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Copy of Kunstgeschichte Zeitleiste

Kunstgeschichte Überblick
by

Manuel Pichler

on 2 April 2014

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Transcript of Copy of Kunstgeschichte Zeitleiste

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geometrische Stil
archaischer Stil
klassischer Stil
hellenistischer Stil
1000 - 700 v. Chr.
- Namen von den geometrischen Mustern Linien,
Kreise, Dreiecke vor allem in der Keramik
- Ausdrucksweise eines ländlichen Bauern- und
Hirtenvolkes
- Strenge der geometrischen Formen wird
zunehmend lockerer - Gesellschaftsstruktur
verändert sich - vom Ländlichen zum
Städtischen.
700 - 480 v. Chr.
- (arche - Anfang) wurde durch städtische Aristokratie bestimmt. (adelige Oberschicht - urspr. Herrschaft der Besten), ihre Ethik, das geistige und körperliche Schönheitsideal beeinflusst Plastik und Malerei.
- Idee des geistigen Eigentums entsteht. Erste signierte Werke um 700 v. Chr.
480 - 323 v. Chr.
Mit einem gewissen Reichtum und Überschuss an Arbeitskraft entstand eine neue Vorstellung von Kunst - Nicht mehr
nur Mittel für einen von außen bestimmten Zweck sondern Zweck und Ziel in sich selbst tragend.
- Die Religion (Götterbild, Weihgeschenke) waren meist nur noch Vorwand - eigentlicher Sinn war die möglichst
vollkommenen Wiedergabe des menschlichen Körpers, die Interpretation seiner Schönheit. Während vorher jede Kunst
an irgendeinen Zweck gebunden war, wurde es nun möglich, sie ohne irgendeinen Zweck, in ihrer reinen Ästhetik zu
genießen.
- Trennung zwischen archaischer-und klassischer Kunst liegt in der Bedeutung die dem einzelnen Teil im Ganzen
zugemessen wird: Die Klassik wertet und ordnet um. Es wird versucht die vielen schönen Teile in einem größeren
Zusammenhang zu optimieren → suche nach den richtigen Maßstäben/ Proportionen. Grundlage war der Glaube an -
Berechenbarkeit der Dinge. Künstler, Dichter und Musiker waren auf der Suche nach idealen Proportionen und
Zahlenreihen. Solche idealen Proportionen meinte man besonders dort anzutreffen wo ein Ausgleich zwischen den
Gegensätzen gelang. (goldene Schnitt)
- Daher spielt der Begriff Ponderation eine herausragende Rolle. (lat. "ausgeglichene Gewichtsverteilung) wird
gewöhnlich nur in Verbindung mit der Skulptur verwendet, galt aber allgemein als erstrebenswertes Ziel. Im Sinne der
Ponderation einander ausgleichende, richtige Zahlenverhältnisse bestimmten z. B: die Qualität eines Gedichts wie die
Gesundheit eines Menschen.
- Die griechische Plastik erreicht einen Höhepunkt mit dem Gestaltungsprinzip des Kontrapost (Spielbein- Standbein
Stellung) (vermittelt gleichzeitiges Stehen und Gehen, Spannung von Aufstieg und Fall durch Schulter und Hüftpartie)
Bei der Darstellung des Diskuswurfes wählt Myron jenen Augenblick wo der Athlet seine instabilste und dynamischste
Position erreicht. Obwohl nur ein Ausschnitt aus der Bewegung, erhält der Betrachter beim Umschreiten den Eindruck
eines Ablaufs. Die Skulpturen sind aber keine Abbilder realer Personen, vielmehr ein allgemein gültiges Idealbild.
323 - 23 v. Chr.
- aus diesem strengen ästhetische Ideal entwickelt sich im Hellenismus ein Experimentieren mit vielfältigen Ausdrucks-
möglichkeiten. Das bislang dominierende Idealbild verliert an Bedeutung. Motive aus dem Alltag werden bildwürdig.
Es entstehen technisch ausgefeilte Figuren (große Naturnähe), die häufig von starken Gefühlen aufgewühlt erscheinen.
- Athen verliert seine Vormachtstellung, Politisch traten die Bundesstaaten anstelle der Polis (Stadtstaaten), der
kulturelle Schwerpunkt verlagerte sich mehr nach Osten (Alexandria, Pergamon)
- ab 200 v. Chr. unter römischem Einfluss
- Gesamte künstlerische Formenschatz wurde zunehmend heterogener.
kleine Geschichte der Kunst
Krieger von Riace, ca. 460-450 v. Chr.
Pferdchen, 8. Jhdt. v. Chr.
sitzender Mann, 750 v. Chr.
Kuros von Melos, ca. 550 v. Chr. Stehender Jüngling, ca. 550 v. Chr.
Mittelalter
ca. 650 - 1500
Diskuswerfer des Myron (röm. Kopie) 450 v. Chr.
stark verkleinerte röm. Nachbildung, Photosequenz einer Drehung
Barberinischer Faun 230 v. Chr.
Nike von Samothrake, 180 v. Chr.
- Mittelalter bezeichnet - Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert)
- Dominanz des Mittelmeerraums (griechisch-römisch) wird abgelöst durch eine Welt christlicher Feudalstaaten
(romanische, germanische, slawische und keltische Völker) - vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform war
Feudalismus (Leibeigenschaft).
- Grundzüge - waren eine nach Ständen geordnete Gesellschaft - eine gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur,
Kunst und Wissenschaft - Latein als Kultur- und Bildungssprache.
Daneben - Idee der Einheit der christlichen Kirche (faktisch Trennung Ostkirche-Westkirche) - ein recht einheitliches
Weltbild
Karolingische Kunst
ca. 750 - 950
- Karolingische Kunst entsteht fast vollständig im Auftrag - Karls des Großen - sein Ziel war Erneuerung des
römischen Imperiums - unter dem Dach des Christentums.
- holt Künstler aus allen Teilen Europas nach Aachen - antike Traditionen wurden mit germanische Element
verschmolzen.
- Es kam aber nicht zu einem einheitlichen Kunststil: zu viele Anregungen - oft nur kopiert
Romanik
ca. 950 - 1200
- nach Karl dem Großen verlagert sich - der geistige und kulturelle Anspruch - in die Klöster. Durch Schenkungen und
Stiftungen wuchs kirchliches Vermögen machtvolle Stellung innerhalb der Gesellschaft. Die Kirche wurde zum
alleinigen Kulturträger.
- antike Formelemente verbinden sich mit germanischen und sogar arabischen Elementen zu - neuer Einheit.
- Kennzeichnend für die romanische Baukunst sind dicke, durch wenig Ornamentik gegliederte Mauern, blockhafte
Gestaltungsweise - Rundbogen, Kreuzrippengewölbe - Höhepunkt Kaiserdome (Worms, Speyer, Mainz)
- Bildhauerei diente übergeordneter Aufgabe - Kirchenbau - (Eingangsportale, Kapitelle, Türrahmen werden mit
Skulpturen geschmückt) - figürlichen Darstellungen verkörpern einen Typus - nicht naturgetreue Wiedergabe eines
Individuums
- Malerei: vor allem als Buchmalerei erhalten: kennzeichnend - oft durch Konturen verstärkte Umrisse, flächige
Farbigkeit (fast keine Modellierung durch Licht u. Schatten) - Einsatz der Bedeutungsperspektive
Gotik
ca. 1150 - 1500
- Begriff gotisch im 16. Jhdt. in Italien geprägt (barbarisch- germanisch, Assoziation mit dem Einfall der Goten)
gotische Stil war Neuschöpfung - weitgehend frei von römisch (antiken) Einflüssen.
- ab dem 11. Jhdt. wandelt sich gesellschaftliches Gefüge - Städte und Märkte leben wieder auf - Bürgertum entsteht
(durch Handel, durch handwerklich Spezialisierung). Bezahlt wurde mit Geld - anstatt Naturalien.
- mit Kaufkraft der Bürger wuchs auch ihr kulturelles u. politisches Selbstbewusstsein - dennoch - verbindet Kirche und
Bürgertum ein religiöses Empfinden (Sehnsucht nach dem Überirdischen, Himmlischen) - das irdische Leben als
Vorbereitung auf das Jenseits
- Baukunst: das Gotteshaus als Wahrzeichen und Zierde der Stadt - Bürger als spezialisierte Handwerker u. Architekten
(und teilw. Auftraggeber) gewinnen an Einfluss.
