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Gerechter Krieg

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by

Tim Aichele

on 3 May 2017

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Transcript of Gerechter Krieg

Gerechter Krieg
Krieg
keine global einheitliche Definition von Krieg:
nach Genfer-Fünfmächteabkommen: Krieg ist "Anwendung bewaffneter Gewalt"
nach Duden: "mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt zwischen Staaten, Völkern; größere militärische Auseinandersetzung, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt"
Literaturverzeichnis

http://www.bayern-evangelisch.de/was-uns-bewegt/gerechter-krieg.php, 07.04.2016
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17756/krieg, 07.04.2016
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18430/voelkerrecht, 08.04.2016
http://www.duden.de/rechtschreibung/Krieg, 07.04.2016
http://www.friedenspaedagogik.de/materialien/kriege/kriegsgeschehen_verstehen/krieg/gerechter_krieg/die_lehre_vom_gerechten_krieg, 11.04.2016
http://www.iuspublicum-thomas-schmitz.uni-goettingen.de/Downloads/Schmitz_StR-III_Definitionen1.pdf, 08.04.2016
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/gerechter-krieg-gerechter-friede, 10.04.2016
http://www.theologe.de/altes_testament.htm, 14.04.2016
http://www.unric.org/de/charta, 11.04.2016
http://www.unric.org/de/voelkerrecht, 08.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Bellizismus, 07.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen, 13.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Friede, 13.06.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Krieg, 07.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanit%C3%A4res_V%C3%B6lkerrecht, 13.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg, 07.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsv%C3%B6lkerrecht, 13.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Militarismus, 07.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Pazifismus, 11.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen, 11.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4ventivschlag, 13.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanit%C3%A4re_Intervention, 13.04.2016
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/15885/1/Gasparevic_Matija.pdf, 11.04.2016
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/krieg-at/ch/a04a0001156f25293e631aa923de1cf7/#h12, 12.04.2016
https://www.ekd.de/EKD-Texte/77567.html, 10.04.2016
https://bibelbund.de/2015/02/gewalt-in-der-bibel/, 13.04.2016
http://www.pol-ag.de/html/bergpredigt.html, 13.04.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation), 20.04.2016
Ethische Position
Militarismus/ Bellizismus
Bellum iustum
(Die Lehre des gerechten Krieges)
Pazifismus
Gewaltanwendung (Krieg) ist kategorisch untersagt und geächtet
Ziel ist ein "ewiger" Friede und Freundschaft zwischen Staaten und Menschen
Kriege sind notwendig und unvermeidbar
Kriege werden idealisiert und heroisiert
nur durch militärische Stärke kann Frieden und Sicherheit den Bürgern garantiert werden
Krieg kann gerecht sein, wenn bestimmte Bedingungen (Kriterien) erfüllt sind
es wäre moralisch nicht vertretbar in gewissen Situationen (die diese Kriterien erfüllen) keinen Krieg zu führen
Ziel der Lehre des gerechten Krieges ist es den Krieg zu limitieren, d.h. Entscheidungen zum Krieg und die Mittel und Methoden der Kriegsführung mit moralischen Standards zu beschränken
Motive
Formen
Ökonomisch
Politisch
Ideologisch
Religiös, fanatisch
ethnisch
Koalitionskrieg
Partisan-, Guerillakrieg
Bürgerkrieg
Unabhängigkeitskrieg
Kurzer Ausflug in die Bibel
Realismus
Krieg ist ein notwendiges Mittel zur Realisierung nationaler politscher Interessen, er ist rein instrumentell (Begründung Staatsräson)
die Moralität des Krieges ist (für die Politik) irrelevant, weil sie mit den Interessen des Staates in Konflikt steht, da sie den Staat in seiner Handlungsfreiheit einschränken
die staatliche Souveränität wird (zum großen Teil) durch seine militärische Stärke definiert
Definition
Die Lehre des gerechten Kriegs
- bellum iustum

