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Analphabetismus

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by

Ann LA

on 28 April 2015

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Transcript of Analphabetismus

1. Einstieg ins Thema

2. Analphabetismus in der Welt
2.1 in Deutschland
2.2 Institutionen in Deutschland
2.3 Gesetzeslage in Deutschland

3. Geschichte des Analphabetismus

4. Grundbegriffe des Analphabetismus

5. Personenkreis der funktionalen Analphabeten

6. Ursachenfaktoren von Analphabetismus

7. Lebenswelterfahrung von Analphabeten

8. kurzer Überblick über grundlegende Alphabetisierung Erwachsener

9. Intervention und Prävention bei Analphabetismus

10. Diskussion

11. Literaturverzeichnis
-1-
Gliederung
Funktionaler Analphabetismus:

zu geringe Kenntnisse der Schriftsprache, um sie einzusetzen
Betroffene können die Funktionen der Schrift nicht einsetzen
hat zwei Dimensionen:

-->gesellschaftliche (Welcher Grad an Schriftsprachbeherrschung wird in der Gesellschaft erwartet?)

-->individuelle ( Erfülle ich die erforderlichen Kenntnisse?)

historisch und kulturell wandelbare Größe




Geschichte des Analphabetismus
1. Phase:
Ignoranz und Leugnung des Phänomens Analphabetismus

2.Phase:
Zugeständnisse, jedoch Individualisierung der Ursachen

3.Phase:
Zugeständnis, dass Kinder während der Schulzeit keine ausreichenden Kenntnisse erworben hätten--> jedoch personenbezogene Erklärungen

4. Phase:
Schule und didaktische Gestaltung des Unterrichts rückt in das Blickfeld
Erfordernis präventiver Maßnahmen

5.Phase:
Situation von heute
Alphabetisierungs-und Grundbildungsangebote sind vorhanden
Grundbegriffe des Analphabetismus
Analphabetismus:
Erwachsene, die über keine oder unzureichende Kenntnisse der Schriftsprache verfügen

Totaler Analphabetismus:
Keinerlei Kenntnisse der Schriftsprache

Primärer Analphabetismus:
Wegbleiben des Erwerbs von Kenntnissen der Schriftsprache aufgrund fehlenden Schulbesuchs
Aufwachsen in einer nicht-literalen Kultur
vor allem in Entwicklungsländern

Sekundärer Analphabetismus:
Prozess des Vergessens/ Verlernens
Unterschreiten der gesellschaftlichen Mindeststandards
prekäres Schriftsprachenniveau
Grundlagen von
Analphabetismus

Im Labyrinth der Satzzeichen
Institutionen in Deutschland
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V

1984 gegründet
Förderung des Lesens und Schreibens von Erwachsenen
Optimierung der Kursangebote/ Motivierung / Beratung/
Stärkung der Zielgruppe
Unterstützung von Personen und Institutionen
Informieren der Öffentlichkeit


alphabund

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des Bundesministerium
für Bildung und Forschung zur Alphabetisierung und Grundbildung
Erwachsener
Unterricht und Lernmedien
besondere Branchen & Zielgruppen
Personalentwicklung in Betrieben und Schulungskonzepte für
Multiplikatoren
Sensibilisierung der Öffentlichkeit und lokale Netzwerkbildung



Grundlegende Ansätze in der Alphabetisierung Erwachsener
1. Die Skills-Perspektive:

- Nachholen grundlegender, nicht ausgebildeter
Fertigkeiten + Aufbau von Teilleistungen
-> z.B. Graphemkenntniss, Phonem-Graphem-Korrespondenz
- Kritik: Einzelelemente können nicht additiv gelernt
werden, Beispiel Fahrradfahren




2. Die sprachstrukturelle Perspektive:

- Gegenstand = Ausgangspunkt
- vom Einfachem zum Komplexen (gestuftes Lernmaterial)
- bietet Sicherheit & Orienterung
- Kritik: Struktur des Gegenstandes entspricht nicht
Struktur des Lernens (Inhalt nachrangig)