Alles scheint himmelwärts zu drängen, Spitzbogen (fast wie ein Pfeil nach oben, überirdische), Kreuzrippengewölbe,
Strebewerk zur Ableitung der Schubkräfte, Wände von tragender Funktion befreit große farbige Fenster möglich,
Raum unten eher schattig nach oben immer heller, zusätzlich farbig - entspricht mittelalterlichen Vorstellung von
düsteren Diesseits u. himmlischen Jenseits
- Skulptur fast ausschließlich für Kirchenbaukunst, blockhafte u. statische des romanischen löst sich auf - Figur wird
von bewegtem Schwung erfasst. (typische S-Form) Gestalt wird mehr durch das Gewand bestimmt als durch den
Körper
- Malerei: durch Entwicklung des Flügelaltars wird Tafelbild (Neuschöpfung der Gotik) dominierend. - Zunehmend
wird idealer Raum (Goldgrund) durch wirklichen Raum ersetzt (Landschaft, Architektur) - hier hat vor allem Italien
insbesondere Giotto eine Sonderstellung - er beginnt zu malen was er beobachtet (um 1300) und gilt damit schon als
Wegbereiter der Renaissance.
- neu erfundene Ölfarben machen eine bessere plastische Modellierung durch Licht u. Schatten möglich.
(später - Tempera- Untermalungen mit vielschichtiger Lasurtechnik in Öl kombiniert)
Codex aureus von St. Emmeram, 9. Jhdt.
Welfenchronik, um 1160
Evangeliar Kaiser Otto des III. um 1000
Imad- Madonna, um 1060
Kathedrale von Reims, 1211 - 1300
Ausschnitt aus dem Thomasaltar von Frater Franke, um 1424
Madonna aus Krumau, um 1440
Politisches Umfeld
- In der Renaissance wurde das Wissen der griechisch-römischen Antike wiederentdeckt oder wiedergeboren. Diese
Wiederentdeckung erfolgte in italienischen Städten wie Florenz, Rom und Venedig.
- Italien wurde zum kulturellen Herzen Europas. Frühes Zentrum der Renaissance war Florenz. Hier waren die Medici,
eine Bankiersfamilie, zu enormem Reichtum und später auch zu politischer Herrschaft gelangt.
- Nördlich der Alpen blühte von 1350 bis 1500 das burgundische Reich. Dieses erstreckte sich von Burgund bis nach
Flandern und in die Niederlande. Am Fürstenhof von Dijon und in Flandern entstand eine reiche Kultur.
- Seit langem gelangten Handelswaren aus China und Indien in den Nahen Osten und von dort über Venedig oder Genua
nach Westeuropa. 1453 eroberten die Osmanen das christliche Byzanz und verteuerten den Handel zwischen dem
Fernen Osten und Westeuropa. Man suchte deshalb einen direkten Seeweg nach Indien. 1492 segelte Christoph
Kolumbus im Auftrag Spaniens nach Westen, um Indien zu erreichen. Auf dieser Reise entdeckte er neues Land, das
heutige Amerika. Kolumbus war jedoch überzeugt, in Indien gelandet zu sein und bezeichnete die Ureinwohner
Amerikas deshalb als Indianer. Erst der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci erkannte 1502 in den entdeckten
Gebieten einen neuen Erdteil. Nach ihm wurde der Kontinent Amerika benannt. Die amerikanischen Erzeugnisse
gelangten über Spanien und Portugal zur Verarbeitung in die Niederlande, die eine ungeahnte Blüte erlebten.
- Die katholische Kirche der Renaissance betrieb zur Finanzierung des Baus der Peterskirche in Rom einen
Ablasshandel. Für Geld konnte man die Vergebung begangener Sünden erkaufen. 1517 wandte sich der deutsche
Prediger Martin Luther gegen diese missbräuchliche Praxis. Er leitete eine Reform des christlichen Glaubens ein, die
Reformation.
- Ein Hauptcharakteristikum der „Renaissance“ ist eben die Wiedergeburt des antiken Geistes.
- Diese „Wiedergeburt“ manifestierte sich darin, dass zahlreiche Elemente des Gedankenguts der Antike neu entdeckt
und belebt wurden (Schriften, Baudenkmäler, Skulpturen, philosophisches Denken, etc.). Dies wird insbesondere in
den Künsten und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien deutlich, in denen die mystisch-geistig
orientierte Formensprache des Mittelalters von weltlicher, mathematisch wissenschaftlicher Klarheit abgelöst wurde.
Als beispielhaft für die neue Weltsicht kann die Proportionsstudie von Leonardo da Vinci betrachtet werden. In ihr
wird der Mensch in seiner körperlichen Beschaffenheit in das Zentrum gesetzt und zum Maßstab für ein neues
Ordnungssystem gemacht. Man kann die Renaissance damit als Beginn der neuzeitlichen anthropozentrischen
Weltsicht begreifen.
- Im Unterschied zur mittelalterlichen Kunst, die das Dasein deuten, den Menschen erziehen, ihm die Größe Gottes vor
Augen führen wollte - sollte die Kunst der Renaissance das Leben bereichern und den Menschen erfreuen.
- Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur, die
einen wichtigen Aspekt in der Entwicklungsgeschichte der Renaissancekunst darstellt. Eng mit der Forderung nach der
Naturwahrheit in der Kunst hängt das Bekenntnis der Künstler zur Antike zusammen. Man bewunderte die antiken
Kunstwerke als mustergültige Beispiele naturgemäßer Gestaltung und damit als nachzuahmende Beispiele dafür, wie
man selbst die Natur darzustellen hatte. Der italienische Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti forderte darüber
hinaus, dass sich die Künstler darum bemühen sollten, „den antiken Meistern nicht nur gleichzukommen, sondern sie
womöglich noch zu übertreffen“. Das heißt: Gute Kunst sollte das, was einem die Realität bietet, nicht getreu abbilden,
sondern versuchen, das Naturvorbild zu verbessern und zu idealisieren. Neben der Neubestimmung des Verhältnisses
der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance also auch die Frage nach dem Wesen der
Schönheit. Die Künstler versuchen z.B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen
spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der
Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit
mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen.
- Die Themen ändern sich: nicht mehr nur Heilige sondern auch gewöhnliche Menschen, teilweise in Alltagskleidung
konnten in Bildern und Skulpturen dargestellt werden. Das bedeutete trotzdem nicht das Ende der sakralen Kunst: Die
Kirche blieb weiterhin der bedeutendste Auftraggeber der Renaissance-Maler.
- Die Künste und Wissenschaften genießen wieder ein ähnlich hohes Ansehen wie im antiken Griechenland. Künstler
sind keine anonymen Handwerker mehr, sondern treten mit dem Selbstbewusstsein von Universalgelehrten auf. Ihre
Werke werden als individuelle Schöpfungen von hohem Rang angesehen. Die großen Künstlerpersönlichkeiten wie
Michelangelo, Raffael und Tizian werden jetzt selbst verehrt, nicht mehr nur ihre Kunst. So entstand die Idee des
Genies als angeborene nicht übertragbare Schöpfergabe. Das bekannteste Beispiel ist wieder Leonardo da Vinci. Er
beschäftigte sich neben der Malerei mit Naturwissenschaften, der Anatomie sowie der Wehrtechnik.
- Allerdings waren die Künstler abhängig von Mäzenen wie den Medici in Florenz, dem Papst in Rom oder dem Dogen
in Venedig.
Dom Florenz, 1418- 1436, Kuppel von Bruneleschi, Glockenturm von Giotto
MASACCIO, Heilige Dreifaltigkeit, 1426-27 Vertreibung aus dem Paradies, 1425-1428
SANDRO BOTTICELLI, Geburt der Venus, 1482-83
ALBRECHT DÜRER,
Selbstporträt, 1498
Michelangelo, David, 1501-04
MICHELANGELO: Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle (Ausschnitt), 1508-12
Renaissance
ca. 1420 - 1600
- Erstmals wurde der Begriff 1550 von dem italienischen Künstler und Künstlerbiographen Giorgio Vasari verwendet,
um die Überwindung der mittelalterlichen Kunst zu bezeichnen sprach er von "Rinascimento" (ital. Wiedergeburt),
aber erst französische Historiker des 19. Jahrhunderts prägten den Begriff der Renaissance.
Barock
- Das Wort Barock stammt ursprünglich vom Portugiesischen barucca was eine unregelmäßig geformte Perle
bezeichnet. Ab 1750 begann man in Frankreich die vorangegangene Epoche "baroque" zu nennen, womit ein
schwülstiger oder sonderlicher Stil bezeichnet wurde. Erst ab ca. 1850 änderte sich diese abwertende Bedeutung, und
die Bezeichnung "Barock" setzte sich allmählich als Epochen- Begriff durch.