Geschichtliche Entwicklung
Probleme
es gibt keine endgültig kanonisierte Version der Lehre vom gerechten Krieg
Kriterien der verschiedenen Lehren sind sehr unterschiedlich, aufgrund unterschiedlichen historischen Situationen / Kontexten
Kriterien
Recht zum Krieg (ius ad bellum)
Das Recht im Krieg - jus in bello
Legitime Autorität
gerechter Grund
rechte Absicht
Verhältnismäßigkeit der angewandten militärischen Mittel und Methoden
Krieg als letztes Mittel (Ultima Ratio)
Immunität der Nichtkombattanten (Diskriminierungsgebot)

Vernünftige Erfolgswahrscheinlichkeit des Krieges


Verhältnismäßigkeit der Reaktion, d.h. der Entscheidung, militärische Gewalt anzuwenden
Kritik
Bellizismus-Vorwurf
Post-bellum
Obsoleszenz-Vorwurf
Krieg in der Bibel
Kriegsvölkerrecht
Auslegung
Evangelisch
Katholisch
Kriterium zum Krieg - ius ad bellum
Kriterien im Krieg - ius in bello
- das humanitäre Völkerrecht
z.B. Genfer Konventionen
Definition
Bewertung von Krieg
Kosovokrieg
Irakkrieg
bis zum 2. Weltkrieg Zustimmung zur Lehre des gerechten Krieges
ab 2000 Wechsel zum Verantwortungspazifismus
"Der Krieg sei immer ein Unrecht, nur in Ausnahmefällen könne er hingenommen werden, um weit schlimmeres Unrecht zu verhindern"
Leitbild vom gerechten Frieden
gerechter Friede
früher Lehre des gerechten Krieges akzeptierte Kirchenlehre
heute (ab 2007):Leitbild des gerechten Friedens hat die Lehre des gerechten Krieges abgelöst
die Kriterien sind aber trotzdem noch anerkannte Kriterien zur Prüfung vom Einsatz (militärischer) Gewalt
Position: ~Verantwortungspazifismus
allgemeines Gewaltverbot, aber in Ausnahmesituationen ist "rechtserhaltende Gewalt" erlaubt
EKD-Friedensschrift Absatz 98 - 102
„Krieg ist ein notwendiges Mittel der Politik. Wir müssen uns mit der harten Realität abfinden, dass wir gewalttätige Konflikte nicht auslöschen können.“ (Barack Obama)
Man benutzt die Lehre vom Gerechten Krieg eines Denkers
Über eine Zeit von der Antike bis in die Neuzeit haben viele Philosophen, Theologen und Juristen eine Lehre vom gerechten Krieg (weiter-)entwickelt
Maßgebend für ihre Kriterien waren die historischen Gegebenheiten (Kirche, Kolonialismus, Barbaren, ...)
Heute gibt es mit der UN eine rechtliche Instanz über den Staaten,, welche diese "kontrolliert"
Ist die Lehre des gerechten Krieges überhaupt noch notwendig?
Die Lehre vom gerechten Krieg ist eine ethische Position zum Krieg, nach welcher ein Krieg nur dann ethisch vertretbar und rechtlich legitim ist, wenn dieser bestimmten Anforderungen entspricht.
Man erstellt aus allen Lehren eine allgemeine Fassung, die in ihrer Vollständigkeit alle Kriterien beinhaltet