Family Literacy: Grundbildung als Intervention und Prävention
Wirksame Prävention muss auf
verschiedenen Ebenen stattfinden
frühe Förderung
lange Förderung
breit angelegte Förderung
verknüpfte Maßnahmen (Netzwerkarbeit, Sozialraumorientierung)

Illiteralität wird anscheinend "sozial vererbt"
-> Einfluss elterlicher Grundbildung auf Entwicklung der
Kinder

Konzept der Family Literacy
bezieht Kinder in den Lernprozess mit ein
Oberbegriff für Programme in USA, Kanada, Südafrika
Motivation für Eltern eigene Bedürfnisse zu stillen ( Kindern helfen ect.)
"Brücke zur Literacy-von Generation zu Generation"
in GB in Bildungsangebot vieler Städte fest integriert





3. Die Schriftkulturell-entwicklunsorientierte Perspektive:

- Lesen & Schreiben als sinnstiftende Handlung in persönlich
bedeutsamen Kontext
- kognitive Perspektive d. Alphabetisierung (Piaget)
- Hypothesenformulierungen der Lernenden, Konstruktionen
von Schrift
- Literalität als soziale Praxis, nicht Vermittlung von
Fertigkeiten, sondern persönl. Erfahrungen
- Kritik: Erwachsene sind auf explizites Modellernen angewiesen


4. Die Psychologisch-therapeutische Perspektive:

- der Lernende selbst im Mittelpunkt des Prozesses
- Stärkung des Selbstkonzepts, Lernberatung, Orientierung an den
individuellen Lernmotiven,
- stabile Beziehung als Grundlage
- Persönlichkeitsentwicklung durch Lernen in Kontext einordnen,
soziale Beziehungen verändern sich
- Kritik: Lerngegenstand rückt in den Hintergrund, therapeutische
Bestandteile können nicht gewährleistet werden


4 Perspektiven nicht genau voneinander abgrenzbar & lassen sich gut miteinander verknüpfen
Aufbau Family Literacy
Block 1
: Sitzung mit Erwachsenen
Verbesserung der Grundbildung
Wissensvermittlung von Lernprozessen des Kindes
Kennenlernen von kreativen Arbeitsweisen
Reflektion gemachter Erfahrungen

Block 2
: Sitzungen mit Kindern
sprachliche, kreative, literale Aktivitäten

Block 3
: gemeinsame Sitzungen
lern-und entwicklungsförderliche Aktivitäten durch
Eltern mit Kindern (Kursleiter als Supervisator)


Ziele:

Verbesserung der literalen Kompetenzen der Eltern
Entwicklung der frühen Lese-/Schreibfähigkeit der Kinder
Verbesserung der elterlichen Unterstützungskompetenz
Verbesserung der sozialen & sozioökonomischen Situation
Verbesserung der beruflichen Chancen
Alfa-Telefon
Welche Probleme bei der Alltagsbewältigung hat man als Analphabet in Deutschland?
Mit welchen Gefühlen
muss ein Analphabet
umgehen?
Literaturverzeichnis
Egloff, B.;Grosche, M.; Hubertus, P.;Rüsseler, J. (2011) :
Funktionaler Analphabetismus im Erwachsenenalter: eine Definition,
Bielefeld

Nickel, S.(2009):
Funktionaler Analphabetismus/Illiteralität:Begrifflichkeit, Genese, didaktische Ansätze und familienorientierte Prävention,
München

Internetquellen:

http://www.alpha-archiv.de/
http://www.aobberlin.de/index.html
http://www.alphabund.de/1565.php
http://www.alphabetisierung.de/
http://www.welt.de/politik/article3279294/Analphabeten-haben-kein-Recht-auf-Einbuergerung.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus

