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Steuerungstheorie_2

Zusammenfassender Vortrag zu steuerungstheoretischen Ansätzen in der Erziehungswissenschaft (Frühjahrstrimester 2011, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)
by

Matthias Ruerup

on 17 October 2011

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Die Schule Wie kann man Lernen und Bildung voraus sehen oder beherrschen? "Die Aufmerksamkeit wird auf Steuerungsfähigkeit der Akteure und die Steuerbarkeit des Adressaten gelenkt, zwischen beiden Aspekten kann systematisch unterschieden werden." (Mayntz 2006, 12) Steuerung ist ein zielgerichtetes Handeln von bestimmten Steuerungssubjekten (dem Staat oder der Politik) mit dem Zweck die autonome Dynamik und Entwicklung bestimmter Steuerungsobjekte, z.B. soziale (Teil-)Systeme, in eine bestimmte Richtung zu verändern. (nach Mayntz 2006, S. 12) Steuerung des Bildungswesen
in der modernenen Gesellschaft Marx, Luhmann und Foucault werden nicht als „gültige“ Theorien präsentiert, sondern als Repräsentanten für sozialwissenschaftliche Erkenntnisse, hinter die – bei der Untersuchung von Steuerung im Bildungswesen – nicht zurückgegangen werden kann. Wofür steht Marx heute noch? Differenz Bewusstsein & Sein
Prägende Wirkung sozialer Lage
Humanistisches Gesellschaftsideal (Abwesenheit von Unterdrückung, individuelle Entfaltung, Emanzipation) Differenz von individuellem Bewusstsein und „wahren“ gesellschaftlichen Verhältnissen ( falsches Bewusstsein) Die „Wahrheit“ des Sozialen liegt nicht im materiellen Wortlaut, sondern erst im tiefenhermeneutisch erschließbaren latenten Sinn Klassisch: Produktionsverhältnisse, Klassenlage = Ausbeutung Bestimmte gesellschaftliche Strukturmerkmale haben eine dominante – das soziale Leben determinierende – Wirkung Gesellschaftlicher Wandel ist abhängig vom Wandel prägender Strukturmerkmale ( der „Machtverhältnisse“) Positionsnahme gegen Unterdrückung bzw. Diskriminierung Heute:
Sozialer Hintergrund, ökonomisches, soziales, kulturelles Kapitel = Ungleichheit / Diskriminierung Bildungsreform ist Gesellschaftsreform und umgekehrt Notwendigkeit von Widerstand und Kritik als Grundhaltung Was ist bei Luhmann bedeutsam? Die „eigensinnige“ Abschließung sozialer Sinnzusammenhänge in modernen Gesellschaften ist produktiv Die moderne „Wirtschaft“ funktioniert so gut, weil sie sich NUR mit „Verkaufen/Kaufen“ im Medium des „Geldes“ beschäftigt .... Gleiches gilt für Politik (Macht) oder Organisationen (Entscheidung) Systemwandel ist ein eigendynamischer, von außen nicht zielgerichtet steuerbarer Prozess Besonders „überlebensfähige“ Systeme sind lernfähig Analysen sozialer Systeme in ihren Strukturen und Dynamiken können Hinweise auf Szenarien ihres weiteren Wandels geben Sozialer Systeme generieren ihre eigene Umwelt als die von ihnen spezifisch beobachteten Einflüsse und Aspekte der „Welt“ Je angemessener die Umwelt-Konstruktion für die Bedürfnisse des Systems, um so überlebensfähiger / reaktionsfähiger ist das System In einer sich dynamisch veränderten Welt, muss auch die Umwelt-Konstruktion eines Systems dynamisch (lernend) angelegt sein Funktionalismus Eigensinnige, autonome Weltdeutung operativ geschlossener Systeme Systemerhaltung als
Analyseposition Konstruktivismus Was ist bedenkenswert von ... Foucault Kontrollgesellschaft:
Befähigung zur Antizipation UND Adaption sozialer „Erwartungen“ an ein rationales, selbstverantwortliches, sich selbst kontrollierendes Individuum (Führung zur Selbstführung Gesellschaftliche Erzeugung der „Wirklichkeit“ Allgegenwärtigkeit und Unentrinnbarkeit der Diskurse Unterscheidung – sich historisch wandelnder – „gesellschaftlicher Strategien“ individueller Vereinahmung Die Selbstdeutung der Individuen ist Teil des Sozialen und gebunden an historisch sich wandelnde Diskurse ALLES – auch Das ICH und meine Sicht auf meinen Körper, meine Sexualität – ist gesellschaftlich/diskursiv determiniert Gesellschaftliche Deutungen sind omnipräsent im Alltag: als Architektur, als Institution, als Talk, als Interaktion Disziplinargesellschaft:
Unterordnung unter stabile, soziale Regeln durch Training in spezifischen Institutionen (Schule, Armee …) Gesellschaftliche Erzeugung der „Wirklichkeit“
Allgegenwärtigkeit und Unentrinnbarkeit der Diskurse
Skeptisches Ideal von Individualität Vergleiche Dissenz: Beobachterstandpunkt Antagonistische Konflikte vs. Systemstabilität Dissens: Analyse Wirtschaft als dominantes oder nur eines von vielen Teilsystemen Konsens: „Konstruktivismus“ Beobachterabhängige Weltsicht Konsens: Diagnose Funktional differenzierte Gegenwartsgesellschaft Konsens: Lebenswelt Konsens: Analyseposition Normativ-kritische Hinterfragung der Gesellschaftsdiagnose Individuelle Alltagswahrnehmung als Bestandteil der Gesellschaft Dissens: Klassenlagen Sozial (un)differenzierte Lebenswelt Dissens: Ableitungen Handlungsbedarf vs. analytische Skepsis Konsens: Bedeutung der Deutung Dissens: Vielfältigkeit des Sinns
Systemspezifische vs. Gesellschaftsweite Deutungsmuster (semantisch-kommunikativ vermittelter Sinn des Sozialen) Gesamtkonsens: Relativierung des (politischen) Subjekts (der Steuerung) Steuerung aus Sicht des (Neo-) Marxismus und der Kritischen Theorie Kritische Hinterfragung der Legitimität und sozialen Folgen politischen Handels Begründung von politischen Programmen und Strategien des Interessenausgleichs: Emanzipation, Partizipation Steuerung aus Sicht der luhmannschen Systemtheorie Steigerung der „Lernfähigkeit“ von Systemen als mittelfristige beste Strategie Analyse des Zielsystems als Basis begrenzt gelingender Steuerung Negierung der Möglichkeit direkter Steuerung Steuerung aus Sicht der foucaultschen Diskurstheorie Kritische Irritation von Diskursen als hypothetische Möglichkeit der perspektivischen Veränderung Analyse von Diskursen als eigener Beitrag zu ihrer Fortsetzung Negierung der (politischen) Beherrschbarkeit von Diskursen Gestaltung des Bildungswesens aus Sicht des (Neo-) Marxismus und der Kritischen Theorie Verteidigung des Subjekts gegen Entmündigung und Verdummung Begründung der Autonomie der Schule als pädagogische Provinz basaler humanistischer Bildung Gestaltung des Bildungswesens aus Sicht der luhmannschen Systemtheorie Intensivierung kommunikativer Einbindung / Vernetzung und des verfügbaren Systemwissens Stärkung der einzelschulischen Eigenverantwortung mit dem Konzept lernender Organisation Anerkennung der Eigen-sinnigkeit von Pädagogik, Unterricht und Schule Gestaltung des Bildungswesens aus Sicht der foucaultschen Diskurstheorie Kritische Befragung der diskursiv auferlegten Selbstbilder der Subjekte Analyse der Entwicklung von Schule von einem Ort des Trainings von Disziplin zu einem Ort des Lernens von (Selbst-) Kontrolle Und nun ... zurück zur Steuerungstechnik? vgl. Sünker 2007 vgl. Willke 2006 vgl. Patzner 2005
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