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Freiwilligenmanagement - Personal- und Stakeholdermanagement im Dritten Sektor

[Vorläufig] Im Rahmen der Habermas'schen Zivilgesellschaft wird die "gute Organisation" zivilgesellschaftlicher Einrichtungen, das Recruitment und die Pflege freiwillig Engagierter vorgestellt.
by

Hannes Jähnert

on 10 March 2011

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Transcript of Freiwilligenmanagement - Personal- und Stakeholdermanagement im Dritten Sektor

Freiwilligenmanagement Personal- und Stakeholdermanagement im Dritten Sektor Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten Christian Wulff (2010) Unsere Gesellschaft lebt von denen, die sehen, wo sie gebraucht werden, die nicht dreimal überlegen, ob sie sich einsetzen und Verantwortung übernehmen. Der Staat kann im Rahmen seiner Möglichkeiten Menschen in Not finanziell unterstützen. Aber jemandem Mut zusprechen, jemandem auf die Schulter klopfen, jemandem die Hand reichen: Dafür braucht es Menschen, für die Menschlichkeit wichtig ist. Wir leben in verschiedenen Lebenswelten, wir sind unterschiedlich, was unsere Herkunft angeht, unsere Religion, unsere Bildung und unsere Träume vom Glück. Damit eine Gesellschaft aus so vielfältigen Menschen Bestand hat, brauchen wir vor allen Dingen: Respekt. Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel (2011) Wir sind sogar gestärkt aus der Krise herausgekommen. Und das ist vor allem Ihr Verdienst, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. [...] wir brauchen die Solidarität von allen -- von Mensch zu Mensch. Sie kann nie allein vom Staat geleistet werden. Ich danke den vielen Menschen in unserem Land, jungen wie alten, die wie selbstverständlich und oft unbemerkt anderen Menschen helfen. Denn Wohlergehen und Wohlstand – das heißt nicht nur "mehr haben", sondern auch "besser leben". Dafür brauchen wir Sie: die Menschen, die etwas besser machen wollen, die sagen: Geht nicht, gibt’s nicht, die eine Idee haben und den Mut, sie auch umzusetzen. Stichwort: Sozialkapital Stichwort: Nachhaltigkeit Die Politik: Die Wissenschaft Die Zivilgesellschaft setzt sich aus jenen mehr oder weniger spontan entstandenen Vereinigungen, Organisationen und Bewegungen zusammen, welche die Resonanz, die die gesellschaftlichen Problemlagen in den privaten Lebensbereichen finden, aufnehmen, kondensieren und lautverstärkend in die politische Öffentlichkeit weiterleiten (Habermas 1992: 443). Sozialphilosophischer Hintergrund der Zivilgesellschaft: Den Kern der Zivilgesellschaft bildet ein Assoziationswesen, das problemlösende Diskurse zu Fragen allgemeinen Interesses im Rahmen veranstalteter Öffentlichkeit institutionalisiert (ebd. 443f). Stichwort: Vernetzungsimpetus Robert D. Putnam in "Bowling Alone" (1995) bzw. in "Gesellschaft und Gemeinsinn" (2001):
Soziales Kapital: Netzwerke, Normen & soziales Vertrauen unter dem Dach sozialer Organisationen
Soziales Kapital als Gemeingut und Grundlage eines harmonischen Gesellschaftsentwurfs
Theorie 2001 mit zwei verschiedene Arten sozialen Kapitals ausdifferenziert: "bonding & bridging social capital" Pierre Bourdieu in "Die feinen Unterschiede" (1987):
Soziales Kapital: persönliche Netzwerke & reziprokes Vertrauen auf Leistung
Soziales Kapital als individuelles Kapital und Grundlage des eigenen Fortkommens Soziologischer Hintergrund der Theorie des "Sozialkapitals" Stichworte: Netzwerk & Vertrauen Begriff & Rolle der NPO Beim Wort "Zivilgesellschaft" kriegen viele Politiker einen barmherzig-gütigen Gesichtsausdruck; beim Wort "ATTAC" friert ihnen dann die gute Miene wieder ein (Prantl 2009: S. 16). Bürgerschaftliches Engagement als Ergänzung und nicht als Konkurrenz (Grundsatzpapier der BAGFW 2010) NPOs bilden die Infratruktur der Zivilgesellschaft (Habermas 1992: 443f)