- Der Barock ist die letzte "einheitliche" Kunstepoche Europas, wenngleich sie durch die entsprechenden Auftraggeber
in verschiedenen Ländern unterschiedliche Formen annahm. So waren die künstlerischen Ziele des päpstlichen Hofes
andere als der französischen oder spanischen Monarchen (höfischer Barock). Noch stärker war der Unterschied aber
zum bürgerlich, protestantischen Holland (bürgerlicher Barock).
- Die Gegenreformation, das heißt die Kampagne der katholischen Kirche zur Bekämpfung der Reformation, prägte den
Barock.
- Die Epoche des Barock war von zwei Gegensätzen geprägt: der Lebensfreude einerseits und dem Bewusstsein um die
Vergänglichkeit des Lebens andererseits.
Kirche und Könige wollen mit ihrer Macht beeindrucken und förderten die prunkvolle Kunst. An den Königshöfen gab
man pompöse Feste, als Motto galt der lateinische Ausspruch "Carpe diem!", Genieße den Tag! Demgegenüber stand
das Wissen um die Vergänglichkeit des Daseins. Durch den dreißigjährigen Krieg ging die Bevölkerung im deutsch-
römischen Reich stark zurück (bis zu 70% der Bevölkerung starb). Der Tod war allgegenwärtig. Religion und Gott als
unvergängliche Werte gewannen wieder an Bedeutung.
- Anstelle der schlichten Eleganz der Renaissance, tritt der Prunk. Das Ziel der Barockkunst ist es den Betrachter ins
Staunen zu versetzen, auch mit Hilfe von Täuschungen: bemaltes Holz und Stuck, das echten Marmor vortäuschen
soll; Spiegel- oder Scheinfenster um die Symmetrie zu wahren und Unendlichkeit darzustellen; Figuren und Plastiken,
die die Dreidimensionalität betonen sollen; Illusionistische Malerei lässt Räume höher erscheinen, flache Decken
wirken auf den Betrachter wie Kuppeln und Gewölbe.
- Da die Kunst Macht und Reichtum demonstrieren und „alle Sinne überwältigen“ sollte, legten auch die weltlichen
Herrscher großen Wert darauf, dass ihre Schlösser äußerst prunkvoll gestaltet wurden. Die Zeit des Absolutismus
rückte den Schlossbau in die Nähe der Sakralarchitektur. („sakral“ = lat. „heilig“) Die Schlösser dienten nun mehr der
Repräsentation als Wohnstätte der Herrscher und Fürsten.
- Der Hof von Versailles zur Zeit Ludwigs XIV. ist wahrscheinlich das eindrucksvollste Bauwerk des Barock. Schloss
und Gartenanlage repräsentieren den barocken Lebensstil des Adels und die absolute Macht des Königs. Ludwig XIV.
vereinte alle Staatsmacht in seiner Person und verstand sich als Stellvertreter Gottes und wählte daher die Sonne als
sein Sinnbild; man spricht vom Sonnenkönig. Er und sein Hof in Versailles wurden zum Vorbild für viele europäische
Königshöfe seiner Zeit, so auch des Schlosses Schönbrunn in Wien.
- Vertreter des italienischen Barocks sind Bernini und Borromini (Architektur); und Caravaggio und Carracci (Malerei);
Weitere bedeutende Maler waren der Spanische Hofmaler Velázquez. der flämische Maler Peter Paul Rubens und der
niederländischen Maler Rembrandt;
- Malerei: Die typisch barocke, pathetische Malerei entstand in den katholischen Ländern Italien, Spanien und Flandern.
Hier strebte die Kirche nach Machtfestigung gegenüber dem Protestantismus. Malerei sollte den Betrachter überwältigen deren Religiosität stärken. Um bewegte Bilder mit dynamischer Wirkung zu erreichen bediente man sich
Gestaltungsmitteln wie: diagonaler Aufbau der Gemälde; Figuren sind häufig vom Bildrand abgeschnitten um den Betrachter in Bildgeschehen mit einzubeziehen; dramatische Hell- Dunkel Effekte; kräftige Farben und Farbkontraste; und oft einer relativ breiten Pinselstrichführung. Durch gemalte Scheinarchitektur wurde die Decken in eine beeindruckende Höhe verlängert, oft sogar eine scheinbare Öffnung in den Himmel dargestellt.
Neben der religiösen Malerei, die für die mittelalterliche und gotische Kunst bestimmend war, traten mit dem Barock weltliche Darstellungen wie z.B. Landschaften stärker hervor.
Beispiele für Barockarchitektur in Österreich:
+ Schloss Schönbrunn: Gärten sind symmetrisch angelegt mit exakt durchdachten Bewuchs. Palast besitzt viele
Plastiken und Malereien.
+ Oberes Belvedere: (Lucas von Hildebrandt) erinnert an Versailles, erscheint aber verspielter und festlicher.
+ Stift Melk: (Jakob Prantauer, J. Muggenast) zeigt mit seinen gewaltigen Dimensionen nicht nur die geforderte
Autarkie (alles notwendige soll sich innerhalb der Klostermauern befinden) sondern auch die Prunkvorstellungen der
barocken Bauherren.
+ Karlskirche: (Fischer von Erlach) Tempelvorhalle, die beiden Reliefsäulen und die dominierende Kuppel zitieren
Rom und definieren die Kaiserstadt Wien als das "Neue Rom".
+ Klosterkirche in Weingarten: (Moosbrugger, Beer, u. a.) Voralberger Typus der Wandpfeilerkirche; das tonnen-
gewölbte Langhaus wird beidseitig von Kapellen begleitet, die darüberliegenden Emporen sind wie die Kapellen
miteinander verbunden. Dadurch entsteht der Eindruck, alsob die Stützmauern durch frei stehende Pfeiler ersetzt
werden. (Weitere Beispiele: Stiftskirche in St. Gallen, Basilika Birnau)
+ weitere Beispiele in Voralberg: St. Gallus in Bregenz, Wallfahrtskirche Bildstein, Matinsturm, Rotes Haus Dornbirn
ca. 1600 - 1730
Caravaggio, Judith und Holofernes, 1598 -99
Bernini, Pluto und Proserpina, 1621,
Rubens, Anbetung der heiligen drei König, 1634
Andrea Pozzo, Deckenfresco: Sant' Ignazius in Rom, -1685
Klosterkirche in Weingarten 1715-24
Das 19. Jahrhundert
Als Stilepoche der Kunstgeschichte ist das 19. Jahrhundert ein „langes“ Jahrhundert.
Es reicht von etwa 1770, dem Ende des Barock, bis zum Ersten Weltkrieg, als die abstrakte Kunst beginnt.
- Im Gegensatz zur Kunst der vorangehenden Epochen mit ihrer relativen Einheitlichkeit über längere Zeit hin, ist die
Kunst des 19. Jahrhunderts widersprüchlich, schnelllebig und vielgestaltig wie nie zuvor. Das ist Folge der
Aufklärung, der Französischen Revolution, der Entmachtung von Königen, Fürsten, Adel, Klerus, des Anspruchs jedes
Einzelnen auf Bürger- und Menschenrechte, auf Freiheit. Es ist Folge von Einsichten, Erfindungen (Dampfmaschine,
Telegraph, Fotografie u. Film) Verfahrensweisen in der Wissenschaft, der Technik, der Wirtschaft, der
Geistesgeschichte, im Sozialen, wie es sie in solcher Fülle nie gegeben hat.
- Mit der Entmachtung von Adel und Klerus verloren die Künstler traditionelle Auftraggeber. Ersatz fanden sie in den
wichtiger werdenden regelmäßigen Kunstausstellungen. Diese waren für die Künstler unverzichtbar, denn allein sie
boten die Chance zum Erfolg, zu öffentlicher Anerkennung, Verkauf, Auftrag und Ruhm. Das Kunstwerk wurde zur
Ware auf dem freien Markt, der von Angebot und Nachfrage, von Gefallen und Nichtgefallen reguliert wurde.
- Ab 1760 (-1840) war die Zeit der griechischen Klassik Vorbild für die Kunst und wurde deshalb als Klassizismus
bezeichnet. Auslöser bildete die Entdeckung griechischer Tempel in Süditalien. Die darauffolgenden Forschungs-
expeditionen ins "osmanische" Griechenland und die damit verbundene Wiederentdeckung der griechischen Kunst
machten in Europa Furore. Die Ideen des Klassizismus lagen ganz im Sinne der Aufklärung und wurden auch von den
Wegbereitern der Französischen Revolution bereitwillig aufgegriffen. So verbreitete sich der Stil rasch und wurde zu
einem weltweiten Phänomen.
