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Neoformalismus

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by

Maria Walkowiak

on 18 November 2014

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Transcript of Neoformalismus

Neoformalismus
2.
1.
1. Einführung
2. Die Natur des Kunstwerks




3. Der Film im historischen Kontext
4. Die Rolle des Zuschauers


5. Die neoformalistische Filmanalyse


2.1 Kunstwerk und Zuschauer
2.2 Verfremdung
2.3 Bedeutungen
2.4 Verfahren - Funktion und Motivation

4.1 Verarbeitungsprozesse
4.2 neue konstruktivistische Theorie
5.1 Werkzeuge
5.2 Methoden
- Beginn 1980er
Thompson, Bordwell (1979):
Film Art. An Introduction


Emerson, Jim (2006): Bordwell Does Vancouver.
http://www.rogerebert.com/scanners/bordwell-does-vancouver [13.11.2014]
Kristin Thompson (*1950) & David Bordwell (*1947)
"In fact, neoformalism is not a theory of film at all [...] Nor is it, once again, a
method
. It is a set of assumptions, an angle of heuristic
approach
, and a way of asking questions. It is frankly empirical and places great emphasis on the discovery of facts about films."
(Bordwell 1989: 378f.)
Ansatz
...bestimmt Annahmen über:

- den Gegenstand
- die Abläufe bei der Rezeption
- die Beziehung zwischen Film und Gesellschaft
= Grundlage für eine widerspruchsfreie Filmanalyse
Methode
= Instrument der Filmanalyse
- Vorgehensweisen im konkreten
Analyseprozess
- Methodenwahl abhängig von spezifischer
Fragestellung, Thema, Material
Kunstwerk und Zuschauer
- aktive Beziehung
Suche nach Hinweisen im Werk (
cues
)
Reaktion mit Wahrnehmungsfähigkeiten
(
viewing skills)

- Kunstwerke können mentale Prozesse
erneuern

Verfremdung
- allgemeines Gesetz der Wahrnehmung
Automatisierung

- Ziel der Kunst:
Empfinden für die Dinge vermitteln
- SEHEN statt WIEDERERKENNEN

- Verfahren der Kunst:
Verfremdung der gewohnten
Alltagswahrnehmung durch Transformation
Bedeutungen
= Formale Komponenten
= System, mit dem das Werk
cues
auf
Denotation und Konnotation bereitstellt

Bedeutungsebenen:
Verfahren
= alle Strukturen und Elemente, die in einem
Film eine Rolle spielen

- alle Verfahren gleichwertig
- Untersuchung von Verfahren:


Funktion?

Motivation?


= Zweck des Verfahrens

- verschiedene Verfahren
mit derselben Funktion
=
funktionale Äquivalente
= Begründung für das
Auftreten eines Verfahrens

=
cue
, der vom Werk ausgeht
Vier Grundtypen
Kompositionelle Motivation
= Rechtfertigung von Verfahren zur
Komposition von narrativer
Kausalität, Zeit und Raum

- Plausibilität hintergründig
Realistische Motivation
- Rechtfertigung des Verfahrens
durch Verweis auf die Vorstellung
von Wirklichkeit
- Plausibilität vordergründig

Transtextuelle Motivation
- jede Form des Bezugs zu anderen
Kunstwerken
- abhängig von früheren ästhetischen
Erfahrungen des Zuschauers
Künstlerische Motivation
- nur gut erkennbar, wenn die
anderen Motivationstypen
zurückgehalten werden
- alleinige Existenz möglich
3.
Der Film im historischen Kontext
- Film als abstraktes Objekt steht immer im historischen
Kontext
Filmanalyse im historischen Kontext

- Norm und Abweichung
- Normen der Erfahrung = Hintergründe (
backgrounds
):
- Alltagsleben/Alltagswissen
- andere Kunstwerke
- Wissen über den praktischen Gebrauch von Filmen

- Gegenstand der Analyse: Festhalten an und Abweichen von
Hintergrundnormen
- historischer Konext (Hintergünde)
cues
für Methodenentwicklung
4.
Die Rolle des Zuschauers
- Wahrnehmung abhängig von Beziehung zwischen Werk und
historischem Kontext des Zuschauers
- Eigenschaften des Films resultieren aus Interaktion zwischen
formalen Strukturen und Verarbeitungsprozessen des
Zuschauers
- Zuschauer aktiv und trägt zur Wirkung des Werks bei