In der Lehre des gerechten Krieges wird zwischen
dem Recht zum Krieg (ius ad bellum)
dem Recht im Krieg (ius in bello)
unterschieden
Sind alle Kriterien des ius ad bellum erfüllt, erst dann ist es gerecht einen Krieg zu beginnen.
Der Krieg ist bis dahin nur gerechtfertigt.
- der einzig gerechte Kriegsgrund ist die Notwehr, also ein Verteidigungskrieg
- nur Staaten / Regierungen haben das Recht einen Krieg zu führen
-die alleinige rechtmäßige Absicht für einen gerechten Krieg ist den Frieden zu fördern oder wiederherzustellen
- Krieg muss immer das letzte Mittel einer Konfliktlösung sein, alle wirksamen "milderen" Mittel müssen zuvor ausgelotet werden
- ein gerechter Krieg muss immer eine vernünftige Hoffnung auf Erfolg haben. Wenn es keine ausreichenden Aussichten auf Erfolg gibt, dann wäre es nicht moralisch Zerstörung und Vernichtung über ein Land zu bringen
- Krieg muss eine verhältnismäßig passende Reaktion sein.
Das von der militärischen Gewalt zu erwartende Übel darf das von ihr zu erwartende Gute nicht überwiegen
- es muss eine Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-kombattanten stattfinden. Man darf kein Zivilisten und nicht-militärischen Ziele absichtlich vernichten

- im Krieg eingesetzte Mittel und Methoden müssen hinreichend wirksam sein, aber auch das Leid und Schaden auf Mindestmaß begrenzen.
Schaden und Nutzen muss im Verhältnis stehen
Besonders im Alten Testament in den Geschichtsbüchern
Befreiungskrieg aus ägyptischer Knechtschaft
Eroberungskriege zur Zeit der Landnahme
Das Reich Israel führt aufgrund Existenzbedrohungen Krieg gegen andere Völker
andere Völker führen Krieg gegen Israel als Strafe Gottes
5. Gebot: "Du sollst nicht töten."
Völkerrecht bezeichnet alle Rechtsnormen, die die Beziehungen von Staaten (und internationalen Organisationen) zwischen und untereinander regeln.
Kriegsvölkerrecht, alle diese Rechtsnormen, welche sich auf den Krieg beziehen
Krieg (Gewalt auf staatlicher Ebene) ist allgemeine geächtet und durch die UN-Charta verboten
Art. 1 "den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren"
Präambel "künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren"
Art. 4 " Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt"

