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moderne Kurzgeschichte

the presentation about the german short story
by

Bastian Beck

on 23 March 2014

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Transcript of moderne Kurzgeschichte

moderne
Kurzgeschichte

eine Form der Kurzprosa
Geschichte
Ursprünge der Kurzgeschichte
Entstand Ende des 19. Jhdt. in den USA

geschrieben für Zeitungen und Zeitschriften

höherer Verdienst in der Zeitungsbranche, als im Buchmarkt
Deutschland:
Anfang des 20. Jhdt. erste Veröffentlichungen von Kurzgeschichten

großer Konkurrenzkampf gegen Novelle und Anekdote
Gliederung
Geschichte
Merkmale
Aufbau
Analyse
Geschichte
Die "deutsche Kurzgeschichte" 1945- 1955
Nach 1945:
als literarischer Neubeginn in der Trümmer- und Kahlschlagliteratur
durch die einfache und sachliche Sprache - Gegenstück zur aufgeladenen ideologisierten NS-Literatur
Themen:
allgemeine menschliche Phänomenen (Statusdenken, Generationenkonflikt, ...),
Auseinandersetzung mit der Nachkriegszeit, Kriegsheimkehrer, Ablehnung gegen Krieg
Bekannte Autoren:
Wolfgang Borchert
Heinrich Böll
Alfred Andersch
Elisabeth Langgässer
Merkmale
Ab 1960:
Kurzgeschichte verliert langsam an Bedeutung
Erzähltechnik und Sprache
Handlung und Personen
Geringer Umfang
keine bzw. sehr kurze Einleitung
Ort und Zeit stark komprimiert
Überraschender Einstieg ins Geschehen
Alltags- bzw. Umgangssprache
bildhafte Sprache
Höhepunkt/Wendepunkt am Schluss
offener Schluss oder Pointe
wichtige Handlung einer Person
Themen sind Alltagssituationen/ Probleme der Zeit
Konfliktreiche Situation
wenige Hauptpersonen (1-2 Charktere)
normale alltägliche Person(en)
Mittelpunkt: Alltagsperson; kein Held, sogar eher ein Anti-Held
keine einheitlichen Merkmale, abhängig von dem Autor
Leser fühlt sich den Figuren näher
manchmal muss man 2-3 lesen
muss zwischen den Zeilen lesen...,


... um innere Vorgänge, Gefühle und Reaktionen zu erkennen und zu verstehen
Kürze des Inhaltes
Der Leser ist gezwungen, die Kurzgeschichte viel intensiver zu lesen
Ziel:
intensiveres Leseerlebnis
Aufbau
größtenteils unterteilt in 4 Abschnitte
häufig nicht vorhanden
falls doch, ist die Einleitung sehr kurz
Beantwortung der W-Fragen
Exposition
Aufbau des Problems/der Spannung
Schilderung des Problems/Konflikts
"Um was geht es in der Kurzgeschichte"
retardierendes Moment
ein ausführlich erklärter Moment des Konflikts/Problems
eine Szene, die den Höhepunkt hinauszögert
"versucht das Problem zu lösen, aber scheitert dabei und versucht es erneut"
Lösung des Problems - entgültiges Scheitern
Höhepunkt der Kurzgeschichte
offenen Schluss - nachdenken, was das Scheitern/Lösung für Folgen hat
Pointe - überraschende Wendung der Handlung
Analyse
der Kurzgeschichte
Vielen Dank
für Eure Aufmerksamkeit!

Quellenverzeichnis:
http://www.lehrerbarth.de/Deutsch/D9/kurzgeschichte.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurzgeschichte
http://schulzeug.at/deutsch/20-sonstige/260-die-kurzgeschichte
http://www2.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/18/445.pdf
http://www.schreibwerk.fv-verlag.de/Schreibwerk-zeug-KG-Struktur.htm
http://www.net-verlag.de/ueber-kurzgeschichten.html
http://www.schreibwerkstatt.de/images/pages/kurzgeschichte.jpg
http://twitterhuder-abendblatt.de/wp-content/uploads/2012/06/kurzgeschichte.jpg
http://buechereilauenburg.files.wordpress.com/2012/10/tom-gauld-short-story.jpg
http://www.abendblatt.de/img/kommunales/crop105535687/4198728812-ci3x2l-w620/wolfgangborchert-HA-Online-Hamburg.jpg
http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2010/07/B%C3%B6ll.jpg
http://www.wdr5.de/sendungen/krimiamsamstag/alfredandersch100_v-TeaserAufmacher.jpg
http://wwwalt.phil-fak.uni
duesseldorf.de/frauenarchiv/fotografinnen/nachkriegszeit/images/ka_elisabeth_langgaesser_bonn_1948_600x.jpg

