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Spurensuche in der Geschichte

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by

Cristina Bonell Garcia

on 28 June 2014

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Transcript of Spurensuche in der Geschichte

1885
1914
2014
1874-1876
1886
Spurensuche in der Geschichte
Ivan Lermolieff aka. Johannes Schwarze aka. Giovanni Morelli
* 25. Februar 1816 in Verona; † 28. Februar 1891 in Mailand

italienischer Politiker, Arzt und Kunsthistoriker
Freud liest Morelli
Freuds Essay
"Der Moses des Michelangelo"
Stummfilme von Rudolf Meinert
Der Hund von Baskerville, 1. Teil
Der Hund von Baskerville, 2. Teil - Das einsame Haus
Sir Arthur Conan Doyle
erfindet Sherlock Holmes
"1886 skizzierte Doyle, während er als Arzt in Southsea, Hampshire, tätig war, erste Entwürfe zu einer Geschichte um einen rational arbeitenden Detektiv namens Sherrinford Holmes,"
"Lange bevor ich etwas von der Psychoanalyse hören konnte, erfuhr ich, daß ein russischer Kunstkenner, Ivan Lermolieff, dessen erste Aufsätze 1874 bis 1876 in deutscher Sprache veröffentlicht wurden [...]" (S.24)
"Es hat mich dann sehr interessiert zu erfahren, daß sich hinter dem russischen Pseudonym ein italienischer Arzt, namens Morelli, verborgen hatte. Er ist 1891 als Senator des Königreiches Italien gestorben. Ich glaube, sein Verfahren ist mit der Technik der ärztlichen Psychoanalyse nahe verwandt. Auch diese ist gewöhnt, aus gering geschätzten oder nicht beachteten Zügen, aus dem Abhub – dem »refuse« – der Beobachtung, Geheimes und Verborgenes zu erraten." (S.24)
"I had - of course- a scientific training. And I used to read occasionally detectiv stories. ... it enoyed me, that the detectiv allways seemed to get his results rather by some sort of lucky chance or Glück ... without an explanation how he got there."
Quelle: http://books.google.es/books?id=Yyqc0Qa6b60C&pg=PA463&dq=Prometheus-Film+rudolf+meinert&hl=de&sa=X&ei=7dusUvH3IqiAywP1rILYCw&ved=0CD4Q6AEwAA#v=onepage&q=Der%20Hund%20von%20Baskerville&f=true
vermutlich zwischen
frühestens 1883
spätestens 1896
„Unsere unwillkürlichen, kleinsten Gesten verraten mehr von unserem Charakter als irgendwelche wohleinstudierten Posen.“ (Wind 1979, S.10)

"Freud stieß [...] in seiner 'präanalytischen' Phase auf die Schriften Morellis, Wir haben es hier also mit einem Element zu tun, das direkt zur Herausbildung der Psychoanalyse beigetragen hat." (Ginzburg 1995, S.11)

„So lieferten Details, die gewöhnlich als unwichtig, gar trivial oder ,niedrig‘ galten, den Zugang zu den erhabensten Produkten des menschlichen Geistes.“ (Ginzburg 1995, S.14)
Sigmund Freud

*6. Mai 1856; † 23. September 1939
war ein österreichischer Neurologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker, der als Begründer der Psychoanalyse weltweite Bekanntheit erlangte.
konnte 1881 nach erfolgreicher Disputation über seine vorgelegte Dissertation zum Thema
Über das Rückenmark niederer Fischarten
zum Doktor der Medizin promoviert werden.

Giovanni Morelli

*25.Februar 1816;

28. Februar 1891
italienischer Politiker, Arzt und Kunsthistoriker
verfasste zahlreiche kunsthistorische Aufsätze
Publizierte unter dem Russischen Pseudonym „Ivan Lermolieff“
Bekannt durch die Morellische Methode : versucht mit vergleichend-empirischen mitteln Gemälde ihren Künstlern zuzuordnen indem das Hauptaugenmerk auf subjektive Details wie Fingernägel, Ohrmuscheln, Hände und Füße gerichtet wird
Details denen der Künstler wenig Beachtung schenkt und die nicht durch die Schule der der Künstler angehört beeinflusst werden
Untersuchte die Bildbestände römischer und deutscher Galerien, wobei er viele Gemälde neu zuordnen konnte
Methode wurde kritisiert wegen der anmaßenden Sicherheit mit der er sie vortrug
Methode wurde als mechanisch und grob positivistisch abgetan

Sir Arthur Conan Doyle

*22. Mai 1859;

