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KOOPERATION IM TIERREICH

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by

Janni G

on 29 March 2016

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Transcript of KOOPERATION IM TIERREICH

KOOPERATION IM TIERREICH
(1) Definition der Kooperation im Tierreich
(2) Entstehung des Kooperationsverhaltens
(2.1) Gruppenformen
(2.2) Vor- und Nachteile des Gruppenlebens
(3) Kooperationsmechanismen
(4) Kooperative Verhaltensformen
(5) Gedankenexperiment
(6) Quellen
<<
Diejenigen sozialen Tiere,

die auf der tiefsten Stufe stehen, werden fast ausschließlich, die höherentwickelten größtenteils von speziellen Instinkten geleitet bei der Hilfe, welche sie den Gliedern derselben Gemeinschaft leisten; aber sie werden auch teilweise durch gegenseitige Liebe und Sympathie angetrieben.
>>
Charles Darwin
Beispiel: Vampirfledermäuse
8-12 Weibchen mit ihren Nachkommen
als Nahrungsquelle dient Blut von Wirbeltieren
pro Nacht: 33% Jungtiere und 7% adulte Tiere haben kein Erfolg
Gefahr des Verhungerns bereits nach drei Tagen
gegenseitige Hilfe
Voraussetzung: Vertrautheit der Tiere untereinander
erfolgreiche Tiere würgen Teil ihres Mageninhaltes hervor
Versorgung der Erfolglosen gesichert, da neue Chance für Erfolg der nächsten Nacht
Definition der Kooperation im Tierreich
<lat. cooperatio> Zusammenwirkung, Mitwirkung
zweckgerichtetes Zusammenwirken von Handlungen zweier oder mehrerer Lebewesen in Arbeitsteilung, um das Überleben zu sichern und die Fitness zu steigern
Grundform des Sozialverhaltens
gemeinsamer oder wechselseitiger Nutzen
bei gesellig lebenden Tieren vertreten
Entstehung des Kooperationsverhaltens
<< So unterschiedlich Bienenvölker, Wolfsrudel und menschliche Gesellschaften auf den ersten Blick auch anmuten, haben sie doch eines gemeinsam: sie sind Ausdruck einer uralten Triebkraft, welche Individuen vieler Arten über Generationen hinweg, auf Lebenszeit oder zumindestens vorübergehend zusammenschließt. >>
Franz M. Wuketits
Gruppenformen
dauerhafte Paarbindung
lebenslange Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art
gemeinsame Jungenaufzucht

Beispiele: Höckerschwäne, Pinguine, Tamarinen
Sippe, Clan
Zusammenschluss einzelner Familien
generationsübergreifend
im engeren Sinne genetisch verwandt
aus Männchen und Weibchen mit ihren Nachkommen bestehend
Beispiele: Wildschweine, Enten, Ratten
Harem
Gruppe bestehend aus einem adulten Männchen und mehreren Weibchen mit Nachkommen
Beispiele: Dscheladas, Löwen
Herde
große Gruppe aus hunderten bis tausenden Individuen
sehr oft Beutetiere
Beispiele: Bisons, Gnus, Antilopen, Rinder, Pferde, Zebras
Aggregation
Tieransammlung durch äußere Faktoren (Nahrung, Wasser)
Tiere kennen sich nicht
kann artenübergreifend sein
Beispiel: Tiere am Wasserloch
Rudel
Gruppe verwandter Individuen
sehr oft aus Raubtieren bestehend, aber auch Beutetiere
Beispiel: Wölfe, Steinböcke, Hyänen, Schleichkatzen
Schwarm, Schar
sehr große Gruppe
zeitlich begrenzte Stabilität
evtl. willkürlicher Zusammenschluss solitär lebender Individuen
Beispiele: Heringe, Flamingos, Wanderheuschrecken, Rauchschwalben
Allianz
Freundschaftsbund zwischen wenigen Männchen zur Sicherung der eigenen Überlegenheit gegenüber einem stärkeren
Beispiel: Paviane, Delfine, Albatrosse
Insektenstaat
Sozialverband mit strenger Funktions- und Arbeitsteilung
Beispiele: Honigbienen, Ameisen, Termiten
Kolonie
Gruppe von artgleichen Lebewesen, die in unmittelbarer Nähe zusammenleben
Reviere werden gebildet
meist zeitlich begrenzt
Beispiele: Biber, Möwen (Brutkolonie), Weichkoralle
PRO
verminderte Gefahr durch erhöhte Wachsamkeit der gesamten Gruppe
Nahrungssuche erleichtert
» gemeinsame Jagd, Verteidigung der Beute, schnelleres Entdecken einer Nahrungsquelle
Verdünnungseffekt
» umso größer Gruppe, umso kleiner Wahrscheinlichkeit des Einzelnen durch Feind oder Parasit zu sterben
Verwirrungseffekt
» Feind kann durch viele Tiere verwirrt werden
Verteidigung
» Jungtiere innen für Schutz

