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Ist Faust schuldig?

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by

Anna Chrisanow

on 7 December 2014

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Transcript of Ist Faust schuldig?

Ist Faust
schuldig?

Gliederung
1. Entwicklung des Fauststoffes
- Volksbücher und Marlowe
- Das Puppenspiel
- Aufklärung

2. Schuldfrage
- Schluldverstrickung Fausts
- Aspekte der Freisprechung

3.Fazit

4.Quellen



3.Dezember 2014
von Katarina Erbstein
und Anna Chrisanow

Deutsch Q3
Frau Morlot

Goethes Faust
historischer
Faust
Geschichte des Fauststoffes
vor Goethes Faust
(1478-1540)
(1808)
1600
1700
ab 1550
1556 erstmals Anekdoten über rätselhaften Menschen
sagenhafte Geschichten
Entstehung des Fauststoffes
Faust im 17. Jahrhundert
Marlowes Faust gelangt nach Deutschland -> Aufnahme in Wanderbühnenrepertoire

"Zaubertheater"

Erweiterung um Rolle Hanswurst/Kasperl -> Belustigung des Volkes (volksnahe Figur)

großer Anklang in Bevölkerung
Puppenspiel
verdrängte Theaterspiel -->kam in diesem Metier besser zur Geltung (z.B. Ausarbeitung der Geisterszene)

durch Anpassung an untere Volksschichten: Verlust der Literaturfähigkeit

Schwerpunkt auf Figur Kasperl
Kasperl
kann nichts mit dem Erkenntnisdrang Fausts anfangen

Beschränkt auf leibliche Genüsse (Essen, Sexualität...)

Verdrängte düsteren, unheimlichen Faust--> wurde zur Hauptfigur
Teufel kann Kasperl nicht mehr wirksam schaden -> weitere Entdramatisierung
Epoche der Aufklärung
eigentliche Fausttragödie lebte in Volksliedern weiter -> z.B. Doctor Faust

Faust= Märchenfigur

Wiederentdeckung in der Aufklärung

Widerspruch zwischen Erkenntnisdrang und Sünde, Zerrissenheit zwischen Wissenschaft und Religion

-> wichtiger Ansatzpunkt um Wesen des Meschen neu zu erklären
1587: Spies (Volksbuch)
Inhalt:
Vielzahl Geschichten, Anekdoten
Faust: Beschäftigung mit Zauberei
Bündnis mit Teufel
Teufel nimmt Faust mit in Hölle

negatives Faustbild, Ermahnung
Warnung!

"Historia von D. Fausten"
"The tragical history of D. Faustus"
Christopher Marlowe 1589
Inhalt:
Faust verschreibt sich Magie
Titanismus
Sympathie
"morality play"
unterliegt Teufel
Lessing und Faust
Ist Fausts Streben nach der absoluten Wahrheit nicht eigentlich gut?

Wendepunkt in Wertung des Faust

positive Sicht auf Faust angestrebt

der nach Wahrheit Suchende, auf Erlösung hoffende

-> Drang nach Wissen: "edelster Trieb" (der nie unglücklich machen darf)
Eingangsmonolog
"Wisst, eure Worte erst gewannen mich
Für die Magie und die geheimen Künste
Und, außer ihnen, meine Fantasie,
Die keinem anderen Gedanken Raum gibt
Und nur noch nekromantisch Tun sich ausmalt.
Philosophie ich hassenswert und dunkel
Erfand, Arznei und Jus taugt kleinen Seelen,
Am tiefsten aber steht Theologie,
Freudlos, verächtlich, kantig und erbärmlich.
Magie! Ich bin ganz der Magie verfallen."
Wissenschaftler
Renaissancegestalt
Faust positive Aspekte
Streben nach absoluter Erkenntnis
transzendente Erkenntnis
"verlockender Abgrund" (Magie)
"gottgesetzte Maß überschritten"
Marlowes Faust
Hauptschuld:

erkennt gottgegebene Grenzen des menschlichen Lebens nicht mehr an
offen für Macht des Teufels (Hoffnung auf Zerstreuung)
Teufelspakt
Schuldverstrickung
Unterscheidung zwischen rechtlicher/ moralischer Schuld
Gesetzverstoß
Werteverstoß
Hexenküche
lässt sich auf Mephisto ein (obwohl er weiß, dass der Trank ihn verändern wird)
--> Sich-Bewusstsein
nicht nötiger Ernst. Spott. Unterschätzt Macht des Teufels
V.2575: "Mich dünkt, ich hör ein ganzen Chor von 100.000 Narren sprechen."
Straße
1. Begegnung mit Gretchen
unangebrachte Komplimente, Liebenswürdigkeiten
--> gewinnt ihr naives Herz
V. 2605: "Mein schönes Fräulein (=adelig) darf ich wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?"
Straße
Geschenk
animalisches Verlangen nach Gretchen --> verlangt sie, droht Mephisto
V.2635: Wenn nicht das süße Blut heut Nacht in meinem Arme ruht, so sind wir um Mitternacht geschiedenen."
unehrenhaftes Verhalten ist Faust egal
lässt Mephisto Geschenk herbeischaffen um sie schneller zu verführen
Wald und Höhle
Rückzug gelingt nicht
sieht Gefahr dieser ungleichen Beziehung für Grete--> will sich zurückziehen
Monolog=Selbstbetrachtung (Analogie zu Psalm 23)
Rückzug gelingt ihm nicht (Sehnsucht durch Mephisto entfacht)
lässt sich auf die Affäre ein, obwohl er weiß, dass sie ihr schaden wird
V.3364: "Mag ihr Geschick auf mich zusammenstürzen und sie mit mir zugrunde gehn!"
V.3360: "Sie, ihren Frieden muss ich untergraben! Du, Hölle, musstest dieses Opfer haben!"
Marthens Garten
Abend
Eindringen in Gretchens Zimmer
unerlaubtes Eindringen von Faust
Fantasien in Gretchens Räumlichkeiten
Kästchen für Gretchen (V.2731)
Zweifel an seinem Tun
--> rechtliche und moralische Schuld
V. 2683: "Herein, ganz leise, nur herein!"

V.2702ff.: "Ich fühl, o Mädchen, deinen Geist [...]
Die Hütte wird durch dich ein Himmelreich. [...]
Hier lag das Kind! Mit warmen Leben"
Spaziergang
neues Geschenk für Gretchen
Faust bestellt neuen Schmuck, nachdem alter von Pfarrer mitgenommen
möchte Gretchens Kummer stillen
gibt Anweisungen an Mephisto
um Gretchen zu gewinnen
V.2813f.: "den Schmuck, für Gretchen angeschafft, Den hat ein Pfaff hinwegerafft"
V.2853: "Des Liebchens Kummer tut mir leid."
V.2857ff.: "mach und richt´s nach meinem Sinn, Häng dich an ihre Nachbarin! [...] schaff einen neuen Schmuk herbei!"
Straße
Ziel Faust näher an Gretchen zu bringen
Mephisto erzählt Faust von Plan
um Gretchen zu erobern
(V.3027)
Zeugnis für Tod Marthes Mann fälschen
Faust willigt ein, lobt Mephisto
will Gretchen von Herzen "Seelenlieb" schwören
(V.3051ff.)
--> rechtliches und moralisches Vergehen
V.3033: "Wir legen nur ein gültig Zeunis nieder, Dass ihres Ehherren ausereckte Glieder In Padua an heil´ger Stätte ruhn."
V.3036: "Sehr klug! [...] Sancta Simplicitas"
Nacht
Tod Valentins durch Fausts Degen
Mephisto führt Faust im Kampf
Faust nicht alleine an Valentins Tod schuldig
--> rechtliches Vergehen ; moralisch (Grund?)
Faust flieht vor Konsequenzen ("Blutbann")
V.3705: "wie ich Euch führe. [...] Nur zugestoßen! Ich pariere"
V.3711ff.: "Stoß zu! [...] Nun ist der Lümmel zahm!"
V.3713ff.: "Wir müssen gleich verschwinden:
[...] mit dem Blutbann schlecht mich
abzufinden"
Walpurgisnacht
Trödelhexe zählt Fausts Sünden auf
Trödelhexe führt Faust seine Sünden vor Augen
Mephisto versucht sie loszuwerden
Faust wird sich derer nicht bewusst
V.4104ff.: "Kein Dolch ist hier, von dem nicht Blut geflossen, Kein Kelch, aus dem sich nicht, in ganz gesunden Leib, Verzehrend heißes Gift gegossen, Kein Schmuck, der nicht ein liebenswürdig Weib Verführt, Kein Schwert, das nicht den Bund gebrochen, Nicht etwa hinterrücks den Gegenmann durchstochen."
V.4110ff.: "Sie versteht mir schlecht die Zeiten.
Getan, geschehn! Geschehn, getan! [...]
Nur Neuigkeiten ziehen uns an."
Trüber Tag
Religionsgespräch: Gretchen will Fausts Ernsthaftigkeit ergründen (denkt an Ehe)
braucht Gewissheit, dass sie in Glaubensfragen "Gleichgesinnte" sind
Faust weicht aus, erzählt von Liebe (eigentlich Begierde)
gibt Gretchen Fläschchen mit Schlaftrunk für Mutter , genaue Anweisungen (Entlastung)
V.3510:" Du Engel, das hat keine Not, hier ist ein Fläschen! Drei Tropfen nur (..)."
V.3418:"Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut."
Fazit
Quellen
Literaturquellen:
Faust I von J.W.Goethe
http://www.schoolwork.de/faust/schuldverstrickung.php
http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/faust2.pdf
https://www.muenchner-volkstheater.de/sites/default/files/schulmaterial/Faust_Materialien.pdf
http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/wte/faust.shtml
http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/faust.shtml
http://www.thgaier.de/Fauststoff.pdf
http://www.cyclopaedia.de/wiki/Fauststoff
http://www.g.eversberg.eu/MWpuppen/Seite7.htm