Verarbeitungsprozesse
:

physiologische vorbewusste bewusste unbewusste

= umfassen automatische Reaktionen, vom
Zuschauer nicht kontrollierbar
- unausweichlich und nicht willentlich
beeinflussbar
- z.B. Wahrnehmung Folge statischer Bildern
als Bewegung, Unterscheidung von Farben

= fast automatische Informations-
verarbeitungsprozesse, über die nicht
nachgedacht werden muss
- Erkennen von Objekten weitgehend
vorbewusst
- Aktivitäten dem Bewusstsein zugänglich
- z.B. Erkennung derselben Person in
Einstellung A und B

= Aktivitäten die wir selber bemerken
- für Neoformalismus wichtigster Prozess
- Herausforderung der gewohnten Seh- und
Denkmuster
- z.B. kognitive Aspekte, Verstehen einer
Geschichte, Interpretation von
Bedeutungen

= Wahrnehmung von Filmen als
Aktivität, die im Unterbewusstsein
abläuft
- für Neoformalismus unnötiges
Konstrukt
- Anwendung eher in psychoanalytischer
Analyse

Neue konstruktivistische Theorien
- Wahrnehmen und Denken = aktive und zielorientierte Prozesse
- automatische Registrierung dargestellter Zeit
- bewusste Sortierung der zeitlichen
cues

David Bordwell:

"Der Organismus konstruiert ein perzeptives Urteil auf der Basis nichtbewußter Schlußfolgerungen (
nonconscious inferences
)“

(Albersmeier 2003: 447)
- Entwicklung zahlreicher
Schemata
(
= erlernte Denkmuster
) durch
Filme, Alltagsleben,…
- Filmrezeption:
Schemata Hypothesenbildung
- Zuschauer in ständiger Aktivität
- Änderung der Schemata im Laufe
der Zeit

- jedes Kunstwerk so gestaltet, dass es zur
Anwendung bestimmter Schemata anregt

- Werk weist Wahrnehmung und Verarbeitung in
bestimmte Richtung

- Gebrauch von Schemata und Hypothesenbildung
manchmal kaum bemerkbar


Gegensatz
: Filme die Erfahrungen, Erwartungen
und Sehgewohnheiten herausfordern

- aktive Reaktion auf Film durch
cues
und Sehfähigkeit
- Zuschauer kann originelles Werk auch als
unverständlich empfinden
Anwendung automatischer Fertigkeiten aus
Gewohnheit (
cues
können übersehen werden)


Ziel Neoformalismus:
Befassung mit vertrauten, klischeehaften Filmen
neues Interesse wecken
Filme "wieder zu verfremden“ (
redefamiliarize
)

5.
Werkzeuge der Analyse
Filme sind artifizielle Konstrukte
= Konstrukte, die keine natürlichen
Eigenschaften aufweisen

- Verfahrensauswahl zur Erstellung des Films
größtenteils willkürlich
- Spannung zwischen bereits
existierenden
Übereinkünften
und jeweiligen
Grad an
Empfindungsreichtum
in jedem Werk zu
erwarten
Filme erfordern spezifisch ästhetische, nicht praktische Art der Wahrnehmung
- Filmemacher wendet gezielt bestimmte Verfahren
im Werk an
- Motivation und Funktion von zentraler Bedeutung
- Zweck: Zuschauer fesseln

Zwei Annahmen des Neoformalismus
Wichtig für den neoformalistischen Ansatz:

-
Erschwerte Form
= alle Arten von
Verfahren, die dazu neigen Wahrnehmung
und Verstehen zu erschweren
- häufigste Erscheinungsform: Retardationen

Retardation
= Einfügen zusätzlichen
Materials verzögert Fortgang zum Ende
der Erzählung


-
Stufenkonstruktion
= abwechselnde Anordnung von
Handlungsabschnitten (Fortlauf & Verzögerungen)

-
gebundene Motive
= jene Handlungen die auf Ende
hinführen, sind für Gesamterzählung notwendig

-
freie Motive
= Verfahren der Verzögerung



Erschwerte Form, Stufenkonstruktion,
gebundene und freie Motive
=
allgemeine Komponenten
der Gesamtform eines Films

Methoden zur Analyse
Analyse der
Form
steht im Vordergrund
(äußere Form trägt die inhaltliche Seite in sich)
Ein Ansatz,
viele Methoden!
Sujet und Fabel
Sujet
(Plot) = Kette aller kausal wirksamen Ereignisse, die der Film präsentiert
Figuren
= wichtigsten Träger der verschiedenen kausalen Ereignisse einer Erzählung
Narration
= “Prozess, durch den das Sujet in einer bestimmten Reihenfolge Fabelinformationen präsentiert oder zurückhält.“
(Albersmeier 2003: 458)
Stil
= wiederholter, charakteristischer Gebrauch von
Techniken des jeweiligen Mediums