CONTRA
Risiko, dass Parasiten und Krankheiten sich schneller verteilen
Futterkonkurrenz, Teilen des Futters
Konkurrenz um Fortpflanzungsmöglichkeit
Kooperation kann einem Tier Vorteile, dem anderen Nachteile verschaffen

Kooperationsmechanismen
Soziale Strukturen
Anonymer Verband
geschlossener anonymer Verband
gemeinsame Abstammung
Erkennung durch bestimmte Signale (z.B. Geruch)
Tier wird hineingeboren, gehört dem Verband ein Leben lang an
strikte Rollenverteilung
Gruppenfremde nicht eingelassen
offener anonymer Verband
Tiere kennen sich nicht
keine Rangordnung
durch soziale Attraktion zusammengehalten (Vogel aus Schwarm, versucht zurück zu kommen)
Individualdistanz vorhanden (nur bei Gefahr, Kälte)
Individualisierter Verband
geschlossener Verband
Mitglieder kennen sich
meist Rangordnung
Gruppe wird ranghohen Tieren verteidigt
Aufnahme von fremden Tiere durch Kampf oder Ablehnung

Schwarm
Kolonie
Herde
Aggregation
Rudel
dauerhafte Paarbindung
Allianz
Harem
Insektenstaat
Clan
Soziale Erleichterung
Synchronisation des Verhaltens innerhalb einer Gruppe
Verhalten von Einzeltieren beeinflusst Verhalten der Gruppe





Soziale Hemmung
Verhalten des einen hemmt Ausführung des gleichen Verhaltens bei andren Tieren einer Gruppe





Rangordnungen
Interaktion, Kooperation der Gruppenmitglieder koordiniert
Verhinderung offener Konflikte
Status abhängig von Größe, Alter, Kraft, Aggressivität

Beispiel: trinken an Wasserloch einer Büffelherde - Schreckreaktion eines Einzeltieres durch Feind - Warnen der anderen Tiere - Bereitschaft zum Aufbruch
beispiel: Leittier einer Löwengruppe hemmt Führungstätigkeit der anderen Männchen (Tod des Leittieres - Hemmung verschwindet - neues Leittier)
Beispiel: ranghohes Tier kann ohne Gegenwehr Aggressionen an rangniedrigen Tier auflassen - verteidigt dieses gegenüber Feind
Kooperative Verhaltensweisen
Altruismus
uneigennütziges Verhalten, das für Individuum selbst nachteilig, aber für Artgenossen im sozialen Verband vorteilhaft sein kann
Bsp. Brutpflege und Verteidigung in Insektenstaaten
» Ausprägung am höchsten
» große Familien mit selber Abstammung jedes Individuums
» gemeinsame Gene können durch eigenes Aufopfern indirekt beschützt werden
» eigene Gene (Nachkommen) durch Aufopferung direkt beschützt
Gesamtfitness = Direkte Fitness + Indirekte Fitness
Helferverhalten
Schutz einzelner Individuen der eignen Gruppe durch restliche Mitglieder (Konflikte)
Beispiel: Paviane im zoo
Nebenhenne schiebt Haupthenne Ei unter - einzige Möglichkeit sich fortzupflanzen - Haupthenne legt diese Eier zum Schutz der eigenen an Rand - Fressfeinden nehmen erst die eier der nebenhenne
Warnverhalten
einige Individuen übernehmen Wächterrolle
während andere Mitglieder einer Gruppe fressen/schlafen, passen diese auf
alarmieren bei Gefahr
Flucht der Gruppe möglich
Beispiele: Strausse, Erdmännchen, Kanadagänse
Jagdverhalten
als Gruppe stärker als allein
taktischen Verhalten möglich (Abtrennen einzelner Beutetiere von Gruppe)
Beute wird aufgeteilt - Erfolg für alle
kleine Beute auch in großer Zahl möglich
Beispiel: Wölfe, Rosapelikane, Afrikanische wildhunde
Brutpflegeverhalten
Jungtiere meist von zwei Individuen verteidigt und ernährt
effektivere Erziehung (Misserfolg des einen bei der Futtersuche kann durch Erfolg des anderen ausgeglichen werden)
Beispiele: Storch, Pinguin, AnemonenFische
Symbiose
Gemeinschaft zum gegenseitigen nutzen