7. Juli 1930
- Britischer Arzt und Schriftsteller
- Bekannt für seine Geschichten über Sherlock Holmes
- Deduktive und kriminalanalytische Methode ist typisch für seine Figuren
- Sherlock Holmes : Detektivfigur aus den bekannten Kriminalromanen
- Arbeitsmethode : forensisch, detailgenaue Beobachtung und nüchterne Schlussfolgerungen
- Symbol des analytisch-rationalen Denkens

WS 2013/2014
PS. Lektürekurs I B
Leitung: Matthias Burgard
Tutor: Simon Giani
Moderationsgruppe:
Cristina Bonell García
Fatma Cevik
Lukas Meister
Juliane Zschitschick
Spurensicherung
Der Jäger entziffert die Fährte, Sherlock Holmes nimmt die Lupe, Freud liest Morelli - Die Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst
Carlo Ginzburg 1979
in: Carlo Ginzburg, Spurensicherung. Die Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst (1995) S. 7-44.
1620
Giulio Mancini
* 1558 in Siena; 1630 in Rom
sein Werk:
Considerazioni sulla pittura
schrieb er zwischen 1617 und 1621, publiziert wurde es erstmals 1956
Romantik ca. 1795-1848
Aufklärung ca. 1750 und 1780
1914
Indizienparadigma 1870 - 1880
201 - 300 v. Chr.
Jägerwissen und Wahrsagekunst
Paradigma der Jäger
"die Fähigkeit, in scheinbar nebensächlichen empirischen Daten eine komplexe Realität aufzuspüren, die nicht direkt erfahrbar ist."
> Erzählung aus der Erfahrung des Spurenlesens?
> "der Teil für das Ganze, die Wirkung für die Ursache"
> Metaphern "Tierspuren lesen, entziffern als Hinweis auf die Entstehung der Schrift?

Texte mesopotamischer Wahrsager:
"Beide gehen von der minutiösen Erkundung einer vielleicht 'sehr' niederen Realität aus, um so die Spuren von Ereignissen, die für den Beobachter nicht direkt erfahrbar sind, zu entdecken." (S.16)

Alkmeon
(lebte 5./6. Jhd. vor Chr.)
gehörte zu den Vorsokratikern,
hob die Rolle des Gehirns als Wahrnehmungs- und Erkenntnisorgan hervor.

"strikte Gegenüberstellung von Unmittelbarkeit göttlicher Erkenntnis einerseits und bloß vermutendem Erkennen des Menschen andererseits." (S.18)
Platon
(* 428/427 v. Chr.; † 348/347 v. Chr.)
Schüler von Sokrates

Erkenntnis und Wissen (ἐπιστήμη epistḗmē)

"In seiner Erkenntnistheorie unterscheidet Platon streng zwischen Meinung (δόξα dóxa) oder Glauben ohne Wissen einerseits und wahrem Wissen andererseits. Sinneswahrnehmungen reichen nicht zum Erlangen der Wahrheit aus, sondern erzeugen lediglich Meinungen. Auch wenn eine Meinung zutrifft, ist sie von prinzipiell anderer Beschaffenheit und anderen Ursprungs als Einsicht."
Rationalismus vs. Irrationalismus
neue
Ideen
Rationalismus
Irrationalismus
Vernunft
Quantitative Methoden
Wiederholbarkeit
Wissenschaftlichkeit
Denken
Verstehen wollen
Intuition
Unterbewusstsein
Unvernunft
Unzulänglichkeit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit
irrationale Struktur der Wirklichkeit
Glaube
Wissen
unbewusste Wahrnehmung
Paradox:
der Mensch hat erst lesen und dann schreiben gelernt
Zitat in einer Fußnote auf S.16. aus Étiemble,
La scrittura
, Mailand 1962, S.22-23
Zusammenhang zum Fach
Analogie
Kriminalistik
Der Jäger interpretiert die Vergangenheit

Der Wahrsager interpretiert die Zukunft
Schrift / Sprache
Dinge benennen können,
Gedanken eine Form geben,
Wissens(v)ermittlung
Abstraktionsfähigkeit
Humanwissenschaften
Semiotik > Problem findet sich in vielen sogenannten
weichen
Wissenschaften
Jägerwissen/Wahrsagekunst
Identifikation/Individualität
Spuren, Indizien, Symptome
Details, Kleinigkeiten, Nebensächliches, Unbewusstes

Methoden (Quanti/Quali)
Sammeln, Beobachten, Kategorisieren, Analysieren, Interpretieren, Fragen, intuitiv verbinden, zeitlich Einordnen...