Klassizismus
- Parallel zum Klassizismus entwickelt sich in der Zeit zwischen 1795 und 1840 die Romantik. Sie war eine
Gegenbewegung zur Vernuftbetonung der Aufklärung sowie zur Ausgewogenheit des Klassizismus. Durch Gefühl und
Fantasie wollten sie eine Gegenwelt, eine höhere Wirklichkeit jenseits des Realen schaffen. Allerdings war die
Romantik kein einheitlicher Stil, weder der Form, noch den Themen nach. In England (W. TURNER) und Deutschland
(C. D. FRIEDRICH) überwiegen landschaftliche Motive, in Frankreich (DELACROIX; GERICAULT) dramatische
Historienbilder. Die englischen und französischen Künstler bevorzugen einen offenen Pinselduktus und interessieren
sich für Farbwirkungen, die Deutschen tendieren zu einer gedankenschweren Feinmalerei.
Die Betonung des Poetischen, Romantischen und die Vorliebe für die nationale Vergangenheit ist für diese Strömung
charakteristisch.
Romantik
- Durch die Mittelalterbegeisterung angeregt und durch die voranschreitende Industrialisierung bestärkt, entwickelt sich
im 19. Jahrhundert, vor allem in der Architektur, der Historismus. Im weitesten Sinne bezeichnet es den Rückgriff auf
historische Stile, der beispielsweise auch in der Renaissance angewandt wurde. Im Normalfall versteht man aber unter
Historismus den Stilpluralismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der wiederum in so genannte Neostile
(Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance, Neobarock etc.) differenziert wird. (Beispiele in Wien: Neugotisches
Rathaus und Votivkirche, neobarocke Anbauten a. d. Hofburg, Burgtheater u. Universität in Neorenaissance)
Die Malerei des Historismus schlägt sich in den Gruppierungen der Nazarener und Präraffaeliten nieder. Gemeinsam
ist beiden Strömungen das thematische Interesse für mittelalterliche Sagen und literarische Werke.
Historismus
Realismus
- Der Realismus entwickelte sich zwischen 1850 und 1900 fast
überall in Europa und Nordamerika.
Künstler des Realismus wollten die Wirklichkeit nicht nach
vorformulierten Idealen und Gestaltungsregeln überhöhen
oder vervollkommnen, sondern die sichtbare Wirklichkeit
ungeschönt darstellen, selbst von ihren gewöhnlichen und
hässlichen Seiten. (COURBET)
Impressionismus
- Der Impressionismus (franz. Impression = Eindruck) entsteht als kunstgeschichtliche Stilrichtung um 1870 in
Frankreich. Er knüpft an den Realismus an, indem er die Wirklichkeit eines Augenblicks einzufangen versucht und
übersinnliche Bezüge ablehnt. Die Bezeichnung "Impressionismus" setzt sich erst 1874 bei der ersten Ausstellung der
Impressionisten durch, bei der Claude Monet seine Hafenansicht mit Sonnenaufgang mit dem Namen "Impression
soleil levant" ausstellt. Der spontan gewählte Bildtitel trifft die Grundhaltung der Impressionisten, den flüchtigen
Eindruck und die atmosphärische Wirkung in ihren Bildern festhalten zu wollen, dermaßen treffend, dass sich diese
Bezeichnung auf die ganze Bewegung ausgeweitet hat. Die Impressionisten wenden sich gegen die offizielle
Akademiekunst, dementsprechend malen sie auch nicht im Atelier, sondern direkt in der Natur (plein air Malerei). Auf
diese Weise ist es ihnen möglich, kurzfristige Lichtreflexe, Schatten oder schlicht nur Eindrücke festhalten zu können.
Raumtiefe wird nicht mehr durch Zentralperspektivische Darstellung sondern durch die Farbperspektive erzeugt (rot,
gelb im Vordergrund, grün, blau im Hintergrund) Der Pinselduktus ist meist kurz und kommaartig.
- Als Gegenreaktion zu dieser Konzentration auf die äußere Welt, wendet sich der Symbolismus vielmehr der inneren
Gefühls- und unrealistischen Traumwelten zu. Die Kunst sollte zweckfrei sein und einzig der Schönheit dienen.
Zudem gebe es hinter der sichtbaren Wirklichkeit eine höhere Realität. Diese höhere Wirklichkeit (das Unbewusste,
das Irrationale, das Mystische, die Traumwelt) konnte, ihrer Ansicht nach, nicht mit den Wahrnehmungssinnen sondern
nur mit Gefühl und Phantasie erfasst werden.
Jugendstil
- Jugendstil: (1890-1914) Die Jugendstil-Künstler orientierten sich am Symbolismus, indem sie Kunst um der Schönheit
willen schufen. Wiener Künstler gründeten 1897 die Sezession, eine Abspaltung von der schwülstigen akademischen
Kunst der Zeit. Der Jugendstil wollte sich der Industrialisierung entgegensetzen und besann sich daher auf die Natur.
Künstler stilisierten pflanzliche Formen zu dekorativen Elementen. Typisch sind fließende schwungvoll und elegante
Formen. Ziel war die Verbindung der Künste zu einem Gesamtkunstwerk z.B.: beim gestalten einer Villa.
David, Der Schwur der Horatier, 1784
Leo von Klenze, Glyptothek München,1816- 34
Casper David Friedrich, Einsamer Baum, 1823
Jean-François Millet, Die Ährenleserinne n, 1857
Monet, Impression, Sonnenaufgang, 1872
Wiener Sezession, 1898
Monet, Heuhaufen, 1891
Expressionismus
1905 - 1920
- Der Name der Bewegung stammt vom Wort "exprimere" (lat. , ausdrücken), denn die Expressionisten versuchten ihre
Gefühle in Kunstwerken auszudrücken.
- Der Begriff Expressionismus kam erstmals 1911 bei der Ausstellung der Berliner Sezession auf. Bei der
Eröffnungsrede wurde eine Gruppe französischer Maler (u. a. Braque, Picasso und Vlaminck) als Expressionisten
bezeichnet. Im gleichen Jahr definierte die Berliner Kulturzeitschrift "Der Sturm" Expressionismus als Sammelbegriff
für gesamteuropäische fortschrittliche Tendenzen der Zeit.
- Der Expressionismus war ein Protest, eine Rebellion junger Kunstschaffender als Reaktion auf die zunehmende
Verdinglichung und Reglementierung des Lebens. Eine Reaktion auf soziale Spannungen und Entfremdung, auf
bürgerliche Autoritätsgläubigkeit. Die Kultivierung des Gefühls und der Leidenschaft, schien vielen Künstlern der
einzige Weg zu sein, um in einer krisenhaften Wirklichkeit bestehen zu können.
- Der Expressionismus stellt sich gegen den Impressionismus d. h. gegen die künstlerische Hingabe an die Schönheit
der Welt. Paul Klee drückte diese Kritik so aus: "Kunst gibt nicht das Sichtbar wieder, sondern macht sichtbar".
Maßstab für die künstlerische Aussage ist nicht mehr die sinnlich wahrnehmbar Wirklichkeit, sondern das subjektive
innere Erleben. Der Ausdruck dieses inneren Erlebens rechtfertigt auch die Übersteigerung und Deformation des
Gegenstandes bezüglich Farbe und Form. Die subjektive Aussage des Künstlers wird jetzt in den Vordergrund gestellt.
- In Deutschland bilden sich zwei Zentren des Expressionismus: In Dresden formiert sich 1905 "die Brücke".
Die zweite expressionistische "Gruppe" wird 1911 von Wassily KANDINSKY und Franz MARC mit dem Namen
"der Blaue Reiter" in München gegründet.
- Gemeinsam ist den Expressionisten, dass die Formen geometrisiert werden und die Farben eine eigene
Gesetzmäßigkeit erhalten. Des Weiteren entdecken die Expressionisten den Holzdruck für sich neu. Das brüchige
Material erfordert eine breite und kantige Bearbeitung die dem expressionistischen Ausdruck entgegenkommt.
- Der Expressionismus ist eine deutsche Bewegung überlagert sich aber mit den französischen Prinzipien des
Fauvismus, sowie den italienischen des Futurismus. So wird die deutsche Übersetzung – "der Sturm"- des
"Futuristischen Manifests" des italienischen Dichters Marinetti zu einem wichtigen Bestandteil des deutschen
Expressionismus.
- 1905 gründeten in Dresden die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig KIRCHNER, Erich HECKEL, Karl
SCHMIDT-ROTTLUFF und Fritz BLEYL die Künstlervereinigung "Brücke", die die Formensprache des
Impressionismus zu überwinden suchte.
- In einem Aufsatz von 1911 bezeichnete der Herausgeber der Zeitschrift „Der Sturm“, diesen Malstil
als „Expressionismus“.
