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Untitled Prezi

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by

Marc Lübking

on 28 May 2013

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Transcript of Untitled Prezi

Ethnomethodologie Die Soziologie des Alltäglichen Fieguth | Lübking | Steinecke 23.05.2013 Harold Garfinkel * 29. Oktober 1917, Newark [New Jersey] † 21. April 2011 Symbolischen Interaktionismus Wie funktioniert der Alltag? Gründe, warum wir uns normalerweise verstehen Interaktion Indexikalität Reflexivität Probleme / Phänomene Methoden Interpretation Accounts Legnaro: "Aufdeckung jener impliziten Regeln, die soziale Interaktion strukturieren und ihre Stabilität ermöglichen Wie verstehen sich Individuen? Wie strukturieren sie ihr Handeln? Parsons Rollentheorie Garfinkels Ethnomethoden Handeln nach spezifischen Rollen
Werte und Verhaltensweisen durch Sozialisation Handlung als Entscheidung zwischen Handlungsalternativen
Gegenseitige Wirklichkeitskonstruktion

"The practical question par excellence: what to do next?" Exclusive Besonderheiten der Interaktion Vorraussetzung für funktionierende Interaktion: Mein(e) Interaktionspartner kennt den Kontext meiner Handlung/Äußerung Wissenschaft: Vermeidung der Gefahr von Fehlinterpretationen durch das Objektivieren von Sprache: (NA): Henning hat da drauf gedrückt
(WA): Die Versuchsperson (Vpn) drückte zum Zeitpunkt t den Hebel H Im Alltag wird auch versucht zu Entindexikalisieren um eine einheitliche Sinndeutung in der Interaktion herzusstellen! Wir sind aber auf Indexikalität angewiesen: "Ich liebe Dich! Mit Liebe meine ich... "Das Tier, das zu viel sah, hatte keine Chance zu überleben" [Friedrich Nietzsche] Was passiert, wenn im Alltag Eindeutigkeit angestrebt wird? Krisenexperiment: Hi! Wie gehts Dir, alles gut? Vagheit erleichtert die Kommunikation Wie meinst Du das, physikalisch, psychisch... Methodische Praktiken zur Sinnaufweisung & Durchführung von Reflexivitätsprozessen Accounts:
Kommunikative Handlungen
Steuerung einer gemeinsamen Interpretation indexikalischer Zeichen Ethnomethoden der Accounts 1. Alter Ego Alter verwendet Accounts, die Ego zur
schütz'schen Idealisierung auffordern [Alter]:"Zwar stehen wir auf einem anderen Standpunkt..." [Alter]:"Letztlich sind wir doch einer Meinung..." weder Alter noch Ego müssen an ihrer Rationalität zweifeln 2. Alter redet unverständlich Ego verwendet nichtsprachliche Accounts:
Stirnrunzeln
gutwilliger Gesichtsausdruck Indizierung:
Probleme mit "filling in"
Versuch mit "let ist pass" Möglichkeiten für Alter: [Alter]:"Anfangs schwierig klingt die Tatsache, dass..." Ego folgert
"retrospektiv-prospektive Interaktion" 3. Anzeigen der interpretativen Normalitätshypothese [Scott & Lymann] Entschuldigung: negative Eigenschaft (+)
Verantwortung (-) Unfall, natürliche Triebe... Rechtfertigung: negative Eigenschaft (-)
Verantwortung (+) Opfer nicht unschuldig
Exculpieren durch eigenes Leid Heute Publikum nimmt Aufführung ernst; versucht es "einzuordnen" Harpe Kerkeling - Hurz Das wirklichkeitskonstruktive "Wie" der situativen Sinnklärung Beispiel: Ego trifft Alter auf der Straße Alter Ego Ego wendet Alter das Gesicht zu und deutet ein Lächeln an Intendierung eines Grußrituals Interpretation des Zeichens in der Situation Interpretationsalternativen: Ironie, Spott, Verachtung... Lächeln: Gewünschte Kontexte selektiert Situation (Begrüßung) möglich = Ordnung Alter reagiert nicht mit Lächeln 2 mögliche Gründe
Lächeln nicht gesehen
Lächeln ignoriert Nichtbeachtung Alters in der nächsten Situation Nichtbeachtung war intendiert keine Interaktionen der Beiden = Ordnung Methodische Praktiken zur Deutung indexikaler Zeichen aller Art. Unerlässlich für Reflexivitätsprozesse 1. Schütz'sche Idealisierung 2. Indexikalitätstoleranz 1.1 Vertauschbarkeit der Standpunkte 1.2 Kongruenz der Relevantzstrukturen 1.3 Etikettierung von Außenseitern 2.1 "Let it pass" 2.2 "Filling in" 2.3 "Unless" 2.4 "retrospektiv-prospektiv" Alter & Ego haben differierende Auffassungen
"Wenn ich Du wäre..." Wesentliche Sichtweisen sind gleich