Zeichen
Dilemma:
Intuition, angeeignetes Erfahrungswissen vs. nachprüfbares, quantifizierbares, wissenschaftliches Wissen

Morelli, Holmes/ConanDoyle, Freud
Wittgenstein: Die Grenzen meiner Sprache...
Spurensicherung
Eine Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst
Epistemologie, Paradigma, Irrationalismus/Rationalismus
Beispiel für die Vorgehensweise der Mikrogeschichte
Spurenlesen
Nietzsche: Das Thier Mensch...
1995
Carlo Ginzburg
Die Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst
Epistemologie
von griechisch ἐπιστήμη episteme ‚Wissen‘, ‚Wissenschaft‘, ‚„wahre“ Erkenntnis‘ und λόγος lógos ‚Wort‘, ‚Rede‘, ‚Lehre‘)
Semiotik

Theorie der sprachlichen u. nichtsprachlichen Zeichensysteme
(z. B. Bilderschrift, Gestik, Formeln, Sprache, Verkehrszeichen)

Teilgebiet der philosophischen Erkenntnistheorie,
der Wissenschaftstheorie und der Sprachphilosophie sowie der Sprachwissenschaft.

Sie findet in verschiedenen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Anwendung.
Grundbegriffe
Paradigma heute: (bildungssprachlich) Beispiel, Muster; Erzählung mit beispielhaftem Charakter

Michel Foucault (* 15. Oktober 1926-† 25. Juni 1984):
Gegen die positivistische Geschichtsschreibung, die die Geschichte als linearen und kumulativen Prozess deutet, heben die Epistemologen die Diskontinuität hervor.
1956
Publikation von Mancinis Werk
1870 -1880

Entwicklung des Indizienparadigmas in der Humanwissenschaft

- aus der Semiotik

- wurzelt jedoch schon in der Jägerzeit
Der Text selbst ist ein erkenntnistheoretischer,
ein epistemologischer Text.

Unsere Ausgangsfragen waren:
Wie kann man das Dilemma zwischen Irrationalismus und Rationalismus lösen? Was ist dieses Dilemma?

Das Dilemma beruht auf der Frage wie man zu Erkenntnis gelangt.
Welche Methode ist für uns zulässig um damit „Wissen“ zu erlangen?

Epistemologie
Rationalismus
Empirie
Logik
A priori Wissen
Orkham´s Rasiermesser
Sinneserfahrung
A posteriori Wissen
Belege, keine Beweise
Widerlegbarkeit
Willard Van Orman Quine:
A priori existiert nicht.
Alle Sätze sind Sätze der Erfahrung -> auch die der Logik
Daraus würde folgen, dass die Trennung künstlich,
nicht notwendig oder nicht haltbar ist.
Da die Logik Teil der Empirie ist.
Wilhelm von Ockham (1288-1347)
Ockhams Rassiermesser:

Die Zahl der Hypothesen ist nicht über das Notwendige hinaus zu erweitern
Die einfachsten Hypothese, bis zu ihrer Widerlegung, annehmen
Galileo Galilei (1564- 1642)
Quanitfizierbarkeit
Wiederholbarkeit
-> Mathematik und Experimente
absolute Priorität der Messung und des Experiments vor der Theorie oder Spekulation

"Figuren, Zahlen und Bewegungen, und nicht etwa durch Gerüche, Geschmack oder Klang; geht man über die tierische Wahrnehmung hinaus, so sind jene - glaube ich - nichts weiter als bloße Namen" (S.21)


Galilei Beschränkt die (sinnlichen) Erkenntnismethoden
trotzdem bleibt der Bezug auf eine sinnlich erkennbare, empirische Welt
-> Anti- Anthropozentrisch, Anti- Anthropomorph
Kuhn übernahm für seine Theorie den Ausdruck Paradigma aus der Linguistik.
In Kuhns ursprünglicher Verwendung sind Paradigmen „konkrete Problemlösungen, die die Fachwelt akzeptiert hat".
Die Lösungen solcher Probleme werden Studierenden in Lehrbüchern erklärt. Solche allgemein akzeptierten Problemlösungen dienen als Anleitung, um andere Probleme zu lösen, indem man sie mit den schon gelösten Problemen analogisiert.
Ende des 19. Jhds. vollzog sich in den Humanwissenschaften ein Wechsel, ein neues epistemologisches Modell entstand.
Ein Paradigmenwechsel.
Ginzburgs Hauptanliegen:
Versuch einer Auflösung des Dilemmas Rationalismus vs. Irrationalismus
Eine Genealogie der Geisteswissenschaft
ein grundlegendes Teilgebiet der Philosophie,
das sich mit der Lehre des Wissens bzw. der Wissenschaft befasst
Es werden zwei Zugangsformen der Epistemologie unterschieden:
1. der Rationalismus
bei dem Wissen durch logisches Denken erlangt wird
ein Wissen, das von Erfahrung unabhängig ist
2. der Empirismus
bei dem Wissen durch Sinneserfahrung entsteht
also von der eigenen Erfahrung abhängig ist