- Kirchner formulierte ein Programm, das sich zur schöpferisch ungebrochenen Kraft der Jugend und zur emotionalen
Erlebnisfähigkeit in der Kunst bekennt. Eine pädagogisch und moralisch gestimmte Erneuerung sollte schließlich zu
einer allgemein künstlerischen Gestaltung des Lebens führen.
- Für kurze Zeit lebten und malten die Brücke-Künstler in der Hoffnung, dem modernen industriell und militaristisch
orientierten Deutschland als Alternative die Idylle des einfachen Lebens entgegenzuhalten zu können, in dem der
Mythos des unverdorbenen Wilden eine zentrale Rolle spielte. In der primitiven Kunst z.B.: der afrikanischen Stämme
sahen sie eine unmittelbare und unverfälschte Kunstäußerung der Völker die sich ganz dem Magischen und
Irrationalen hingeben konnten.
- Die Künstler arbeiteten eng zusammen und bemühten sich, den eigenen Stil, die persönliche Handschrift zugunsten
eines Gruppenstils aufzugeben, was zeitweise auch gelang. Beispiel dafür sind u. a. die einfachen, kräftigen
Holzschnitte, in denen die Künstler Anregungen verarbeiteten, die ihnen das Studium der »Primitiven« im
Völkerkundemuseum in Dresden vermittelt hatte.
- Ziel der Brücke-Maler war - darin ähnlich den Fauves -, ihre Empfindungen, ihre Gefühle direkt im Malakt auszudrücken.
Die Perspektive gaben sie zugunsten einer flächigen Malerei auf, in der große Farbfelder vorherrschen. Auch die Farben
wählten sie mehr nach ihrem Gefühl als nach der Wirklichkeit. Die Maler betonten den Gegensatz von Farbflächen und
Umrisslinien. Die Farben werden oft in krassen Kontrasten eingesetzt, die sich bis zur Dissonanz steigern können, und
zum Teil direkt auf die Leinwand („alla-prima“) ohne Grundierung aufgetragen. Besonders in den Bildern von Otto
Mueller wird die Textur der gewebten Leinwand mit den wie nur angewischt wirkenden Farben und den nur noch
grob angedeuteten Konturen zu einem Merkmal des Expressionismus, in dem die Farbe zum reinen Ausdruck der
Emotion wird.
Die Brücke
Der blaue Reiter
- Sechs Jahre nach Gründung der »Brücke« im Dezember 1911 findet in München eine Ausstellung mit dem Titel
»Blauer Reiter« statt. Ihr ist ein Streit in der erst 1909 gegründeten »Neuen Künstlervereinigung München« (NKVM)
vorausgegangen, der den Austritt der Maler Wassily KANDINSKY, Alfred KUBIN, Franz MARC und Gabriele
MÜNTER zur Folge hatte. Marc und Kandinsky, die bereits seit längerem an einem Almanach arbeiteten, der den
Namen »Blauer Reiter« erhalten soll, organisieren in nur zwei Wochen die gleichnamige Ausstellung. Die Ausstellung
gilt heute als ein Meilenstein in der Geschichte der Entwicklung der modernen Kunst. 1912 erscheint dann auch der
Almanach, eine Programmschrift mit richtungsweisenden Aufsätzen und Reproduktionen, deren Umschlag ein blaues
Reiterbild schmückt, das den hl. Georg vorstellt, wie er hoch zu Ross einen Drachen ersticht. Diese Figur hat
symbolische Bedeutung; sie ist gleichsam der Schutzheilige dieser Künstler, die sich nie zu einer Gruppe
zusammengeschlossen haben, auch wenn das vielfach behauptet wird. Dennoch sind sie sich in einem Bemühen
einig: die akademisch perfekte Malweise zu überwinden.
- Kandinsky und Marc verkünden hoch gesteckte Ziele: Anstatt des "seelenlos-materiellen Lebens des 19.
Jahrhunderts" die Erneuerung von Kunst und Leben aus dem Geistigen. Der Kunst wird geradezu eine religiöse
Aufgabe zugedacht: ein "Vordringen zum Inneren der Dinge", eine Verwandlung des Menschen durch sein
Einswerden mit der Welt, durch seine Versöhnung mit der Natur. Die Entfremdung der Kunst von Natur und Gesellschaft
soll überwunden werden durch die Rückkehr zum Ursprünglichen und zu schöpferischer Ungezwungenheit.
- Man holt sich Anregungen bei der bayerischen Volkskunst (Hinterglasbilder), orientalischen Miniaturen, der Kunst
von Naturvölkern und Kinderzeichnungen ebenso wie bei van Gogh und Gauguin.
- Auf der Suche nach einer neuen Kunst mit neuen Gehalten verzichten Marc und Kandinsky - ähnlich wie die
Brücke-Maler - auf den perfekt konstruierten perspektivischen Raum und auf eine wirklichkeitsgetreue Form- und
Farbgebung. Darüber hinaus treiben sie die Abstraktion, d. h. das Sich entfernen vom Gegenstand (lat. abstrahere),
teilweise bis zur Ungegenständlichkeit. Kandinsky, dem macht in seinen "Improvisationen" vor allem Farb-Form-
Beziehungen zum Inhalt seiner Bilder, die beim Betrachter eine "Erschütterung der Seele hervorrufen" sollen. Auch
Marc, der von einer Beseeltheit der Natur ausgeht und das Ursprüngliche im Tier zu finden meint, reduziert
zunehmend die in der Natur vorgegebene Formenvielfalt, bis er zum abstrakten Bild gelangt.
- Im Gegensatz zu Marc und Kandinsky hält Macke am Gegenstand fest. Er beschäftigt sich vorwiegend mit dem
Menschen: Menschen beim Spaziergang, Einkaufen, an Seen, Flüssen oder in Parks.
Pechstein,
Titelblatt zu
Holzschnitte
1919
Kirchner, Rückkehr der Tiere, 1919
Marc, die kleinen gelben Pferde, 1912
Kandinsky,
Titelbild zu Almanach
"der blauer Reiter",
1911
Kandinsky, Entwurf zu Komposition VII, 1913
1945
Abstrakter Expressionismus
- Abstrakter Expressionismus ist eine vom Gegenständlichen gelöste
Ausdruckskunst.
- Zum ersten Mal in der modernen Malerei ist Amerika der Ausgangsort einer
bedeutenden Kunstströmung. New York übernimmt nun die Rolle der
Kunstmetropole, bis dahin war es Paris.
- Die Leinwand wird zur Aktionsfläche für eine ungehemmte Malweise, wobei
der Künstler mit allen ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln die Farbe
aufpinselt, schüttet, schleudert, spritzt oder tropft. Alle Gefühlsregungen
lässt der Künstler im Augenblick des Malens in das Bild einfließen. So
verschmelzen Zufall, Improvisation, seelische Gestimmtheit, Farbe, Form und
Malweise zu einem Gesamtwerk.
- wichtige Vetreter: Jackson POLLOCK, Mark ROTHKO, Willem de KOONING
Jackson Pollock no8, 1949
Jackson Pollock no8, 1949
Rothko, ohne Titel, (Violett, Schwarz, Orange, Gelb auf Weiß und Rot) 1949
Konzeptkunst
Pop Art
Minimal Art
Land Art
Wiener Aktionismus
Op Art
Graffiti
Pluralismus
Supperrealismus
Die Aneinanderreihung von Malstilen und Kunstrichtungen, wie wir sie seit dem Impressionismus kennen, hört nach 1980 auf. Die Kunst ist dabei, alle bisherigen Grenzen zu überschreiten. Sie bedient sich aller angebotenen Mittel, die dazu geeignet sind, Kunst herzustellen. Neben den traditionellen Disziplinen Malerei, Grafik, Bildhauerei wird nun eine Vielfalt neuer Möglichkeiten eingesetzt: Objektkunst, Aktionskunst, Film, Fernsehen, Video, Fotografie, Computer, Design, Licht, Laser, Architektur, Werbung, Musik, Sprache, Gesang, Theater. Alle Stilarten stehen in den Werken gültig nebeneinander oder vermischen sich. Selbst Bilddetails aus der Frühzeit der Kunst wie Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Romantik werden hemmungslos in die neuen Werke eingearbeitet. Diese Vielgestaltigkeit, der Pluralismus, kennzeichnet die zeitgenössische Kunst.
- Die Erfindung der Spraydose um 1969 wird zum Beginn der Graffiti-Bewegung. Sie geht von den Jugendlichen der
Armenviertel New Yorks aus, 1971 gibt es ein erstes Zeitungsinterview mit einem Sprayer. Das Wort Graffiti kommt
aus dem Italienischen und heißt das "Gekratzte" oder "Eingekratzte" So werden die seit der Antike eingekratzten
Inschriften und Zeichnungen auf Mauern bezeichnet.
