugendlichen auf, die seit ihrer Geburt in Deutschland leben
- Benachteiligung:
höchstes Konfliktniveau innerhalb der Familie, höchste Raten innerfamiliärer Gewalt, niedriger sozioökonomischer Status, durchschnittlich niedrigeres Bildungsniveau
Wird erlebte innerfamiliäre Gewalt reproduziert?
Inwieweit ist der festzustellende Anstieg der Raten junger Tatverdächtiger der Gewaltdelikte eher dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzurechnen?
Ist Jugendgewalt der Ausdruck einer Winner-Loser-Kultur?
Ist die Gruppenzugehörigkeit ein Ausdruck der Befürwortung von Gewalt?
- Frage nach körperlicher Gewalt in der Kindheit und in der Jugend:
9,8% waren in ihrer Kindheit Opfer von Misshandlung
15,2% wurden im letzten Jahr Opfer schwerer elterlicher Gewalt (Schläge mit Gegenständen, häufige Prügel oder Misshandlungen)
- Gewalt durch die Eltern ist weiter verbreitet als die Viktimisierung durch gleichaltrige Täter
- Gewalt in der Familie und die soziale Lage:
Jugendliche aus Familien, die von Arbeitslosigkeit u./o. Sozialhilfe betroffen sind, werden doppelt so häufig misshalndelt
- Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend erhöhen die Wahrscheinlichkeit selbst Gewalt auszuüben
- Problem der Inkonsistenz
- Effekte der erlebten Gewalt auf Einstellung und Kompetenzen
- Der Anstieg der Jugendgewalt ist zu 84% den Jungen anzurechnen

- Auch bei den Mehrfachtätern dominieren die Jungen ganz enorm

- Erziehung der Mädchen und Ablehnung von Gewalt durch Mädchen

- Die Mitgliedschaft in devianten Cliquen ist ein Jungenphänomen:
14,5% der Jungen befinden sich in devianten Cliquen
bei den Mädchen sind es 6,6%
- Bedeutung der Gleichaltrigengruppe:
67% der Jugendlichen als Teil einer festen Clique
- Klassifikation der Gruppen:
keine Gruppenzugehörigkeit: 49% d. Jugendlichen
1. nicht deviante Gruppen: 16 % der Jugendlichen
2. normale Gruppen: 24% der Jugendlichen
3. deviante Gruppen: 10%
- Jugendliche, die elterliche Gewalt erfahren haben, schließen sich häufiger devianten Gruppen an
- Die Cliquennormen mediieren die Wirkung der Elternnormen auf das Gewalthandeln vollständig
- Die Gleichaltrigengruppe als wichtiges Element im Kreislauf der Gewalt
- Einteilung d. Jugendlichen nach ihren Zukunftschancen:
1. privilegiert
2. Mittelkategorie
3. unterprivilegiert
- soziale Ungleichheit ist an ethnische Zugehörigkeit geknüpft
- Unterprivilegierte Jugendliche weisen höhere Raten von Gewalt auf und sind erheblich häufiger Mehrfachtäter
Risikoverhalten
„Der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichem Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, die entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt.“ (WHO,2002)
personale/direkte Gewalt
kulturelle Gewalt
strukturelle Gewalt
sichtbar
unsichtbar
Gewaltdreieck nach Galtung (1993)
3 Kategorien
-Gewalt gegen die eigene Person
-interpersonelle Gewalt
-kollektive Gewalt
Risikofaktoren
Erscheinungsform der Gewalt
•Gewalterfahrung (in der Familie),
traumatische Ereignisse

•Migrationshintergrund

•Niedriger Bildungsstand
+
+
•Männlich

•Zugehörigkeit zu
(devianten) Gruppen
•Weiblich
•Soziale Gehemmtheit
Einzelgänger
•Psychische Störungen
•Gesundheitliche
Probleme
Fremdaggressivität
Autoaggressivität
Was macht Gewalt attraktiv?

-Gewalt als erfolgreiches Mittel zur Konfliktlösung?
-Macht über andere
-Bestätigung von "Männlichkeit"
-Mangel an Erlebnissen
-verschafft Aufmerksamkeit
-Action
- Formen der selbstgerichteten Gewalt

1) Selbstschädigungstendenz - in vergleichsweise
mässiger Form
- Drogenabusus
- riskantes Verhalten
- psychische Störung
- psychosomatische Beschwerden

2) Selbstschädigungstendenz - in krasser Form
- Suizid
Studie:

-"Risikofaktoren für Suzidversuche bei Jugendlichen",
Ursula Wunderlich (1999)
- 5-jährige Längsschnittstudie
- Schwerpunkt: psychopathologische Risikofaktoren, sowie
Faktoren der sozialen Umwelt, die suizidales Verhalten
beeinflussen
Haufigkeiten von Suizidideen und Suizidversuchen:

- Lebenszeithäufigkeit von 5,2%
- weibliche Probanden fast doppelt so hohe Suizid-
versuchsrate(6,3%) wie männliche Jugendliche(3,9%)
- Suizid bei Jungen dreimal so hoch wie bei Mädchen
Soziodemografische Variable:

- höchste Suizidversuchsrate bei niedriger
Schulausbildung, niedriger sozialer Schicht und
weiblichen Geschlecht
- Arbeitslosigkeit und finanzielle Situation
geringeren Einfluss
Psychische Störungen:

- höchster Zusammenhang zwischen
Angststörungen und Suizidversuchen
- die Mehrheit (77,2%) leidet unter komorbiden
bzw. multimorbiden Störungen
- erhöhte Verhaltenshemmungen (Ängstlichkeit/
Kranklichkeit, soziale Gehemmtheit)
- signifikant höhere externe Kontrollüberzeugung
Traumatische Lebensereignisse und alltägliche Belastungen:

- Suizidenten erleben signifikant häufiger traumatische
Ereignisse (Mädchen neunmal häufiger als Jungen)
- höhere Belastung durch nagative Lebensereignisse,
bezüglich nahezu allen Lebensbereichen
Familiäre Bedingungen:

- höchste Suizidversuchsrisiko weisen Probanden
aus Scheidungsfamilien auf
- psychische Störungen und Substanzprobleme der
Eltern
Folgende Faktoren tragen am stärksten zu einer Erhöhung des Suizidversuchsrisikos bei:

1) Komorbidität bzw. multimorbidität von psychischen
Störungen
2) Angststörungen
3) Traumatische Ereignisse
4) Familiäre Probleme
5) Gesundheitliche Probleme
Gewalt gegen sich:
- Einflüsse weiterer Faktoren? (z.B. Nationalität)
- Inwieweit verändert Dunkelfeldziffer der Suizidversuche die Hellfeldziffer?
- Studie fixiert auf Suizidversuch
- generell Schwierigkeit Grenze zwischen Risikoverhalten un selbstverletzendem
Verhalten
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