Eine strikte Trennung beider Herangehensweisen wird jedoch nicht präferiert.
Man hat vielmehr erkannt, dass beide Zugangsformen
sich gegenseitig unterstützen und korrigieren.
Irrationalismus
Erwerb von Erkenntnis durch bestimmte Form von Intuition
Die Vernunft (Ratio), kann keine ausreichende Erkenntnis über die Welt erwerben
Da:
a) Unzulänglichkeit der menschlichen
Ratio
b) Irrationalität der Welt

Gott würfelt nicht!
Einzelfälle
Individualität
Zeichen/Indizien für nicht oberflächliche Ursache: Indirekte Erkenntnis
Erfahrungswissen
-> Unsicherheit in den Ergebnissen
Parallelität
Distanz des Betrachters proportional zur Abwertung des Individuellen
Abstraktion
Norm
Allgemeine Erkenntnis
Verallgemeinerung
Vorhersagbarkeit

" ... versuchte die Wahrscheinlichkeitsrechnung, den Problemen, die in der Wahrsagekunst in völlig anderer Form angegangen worden waren, eine streng mathematische Formulierung zu geben" (S.27)
// zur Quantentheorie
Ginzburg verwendet den Begriff
Paradigma
nach Thomas Kuhn:
Fragen
Wie kann man das Dilemma zwischen
Irrationalismus und Rationalismus lösen?

Was ist dieses Dilemma?
Diese Analyseverfahren haben eines gemeinsam:
„In allen drei Fällen erlauben es unendlich feine Spuren, eine tiefere, sonst nicht erreichbare Realität einzufangen.“ (Ginzburg 1995, S.14)

Analogie der Methoden
Der Kern des Indizienparadigmas und der Semiotik
"Die Existenz eines tieferen Zusammenhangs, der die Phänomene der Oberfläche erklärt, sollte man gerade dann betonen, wenn man behauptet, dass eine direkte Kenntnis dieses Zusammenhangs unmöglich ist. Wenn auch die Realität ,undurchsichtig ist, so gibt es doch besondere Bereiche - Spuren, Indizien-, die sich entziffern lassen" (S.37)
unwillkürliche, geringfügige Symptome ->
Identität
Bestimmung
Klärung kultureller Zusammenhänge (z.B. Aphorismen)
Klärung komplexer, großer Zusammenhänge
als Beispiel für die Parallelität?
Die Entstehung der Schrift:
Abstraktionsfähigkeit

Sprache> Fähigkeit Dinge und Gedanken zu benennen
Aber kann ein Indizienparadigma konsequent sein?
Kunstkritiker und Physiker
studierte an der Universität von Padua Medizin, Astrologie und Philosophie
ab 1595 lebte er in Rom wo er als Artzt praktizierte, ab 1993 im Krankenhaus Santo Spirito
1623 wurde er zum Leibarzt von Papst Urban VIII, der ein Förderer der Künste war
Mancini war bis zu seinem Tod überzeugter Atheist
ließ sein Vermögen unter den Studenten von Siena verteilen

Rekonstruktion der Ursache aus der Wirkung
Empirie
Humanwiss.
Teil des für Kunstlaien geschriebenen Buches widmete sich den Methoden mit denen man Fälschungen erkennen und Originale von Kopien unterscheiden kann
Problematik
Bei der Datierung der Gemälde ist zum Erkennen der Merkmale der verschiedenen Epochen eine gewisse Praxis notwendig! > Erfahrungswissen!
Die Verwendbarkeit der Empirie in den Humanwissenschaften
NEIN > unabgesicherte Erkenntnis
> Ergebnisse von größerer Bedeutung
> "stummes Wissen",
nicht verbalisierbares Wissen bleibt erhalten
> Einzigartiges, Unersetzliches, Individuelles
JA > Sichereres Wissen
> geringere Bedeutung der Ergebnisse
Wissen, dass an alle Situationen gebunden ist
- Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit
- "Es handelt sich hier um Formen eines tendenziell stummen Wissens - und zwar deswegen, weil sich seine Regeln nicht dazu eignen, ausgesprochen oder gar formalisiert zu werden." (S.38)
Indizienwissen
Intuition führt zu diesem Wissen/ führt Wissen fort
Intuition
Verwendet man"Synonym für die blitzschnelle Rekapitulation eines rationalen Prozesses" -> Unterteilung in hohe und niedere Intuition
- anhand von Indizien vom Bekannten ins Unbekannte schließen
- sinnlich
- global
-> " Und sie bindet das Tier Mensch an alle anderen Tierarten." (S.38)