Bildquellen:
http://foerdefluesterer.de/mediashare/n4/3s8yrixqujcqszmvozbnxsz8wutet6-pre.jpg

http://www.manorainjan.de/honors/Kahlil/KahlilGibran_arabische_Handschrift.gif

http://www.dw.de/image/0,,5981395_4,00.jpg

http://www.dotcomblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-04-um-21.33.40.png
Funktionaler Analphabetismus
"Funktionaler Analphabetismus bedeutet die Unterschreitung der gesellschaftlichen Mindestanforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache, deren Erfüllung Voraussetzung ist zur sozial streng kontrollierten Teilnahme an schriftlicher Kommunikation in allen Arbeits-und Lebensbereichen" ( Drecoll/Müller 1981, S.31)




"Funktionaler Analphabetismus ist gegeben, wenn die schriftsprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverständlich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese schriftsprachlichen Kompetenzen werden als notwendig erachtet, um gesellschaftliche Teilhabe und die Realisierung individueller Verwirklichungschancen zu eröffnen." ( Egloff, B.;Grosche, M.; Hubertus, P.;Rüsseler, J. 2011 )
Wer gehört zum Personenkreis der funktionalen Analphabeten und wer nicht?
Nicht
dazu gehören:

1. Menschen, die noch der Schulpflicht unterliegen
Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


2.Erwachsene mit Migrationshintergrund, die in ihrem Herkunftsland eine literale Sozialisation erfahren haben
Erwachsene, die in irgendeiner Schriftsprache zurecht kommen sind keine funktionalen Analphabeten--> Lese-und Schreibkompetenzen sind vorhanden
Wenn diese nach längerer Zeit immer noch über unzureichende Kompetenzen verfügen--> funktionale Analphabeten


3.Erwachsene, die infolge organischer oder psychischer Beeinträchtigung nicht in der Lage sind sich literale Kompetenzen anzueignen
schwere kognitive, sensorische oder motorische Behinderungen
Literalisierung nahezu unmöglich
Dazu gehören:

1.

Erwachsene mit Lernrückständen:
Probleme in der Schule, unzureichende Förderung, fehlende Diagnose

2. Schwierige Lebensumstände in der Kindheit:
soziale Vererbbarkeit, keine Vorläuferkompetenzen, schriftsprachfernes Elternhaus

3. Schulabsentismus:
Mithelfen in der Familie, Nachgehen eines Nebenjobs zur Unterstützung, Fernbleiben in der Schule

4. Erwachsene mit psychoorganischen Beeinträchtigungen:
LRS, auditive oder visuelle Wahrnehmungsstörungen

5.Vergessen bereits vorhandener literaler Fertigkeiten:
mangelnde Übung/Motivation, keine Festigung und Automatisierung

6.Erwachsene mit Migrationshintergrund:
unzureichende Deutschkenntnisse, keine Unterstützung im Elternhaus

7. Erwachsene mit prekären Lebensumständen:
Arbeitslosigkeit, soziale Vererbung, bildungsferne Abhängigkeit
Ursachenfaktoren des Analphabetismus
komplexes Bedingungsgefüge aus individuellen, familiären, schulischen und gesellschaftlich-kulturellen Faktoren







Analphabetismus als Folge von 5 Formen der Armut
Ökonomische Armut:
soziale Schichten, die von Armut bedroht sind

Soziale Armut:
Ausgrenzung aus der Gesellschaft
Angst, Stigmatisierung, Diskriminierung

Kommunikative Armut:
fehlende Kommunikation im Elternhaus

Pädagogische Armut:
Fehlende Kompetenz von Lehrern auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren

Politische Armut:
Fehlende Erkennung der Komplexität der Probleme

Lebenswelterfahrung von Analphabeten
negatives Selbstbild

Verlust der Selbstwirksamkeit

Misserfolgsorientierung--> Orientierung am Versagen

Erwerblosigkeit

Belastung nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch auf privater Ebene --> Angst vor Stigmatisierung, psychischer Druck, gesellschaftliche Isolation und Anonymität

