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Lyrik des Expressionismus

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Hans Wurst

on 27 April 2014

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Transcript of Lyrik des Expressionismus

Lyrik des Expressionismus
Gliederung
1. Definition
2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund
3. Expressionismus außerhalb der
Lyrik
4. Themen und Motive
5. Kennzeichen expressionistischer
Lyrik
6. rhetorische Mittel
7. Dichter und Gedichte

Expressionismus
lat. expressio: Ausdruck, Ausdrücken
Gegenbewegung zum Naturalismus*
ca. im ersten Viertel des 20 Jahrhunderts
Historischer
Hintergrund
Jahrhundertwende
Halleyscher Komet
1. Weltkrieg
Novemberrevolution
Weimarer Republik
(Spät-)Industrialisierung
Halleyscher Komet
lichtstärkster Komet
kehrt alle 75-77 Jahre wieder
kam der Erde 1910 sehr nahe
-> Menschen hatten Angst
-> Kollision mit Erde befürchtet
-> Weltuntergangsstimmung
1. Weltkrieg
1914-1918
Wettrüsten Europäischer Großmächte
und Isolation Deutschlands
"totaler Krieg"
erstmals Massenvernichtungswaffen (z.B. Giftgas)
Stellungskrieg
-> hohe Verluste
Novemberrevolution
1918/1919
Abschaffung der Monarchie
Ausrufung der Republik
-> 11. August 1919: Weimarer Verfassung wird verabschiedet
Weimarer Republik
parlamentarisch-demokratische Republik
"goldenen Zwanziger" 1924-1928
Krisenjahr 1923: Inflation, Wirtschaftskrise, Putschversuche
Versailler Vertrag 1919
Weltwirtschaftskrise 1928-1930
(Spät-)Industrialisierung
Beginn ca. 1830-1840
brachte viele Neuerungen in kurzer Zeit
-> wirkten zum Teil befremdlich auf Menschen
-> Misstrauen
Landflucht/Urbanisierung:
Expressionismus außerhalb der Lyrik: Naturwissenschaft, Musik, Malerei, Architektur
Naturwissenschaft
zahlreiche Weiterentwicklungen/Fortschritte
Quantenhypothese
Radioaktivität
Relativitätstheorie
-> viele bekannte Gesetze wurden in Frage gestellt oder verworfen
Musik
extreme Dynamik
freie Rhythmik
Beispiel: Arnold Schoenberg - Peripetie
Malerei
freier Umgang mit Farben und Formen
Entstehung von abstrakter Kunst
George Grosz - Metropolis:
Architektur
geschwungene und gezackte Formen
Backstein und Beton
Inneneinrichtung Bestandteil des Gesamtwerkes
Montanhof, Hamburg:
Themen und Motive
Krieg
Weltuntergang/Weltende
Orientierungs-/Wirklichkeitsverlust
Ästhetik des Hässlichen
Großstadt: Entfremdung, Isolation
Angst, Verunsicherung
Bruch mit Traditionen und Normen
Aufbruch, Erneuerung, Umbruch
Großstadt: Faszination
Offenheit für Neues
(Zukunfts-)Optimismus
Sehnsucht nach besseren Zeiten
Kennzeichen expressionistischer Lyrik
Reihungsstil
Telegrammstil (Wortfetzen, Satzellipsen)
Sprachverknappung
häufige Enjambenemts, "zerschlagene Sätze"
Abkehr von literarischen Formen/Normen (Satzbau, Grammatik, Rechtschreibung)
Metaphorik, Neologismen, Farbsymbolik
gefühlsbetonte, teilweise pathetische Schreibweise
pathetisch:
oft abwertend
übertrieben gefühlvoll, theatralisch
rhetorische Mittel
Zugewinn von Anschaulichkeit und Vorstellbarkeit
Antithese : Entgegenstellung von Gedanken oder Begriffen
Euphemismus: Beschönigung -> Umschreibung
Ironie: falsche Behauptung, die erkennen lässt, dass das Gegenteil gemeint ist -> Verdeutlichung
Metapher: Bedeutungsübertragung eines Wortes auf anderen Bereich -> Veranschaulichung
Neologismus: Wortneuschöfung
Parallelismus: Wiederholung gleicher syntaktischer Strukturen
Personifikation: Vermenschlichung
Nachdruck, Betonung, Eindringlichkeit
Hyperbel: starke Übertreibung
Alliteration: Gleicher Anfangsbuchstabe bei mehreren Wörtern
Anapher: Wiederholung des gleichen Anfangswortes bei aufeinanderfolgenden Versen
Paradoxon: Scheinwiderspruch
Litotes: Bejahung durch die Verneinung des Gegenteils
rhetorische Frage: Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, da sie jeder kennt
Ironie
Erhöhung der Spannung, Erwartung, Emotionen
Ellipse: Auslassung eines für die vollständige syntaktische Konstruktion notwendigen Satzgliedes
Inversion: Umstellung der normalen Satzstellung
Klimax: kunstvolle Steigerung
Synästhesie: Vermischung meherer Sinnesgebiete
Anapher
weitere wichtige rhetorische Mittel
Hypotaxe: kunstvoll geschachteltes Gefüge von Sätzen (Haupt- und Nebensätzen)
Parataxe: Reihung von Haupsätzen
Vergleich: Verbindung eines bildhaften Ausdrucks mit dem eigentlich gemeinten Begriff mithilfe eines Vergleichswortes
und noch viele viele mehr (siehe Handout)
Expressionistische Dichter
Georg Trakl
Jakob van Hoddis
Else Lasker-Schüler
August Stramm
Georg Heym
Gottfried Benn
Ernst Stadler
Kleine Aster - Gottfried Benn 1912
Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muß ich sie angestoßen haben,
denn sie glittin das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft, kleine Aster!

Verfall- Georg Trakl 1909
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.
Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.
 
Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,
 Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.
Form ist Wollust -
Ernst Stadler 1914
Form und Riegel mußten erst zerspringenWelt durch aufgeschlossene Röhren dringen;
Form ist Wollust, Friede, himmlisches Genügen,
Doch mich reißt es, Ackerschollen umzupflügen.
Form will mich verschnüren und verengen,
Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen -Form ist klare Härte ohn' Erbarmen,
Doch mich treibt es zu den Dumpfen, zu den Armen,
Und in grenzenlosem Michverschenken
Will mich Leben mit Erfüllung tränken.
Weltende -
Jakob von Hoddis 1911
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Patrouille -
August Stramm 1916
Die Steine feinden
Fenster grinst Verrat
Äste würgen
Berge Sträucher blättern raschlig
Gellen
Tod.

Quellen:
Deutsch in der Oberstufe
Unterrichtsmaterial
http://distortedarts.com/wp-content/uploads/2013/07/Grosz-George-Metropolis-1916.jpg
http://www.berlin-institut.org/typo3temp/pics/54b10663f4.jpg
youtube: /watch?v=QNCIz-_QFrs
http://www.bildarchiv-hamburg.de/10_bilder-hamburg_montanhof/33_48049_architektur-fotografie-hamburg/33_48049_architektur-fotografie-hamburg.jpg
Noch Fragen?
Danke für eure Aufmerksamkeit!!!
Naturalismus
Kunst = Natur – X (X als kleinsmögliche Variable)
möglichts objektiv
Verzicht auf Subjektivität des Künstlers
Realität in allen Einzelheiten abbilden
typisch: Zeitdeckung, Sekundenstil
Themen: soziales Elend, Großstadt
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