Einziger Sinn und Zweck ideologisch verfasster Organisationen (wie z.B. NPOs) ist die Erfüllung der ihnen vorgegebenen Zwecke und übertragenen Mission (Schwarz et al. 2009: 45).

Um nachhaltige Dienstleistungen erbringen zu können, sind sie sowohl auf finanzielle Alimentation als auch auf die aktive Mitgestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger (i.S.d. 'citoyen') angewiesen (ebd. 46ff).

Zivilgesellschaftliche Organisationen sind damit zwingend auch Beförderer "echter Partizipation" ihrer Stakeholder. NPOs sind "privatrechtlich verfasste Wirtschaftsorganisationen zur Realisierung sozialer und / oder gemeinwesenbezogener Zielsetzungen" (Birkhölzer, Kistler, Mutz 2004: 12).

Sie können in Eigenleistungs- und Drittleistungs-NPOs unterschieden werden (Schwarz et al. 23).

Mögliche Rechtsformen: e.V., Stiftung, e.G., gGmbH, gUG, gAG Begriff: Rolle: Realität Entwicklungsperspektiven des Dritten Sektors
(Reifenhäuser, Hoffmann, Kegel 2009: 56f)
=> Selbstzufriedenheit
=> GmbHisierung
=> Re-Politisierung Bund, Länder und Kommunen sind zentrale Akteure in der Engagement-förderung (Bundesregierung 2010: 5). Politik Dritter Sektor Die meisten Freiwilligen engagieren sich in (kleineren) Vereinen (47%). In kommunalen Einrichtungen sind es gerade 9% (BMFSFJ 2010: 28). Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht werden ab Mitte 2011 schätzungs-weise 80.000 Zivildienstleistende in deutschen NPOs fehlen. Einen Teil (ca. 35.000 Stellen) soll ein Bundesfreiwilligendienst ersetzen. Wurde der Zivildienst mit 580 bis 830 EURO im Monat besoldet, zahlt der Bund demnächst pauschal 200 EURO (bei besonderen Leistungen 250 EURO) pro Stelle und Monat. "Engagementmarkt" Hannes Jähnert (www.hannes-jaehnert.de) Seminar Bildungsmanagement: 17. Januar 2011
Dozentin: Kerstin Adolf | Fakultät I | TU-Berlin AfED (Hrsg.) (2006): Lehrbuch Strategisches Freiwilligenmanagement. Lehrmaterialien 1. Teil für den Ausbildungsgang Strategisches Freiwilligen-Management der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland. Berlin. 2. Aufl.
BAGFW (2010): Bürgerschaftliches Engagement in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW). online in:http://bit.ly/eUyvqZ(Abruf: 2011-01-03).
BBE (2009): Übersicht über den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP für die 17. Legislaturperiode mit dem Schwerpunkt 'Bürgerschaftliches Engagement'. online in: http://bit.ly/aka6cD (Abruf: 2011-01-04).
BMFSFJ (2010): Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009. Zivilgesellschaft, soziales Kapital und freiwilliges Engagement in Deutschland. Ergebnisse der repräsentativen Trenderhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und Bürgerschaftlichem Engagement. online in: http://bit.ly/ejoKvB (Abruf: 2011-01-03).
Bundesregierung (2010): Nationale Engagementstrategie der Bundesregierung. verabschiedet am 06. Okt. 2010. online in: http://bit.ly/fmMnRx (Abruf: 2011-01-03).
Birkhölzer, Karl, Kistler, Ernst, Mutz, Gerd (2004): Der Dritte Sektor. Partner für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Bourdieu, Pierre (1987): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Brudney, Jeffrey L., Meijs, Lucas C. P. M. (2009): It Ain't Natural. Toward a New (Natural) Resource Conceptualization for Volunteer Management. in: Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly. Vol. 38/4.
Gabler Wirtschaftslexikon (o.J.): Stichwort: "NPO-Management". online in: http://bit.ly/eQf72Q (Abruf: 2011-01-04).
Jürgen (1992): Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Macduff, Nancy (2006): The Multi-Paradigm Model of Volunteering. A New Way to Identify and Manage Volunteers. in: Volunteer Leadership. A Volunteer Recource. Autumn 2006. Walla Walla. S.31-36. online in: http://bit.ly/fdJkE8 (Abruf: 2011-01-04).
