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Innere Emigration

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Florian Behr

on 18 November 2014

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Transcript of Innere Emigration

Die "Innere Emigration" während des Nationalsozialismus in Deutschland.
Gliederung
1. Situation im NS-Deutschland
1.1 Reichsschrifttumskammer
1.2 Jüdischer Kulturbund
2. Begriffserklärung und Konflikte in der Nachkriegszeit
3. Bekannte Schriftsteller der "Inneren Emigration"
4. Gründe für den Verbleib in Deutschland
5. Biografie Erich Kästner
6. Merkmale der inneren Emigration
7. Gedichtanalyse
8. Diskussion

Situation im NS-Deutschland
nach "Reichstagsbrandverordnung"
brutale Verfolgung d. NS-Gegner






Begriffserklärung
"Haltung von Schriftstellern in totalitären Staaten, die weder emigrieren, noch in Werken offen Widerstand leisten."
Erich Kästner
Einsamer nie

Gottfried Benn
Einsamer nie -

Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde – im Gelände
die roten und die goldenen Brände,
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge −:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.
Jüdischer Kulturbund
Zusammenschluss deutsch-jüdischer "Künstler"

Bestand 1933 - 1941

mehr zensiert, als veröffentlicht
Gründe für den Verbleib in Deutschland
Verbundenheit zur Heimat
Konflikte der Nachkriegszeit
Streit/Provokation zwischen "Inneren Emigranten" & Exilanten
distanziert/kritisch gegenüber Regime
indirekte Kritik in Werken
Begriff von Frank Thieß geprägt
Frank Thieß
prägte 1933 Begriff "Innere Emigration"
prominenter Autor im Dritten Reich
durfte weiter publizieren
(trotz Verbot/Verbrennung mancher Werke)
"Was solle man 1945 von einem Schriftsteller noch erwarten, der sein Volk und seine Muttersprache verlassen habe?"

Frank Thieß
Besonders zwischen Thieß und Mann
Thieß hatte Abneigung gegenüber Exilanten
"Wir erwarten dafür keine Belohnung, dass wir unsere kranke Mutter Deutschland nicht verließen. Es war für uns natürlich, dass wir bei ihr blieben. Aber es würde uns sehr unnatürlich erscheinen, wenn die Söhne, welche um sie so ehrlich und so tief gelitten haben wie ein Thomas Mann, heute nicht den Weg zu ihr fänden und erst einmal abwarten wollten, ob ihr Elend zum Tode oder zu neuem Leben führt. Ich denke mir nichts schlimmes für sie, als wenn diese Rückkehr zu spät erfolgt und sie dann vielleicht nicht mehr die Sprache ihrer Mutter verstehen würden."

Frank Thieß
"Das war richtig, denn die Welt, auf die wir innerdeutschen Emigranten uns stützten, war ein innerer Raum, dessen Eroberung Hitler trotz aller Bemühung nicht gelungen ist. Wohl konnte er die deutsche Seele in einen hypnotischen Schlaf versenken, den deutschen Geist von jeder schöpferischen Teilnahme absperren, doch als Elemente nicht zerstören, andernfalls müssten wir für alle Zukunft die Hoffnung aufgeben, jemals wieder zu schöpferischem Leben zu erwachen."

Frank Thieß
Gegenseitige Vorwürfe
Emigranten/Exilanten als:

"Zuschauer der deutschen Tragödie von den Logen und Parterreplätzen des Auslands"
Innere Emigranten als:

"Ofenhocker des Unglücks"
Bekannte Schriftsteller
Ricarda Huch
Ernst Wiechert
Hans Fallada
Frank Thieß
Werner Berggruen
Gottfried Benn
Ernst Jünger
Wolfgang Koeppen
Oskar Loerke
Erich Kästner
Marie Luise Kaschnitz
Angst vor Wurzellosigkeit und Einsamkeit
Ungewisse Zukunft im Exil
"Auch ich bin oft gefragt worden, warum ich nicht emigriert sei, und konnte immer nur das selbe antworten: Falls es mir gelänge, diese schauerliche Epoche lebendig zu überstehen, würde ich dadurch derart viel für meine geistige Entwicklung gewonnen haben, dass ich reicher an Wissen und Erleben daraus hervorginge, als wenn ich aus den Logen und Parterreplätzen des Auslands der deutschen Tragödie zuschaute."