Nicht anwendbar auf Kinder, Geisteskranke... Handlungen eines Tertius können nicht durch 1.1, 1.2 verstanden werden
Grund: Defekt bei Tertius
Erwachsener: kindisch, böse, unfair...
Unmöglich in dyadischen Interaktionen Ego lässt indexikale Zeichen unbeachtet
Hoffnung auf Klärung im weiteren Verlauf "Let it pass"
Unklare Kontexte werden "ad hoc" ergänzt Ego unterstellt, dass fehlende Explikationen situativ unwichtig sind
Verlangen erst bei Interaktionsstörung "Let it pass"
Gegenwärtiges wird interpretativ offen gehalten
Vergangenes ist interpretativ änderbar Kritik an der ethnomethodologischen Forschungsperspektive Perspektive ähnelt dem
Postulat der Werturteilsfreiheit lediglich deskriptive (tatsachenbeschreibende), jedoch keine präskriptive (wertende) Aussagen zulässig Wahrheitsgehalt einer wissenschaftlichen Aussage sollte unabhängig der persönlichen Meinung des Forschers Gültigkeit und Bestand haben -> aus der Ähnlichkeit ist aber keine Kritik gegen die ethnomethodologische Forschungsperspektive zu begründen Perspektive ist zynisch & inhuman Desinteresse an Hilfslosigkeit konkreter Menschen achtet wenig auf Tatsache, dass Menschen bspw. gefoltert oder erniedrigt wird, vielmehr auf das "wie" wird gefoldert bzw. erniedrigt ethnomethodologische Forschungsperspektive streicht
die Kategorie "Opfer" damit kapituliert sie vor denen, die andere zu "Opfern"
machen, daher ist sie inhuman Missverständnis ...aus der Forderung, sich inhaltlicher Beurteilung zu enthalten wird die Pflicht abgeleitet, überhaupt nicht nach Wertgesichtspunkten des Gegenstandes Stellung zu beziehen... Werturteile steuern
Entdeckungs- und Verwertungszusammenhang Postulat der ethnomethodologischen Indifferenz gilt nur für den engeren Forschungszusammenhang &
es ermöglicht erst die Erarbeitung von Ergebnissen, die praktisch angewandt werden können Praktische Anwendung kann zu weniger inhumaner Wirklichkeitskonstruktion führen Perspektive führt zu unhaltbaren Relativismus "Die Ethnomethodologen werden zu Zuschauern, die sich enthalten aller Urteile über die Adäquatheit, den Wert, die Bedeutsamkeit, Notwendigkeit, Praktikabilität und Konsequenzen, welche die Darstellungen von Menschen haben. (...) Man achtet nicht mehr darauf, was die Beteiligten sagen, sondern wie sie es sagen." Throta Frage nach den Inhalten alltagsweltlicher Interpretationen und deren Bedingung werden eingeklammert - und gelten als Begleiterscheinungen Zwar geht es um beliebige Inhalte - aber um Inhalte! eben nicht "vernachlässigbare Begleiterscheinungen" sondern im "wie" der Hervorbringung und Benutzung
aufzuklärende Durchführungsmittel menschlichen Handelns vorrangiges Interesse an dem "wie" führt nicht zum Desinteresse an dem "was" nur auf die Bewertung des "was" wird im engeren Forschungszusammenhang verzichtet "Art der Interpretation sehr gewöhnungsbedürftigt" "ähnlich wie Peter und der Wolf" "Wolf und Lamm immer ein Konflikt" "Ganz ehrlich: Auf mich wirkt`s irgendwie komisch!" die ethnomethodologische Indifferenz „Dem Forscher liegt daran festzustellen, wie die Mitglieder der Gesellschaft die Aufgabe lösen, die Welt, in der Sie leben, zu sehen, zu beschreiben und zu erklären und wie sie diese Welt solchermaßen aufrecht erhalten oder verändern, aufbauen oder zerstören.“ Doktorand und Assistent von Talcott Parson [Soziologische Systemtheorie] Studium bei Alfred Schütz [Phänomenologie] Ab 1954 Professor für Soziologie an der University of California, Los Angeles Einordnung Phänomenologischen Soziologie Tradition
des amerikanischen Pragmatismus Herbert Blumer Zentrale Aussage Blumers: "Individuen handeln, indem sie sich und anderen die symbolische Bedeutung ihres Handeln aufzeigen" Vorgestellt am 25.04.2013 durch
Bauer, Griese, Klose, Seewig Vorgestellt am 02.05.2013 durch
Linke, Loock, Schneider Alfred Schütz Zentrale Aussage von Schütz: "Die Phänomenologie zielt darauf ab, zu erklären, wie sich im Bewusstsein eine Welt konstituiert und wie der Mensch eine Welt konstituiert" Namen Fachbegriffe Gestik & Mimik ... Gilt als die Hintergrundphilosophie des
symbolischen Interaktionismus "Philosophie der Handlung" Denken, Erkennen und Handeln sind unmittelbar aufeinander bezogen