- Zunächst sind die Graffiti einfarbig und enthalten nur den Namen des Sprayers und eine Kennzahl. Diese Signaturen
nennt man "Hits" oder "Tags". Später kommen die "Pieces", das sind die Bildgraffiti, hinzu. Im Mittelpunkt steht ein
Wort, meistens der Name des Sprayers. Den Hintergrund bildet eine Wolke oder eine Farbfläche mit gezackten
Rändern. Dazu kommen weitere Schmuckelemente wie Ornamente, Sterne, Schachbrettmuster und anderes.
- In den 80er Jahren kommt Graffiti in die Museen, hier sind vor allem Jean Michael BASQUIAT und Keith HARING
zu nennen.
Entwicklung der abstrakten Malerei
vor 45
nach 45
- Die Abstraktion stellt neben der figurativen Malerei den zweiten Pol der "Klassischen Moderne" dar. KANDINSKY entfernt sich um 1913 - nachdem er nach eigenen Angaben erkannt hatte, dass Gegenstände seinen Bildern nur schaden würden, als erster von der abbildenden Welt. Stattdessen wird das synästhetische Prinzip, das heißt, "das Geistige in der Kunst", zunehmend wichtiger. In dem gleichnamigen Buch proklamiert und systematisiert er die von ihm vollzogene Abstraktion konsequent. Aus diesem Grund gilt Wassily Kandinsky als der eigentliche Begründer der abstrakten Malerei, obwohl auch andere Künstler sich voneinander unabhängig vom Gegenstand lösen:
- So hat das Meditative auch in Russland einen hohen Stellenwert. MALEWITSCH bezeichnet seinen neuen Stil als "suprematistisch" und fasst nach eigenen Angaben die "ganze Malerei in ein schwarzes Quadrat auf einer weißen Leinwand zusammen". Auch EL LISSITZKY versucht die traditionellen Grenzen der Leinwand zu sprengen, die er als Baufläche verwendet, auf welcher er mittels so genannter "Prouns" architektonische Bausteine in das Malerische übersetzt. Kunst, Technik und Architektur sollen vereinheitlicht werden.
- Eine ähnliche Richtung wird mit dem Konstruktivismus der Zeitschrift "De Stijl" in den Niederlanden eingeschlagen. Hier ist es MONDRIAN, der die abstrahierenden Prinzipien am deutlichsten veranschaulicht: So sollen sowohl farblich als auch formal ausschließlich rein elementare Mittel eingesetzt werden.
- Parallel dazu entwickelt sich ebenfalls eine organische Variante der Abstraktion, wie sie beispielsweise Joan MIRÓ oder Jean ARP verkörpern.
- Nach dem Zweiten Weltkrieg verband man gegenständliche Darstellungen mit nationalsozialistische Kunst und dem vom Staat geförderten sozialistischen Realismus im Ostblock. Als Gegenbewegung wandte man sich ab 1945 in New York einer Abstrakten Malerei zu. Abstraktion galt als angemessene Kunst für den freien Westen.
- Impulse aus Europa werden neu interpretiert und so entstehen in den USA viele neue Kunstrichtungen wie beispielsweise der abstrakte Expressionismus: Jackson POLLOCK legt Leinwände auf den Boden und lässt Farben aus durchlöcherten Farbeimern darauf träufeln oder schleudert die Farben mit dem Pinsel. Der Vorgang des Malens erhält dadurch endgültig Vorrang vor dem Bildinhalt. Auch der Betrachter sollte seine Phantasie ins Bild mit einbringen.
Mark ROTHKO ging noch weiter als der abstrakte Expressionismus: Er malte vollständig abstrakte Farbflächen, die nicht mehr Emotionen ausdrücken wollen. Der Betrachter sollte das Bild nicht mehr interpretieren, sondern in den großen Farbflächen Ruhe finden.
- Doch auch in Europa werden bereits bestehende Strömungen weiterentwickelt: So entsteht aus dem niederländischen Konstruktivismus die "Op Art", die geometrische Figuren in Hell-Dunkel Versionen aneinanderreiht und dadurch mit der optischen Wahrnehmung des Betrachters spielt. Darin ragt insbesondere Victor VASARELY hervor.
- Die Malweise von Malewitsch findet wiederum durch die Werke von Frank STELLA einen Neuansatz: Nun bestimmt allerdings nicht mehr die Leinwand, sondern das Farbfeld selbst das Format.
- Die räumliche Konzeption erhält ebenfalls einen neuen Stellenwert. Yves KLEIN integriert Schwämme in seine blauen Werke, so dass diese reliefartig anmuten, Lucio FONTANA fasst seine Bilder von vorneherein als Raumkonzepte auf. Die Leinwand dient letzterem nicht mehr als Bildträger im klassischen Sinn, sondern wird aufgeschlitzt, so dass diese einen dreidimensionalen Aspekt erhält.
- Die Abstrakte Kunst ist eine Richtung der Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts.
- Sie vermittelt keine Vorstellungen von äußeren Wirklichkeiten, sondern tritt selbst als unmittelbare Wirklichkeit auf.
- In der bildenden Kunst bedeutet der Begriff Abstraktion die Vernachlässigung des gegenständlich Erkennbaren bis hin
zu seiner völligen Auslöschung. Der Abstraktionsgrad eines Werkes kann unterschiedlich hoch sein.
Diese Kunst verzichtet also auf jegliche Art von gegenständlicher Abbildung und ihre Werke sind aus reinen Formen,
oder höchstens angedeuteter Gegenständlichkeit komponiert. Dabei beschränkt sich die Abstrakte Kunst auf die
bildnerischen Faktoren von Form, Farbe und Material.
- Wenn die künstlerischen Werke eine Wendung ins Geometrisch-Konstruktive nehmen, so spricht man auch vom
Konstruktivismus.
- Abstrakte Kunst ist aber keine Erfindung des 20. Jahrhunderts.
In der jüdischen und islamischen Religion ist die bildliche Darstellung menschlicher Wesen nicht erlaubt. Als
Konsequenz entwickelten die jüdische und islamische Kultur einen hohen Standard der dekorativen Kunst.
Auch die Kalligraphie ist eine Form der gegenstandslosen Kunst.
- Die beiden wichtigsten Ausgangspunkte der Abstrakten Kunst waren die aus dem Expressionismus hervorgegangene
freie Malerei, wie etwa von W. Kandinsky, H. Hartung, J. Pollock vertreten, und die fast gleichzeitig vom
Kubismus beeinflusste geometrisierende Abstrakten Kunst, der sich z.B.: M. F. Larionow, F. Kupka, K. Malewitsch
und P. Mondrian widmeten.
Malewitsch, schwarzes Quadrat, 1913
Kandinsky, Komposition VIII, 1923
Mondrian, Komposition, 1921
Frank Stella, gran cairo, 1962
Fontana,
concetto spaziale,
1965
Jackson Pollock no8, 1949
Rothko, ohne Titel, (Violett, Schwarz, Orange, Gelb auf Weiß und Rot) 1949
Heckel, Glaäserner Tag, 1913
Surrealismus
- Der Surrealismus ist eine ab 1920 aus dem Dadaismus entstandene Kunstbewegung, die sich, beeinflusst durch die
Psychoanalyse, zum Ziel setzte, die widersprüchlichen Erfahrungen von Traum und Wirklichkeit in einem erweiterten
Bewusstsein als komplexe Überwirklichkeit erfahrbar zu machen.
- Verbunden durch die Erfahrungen des Dadaismus und angeregt durch die Erkenntnisse von Sigmund FREUD über die
Wirkungen unbewusster, psychischer Prozesse bildete sich eine Gruppe aus Literaten und Künstlern, deren Ziele
erstmals von Guillaume Apollinaire mit dem Begriff „Surrealismus“ bezeichnet wurden.
- Die Surrealisten wollten den unauflösbar erscheinenden Dualismus von Traum und Wirklichkeit überwinden und in
der Verbindung der Gegensätze ein neues, komplexeres und damit weitergehendes Verständnis der Wirklichkeit
erreichen. Ziel war die Erweiterung des Bewusstseins zu einer „surrealen“, also über die einfache Realität
hinausgehenden Sicht der Dinge.
- Einer der Voreiter und Theoretiker des Surrealismus war der französische Künstler Andre Breton. 1919 gründete er mit
anderen Künstlern einen Zweig innerhalb des Dada. Breton und seine Mitstreiter beschäftigten sich in ihren
Kunstwerken mit dem Übernatürlichen. 1924 verfasste Breton das Manifest des Surrealismus.
- Das Übernatürliche und Unwirkliche ist der Gegenstand, der zentral in der Kunst des Surrealismus stand.