Ist Faust schuldig?
Faust erkennt Gretchens Schicksal
Faust beschuldigt Mephisto
angekommen im Hier und Jetzt
außer sich vor Verzweiflung, Schmerz und Wut
erkennt Schuld nicht, weist Schuld an Gretchens Situation ab
Verlangen ihr zu helfen (Befehl an Mephisto)
"Im Elend! Verzweifelnd! [...] gefangen! [...] entsetzliche(n) Qualen"

"Mord und Tod einer Welt über dich Ungeheuer!"

"Führe mich hin, sag ich, und befrei sie!"
Kerker
versucht Gretchen zur Flucht zu überreden
Gretchen beschuldigt beide
Faust verdrängt seine Schuld
--> glaubt an Leben jenseits von Schuldspruch und Gewissensqualen (Freiheit)
Gretchen akzeptiert Schuld und Strafe
Faust flieht aus Kerker und vor Schuld/ Konsequenzen
keine Einsicht der Schuld
V.4518:" Lass das Vergangende vergangen sein, Du bringst mich um."

V.4544:" Du kannst.So wolle nur. Die Tür steht offen."

V.4605:" Gericht Gottes! Dir hab ich mich übergeben."


Aspekte der Freisprechung
Gott: erklärte ihn für vogelfrei (Vergleich Hiob)

Mephisto: nutzt Fausts Begierde immer wieder aus (z.B: Valentin, Marthes Mann...)

Unzurechnungsfähigkeit? (Leitung durch sexuellen Trieb)

Gretchen: lässt sich auf ihn ein (obwohl Sünde)
kann Folgen seines Strebens nicht überblicken, versteht seine Schuld nicht

Handeln durch Trieb bestimmt

Schuldig wegen "übermenschlichem" Verlangen --> Titanismus, Hybris

--> Schuldverstrickung Folge aus Hauptschuld

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." Immanuel Kant (1724-1804)
--> Ist der Drang nach der absoluten Erkenntnis verwerflich?
Einordnung in Geschichte des Fauststoffes
Wandlung Fausts Schuld von Todsünde (historia d. fausten) zu Anerkennung von Fausts Streben (Lessing)

Epoche nach müsste Goethe Faust für unschuldig erklären
Widerspruch zu Faust I

Goethe befindet Faust für schuldig
Bildquellen:

http://www.goethehaus-frankfurt.de/sammlungen/kunstsammlungen/graphische-sammlung/ks-graphik-illu-fay.jpg
http://www.museum-digital.de/goethehaus/images/import_1/201312/200w_14193242583.jpg
http://www.museum-digital.de/goethehaus/images/import_1/201312/200w_14194149407.jpg
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