Prantl, Heribert (2009): Doch, es gibt das Positive. in: Engagement macht Stark. Magazin 08/2009. S. 16f.
Pratchett, Laerence, Durose, Catherine, Lowndes, Vivien, Smith, Graham, Stoker, Gerry, Wales, Corinne (2009): Empowering communities to influence local decision making. Evidence-based lessons for policy makers and practitioners. online in: http://bit.ly/frBdLz (Abruf: 2011-01-04).
Putnam, Robert D. (1995): Bowling Alone. America on Declining Social Capital. in: Journal of Democracy (6:1). New York. S. 65-78.
Putnam Robert D. (2001). Gesellschaft und Gemeinsinn. Sozialkapital im internationalen Vergleich. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.
Reifenhäuser, Carola, Hoffmann, Sarah G., Kegel, Thomas (2009): Freiwilligenmanagement. Theorie - Politik - Praxis. Augsburg: Zielverlag (Blaue Reihe)
Schwarz, Peter, Purtschert, Robert, Giroud, Charles, Schauer, Reinbert (2009): Das Freiburger Management-Modellfür Nonprofit-Organisationen. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt Verlag. 6. Aufl. Quellen NPO-Management allg. ... sektorale Betriebswirtschaftslehre [...] die aus der „allgemeinen Managementlehre“ dasjenige übernimmt, das für Non-Profit-Organisationen als übertragbar erscheint und in all denjenigen Problembereichen zusätzliche Erkenntnisse und Handlungs-anweisungen erarbeitet, in denen die profitorientierte Lehre keine Lösungsansätze anzubieten hat. [...] Funktionale Schwerpunkte [des NPO-Managements] sind Unternehmenspolitik, Personalmanagement, Controlling und Marketing (ebd.). Der Begriff „Management“ beinhaltet im betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch alle Aktivitäten, die mit der Leitung eines Unternehmens bzw. einer Organisation durchzuführen sind (Gabler Wirtschaftslexikon). Da NPOs zuerst Dienstleisterinnen für "gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke" sind (siehe §§ 52ff AO), können sie sich nicht ausschließlich an ihren Shareholdern (Kapitalgeber) orientiern. Sie müssen alle Anspruchsgruppen (Stakeholder) mit einbeziehen (Schwarz et al. 49ff). Freiwilligenmanagement Begriff &
Besonderheiten Umfeldsysteme &
Stakeholder einer
NPO Freiwilligenmanagement umfasst "die Planung, Organisation, Koordination und Aus- und Bewertung von freiwilligem Engagement bzw. Freiwilligenarbeit in einer Organisation" (Reifenhäuser, Hoffmann, Kegel 2009: 59) Der Prozess
des Freiwilligen-
managements Bürgerschaftliches Engagement sollte ein systematischer Bestandteil der Organisationsentwicklung werden. Bei der Modernisierung von Organisationsstrukturen sind vermehrt Möglichkeiten der Partizipation zu schaffen und kooperative Organisations- und Führungsstrukturen zu etablieren (Deutscher Bundestag 2002: 7). In der Literatur zur Freiwilligenarbeit wie auch zum Fundraising lassen sich vier Kriterien "guter Organisationen" (Kegel 2002: 89ff) immer wieder ausmachen:
Offenheit - i.S.d. grundsätzlichen Bereitschaft Freiwillige zu integrieren und deren Anliegen lautverstärkend in die Öffentlichkeit zu tragen.
Transparenz - i.S.d. allseits nachvollziebaren Entscheidungsstrukturen, Kommunikationswegen und Mittelverwendung
Integrationsfähigkeit - i.S.d. strukturellen Anpassung der Organisation an die Bedürfnisse der Freiwilligen und Stakeholder -- auch "institutionelle Passung" (Deutscher Bundestag 2002: 39)
Responsivität - i.S.d. permanenten / zeitnahen Rückmeldung auf Inputs von Freiwilligen und Stakeholdern. Ziele der
Organisations-
entwicklung Definition Es muss gelten:
Freiwillige systematisch in die Organisation zu integrieren und
"echte Partizipation" zu ermöglichen Engagement-
Zyklus Engagement-
beschreibung Möglichkeiten Engagementangebote zu bewerben:
Eigene Website
Lokalzeitung bzw. Stadtanzeiger
Vermittler bzw. Freiwilligenagenturen
Social Networking Dienste