Beispiele: Madenhacker bei Nashörnern, Meerschwalben reinigen Zackenbarschmaul
Reziproker Altruismus
zwischen Nicht-Verwandten
Tiere kennen sich gut
Hilfeleistung muss prinzipiell erwidert werden mit Gegenleistung (dazwischen Zeitspanne)

Nepotistischer Altruismus
zwischen Verwandten
Individuum nimmt Nachteile bei eigener Fortpflanzung in Kauf, um Chancen des Verwandten zu erhöhen
Gedankenexperiment
erstes Experiment
» trainieren 12 asiatischer Elefanten darauf, mit Rüssel an Seil zu ziehen, um ein außer Reichweite befindliches Holzbrett zu sich zuziehen
» auf Brett Schale mit Futter
» Belohnung
» nach einem Tag erlernt
zweites Experiment
in 6 Gruppen mit je zwei Tieren
» beide Enden des Seils auf einer Höhe
» um an Brett - Futter zu kommen mussten beide Elefanten gleichzeitig an Seil ziehen
» nach zwei Tagen erlernt
» in 8 von 10 Fällen klappte es
drittes Experiment
Test ob wirklich bewusst, dass Hilfe nötig
» erst ein Elefant an ein Seilende gestellt
» dann später den zweiten an anderes
» erster wartet geduldig auf anderen, um gemeinsam Aufgabe zu lösen
» drei Tage getestet
» in 88-97 % von 60 Versuchen warten auf zweiten Elefanten bis Seilende genommen
» gelernt das zweiter Partner unverzichtbar ist
Kooperation unter Elefanten
„Mit Teamwork zum Futter“
Quellen
Bildquellen
www.beobachter.ch/fileadmin/dateien/bilder-editionen/Natur_2011/09-11/Kooperation_Fledermaeuse.jpg
www.hna.de/bilder/2010/10/29/983219/572207997-zwei-jungen-kaiserschnurrbart-tamarine-hannover-machen-sich-gern-ruecken-vater-fritz-gemuetlich-hW34.jpg
www.mdr.de/radio/natur132_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg?version=36503
www.wilhelma.de/fileadmin/images/press/2012_1._Halbjahr/Hohe_Aufl%C3%B6sung/KW_8_Dscheladas_22.02.12_Bild_4.jpg
images.nzz.ch/app.php/eos/v2/image/view/643/-/text/inset/6299c513/1.11650832/1311750632/heringe-schwarm-original.jpg
img.galerie.chip.de/imgserver/communityimages/830500/830548/original_1F1C0F2F5E0DA93F7FC55D2A92DEC6D5.jpg
dive2bubble.files.wordpress.com/2012/07/weichkoralle3.jpg
www.lebensministerium.at/.imaging/stk/lmat/foto-detail/dms/bmlfuw-fotoservice/land/biologischer_landbau/henne_beim_brueten/document/mp_0041.jpg
p5.focus.de/img/fotos/origs1154514/2013678015-w961-h541-o-q75-p5/bilderderwoche-elefanten.jpg
images.fotocommunity.de/bilder/wild-lebende-voegel/enten-gaense-schwaene/weisse-pelikane-auf-sanibel-island-florida-f2a124a1-fa16-4ccf-850e-9f5cf9574ebe.jpg
Internetquellen
www.psychologie.uni-wuerzburg.de/fips/skripten/neu/grund/vhbio_diplom/vhbio_ms.doc.pdf
de.wikipedia.org/wiki/Kooperation
m.schuelerlexikon.de/mobile_biologie/Kooperation_unter_Dscheladas_Theropithecus_gelada.htm
m.schuelerlexikon.de/mobile_biologie/Sozialverhalten.htm
de.wikipedia.org/wiki/Sozialverhalten#Sozialverhalten_aus_Sicht_der_Verhaltensbiologie
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/kooperation-im-tierreich-elefanten-arbeiten-zusammen-a-749536.html
de.wikipedia.org/wiki/Monogamie#Gemeinsame_Jungenaufzucht
Buchquellen
Michael Koops: Verhaltensbiologie, STARK Verlagsgesellschaften mbH Freisingen, 2001
Franz M. Wuketits: Was ist Soziobiologie?, C.H.Beck Verlag München, 2002
R. Gattermann: Verhaltensbiologie, Gustav Fischer Verlag Jena, 1993
Abenteuer Erde: Intelligenz im Tierreich, Das Beste Verlag GmbH Struttgart, 1996
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