Vom allgemeinen Verbot "Gewalt auf Staatenebene" anzudrohen oder anzuwenden, abgesehen gibt es wenige Ausnahmen:
Art. 51 "individuelle und kollektive Selbstverteidigung"
VII (Art. 42) UNO-Mandat: "mit Luft-, See- oder Landstreitkräften die zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen durchführen"
Vereinbarungen:
Verhältnismäßigkeit der angewandten militärischen Mittel und Methoden
Verbot von ABC-Waffen
jegliche Art grausamer Behandlungen, wie Verstümmlungen und Folterung ist verboten
Verurteilungen und Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren sind verboten
Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten und zwischen militärischen Zielen und zivilen Objekten
universeller Schutz von Menschenrechten in Kriegszeiten
Hellenische Lehren
christliche Lehren
Problem: Wie prüft man die rechte Absicht?
Platon (428 v.Chr. - 348 v.Chr.)
Aristoteles (384 v.Chr. - 322 v.Chr.)
Augustinus von Hippo (354 n.Chr. - 430 n.Chr.)
Thomas von Aquin (1225 - 1274)
Römische Lehren
Cicero (106 v.Chr. - 43 v.Chr.)
- Tugendethik
- Unterscheidung "gebildete Völker" und Barbaren
Krieg ist Vollstreckung einer Strafe vom römischen Reich gegen andere Völker
Gott hat z.B. das Recht Krieg zu führen / zu befehlen
Francisco de Vitoria (1483 - 1546)
Hugo Grotius (1583 - 1645)
Emer de Vattel (1714 - 1767)
Säkularisierte Lehren
Dreißigjähriger Krieg und
Imperialismus, Kolonialismus
Kritik an Missionierungskriegen
Entwicklung hin zum Völkerrecht
Krieg und Gewalt ist ein sehr kontrovers diskutiertes Thema im Christentum
historisch-kritisch Auslegung:
Die Stärke eines Gottes zeigt sich, dadurch inwiefern sein Volk Kriege gewinnt
Viele Kriege im AT werden durch Wunder gewonnen: Wind (Ex 14,21; Ex 15,10), Donner (1Sam 7,10; Ps 18,14), Hagel (Jos 10,11) oder kosmische Phänomene wie die Verzögerung von Sonnen- und Mondlauf (Jos 10,13; → Gibeon)
Demonstration der Macht, des einzigen lebendigen Gottes
Syrien Konflikt
Grundgedanke: Friede ist mehr als Abwesenheit von Gewalt
Gerechter Friede:
Vermeidung von Gewaltanwendung
Förderung von Freiheit zu einem Leben in Würde durch Recht und Gewährung von eigenen Entscheidungsmöglichkeiten
Förderung von kultureller Vielfalt im Miteinander von Kulturen und Lebensart
Abbau von Not durch mehr Zugangs- und Verteilungsgerechtigkeit
ABER:
Gewalt als letztes und notwendiges Mittel zur Erhaltung von Recht erlaubt
- Kriterien des bellum iustum können zum Prüfen herangezogen werden
"vorsorglicher" Angriff der USA auf den Iran, wegen eines Verdachts auf Besitz von Massenvernichtungswaffen (Bush-Doktrin, nach 9-11)
"ein Krieg, der dem Angriff durch einen anderen Staat zuvorkommen soll"
Eingriff bewaffneter Truppen in ein anderes Staatsgebiet, um die Menschen vor z.B. Menschenrechtsverletzungen des Staates zu schützen
2. Mose 15,3: "Der HERR ist der rechte Kriegsmann"
Krieg ist ein in der Bibel häufig auftauchendes Thema
"Die Mitte der Schrift"
Mat 5,9: "Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen."
ursprünglich war gemeint:
"Du sollst nicht “absichtlich, vorsätzlich und arglistig einen anderen Menschen töten (Mord)
Der griechische Text gebraucht das Wort “εϊρηνοποιοϊ” (eirenopoioi), d.h. Friedensstifter und zwar im Sinne von “Frieden machend”
christlicher Pazifismus ist ein "Missverständnis" der Bibel
- Jesus fordert auf aktiv zu sein, zu handeln für Frieden
Die Bibel verbietet den Krieg nicht - das Ziel aber ist der Friede
Micha 4,2: " Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden nicht mehr kriegen lernen."
Vorwurf: Die Lehre vom gerechten Krieg ist bellizistisch?
Vorwurf: Die Lehre vom gerechten Krieg ist nicht mehr zeitgemäß.
Vorwurf: Durch die Kriterien beim Recht zum Krieg und beim Recht im Krieg ist nur die Situation während des Kriegs geregelt, aber nicht die Situation danach.
Fazit
Normenkonflikt-Vorwurf
Vorwurf: Das (Kriegs-)Völkerrecht regelt nun Kriege, folglich ist die Lehre vom gerechten Krieg überflüssig oder erzeugt Normenkonflikte.
Feststellung: Es gab schon immer Kriege und es wird auch immer Kriege geben
Krieg darf kein rechtsfreier Raum sein
es muss das Ziel sein Krieg "möglichst human" zu führen
dies geht nur durch allgemeine Kriterien,

Es ist nicht die Frage, ob es einen gerechten Krieg gibt, sondern wie man dieses Denkmodell umsetzt
Die Anforderungen sind sehr hoch,
wenn man aber nicht das "Höchste"
anstrebt, wird man dies nie erreichen

Sehr undurchsichtig, da viele Konfliktparteien beteiligt sind mit unterschiedlichsten Zielen
Grund: militärische humanitäre Intervention:
Grund: Präventiv- / Präemptivkrieg:
Anfangs Bürgerkrieg gegen Assad-Regime
Absicht: Demokratisierung
IS führt Heiligen Krieg
durch Religion begründet
(Martin Luther)
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