Angst vor Enttarnung und Misserfolgen
--> Vermeidung, Täuschung, Delegation

Zuschreibung von weiteren negativen Eigenschaften durch die Gesellschaft
Statistiken
prozentual größter Anteil in Westasien und Afrika (Frauen)
prozentual geringster Anteil in Westeuropa und Nordamerika
in Deutschland 7,5 Millionen Analphabeten
(Leo.Level-one Studie)
Analphabetismus in Deutschland
Institutionen in Deutschland
Arbeitskreis Orientierungs- und Bildungshilfe e.V.

Angebote seit 1977
Lese- und Schreibkurse
Rechtschreibkurse
Lernberatung
systemische Beratung und Therapie


Archiv und Dokumentationszentrum für Alphabetisierung und Grundbildung

Sicherung des Wissenstands
Material sichten, sammeln, aufarbeiten,
sachgerecht Lagern und der interessierten Öffentlichkeit
zugänglich machen

Partnerarbeit:
Wer von den unten genannten Personen gehört zum Personenkreis der funktionalen Analphabeten und wer nicht?
Menschen, die noch der Schulpflicht unterliegen

Erwachsene mit Lernrückständen infolge unzulänglicher pädagogisch-didaktischer Angebote während der Schulzeit

Erwachsene, die infolge organischer oder psychischer Beeinträchtigungen grundsätzlich nicht oder nicht mehr in der Lage sind, sich literale Kompetenzen anzueignen

Erwachsene, denen bereits vorhandene literale Fähigkeiten infolge fehlender Praxis verloren gingen

Erwachsene mit Migrationsstatus, die während ihrer Schulzeit aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb hatten oder haben

Erwachsene mit Migrationsstatus, die in ihrem Heimatland eine literale Sozialisation erfahren haben, aber eingeschränkte Kompetenzen in Bezug auf die Sprache des Aufenthaltslandes haben

Erwachsene, die infolge schwieriger Lebensumstände bei der Aneignung literaler Kompetenzen behindert wurden

Erwachsenen, denen zwar grundsätzlich die Aneignung von Schriftsprache möglich ist, die aber aufgrund psycho-organischer Beeinträchtigung Schwierigkeiten beim Erwerb hatten/ haben






Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!


Gesetzeslage in Deutschland
Sozialrecht:
Analphabetismus bedingt keine Erwerbsminderungsrente
-> wenn Analphabetismus nicht durch Krankheit oder
Behinderung zu Stande kommt


Staatsangehörigkeitsrecht:
Kein Anspruch auf Einbürgerung
-> Urteil Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 2009
soziale, politische und Integration setzt das Verständnis der
dt. Sprache voraus (Verstehen der Medien / Kontakt mit
Einheimischen/ schriftliche Erklärungen verstehen)
mündliche Kenntnisse reichten nicht aus

(beachten Unterschied zu Asylberechtigten etc.)
Quelle: Nickel, Sven: Funktionaler Analphabetismus/ Illiteralität, München 2009, S.11
Quelle: Nickel, Sven: Funktionaler Analphabetismus/Illiteralität, München 2009, S.16
Referenten :
Svenja Preiß
Ann-Kathrin Laufs

Seminar: Alphabetisierung von Erwachsenen mit dem Schwerpunkt Alphabetisierung in Integrationskursen

Leitung: Magdalena Spaude

Sommersemester 2014

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Analphabetismus in Deutschland
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Diskussion
Wie viel Lese- und Schreibkompetenz sind heutzutage überhaupt noch von Nöten?

In welchen Bereichen ist diese Kompetenz besonders wichtig und in welchen vernachlässigbar ?
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Eine kleine Hilfe für das Ausfüllen des Dokuments.
Was wisst ihr nun über Analphabetismus?
Vergleicht euer Vorwissen auf den Plakaten mit eurem jetzigen Wissenstand
-12-
Full transcript