Plötzlich wachte sie auf. Es war halb drei. Sie überlegte, warum sie aufgewacht war. Ach so! In der Küche hatte jemand gegen einen Stuhl gestoßen. Sie horchte nach der Küche. Es war still. Es war zu still und als sie mit der Hand über das Bett neben sich fuhr, fand sie es leer.
Das war es, was es so besonders still gemacht hatte: sein Atem fehlte. Sie stand auf und tappte - durch die dunkle Wohnung zur Küche. In der Küche trafen sie sich. Die Uhr war halb drei. Sie sah etwas Weißes am Küchenschrank stehen. Sie machte Licht. Sie standen sich im Hemd gegenüber. Nachts. Um halb drei. In der Küche. Auf dem Küchentisch stand der Brotteller. Sie sah, dass er sich Brot abgeschnitten hatte. Das Messer lag noch neben dem Teller. Und auf der Decke lagen Brotkrümel. Wenn sie abends zu Bett gingen, machte sie immer das Tischtuch sauber. Jeden Abend. Aber nun lagen Krümel auf dem Tuch. Und das Messer lag da. Sie fühlte, wie die Kälte der Fliesen langsam an ihr hoch kroch. Und sie sah von dem Teller weg. „Ich dachte, hier wäre was“, sagte er und sah in der Küche umher. „Ich habe auch was gehört“, antwortete sie und dabei fand sie, dass er nachts im Hemd doch schon recht alt aussah. So alt wie er war. Dreiundsechzig. Tagsüber sah er manchmal
jünger aus. Sie sieht doch schon alt aus, dachte er, im Hemd sieht sie doch ziemlich alt aus. Aber das liegt vielleicht an den Haaren. Bei den Frauen liegt das nachts immer an den Haaren. Die machen dann auf einmal so alt. „Du hättest Schuhe anziehen sollen. So barfuß auf den kalten Fliesen. Du erkältest dich noch.“ Sie sah ihn nicht an, weil sie nicht ertragen konnte, dass er log. Dass er log, nachdem sie neununddreißig Jahre verheiratet waren. „Ich dachte, hier wäre was“, sagte er noch einmal und sah wieder so sinnlos von einer Ecke in die andere, „ich hörte hier
was. Da dachte ich, hier wäre was.“ „Ich hab auch was gehört. Aber es war wohl nichts.“ Sie stellte den Teller vom Tisch und schnippte die
Krümel von der Decke. „Nein, es war wohl nichts“, echote er unsicher. Sie kam ihm zu Hilfe: „Komm man. Das war wohl draußen. Komm man
zu Bett. Du erkältest dich noch. Auf den kalten Fliesen.“ Er sah zum Fenster hin. „Ja, das muss wohl draußen gewesen sein. Ich dachte, es wäre hier.“ Sie hob die Hand zum Lichtschalter. Ich muss das Licht jetzt ausmachen, sonst muss ich nach dem Teller sehen, dachte sie. Ich darf doch nicht nach dem Teller sehen. „Komm man“, sagte sie und machte das Licht aus, „das war wohl draußen. Die Dachrinne schlägt immer bei Wind gegen die Wand. Es war sicher die Dachrinne. Bei Wind klappen sie immer.“ Sie tappten sich beide über den dunklen Korridor zum Schlafzimmer. Ihre nackten Füße platschten auf den Fußboden. „Wind ist ja“, meinte er. „Wind war schon die ganze Nacht.“ Als sie im Bett lagen, sagte sie: „Ja, Wind war schon die ganze Nacht. Es war wohl die Dachrinne.“ „Ja, ich dachte, es wäre in der Küche. Es war wohl die Dachrinne.“ Er sagte das, als ob er schon halb im Schlaf wäre. Aber sie merkte, wie unecht seine Stimme klang, wenn er log. „Es ist kalt“, sagte sie und gähnte leise, „ich krieche unter die Decke. Gute Nacht.“ „Nacht“, antwortete er noch: „Ja, kalt ist es schon ganz schön.“ Dann war es still. Nach vielen Minuten hörte sie, dass er leise und vorsichtig kaute. Sie atmete absichtlich tief und gleichmäßig, damit er nicht merken sollte, dass sie noch wach war. Aber sein Kauen war so regelmäßig, dass sie davon langsam einschlief. Als er am nächsten Abend nach Hause kam, schob sie ihm vier Scheiben Brot hin. Sonst hatte er immer nur drei essen können. „Du kannst ruhig vier essen“, sagte sie und ging von der Lampe weg. „Ich kann dieses Brot nicht so recht vertragen. Iss du man eine mehr. Ich vertrag es nicht so gut.“ Sie sah, wie er sich tief über den Teller beugte. Er sah nicht auf. In diesem Augenblick tat er ihr Leid. „Du kannst doch nicht nur zwei Scheiben essen“, sagte er auf seinen Teller. „Doch. Abends vertrag ich das Brot nicht gut. Iss man. Iss man.“ Erst nach einer Weile setzte sie sich unter die Lampe an den Tisch.

Wolfgang Borchert: "Das Brot" (1946)
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