Auch Möglich: Aktives Ansprechen aktiver Internetnutzer Erstgespräch
& Matching Das hauptsächliche Ziel des Erst-gespräches ist herauszufinden, wie NPO und Volunteer zusammenpassen.
Themen sollten sein:
kennenlernen
gegenseitige Erwartungen deutlich machen
Interessen und Motive klären Ein Matching-Tool: die Freiwilligen-
klassifizierung (nach McDuff 2006): Freiwillige einarbeiten
& befähigen Passen Freiwilliger und NPO zusammen, ist alles geklärt, sollte eine Engagement-vereinbarung geschlossen werden. Die Einarbeitung Freiwilliger fällt umso leichter, wenn eine Übergabe durch erfahrene Mitarbeitender (hauptamtlich oder freiwillig) organisiert werden kann. Für einen gelungenen Einstieg sollten Freiwillige vor allem in Folgendes eingeführt werden.
Leitbild, Ziele und Policys der Organisation
offizielle & inoffizielle Normen des Zusammenarbeitens
"Who is who" Vorstellungsrunde mit den (relevanten) Mitarbeitenden
Räumlichkeiten, Gebäude und Einsatzorte

Häufig haben Freiwillige spezielle Talente, Fähigkeiten oder auch Schwächen. Davon sollten die Verantwortlichen wissen um einer-seits das volle Potential der Freiwilligen ausschöpfen, andererseits Missverständnisse oder unangenehme Situationen vermeiden zu können. Um Freiwilligen echte Partizipation zu ermöglichen sollten die fünf Fragen des CLEAR-Akronyms (Pratchett et al. 2009: 8ff) mit "Ja" beantworten können. Freiwillige fördern
qualifizieren
& anerkennen Regelmäßige Feedback-Gespräche mit aktiven Freiwilligen sind die Grundlage ihrer Förderung und Qualifizierung. Den Ausgangspunkt dafür bildet die Engagementvereinbarung.
Ist das Engagement noch "was es mal war"?
Was ist bisher gut gelaufen, wo gab es Schwierigkeiten?
Wie könnte sich eine Unterstützung gestalten lassen?
Als Gesprächsgrundlage könnte auch ein Soll-Ist-Vergleich genutzt werden. Ein weiteres Instrumentarium für die Anerkennung Freiwilliger ist die Ermöglichung von "Engagementkarrieren" via
job enlargement (Ausweitung der Tätigkeitsmenge)
job enrichment (Ausweitung der Verantwortung) Neben einer in der Organisation etablierten Anerkennungskultur kann freiwilliges Engagement auch mit öffentlichen Ehrungen, individuellen Weiterbildungen und Einladungen zu Veranstaltungen der Organisation anerkannt werden. Freiwillige
verabschieden Das Ausscheiden Freiwilliger kann unterschiedliche Gründe haben:
Freiwillige wechseln den Wohnort (bspw. nach abgeschlossenem Studium)
Freiwillige sind anderweitig gebunden (Vater- oder Mutterschaft / Pflegefall)
Interessen der Freiwilligen ändern sich
Freiwillige werden abgeworben
