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Autobiographischer Roman
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und
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Altersliebe im Alterswerk
Die Mutter spricht reines Alemannisch, von ihr ist ein Lebenlang kein einziger hochdeutscher Satz zu vernehmen. Der Vater pfleg ein besseres Realschul-Bayrisch. An der Differenz zwischen Vater-, Mutter- und Hochsprache entwickelt der Junge sein Sprachgefühl und lernt, der Herkufnt der Worten nachzuhorchen. (Magenau, S. 22)
24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren.
„Walsers Figuren sind Handpuppen, denen er als Bauchredner seine Stimme leiht. Das hat zur Konsequenz, daß sie alle so klingen wie er selbst. Alle sind geprägt von seiner Empfindsamkeit, seiner Gefühlsdominanz, seiner Stimmungszugewandtheit.“ (Magenau, S. 525)
Das Dorf ist die Welt, die Welt ist ein Dorf. Die Menschen in Wasserburg heißen Zürn, Meßmer oder Dorn, Gierer oder Hotz. Ein Blick ins Teephonbuch oder ein Gang über den zum See hin mauerbewerten Freidhof neben der Zwiebelturmkirche genügt, um das Personal der Roame Martin Walsers aufzuspüren. In Wasserburg schöpft er seinen Vorrat an Namen und Menschen und Geschichten. (Magenau, S.25)
Vorbilder:
Frank Schirmacher: „Elementare Anstandsregeln sind durch das Buch verletzt worden“ (Interview im Spiegel, 3.06.2003)
Walser und Goethe
"Gerade habe man ja noch die SPRECHSTUNDE angeschaut, kollektiv, auf einer aus der Decke herabgelassenen Leinwand. Da diesmal Hans Lach dran was als SChelchtes Buch und Philip Roth als Gutes Buch, war Lach Mittelpunkt. [...]
Zuerst einmal müsse festgestellt werden, daß Hans Lach dieses Buch vorsätzlich gegen ihn, Ehrl-König, geschrieben haben. seit er, Ehrl-König, hier SPRECHSTUNDE halte, also immerhin seit siebzehn Jahren, habe er nicht aufgehört zu sagen, daß ein Roman, der mehr als vierhundert Seiten lang sei, ihm, dem Leser André Ehrl-König, zu beweisen habe, warum er mehr als vierhundert Seiten lang sein müsse. Hans Lach denke nicht daran, diesen Beweis zu liefern." (Tod eines Kritikers, S. 36ff.)
Herr Templone war nicht der Mann, der auf das erste beste Geflüster hin seine Villa verkauft und das schattige, in den Wald hineingebaute Villenviertel verlassen hätte, um irgendwo in der Stadt drin in einem hundertfenstrigen Mietshaus Unterschlupf zu suchen. Ja, wenn eine ganz neue und giftige Insektenart in Bernau eingefallen wäre, wenn sich in dem mossigen Waldboden, auf dem das Virtel gebaut war, eine erdzerwühlende böse Tierart niedergelassen hätte, die alle Wurzeln vernichten, di eHäuser unterhöhlen und dadurch zum Einsturz bringen konnte, wenn es Gründe dieser Art gewesen wären, hätte Herr Templone, der sein Vermögen durch Grundstücksspekulationenen erworben hatte, wahrscheinlich auch an Verkauf gedacht.
(Templones Ende. Aus: Flugzeuge über dem Haus,1955, S. 86)
Templones Ende
Ehen in Philippsburg
Martin Walser
"Machtausübung, Machtmißbrauch und Ohnmacht sind die Haupttehmen in Walsers Romanen, Aufsätzen, Reden und Theaterstücken dieser Jahre." (Fetz, S. 8)
"Auschwitz ist überhaupt nichts Phantastisches, sondern eine Anstalt, die der deutsche Staat mit gorßer Folgerichtigkeit entwickelte zur Ausbeutung und Vernichtung von Menschen." (Unser Auschwitz)
"Wenn in Auschwitz etwas Deutsches zum Ausbruch kam, was sit dann in mir das Deutsche, das dort zum Ausbruch kam?" (Unser Auschwitz)
"Ein deutscher Autor hat heute ausschließlich mit Figuren zu handeln, die die Zeit von 33 bis 45 entweder verschweigen oder zum Ausdruck bringen. Die die Deutsche Ost-Westlage verschweigen oder zum Ausdruck bringen. Jeder Satz eines deutschen Autors, der von dieser geschichtlichen Wirklichkeit schweift, verschweigt etwas." (Vom erwartbaren Theater,1962)
"Gemeinhin wird angenommen, dass Walser sich entweder gewandelt habe (nämlich zunehmend konservativer geworden sei), oder es sogar einen Bruch in seiner Entwicklung gegeben habe (er seine linken Wurzeln verleugne). Zum Beleg dieser Alternativen wird das gleiche Material herangezogen und auch ähnlich datiert: Man wirft sich auf jene Phase schriftstellerischen Schaffens, die Mitte der 70er Jahre begann." (Lorenz, S. 19)
"Als Franz Horn aufwachte, waren seine Zähne aufeinandergebissen. Ober- und Unterkiefer spürte er als gewaltige Blöcke. Es war nicht das erste Mal, daß er sie so aufeinandergebissen fand. Aber der Druck war noch nie so stark gewesen. Er stand auf und reckte den Kopf so weit als möglihc nach oben. Als könne er so dem Druch des unterkiefers ausweichen. Ovvenbar hatte das Aufeinanderbeißen lang vor dem Aufwachen begonnen. Die Kiefer taten we. Noch bevor er die Dusche aufdrehte, sprang der Biß plötlich auf. (Jenseits der Liebe)
Familie Walser
"Die Sehnsucht, erfogreich zu sein, füllte den Geschlagenen aus wie die Finsternis ein geschlossenes Faß" (Halbzeit, 162)
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