Freuds Psychoanalyse war prägend für den Surrealismus und dessen Künstler. Die Künstler des Surrealismus
versuchten ihr Unterbewusstes, ihre innere Traumwelt und die Mystik nach außen zu bringen. Für sie war dies ebenso
eine "reale" Welt wie die Alltagswirklichkeit.
- Ähnlich wie Dada war auch der Surrealismus und seine Künstler stark geprägt von revolutionären Ideen. Auch sie, die
Surrealisten, erklärten mit den Mittel ihrer Kunst, der kapitalistischen Herrschaft den Kampf. Sie betonten immer
wieder ihre Ablehnung der etablierten Spielregeln und Konventionen. Die bürgerlichen Normen und festgeschriebenen
Strukturen waren für sie ein Gefängnis, aus dem es galt auszubrechen.
- Das Ziel der Surrealisten war es, Gegensätze in eine Einheit zu bringen. Die Surrealisten strebten danach ihre Kunst in
der Alltagswirklichkeit auch zu leben. Meditationen, Drogen, Trance-Tänze, Träume sind Möglichkeiten um ein
"surrealistisches Denken" zu entwickeln. Die Künstler die dies erlebten, versuchen diese Erfahrungen in Bildern
festzuhalten.
Salvador Dali, Die Beständigkeit der Erinne rung, 1931
Joan Miro, Karneval der Harlekine, 1924
Kubismus
Picasso
- Pablo Picasso wird 1881 in Malaga geboren.
- Schon von seinem Vater, der Kunstprofessor an der Akademie in Barcelona ist, wird Pablo Picasso die Neigung zur
Kunst in die Wiege gelegt. Picassos Gemälde aus den frühen Pariser Jahren tragen Einflüsse von Toulouse-Lautrec,
Daumier und Gauguin.
- Die Auseinandersetzung mit Jugendstil und Symbolismus führen ihn hin zu seiner sogenannten "Blauen Periode", in
welcher der elende, magere, leicht anämische Mensch zum Bildthema wird. Der Pessimismus der Fin-de-Siècle-
Stimmung dominiert in diesen Arbeiten.
- Die folgende "Rosa Periode" zeigt sich anders. Diese entsteht im Umfeld eines innovativen Künstlerkreises in Paris
und führt zu neuen Ausdrucksformen. Es entstehen Arbeiten in zarten Pastelltönen, die oftmals Szenen aus der
Zirkuswelt zeigen.
- Den Auftakt zu seiner kubistischen Periode, mit der er den klassischen Formenkanon sprengt, markieren die
"Demoiselles d'Avignon" aus dem Jahr 1907.
Die kubistische (abgeleitet vom lateinischen cubus für Würfel) Periode Picassos lässt sich in zwei Phasen einteilen:
den analytischen (1907-1912) und synthetischen (1912-1920) Kubismus. Der analytische Kubismus ist die kubistische
Malweise im engeren Sinne, die Picasso gemeinsam mit seinem Freund Georges Braque entwickelte. Er beschäftigt
sich mit Formfragen; im Zentrum steht das Problem, wie sich die Dinge auf organisierte einfache geometrische
Formen zurückführen lassen. Im Grunde ist kubistische Kunst ein Zerlegungsprozess. Zur Darstellung der Motive wird
keineswegs nur der Würfel benutzt, sondern auch andere geometrische Formen wie Kugel, Kegel und Zylinder. Eine
charakteristische Abkehr von der traditionellen Perspektive ist ferner die Simultanansicht, das heißt, ein Objekt wird so
dargestellt, als sähe man es von allen Seiten gleichzeitig.
- Zerlegte Picasso im analytischen Kubismus noch Motive in einzelne geometrische Objekte, so setzte er sie im
synthetischen Kubismus aus einzelnen Objekten wieder zusammen. Dazu bezog er Materialien (sogenannte objets
trouvés) wie Sand, Zeitungsausschnitte oder Holz in seine Werke mit ein. Dadurch verloren sie ihre eigentlich
Funktion und wurden in seinen Bildern zu Dekorationselementen. Zusammen mit grafischen Elementen (Linien und
Schraffuren, zum Beispiel mit Kohle) gingen sie nun eine Synthese ein, daher der Name dieser Schaffensperiode.
Seine Bilder wurden zunehmend plastischer und ragten von den Leinwänden hervor. Mit dem synthetischen Kubismus
schuf Picasso nicht nur eine neue Kunstrichtung, sondern entdeckte auch neue Gestaltungsmöglichkeiten,
beispielsweise die Collage.
- Pablo Picasso gelangt nach einer realistischen Phase um 1915 und der Beschäftigung mit dem Ballett Diaghilews
1917, zu einem neoklassizistischen Stil.
- Durch seine Auseinandersetzung mit dem Surrealismus fünf Jahre später, stößt der Künstler abermals in neue
Ausdrucksbereiche vor.
- "Guernica", das 1937 entstandene Werk, markiert den nächsten Wendepunkt in Picassos Schaffen. Das großartige
Gemälde entsteht als Auftragswerk für den spanischen Pavillon der Pariser Weltausstellung und kritisiert damit vor
den Augen der Weltöffentlichkeit die Luftangriffe der Franco-freundlichen deutschen Legion Condor während des
spanischen Bürgerkriegs auf das kleine baskische Dorf Guernica. Picasso beschäftigt sich in dieser Zeit intensiv mit
der christlichen Kunst des 10. bis 15. Jhdts. (Elemente aus der Passion Christi, Dreiteilung der Bildaufbaus erinnert an
die Dreiteilung bei mittelalterlichen Hochaltären)
- Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht er nach Südfrankreich zurück und beginnt um die Mitte der vierziger Jahre mit der
Gestaltung und Bemalung von Keramiken. Parallel dazu entsteht ein Großteil seiner grafischen Arbeiten:
Zeichnungen, Lithografien, Radierungen und Linolschnitte. Picasso erarbeitet zahlreiche Zyklen, in denen er Motive
seiner eigenen früheren Bilderwelt mit historischen Vorbildern von Delacroix, Velázques und Manet kombiniert.
Phänomen
Guernica, 1937
Les demoiselles d'Avignon, 1907
Mutter und Kind 1921/22
Stillleben 1911/12
Harlekin 1905
Selbstbildnis Ende 1901
Das 20. Jahrhundert
Salvador Dali, Die Beständigkeit der Erinne rung, 1931
- Die Kunstrichtung Land Art, beginnt in Amerika und Europa um 1968. Die Künstler streben eine direkte
Auseinandersetzung mit der äußeren Wirklichkeit an. Damit meinen sie das Gestalten mit Steinen, Erde, Sand, Wasser,
Bäumen und Pflanzen. Sie bringen diese Materialien in Ausstellungen und Galerien und formen sie dort zu
Kunstwerken. Diese Kunst ist vergänglich, denn sie kann nur an einem Ort gezeigt werden. Ebenso verhält es sich bei
den Kunstwerken, die direkt in der Natur geschaffen werden, durch Eingriffe, Veränderungen und Neuformungen der
Landschaft. Diese Werke sind manchmal so großflächig, dass man sie nur aus der Luft betrachten kann.
- Deshalb stellen die Künstler ihre Arbeiten in Dokumentationen vor, die aus Zeichnungen, Landkarten, Fotos und
beschreibenden Texten bestehen. Oft wird das Werk selbst nicht ausgeführt. Auch hier ist, ähnlich wie bei der
Konzeptkunst, die Bedeutung des Entwurfes größer als die tatsächliche Ausführung.
- wichtige Vertreter: Joseph BEUYS, CHRISTO mit Jeanne-Claude, Robert SMITHSON.
- Op Art ist die Kurzbezeichnung von Optical Art, was optische Kunst oder die Kunst der optischen Wirkung bedeutet.
- Typisch für diese Kunstform sind streng geometrisch keine Flächen, wie Rechtecke, Quadrate, Rhomben, Kreise und Ellipsen, die zu Mustern zusammengesetzt werden. Diese Muster täuschen Formen vor, die hervortreten oder zurücktreten, die sich drehen oder schwingen. Alles beruht auf einer optischen Täuschung. Das zweidimensionale Bild ist so gemalt, dass es eine dreidimensionale Wirkung erreicht, ohne die klassische Perspektive einzusetzen. Alles ist Illusion.Viele Werke der Op Art sind dekorativ und kühl. Sie zeigen, dass sie ihren Ursprung im technisch- naturwissenschaftlichen Denken haben.
- Der bedeutendste Vertreter der Op Art ist Victor VASARELY.
- Superrealismus ist gleichzusetzen mit den anderen Bezeichnungen wie Hyperrealismus oder Fotorealismus.