Mitunter muss sich die Organisation auch von Freiwilligen trennen (bspw. wegen untragbarer Haltungen) Warum aber auch immer Freiwillige ausscheiden, es sollte ein bewusstes Ausscheiden sein. Auch ehemalige Freiwillige stellen die Organisation nach Außen dar. Einen einvernehmlichen Schluss, ein 'gutes Ende', kann mit der Bescheinigung des Engagements gestaltet werden. (nach Reifenhäuser, Hoffmann, Kegel 2009: 77ff) Diskussion Das Rückrat der Zivilgesellschaft bildet der Dritte Sektor. Jene freiwilligen Assoziationen, die die Resonanz aus der Bürgerschaft aufnehmen und lautverstärkend in die politische Öffentlichkeit tragen, sind die Infrastruktur der politisch gewollten Bürgergesellschaft (zum politischen Willen siehe BBE 2009) Zur Erinnerung: Mit dem Beschluss der Nationalen Engagementstrategie (vom 06. Okt. 2010) sind eben diese Infrastruktureinrichtungen der Bürgergesellschaft gerade noch "wichtige Partner der Bundesregierung im Bereich der Engagementpolitik". Die Hauptakteure der Engagementförderung hingegen sollen nun aber Bund, Länder und Kommunen werden. Zur Erinnerung: während sich (1.) beinahe die Hälfte der 23 Millionen Freiwilligen in Deutschland in Vereinen engagiert, sind es in kommunalen Einrichtungen nicht einmal 10%. (2.) Hat -- kann -- weder Bundes-, noch Länder- oder Kommunalexekutive ein Interesse an einer vitalen Zivilgesellschaft haben (differente Akkumulationslogik politischen Kapitals -- siehe auch Zitat von Heribert Prantl) Politik Im Dritten Sektor ist die Haltung gegenüber Freiwilligen als austauschbare Helfer weit verbreitet. Da den 23 Millionen freiwillig Engagierten in Deutschland knapp 24 Millionen Menschen gegenüber stehen, die angeben "bestimmt" oder zumindest "eventuell" zum Engagement bereit zu sein (BMFSFJ 2010), sehen sich vor allem größere NPOs in einer bequemen Marktposition. Burdney und Meijs (2009) unterstellen hier gar einen "endless cycle of recruitment". Sind Freiwillige gefunden, werden sie, nach wirtschaftlichen Kriterien (bspw. ROI), ausgebeutet. Nehmen sie dann ihren Abschied können umstandslos neue Freiwillige gesucht werden. Für die Bindung, die Motivation und das Empowerment (die eigentlichen Aufgaben einer NPO) wird nicht all zu viel getan. Dritter Sektor Schon seit Jahren geht der Trend unter höher qualifizierten Engagementwilligen dahin sich in eigenen (Bürger)Initiativen für das direkte Lebensumfeld zu engagieren. Auch die Bundesregierung will diese Bewegung unterstützen (siehe Nationale Engagementstrategie). Werden diese Initiativen und Sozial-unternehmungen nicht von größeren NPOs unterstützt, sind sie selten in der Lage das politische System derart zu irritieren, dass auch weitreichendere Problemstellungen angegangen werden. Neben Lob und Anerkennung für das Engagement bleibt so der ewige Beigeschmack der faktischen Machtlosigkeit und des -- typisch Deutschen -- "die da oben und wir hier unten" erhalten, was nicht zu letzt auch die stellenweise Radikalisierung der Bürgerschaft (S21/Gorleben) zur Folge hat. Bürgerschaft zitiert nach www.bundeskanzlerin.de zitiert nach www.bundespräsident.de
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