Denken entsteht erst in problematischen Handlungssituationen John Dewey George Herbert Mead Ethnomethodologie Ethnos (griechisch): Gruppe

Welches Wissen gibt es in einem bestimmten Stamm /sozialem Gebilde Methodologie (griechisch): Lehre über die Vorgehensweisen

Welche Methode ist für eine bestimmte Art
der Anwendung geeignet? Eine erste Definition Mit welchen praktischen Mitteln (Methoden) handeln wir im Alltag? Wie funktioniert das Handeln im Alltag Methoden aufdecken, deren sich die Gesellschaftsmitglieder bedienen, um Alltagshandlungen durchzuführen Es geht dabei nicht um das „Warum“ sondern um das „Wie“ Methoden sind nicht bewusste Strategien Normalerweise verstehen die Teilnehmer der Interaktion ihr Handeln, weil sie die gleiche Sprache beherrschen Die gemeinsame Sprache und die Unterstellung von Rationalität Außerdem nehmen wir an, dass das, was wir einander aufzeigen, auf vernünftig ist " Was ich euch gleich sage, ist gelogen" Gründe, warum wir im Alltag glauben uns zu verstehen Wir verstehen uns gar nicht ganz, glauben aber, dass wir uns verstehen Die Ethnomethodologie zeigt, dass das in aller Regel ausreicht Die Menschen glauben, dass sie Andere verstehen können und verstehen Es gibt drei Gründe für diese Gewissheit 1. Die Typenhaftigkeit der Lebenswelt Schütz: Auslegung der Welt beruht auf früheren Erfahrungen = Wissensvorrat Ethnomethodologie zeigt, dass wir aus kleinen Anzeichen eine Situation konstruieren können Individuelle Konstruktion der Wirklichkeit Alltag wird reduziert auf das Muster der Normalität Das Neue wird mit dem Alten verglichen wird um das Neue in das Alte einzuordnen Dabei sind wir sehr erfinderisch 2. Idealisierung der Kontinuität und Wiederholbarkeit 3. Dinge, die jeder weiß Aus der Typisierung ergeben sich zwei Erwartungen: Kontinuität: solange keine Überraschung kommt, handele ich in der Zukunft wie bisher Wiederholbarkeit der früher erfolgreichen Handlungen "Und so weiter" "Ich kann immer wieder" Garfinkel: „Gesellschaftlich gebilligte Tatsachen, die jedes Gesellschaftsmitglied kennt“ Eine Überprüfung des gemeinsamen Wissensstandes findet nur statt, sofern Probleme erkennbar sind Sonst funktionier das Handeln im Alltag nicht Wir setzten selbstverständlich voraus, dass es Dinge gibt, die „jeder weiß“ Krisenexperiment:
"Der höfliche Gast" Zeit für Diskussion &
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit Quellen: Patzelt, Werner J.: Grundlagen der Ethnomethodologie, München 1987.
Weingarten, Elmar / Sack, Fritz / Schenkein, Jim: Ethnomethodologie Beiträge zu einer Soziologie des Alltagshandelns, Frankfurt am Main 1976.
Kneer, Georg / Schroer Markus: Handbuch Soziologische Theorien, Heidelberg 2009.
Übersicht Schallberger: http://www.peterschallberger.ch/downloads/downloads/klassiker_files/GarfinkelEthnomethodologie.pdf Stand:23.05.2013
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