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Bildung und Habitus

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on 9 December 2013

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Bildung und Habitus
Bourdieus Sozialisationstheorie
Diskussion
Bildung als Transformation
Universität Würzburg
Philosophische Fakultät II
Institut für Pädagogik

Seminar: Bildungsdiskurse (Wie (un-)brauchbar ist Bildung?
Dozent: Prof. Dr. Hans-Joachim Petsch

Referenten: Viktoria Laukart, Christoph Röseler
Bildungsbeteiligung von Migranten
Wie lassen sich Transformationsprozesse in Selbst- und Weltverhältnissen (Bildung) aus einer Sicht heraus beschreiben, die den Habitus als dynamisches Konzept versteht?
Habitus
Gesamtheit aus Wahrnehmungs-,
Handlungs- und Denkschemata
Limitierung bestimmter Schemata
bietet dennoch Raum der Möglichkeiten
Einverleibung äußerer Strukturen
erfahrungsbedingt
regelhaft
kollektiv
unbewusst

Kapital
kulturelles Kapital
- inkorporiertes
- objektiviertes
- institutionalisiertes

ökonomisches Kapital

soziales Kapital

symbolisches Kapital
Erzeugungsprinzip
von Praxisformen
Konstruktion und Beurteilung der Welt

klassenspezifisch determiniert
soziale Herkunft
von Teilhabe an Gütern abhängig
Sozialer Raum
Darstellung sozialer Strukturen und individueller Positionen
dynamisch -> zeitliche Entwicklung
konstruierte Klassen
Soziales Feld
objektive Strukturen
zahlreiche Felder und Subfelder
Kampffelder mit Konkurrenzdruck
Spielfelder mit eigenen Regeln
Identifikation mit Funktionssystem
Wechselwirkung mit Habitus
Klassen
Kapitalvolumen
Kapitalstruktur
soziale Laufbahn

herrschende Klasse (Macht & Distinktion)
Mittelklasse (Prätention)
Arbeiterklasse (Notwendigkeit)
Habitus: Trägheit
Habitus: Veränderung
"Der Gegensatz beider Begriffe [Bildung und Sozialisation] wird dabei besonders deutlich, wenn man in sozialisationstheoretischer Perspektive die Position der heranwachsenden Individuen als eine eher passive begreift und dagegen im Blick auf Bildung die aktive Rolle der sich bildenden Subjekte hervorhebt." (Koller 2009, S. 19)
Bildung und Sozialisation?
So "bezeichnete der Begriff Bildung schon bei Humboldt nicht nur einen Prozess individueller Selbstvervollkommnung, sondern wurde stets als dialektischer Prozess der Auseinandersetzung bzw. der 'Wechselwirkung' von 'Ich' und 'Welt' verstanden" (Koller 2009, S. 20).
Es "kann gesagt werden, dass Bourdieus Habitusbegriff nicht nur von zentraler Bedeutung für eine Theorie der Sozialisation ist, sondern sich auch als Konzept zur theoretischen Erfassung der Struktur von Welt- und Selbstverhältnissen verstehen lässt, dessen Besonderheit darin besteht, dass es den Habitus [...] als eine Art Mittelglied zwischen den objektiven Existenzbedingungen und dem subjektiven Handeln ansiedelt" (Koller 2009, S. 25)
Sedimentierung des Habitus
Verinnerlichung äußerer Strukturen
bewahrt vor Krisen und Irritationen
strukturierte, strukturierende Struktur




"Bourdieus Theorie stellt so gesehen eine Beschreibung oder Erklärung weniger für die Möglichkeit als vielmehr für die Unwahrscheinlichkeit transformatorischer Bildungsprozesse dar." (Koller 2009, S. 26)
Auch bei Bourdieu finden sich "Momente, die eine Veränderung von Habitusformen bzw. Welt- und Selbstverhältnissen mindestens als denkbar erscheinen lassen" (Koller 2009, S. 26)

Rückwirkung von Erfahrungen auf (Habitus-)strukturen

zeitliche Dimensionen des Habitus

symbolische Kämpfe
Vorschulische Bildung
Schulische Bildung
Universitäre Bildung
Berufliche Bildung & Ausbildung
insgesamt seit 2005 deutlich erhöhte Beteiligungsquote

25 - 30 jährige aus europäischen Staaten (ohne ehemalige Anwerbestaaten) weisen sogar höhere Bildungsbeteiligung auf als Personen ohne Migrationshintergrund

Aber: türkischstämmige und Personen aus ehemaligen Anwerbestaaten haben nach wie vor die geringste Bildungsbeteiligung in allen Altersgruppen

Abschlussquoten tendenziell steigend; jedoch nach wie vor niedriger als bei Personen ohne Migrationshintergrund
insgesamt: Personen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert

Aber: Wenn eine sie eine Hochschulzugangsberechtigung haben, nehmen sie mindestens so häufig ein Studium auf wie Personen ohne Migrationshintergrund
3-6 jährige: 86 % (Durchschnitt)

unter 3-jährige: 13 % im Vergleich zu 23 % der Personen ohne Migrationshintergrund

Segregationstendenzen (nach Sprache) in den Kindergärten
Personen mit Migrationshintergrund überrepräsentiert

höhere Abbruchquote bei den Ausbildungen
strukturelle Ungleichheiten?

sozial-kulturelle Dispositionen der Migranten?

