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Aneignung von (Sozial-) Raum in Kleinstädten -

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by

karin wehmeyer

on 13 February 2015

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Transcript of Aneignung von (Sozial-) Raum in Kleinstädten -

Aneignung von (Sozial-) Raum in Kleinstädten

Öffentliche Räume und informelle Treffpunkte aus der Sicht junger Menschen
Ausgangslage - Aneignung von (Sozial-)Raum durch Jugendliche
Aktivitäten im öffentlichen Raum können eine zentrale Rolle in der (Identitäts-) Entwicklung Jugendlicher spielen.
Die Studie
Fragestellung und Methode
Befunde - Öffentliche Räume und informelle Treffpunkte aus
der Sicht junger Menschen

Das Alter und die Freizeitpräferenzen spielen eine bedeutende Rolle bei der Auswahl und Nutzung öffentlicher Räume.
Informelle Treffpunkte in Vlotho
Der individuelle "Freizeitraum"
Raumnutzungstypen
Raumnutzung im Stadt - Land Vergleich
Zum Schluss...
Aneignung von (Sozial-) Raum in Kleinstädten
Öffentliche Räume und informelle Treffpunkte aus der Sicht junger Menschen
Fokus - FREIZEIT
Soziale Autonomie

Wertesystem

Selbstbestimmung
Risikoverhalten
Erlebnisräume

Soziales Übungsfeld

Ablösung von den Eltern - Hinwendung zu den Peergroups
Der Raumbegriff
1. der absolute Raum
2. der relative Raum
3. der dynamische Raum (nach Löw)
„Meine These ist, dass nur, wenn nicht länger zwei verschiedene Realitäten – auf der einen Seite der Raum, auf der anderen die sozialen Güter, Menschen und ihr Handeln – unterstellt werden, sondern stattdessen Raum aus der Struktur der Menschen und sozialen Güter heraus abgeleitet wird, nur dann können die Veränderungen der Raumphänomene erfasst werden (Löw 2001)“.
dagegen:
Das Modell der verinselten Lebenswelt
von Zeiher (1983)
„Die Partikularisierung des Raums entspricht so einer Partikularisierung der sozialen Beziehungen. Das erschwert die Ausbildung stabiler Beziehungen und fördert Unverbindlichkeit. (Zeiher/ Zeiher, 1994).“
Veränderung der Raumstrukturen - städtische Entwicklungen
Spaltung der Stadt (erste, zweite, dritte Stadt)
Beschleunigung, Kontrolle und Verlusterfahrung
Veränderung des öffentlichen Raums
kulturelle Verarmung durch eine "räumliche Entmischung" im ländlichen Raum

„… in der `zweckfremden Stadt` schrumpft der Bürger auf den Privatmensch: den Arztbesucher, den Einkaufskunden, den Behördengänger. Der Stadt kom-men die öffentlichen Räume abhanden, die zuerst Foren waren, auf denen ihre Bewohner sich immer wieder als Bürger begegnen und Anliegen von gemeinsamem Rang verhandeln (Guggenberger, 2000, S. 36)“.
• „ Die Auflösung tradierter Normen, Institutionen und Rollen im Prozess der Modernisierung vergrößert diese sozialräumliche Orientierung der Jugendlichen an ihrer konkreten Lebenswelt, insbesondere durch die wachsende Bedeutung von Cliquen, die weitgehend auf öffentliche Räume angewiesen sind.

• Gesellschaftliche Prozesse, wie die Individualisierung von Lebenslagen, werden begleitet von Veränderungen in der sozialräumlichen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, durch die immer weiter gehenden Ökonomisierung und Funktionalisierung aller Lebensbereiche (Arbeit, Freizeit, Wohnen). Durch diese Entwicklung werden öffentliche Räume, auf die Kin-der und Jugendliche in zunehmenden Maße angewiesen sind, eingeschränkt, verändert, entwertet und funktionalisiert. (Deinet, 2005).“
Das Aneignungskonzept nach Leontjew
Gegenstands- und Symbolbedeutungen müssen in ideellen und materiellen Handlungen erfasst, reproduziert und auch verändert werden können, so kommt es zu Aneignungsprozessen.
Der Aneignungsprozess in dem Konzept von Leontjew wird sozial initiiert, außerdem besteht er...
„ in der Aneignung einer sozial gestalteten und bedeutungsgeladenen Umwelt […] und […] sich in spezifischen Gruppen- und Geselligkeitskontexten vollzieht. Gesellige Praktiken und Gruppenbildungsprozesse stellen damit ein wesentliches Moment der entwicklungsbezogenen Aneignung sozialer Realität dar (Sting, 2004)“.