Verfremdung
Analyse mithilfe der
Dominante
Fabel
(Story) = geistige Anordnung von chronologisch und kausal verbundenem Material
Unterscheidung zentral für:
- Analyse angewandter Verfremdungsverfahren
- Prozess des Kognizierens
Analyse des Sujets
proairetische Linie = Kausalkette einer Erzählung
hermeneutische Linie = Reihe von Rätseln
Wechselwirkung zwischen Kausalität und Rätsel


Funktion:

- Aufrechterhaltung des Interesses beim Rezipienten
- Anregung zum Aufbau der Fabel
- keine realen Menschen
- Anhäufung von Semen
- Analyse unter dem Aspekt ihrer
Funktion im Gesamtwerk
Hypothesenbildung beim Rezipienten über die Fabel-Ereignisse
Grundeigenschaften der Narration:
Grad an Wissensreichtum
Umfang
und
Tiefe
der Fabelinformationen, die die Narration gewährt
(knowledgeability)
Selbstbezogenheit
Deutlichkeit
, mit der ein Film seine narrativen Informationen an den Rezipienten richtet
(self-consciousness)
Mitteilungsbereitschaft
Weigerung/Bereitschaft
der Narration, Informationen mitzuteilen, die sie tatsächlich weitergeben könnte
(communicativeness)
- filmische Techniken zur Vermittlung...
des Raumes
der Zeit
des abstrakten Spiels zwischen den nicht-narrativen räumlichen, zeitlichen und visuellen Aspekten des Films
= „das wesentliche formale Prinzip, unter welchem ein Werk oder eine Gruppe von Werken Verfahren zu einem Ganzen ordnet.“
(Albersmeier 2003: 462)
- dient dazu, die Ästhetik des Films als Medium zu
spezifizieren
- gibt Hinweis auf die für die Analyse angemessene
Methode
- Verbindung stilistischer, narrativer und
thematischer Ebene
DENOTATION
Referentielle Bedeutungen
Hinweise auf Aspekte der Wirklichkeit, auf die sich das Werk bezieht
Explizite Bedeutungen
Film teilt abstraktere Vorstellungen direkt mit
(referential meanings)
(explicit meanings)
KONNOTATION
Implizite Bedeutungen
Interpretation durch
den Zuschauer
Symptomatische Bedeutungen
über Ebene des einzelnen Werkes hinausgehend; Bezug des Films zur Welt
(implicit meanings)
(symptomatic meanings)
Quellen
Albersmeier, Franz-Josef (Hrsg.) (2003): Texte zur Theorie des Films. Stuttgart: Reclam.

Elsaesser, Thomas/Hagener, Malte (2007): Filmthorie zur Einführung. Hamburg: Junius.

Bordwell, David (1989): Historical Poetics of Cinema. In: Palmer, R. Barton (Hrsg.) (1989): The Cinematic Text: Methods and Approaches. New York: AMS Press.

Jakobson, Roman (1987): Die Dominante. In: von Mierau, Fritz (Hrsg.): Die Erweckung des Wortes. Essays der russischen Formalen Schule. Leipzig: Reclam.

Internet:

Hartmann, Britte/Wulff, Hans Jürgen (2012): Universität Kiel. Lexikon der Filmbegriffe. Neoformalismus I. http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=4620 [15.11.2014].

Messaoudi, Yuliya (2014): Commsy-Wiki. Filmtheorie. Neoformalismus. https://www.commsywiki.uni-hamburg.de/wikis/651782/5254695/PmWikiDe/Neoformalismus [15.11.2014].
Nielsen, Jakob Isak (2004): 16:9 in English: Bordwell on Bordwell. http://www.16-9.dk/2004-06/side11_inenglish.htm [15.11.2014]
KRITIK?!


- Konzeption des Films rein als Kunstwerk

- Rezipient = aktives rationales Subjekt

- Leitfrage im Neoformalismus:
Was macht der Zuschauer mit dem Film?
Hazanavicius, Michel (2011):
The Artist,
Frankreich
Hazanavicius, Michel (2011):
The Artist,
Frankreich
Brakhage, Stan (1963):
Mothlight
, USA
Jeunet, Jean-Pierre (2001):
Die fabelhafte Welt der Amelie
, Frankreich
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