Akzeptanz durch die Aufnahmegesellschaft?
Ursachen und Faktoren
Literaturverzeichnis
Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2012): Bildung in Deutschland 2012. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur kulturellen Bildung im Lebenslauf. Bielefeld: WBV.

Bourdieu, P. (1982): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Bourdieu, P. (1987): Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Bourdieu, P. (1990): Was heißt sprechen? Die Ökonomie des sprachlichen Tausches. Wien: Braumüller.

Koller, H.-C. (2009): Bildung als Habituswandel? Zur Bedeutung der Sozialisationstheorie Bourdieus für ein Konzept transformatorischer Bildungsprozesse. In: Budde, J. (Hrsg.): Bildung als sozialer Prozess. Heterogenitäten, Interaktionen, Ungleichheiten. Weinheim: Juventa, S. 19-34.

Koller, H.-C. (2012): Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Stuttgart: Kohlhammer, Kap. 1.
Sprache
ethnologischen Kontext wichtig
individuelles Verständnis
Sprachfähigkeit von Habitus geprägt
sprachl. Markt als System von Sanktionen
legitime Sprache (Bildungssystem)
Instrument symbolischer Herrschaft
"strukturierende Struktur"
"strukturierte Struktur"
Habitus
Gesellschaftliche Verhältnisse
Weitergabe von Kompetenzen,
Kapital, Werten
Empfindungen und Erfahrungen
"So ist z. B. an der gerade zitierten Stelle davon die Rede, dass zwar der Habitus 'mit den Strukturen aus früheren Erfahrungen jederzeit neue Erfahrungen strukturieren' könne, dass diese jedoch auch umgekehrt die 'alten Strukturen in den Grenzen ihres Selektionsvermögens beeinflussen' [...]." (Koller 2009, S. 26)
"Die vom Habitus [...] bewirkte Gegenwart der Vergangenheit ist nie besser erkennbar, als wenn der Sinn der wahrscheinlichen Zukunft plötzlich Lügen gestraft wird und Dispositionen [...] bestraft werden, weil das Milieu, auf das sie real treffen, zu weit von dem entfernt ist, zu dem sie objektiv passen.

Das Weiterwirken der Erstkonditionierungen in Gestalt des Habitus kann nämlich auch und ebenso gut die Fälle erklären, wo sich Dispositionen unerwünscht auswirken und Praktiken den vorliegenden Bedingungen objektiv unangepasst, weil objektiv für überholte oder beseitigte Bedingungen passend sind.

Die Neigung zum Verharren in ihrem Sosein, welche bei Gruppen unter anderem darauf zurückgeht, daß die Handelnden der Gruppe dauerhafte Dispositionen aufweisen, die sich unter Umständen länger halten als die ökonomischen und sozialen Bedingungen ihrer Erzeugung, kann Grundlage sowohl von Nichtanpassung wie von Anpassung, von Auflehnung wie von Resignation sein." (Bourdieu 1987, S. 117)
"In diesem Sinne wäre Bildung angesichts der Herausforderung durch veränderte Existenzbedingungen mit und gegen Bourdieu als Transformation des jeweiligen Habitus zu begreifen, soweit sich dieser unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen als nicht mehr angemessen erweist." (Koller 2009, S. 28)
"Wiederum auf das Beispiel der Migranten bezogen ließe sich daraus der Schluss ziehen, dass die Kriterien dafür, inwieweit das von Migranten 'mitgebrachte' kulturelle Kapital unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen als 'passend' oder 'unpassend' gilt, nicht nur in der Sache selbst begründet sind, sondern auch vom Ausgang der symbolischen Auseinanedersetzungen um gesellschaftliche Anerkennung abhängen." (Koller 2009, S. 30)
"Bildung könnte vielmehr auch und gerade darin bestehen, dass das von Migranten 'mitgebrachte' kulturelle Kapital eine Neubewertung durch die Mitglieder und Institutionen der Aufnahmegesellschaft erfährt [...]." (Koller 2009, S. 30)
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