niedere Intuition
hohe Intuition
Gott würfelt nicht!
Ginzburgs Einleitung:
[Schriftzeichen „caratteri“ > bei Mancini, Charakter/Unterbewusstsein eines Künstlers, Morelli etc.]
Erfahrungs- und Indizienwissen war schwer in Worte zu fassen, kaum nachweisbar und daher ungeeignet als Grundlage für wissenschaftliches, abstraktes, rationales Arbeiten
"Die schriftliche Kultur hatte seit einiger Zeit versucht, diesem Körper lokalren Wissens (corpo ie saperi locali) ohne Ursprung, Erinnerung und Geschichte eine genaue Formulierung zu geben." (S.28)
Literatur verbreitete sich mittels Übersetzung vom Orient nach Europa
Die sri lankische Geschichte der
Drei Königssöhne von Serendippo
inspirierte den britischen Schriftsteller, Politiker und Künstler Horace Walpole z.B. zu einem vollkommen neuen Wort für "unvorgesehene Entdeckungen, die durch Zufall und Intelligenz gemacht werden."

> Serendipity<

dieser Begriff fand dann in vielen Wissenschaften als das
Serendipitäts-Prinzip
Eingang für alle zufällig gemachten Entdeckungen wie z.B. den Klettverschluss oder die Entdeckung von Penicillin.
„Der Sohn der italienischen Schriftstellerin Natalia Ginzburg wurde 1939 in Turin geboren. Sein Vater Leone Ginzburg war im antifaschistischen Widerstand aktiv und starb 1944 im Gefängnis in Rom nachdem er dort von der Gestapo gefoltert wurde. Carlo Ginzburg war Professor an der Universität von Kalifornien, seit 2006 lehrt er in Pisa.“ (Salewski 2008)
Beispiel für die Wechselwirkung verschiedener Disziplinen
Er spricht mehrere Sprachen, darunter Italienisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch.
Ginzburgs famous last words:
Schriftzeichen "caratteri". Dasselbe Wort taucht in diesem oder einem analogen Sinn etwa um 1620 in sehr unterschiedlichen Schriften wieder auf: in [...] der modernen Physik..." (S.24)
Verbindung zu naturwissenschaftlichen Disziplinen
"[...] das eigentliche Hindernis bei der Anwendung des galileischen Paradigmas [ist] die mehr oder weniger zentrale Stellung des individuellen Elements in den einzelnen Wissenschaften [...]" (S.25)
"[...] daß das menschliche Auge für die (auch unbedeutenden) Unterschiede zwischen menschlichen Lebewesen empfindlicher ist als für die zwischen Steinen und Blättern."
“[...] die künftigen epistemologischen Kernfragen der Humanwissenschaften schon formuliert." (S.27)
Unmöglichkeit der Quantifizierung, wegen der Präsenz des Qualitativen, des Individuellen
"Es handelt sich hier um Formen eines tendenziell stummen Wissens - und zwar deswegen, weil sich seine Regeln nicht dazu eignen, ausgesprochen oder gar formalisiert zu werden." (S.38)
Humanwissenschaften
Kriminalistik
Identifizierung und Individualität
Jede Gesellschaft will Komponenten aus denen sie sich zusammensetzt unterscheiden können
Namen : reichen in komplexen Gesellschaften nicht aus um die Identität zu bestimmen
Durch Industrialisierung (Ende 19.Jahrhundert) entstanden neue Begriffe von Eigentum und Gesetzgebung
bei Identifizierung von Kriminellen musste nachgewiesen werden dass der Täter schon einmal verurteilt worden war, und das derjenige wirklich der schon Verurteilte war
Erkennungszeichen das unauslöschlich ist wurde gebraucht
Methode der Fingerabdrücke : „Geheimes Kennzeichen der Individualität in den Linien der Fingerkuppen“ (S.35)
Erkenntnis
Fragen
- Freud Arzt, Morelli promovierte Medizin, Doyle hatte als Arzt gearbeitet (S.14)

- medizinische Semiotik: Wissenschaft, die es erlaubt, die durch direkte
Beobachtung nicht erreichbaren Krankheiten anhand von Oberflächensymptomen zu diagnostizieren. (S.15)

- Medizin ist Indizienwissenschaft
"Wenn man keine Risiken eingeht, dann kann man nichts verstehen, das wirklich von Bedeutung ist, weil man sich mit dem zufrieden gibt, was wir bereits wissen." (Ginzburg 2008)
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