Nach dem Konzept von Deinet, kann der Aneignungsbegriff aktualisiert werden,
„[…] als (dass) er nach wie vor die tätige Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt meint und bezogen auf die heutigen Raumveränderungen der Begriff dafür sein kann, wie Kinder und Jugendliche eigentätig Räume schaffen (Spacing) und die (verinselten) Räume ihrer Lebenswelt verbinden (Deinet, 2005)“.

Aneignung von Raum kann wie folgt zusammengefasst werden:
• „eigentätige Auseinandersetzung mit der Umwelt,
• (kreative) Gestaltung von Räumen mit Symbolen etc.
• Inszenierung, Verortung im öffentlichen Raum (Nischen, Ecken, Bühnen)
und in Institutionen
• Erweiterung des Handlungsraumes (die neuen Möglichkeiten, die in neuen
Räumen liegen)
• Veränderung vorgegebener Situationen und Arrangements
• Erweiterung motorischer, gegenständlicher, kreativer und medialer
Kompetenz
• Erprobung des erweiterten Verhaltensrepertoires und neuer Fähigkeiten in
neuen Situationen
• Entwicklung situationsübergreifender Kompetenzen im Sinn einer
„Unmittelbarkeitsüberschreitung“ und
„Bedeutungsverallgemeinerung“ (Braun, 1994, zitiert nach Deinet, 2005).“

Aneignung von Raum
Aus welchen Motivationen und Bedürfnissen heraus nutzen Jugendliche öffentliche Räume?

Welche öffentlichen Räume sind für Jugendliche besonders attraktiv? Welche Voraussetzungen müssen diese Orte erfüllen, um als regelmäßiger informeller Treffpunkt genutzt zu werden?

Wie eignen sich Jugendliche den öffentlichen Raum an? Welche Möglichkeiten bieten Kleinstädte und gibt es Unterschiede in der Raumaneignung/Raumnutzung von Jugendlichen aus Klein- und Großstädten?

Wie verhalten sich Politiker, Ämter oder Sozialpädagogen/-arbeiter in Klein-städten angesichts der Herausforderung, einerseits Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten öffentliche Räume zu nutzen, jedoch andererseits mit häufig konträren Anforderungen von Anwohnern oder kommerziellen Einrichtungen konfrontiert zu sein?

4 Schritte der Studie
1. Eine ethnographische Begehung und Beobachtung der
informellen Freizeitorte der Stadt Vlotho

2. Experteninterviews mit hauptamtlichen Mitarbeitenden aus
der Jugendarbeit in Vlotho, dem Bürgermeister und der Polizei

3. Leitfadengestützte Interviews mit Jugendlichen aus Vlotho mit
anschließendem Fragebogen zur Person und eigenen Motiven
und Werten

4. Experteninterviews mit Mitarbeitenden der
Straßensozialarbeit aus Löhne und Dortmund

Ausweitung des Freizeitraums beeinflusst durch:
Alter
Mobilität
finanzielle Ressourcen
Wohnort
alternative Freizeitaktivitäten
Raumnutzungstypen
Bereich A – intensive Nutzung des öffentlichen, häufig informellen und unstrukturierten Raums
Typ 1: Geselligkeit und Zugehörigkeit
Typ 2: Spannung und Ungestörtheit
Typ 3: Sport und Aktion
Typ 4: Sehen und gesehen werden
Bereich B - nur eingeschränkte Nutzung öffentlicher nicht strukturierter Räume
Typ 5: Nutzung vorstrukturierter Räume
Bereich C - öffentlicher Raum wird für Treffen so gut wie nicht genutzt
Typ 6 : öffentlicher Raum als Durchgangsraum


die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollen ausprobieren und unmittelbar Reaktionen auf ihr Verhalten durch andere, vor allem nicht der Familie angehörigen, Personen spüren
die „Erwachsenen“- Rolle übernehmen (Verantwortung übernehmen, keine Grenzen von Eltern auferlegt bekommen, nicht das „Kind“ sein)
die jugendkulturellen Besonderheiten der eigenen Gruppe darstellen und Reaktionsweisen anderer erleben
(persönliche) Grenzen austesten
Verantwortung für ihr Tun, für einen eigenen Raum, eine eigene Gruppe über-nehmen
eigene Strukturen und Regeln für einen festen Ort /Treffpunkt aufstellen Geselligkeit ohne störende Kontrolle durch Erwachsene /Eltern erleben
„Verbotenes“ tun (Rauchen, Alkohol trinken, etc.)
Spannung erleben

Jugendliche können in öffentlichen Räumen:
Welche Handlungsanforderungen
ergeben sich aus den Ergebnissen?
aktuelle Stadttrends:
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