- Diese Kunstrichtung beginnt etwa 1965 in Amerika und ist hauptsächlich dort beheimatet.
- Die Künstler des Superrealismus malen eine Wirklichkeit, die fotografisch genau und mit überbetonter Schärfe dargestellt ist. Das Foto, früher schon von Künstlern genutzt, aber als Hilfsmittel verheimlicht, wird nun in den Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit gestellt. Da die meisten Werke der Superrealisten großformatig sind, werden in der starken Vergrößerung Einzelheiten sichtbar, die das menschliche Auge bisher noch nicht wahrgenommen hat.
- wichtige Vertreter: Chuck CLOSE, Philip PEARLSTEIN, Gerhard RICHTER malt gelegentlich Landschaften und Akte im fotorealistischen Stil.
- In Wien entsteht aus der Happening- Szene eine neue Aktionsform. Es ist eine Art Theater, teils inszeniert, teils improvisiert. Diese künstlerischen Aktionen sind allerdings so extrem von der herkömmlichen Kunstauffassung abgewandt, dass die Besucher geschockt, angeekelt, angewidert und fassungslos sind. Nach einem turbulenten Happening 1968 mit obszöner Beschimpfung von Staat und Kirche und einer nicht mehr zu überbietenden Schau sexueller Selbstbefriedigung werden die Hauptbeteiligten G. Brus, O. Muehl, und andere zu Haftstrafen verurteilt.
- Die Wiener Aktionisten verstehen sich als Moralisten, die aufrütteln wollen gegen Anpassung und Heuchelei. Sie lehnen die Autorität von Staat und Kirche ab. Anfangs geht es ihnen darum, die Malerei zu überwinden und ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, bei dem der Körper mit einbezogen wird. Später wollen sie sich durch ihre hemmungslosen Aktionsspiele von ihren Aggressionen befreien.
- wichtige Vertreter: Hermann NITSCH und Rudolf SCHWARZKOGLER, Günter BRUS, Otto MUEHL
- Die Minimal Art ist eine als Gegenbewegung zur gestischen Malerei des Abstrakten Expressionismus entstandene Kunstströmung der Bildenden Kunst.
- Minimalismus strebt nach Objektivität, schematischer Klarheit, Logik und Entpersönlichung. Typisch für Skulpturen und Objekte des Minimalismus ist das Reduzieren auf einfache und übersichtliche, meist geometrische Grundstrukturen, häufig in serieller Wiederholung, die industrielle Produktion wie auch der Einsatz von Fertigprodukten oder die überdimensionale Vergrößerung.
- wichtige Vertreter: Donald JUDD, Sol LEWITT, Richard SERRA
- Concept Art oder Konzeptkunst ist der Begriff für eine Ideenkunst. Diese Kunstrichtung entsteht um 1965 in Amerika und Europa.
- Der Künstler bietet ein Konzept an, einen Einfall, eine Idee, etwa in Form einer Zeichnung, eines Textes oder eines Fotos und will damit das Publikum anregen, selbst weiter schöpferisch tätig zu sein. Der Betrachter des Konzeptes soll sich in den Gedankengang des Künstlers vertiefen, sich aus seiner passiven Rolle herausführen lassen und seine eigenen Denk- und Einbildungskraft aktivieren. Das Kunstwerk ist für den Künstler nicht mehr so sehr das geschaffene Bild, sondern der gedankliche Prozess, der vor der Ausführung liegt. In diesem Bemühen, den Betrachter durch Mitarbeit in den Kunstprozess mit einzubeziehen, wird die Kunst nur noch über den Verstand wahrgenommen. Hier gibt es nicht mehr das gemalte Bild, das man durch seine Sinne erfahren kann.
- wichtige Vertreter: Joseph BEUYS, Daniel BUREN, Jenny HOLZER,...
- Diese populäre Kunst entwickelt sich etwa ab dem Jahr 1955 gleichzeitig in Amerika und England.
- Diese Kunst sollte für jedermann verständlich sein. Man wollte nicht mehr intellektuelle Kunst für eine Elite, sondern Unterhaltungskunst für die breiten Massen produzieren.
- Alltagsgegenstände der Konsumgesellschaft werden zu Bildmotiven erhoben. Bilder aus Massenmedien, der Werbung und des Produktdesigns werden durch Wiederholung oder Vergrößerung verfremdet. Die Maler stellten Bilder mittels Schablone in Serie her, genauso wie die abgebildeten Konsumgüter Massenware waren.
- wichtige Vertreter: Richard HAMILTON, Roy LICHTENSTEIN, Andy WARHOL, Claes OLDENBURG,..
Beuys, coyote, 1974
Robert Smithson, SpiralJetty, 1975
haring,crack is wack, 1986
Hermann Nitsch,
Orgien Mysterien Theater, 2003
Donald Judd, ohne Titel, 1968-69
Roy Lichtenstein, M-Maybe, 1965
Roy Lichtenstein, M-Maybe, 1965
Chuck Close, Richard, 1969
Gustave Courbet, Die Steinklopfer, 1849
Adolf Menzel, Das Eisenwalzwerk, 1872-75
Beuys, 7000 Eichen, Dokumenta 7, 1982
LeWitt,
Incomplete Open Cube #7, 1974
Vasarely,
Syta,
1988
Braque,
Violine und Krug,
1910
Les demoiselles d'Avignon, 1907
Kirchner, Rückkehr der Tiere, 1919
Juan Gris
"Porträt von Pablo Picasso",
1912
- Der Kubismus ist eine Stilrichtung der modernen Malerei, 1907/08 von P. Picasso (Les Demoiselles d'Avignon) und G. Braque in konsequenter Weiterentwicklung der Malweise P. Cézannes und als Reaktion auf den Fauvismus begründet.
Der „analytische“ Kubismus

- In den Anfängen des Kubismus malen die Kubisten ihre Bilder mit nur wenigen und eher blassen Farben. Ihrer Meinung nach, würde die im Vordergrund stehenden Formen und Figuren, durch eine üppige Wahl an Farben verloren gehen. Erst später wagen kubistische Künstler mehr mit Farben zu experimentieren. Beim analytischen Kubismus geht es rein um das Zerlegen des Objektes. Es werden geometrische Figuren verwendet, die zusammenpassen, um dann das Objekt zusammengesetzt aus diesen Figuren darzustellen.
Der „synthetische“ Kubismus

- Im synthetischen Kubismus wird das in geometrische Figuren zerlegte Objekt zusammengefügt, um verschiedene Perspektiven auf ein und dasselbe Objekt darzustellen. Die Kubisten verwenden nun auch Objekte, die nicht zusammengehören, jedoch ineinander fließen. In dieser Richtung wagen es dann die Künstler mehr Farben in ihre Bilder einzubringen.
- Der synthetische Kubismus wird ebenfalls mit der Entstehung der „Collage“ in Verbindung gebracht. Pablo Picasso klebt echte Objekte auf die Leinwand wie Sand oder Holz. Dadurch erschafft er eine plastische Sichtweise, denn die Materialen treten plastisch aus
dem Bild heraus.
Frühchristliche Kunst
Römische Kunst
Ägyptische Kunst
Kunst der Vor- und Frühgeschichte
Griechische Kunst
1100 - 100 v. Chr.
(Ohne die minoische und mykenische Kultur)
+ erster kultureller Höhepunkt der abendländischen Kultur in: bildender Kunst, Philosophie, Dichtkunst, Staatswesen
- Auswirkungen auf Römer, Renaissance, Klassizismus, postmoderne Architektur
+ Einwanderung der Griechen von Norden ca. 2000 – 1200 v. Chr. (bis an die südliche Küste)
Verdrängung der kretisch mykenischen Kultur
+ Landschaft – enge, durch hohe Berge getrennte Täler beeinflusst die Bildung von Stadtstaaten – mit unabhängigen
Regierungen
+ kein einheitliches Volk - viele Stämme: Gemeinsamkeiten in der Abstammung, Sprache, Religion und vor allem der
Kultur (sportlicher Wettkampf/ olympischen Spiele)
Raffael, Die Schule von Athen, 1510-11
Caravaggio, Emmaus, 1601
Caspar David Friedrich, Eismeer, 1823-24
Leonardo da Vinci, Mona Lisa,
1503-05
ca. 200 v. Chr. – 500 n. Chr.
ca. 3000 - 332 v. Chr.
ca. 28000 - 3000 v. Chr.
Richard Hamilton,
Just what is it that makes
today's homes so different,
so appealing?, 1956
Jasper Johns, Flag, 1954
Andy Warhol, Marylin,
1964
Schwerpunkte Europa und Malerei
ca. 2. bis 6. Jahrhundert
Byzantinische Kunst
4. bis 15. Jahrhundert
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