Frank Thieß
"Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen,
Mich lässt die Heimat nicht fort,
Ich bin wie ein Baum, der in Deutschland gewachsen,
Wenn´s sein muss in Deutschland verdorrt."

Erich Kästner
"Lieber überleben, lieber noch da sein, weiter arbeiten, wenn erst der Spuk vorüber war."

Marie Luise Kaschnitz
Reichsschriftumskammer publiziert
völkisch-konservative/NS-Literatur gefördert
Verbot: demokratischer, sozialistischer,
antifaschistischer Literatur
- geboren am 23.2.1899 in Dresden

- 1913 Eintritt ins Lehrerseminar

- 1917 Teilnahme am ersten Weltkrieg

- 1925 Beendigung seiner Doktorarbeit

- 1929 Veröffentlichung von "Emil und die Detektive"




NS - Zeit
- Verbot und Verbrennung seiner Werke

- 1933 - 1940 mehrfache Verhaftung durch die GESTAPO

- 1942 schreibt Drehbuch für den Film "Münchhausen"

- totales Schreib- und Publikationsverbot

- Veröffentlichungen nur im Ausland möglich
Nach der NS - Zeit

- 1945 Wiederaufnahme seiner Arbeit als Schriftsteller

- 1957 Geburt seines Sohnes Thomas

- 1959 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz

- 1964 Veröffentlichung der Kästner Ausstellung

- 29. Juli 1974 Erich Kästner stirbt in München


"Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen,
Mich lässt die Heimat nicht fort,
Ich bin wie ein Baum, der in Deutschland gewachsen,
Wenn´s sein muss in Deutschland verdorrt."

Erich Kästner
Analyse
Alliteration (V. 7 Sieg - Siegbeweise)

- Parallelismus ("Die Seen hell, die Himmel weich, die Äcker rein" (V.5f))

- Enjambement ("im Gelände - die roten und die goldenen Brände" (V. 2f))

- umarmender Reim (a b b a)




Interpretation
- Darstellung des Verhältnisses des lyrischen Ichs zur
Realität

- lyrisches Ich fühlt sich einsam

- "Rausch der Dinge" (V.11) = Rausch der Euphorie für das
NS - Regime bei der Olympiade 1936 in Berlin

- "Wo alles sich durch Glück beweist" (V. 9) = Regimegegner konnten nur mit Glück sich der Verhaftung usw. entziehen

- "tauscht den Blick und tauscht die Ringe" (V. 10) ist eine weitere Anspielung auf die olympischen Spiele
Hintergrundwissen
- Gedicht wurde 1936 geschrieben

- Vorangegangener Brief: „Immer einsamer wird es, menschenleer. Wohin führen die Jahre, wohl nirgends hin.“

- Olympiade in Berlin 1936

- Benn fühlte sich ziemlich einsam
Merkmale der inneren Emigration
- Hauptthema: isoliertes Ich und sein Verhältnis zu Religion, magischer Natur und Mystik
--> Abwendung von Politik

- Vorliebe für verschlüsselte Bilder: Realität verschlüsselt in Metaphern und Chiffren

- Verwendung von historischen Romanen, um Kritik an Gegenwart üben zu können
--> Geheime Botschaften zum Schutz vor der Zensur (Andeutungen werden von eingeweihten Lesern verstanden)
Diskussion:

Sind die gegenseitigen Vorwürfe von Emigranten und inneren Emigranten in der Nachkriegszeit zu rechtfertigen?
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