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Ist PID ethisch vertretbar?

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by

Carlotta Elisabeth

on 22 November 2014

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Transcript of Ist PID ethisch vertretbar?

Ist die Präimplantationsdiagnostik ethisch vertretbar?
PID - was ist das eigentlich?
P

i
mplantations
d
iagnostik
Ablauf:
1. Hormonstimulation und Eizellgewinnung

2. künstliche Befruchtung (IVF) und einsetzende Furchungsteilungen

3. Entnahme einer Zelle des Embryo (4-8-Zellstadium)

4. Genetische Diagnostik

5. Embryotransfer oder Kryokonservierung
Worin besteht das Problem?
Was ist die Situation?
Befürworter
--> Fallbeispiel
Angst vor erbkranken Kindern
Verminderung des Leids für Betroffene und Angehörige
Selektion mindert Risiko vor Fehlgeburt
Inhalt
Präimplantationsdiagnostik

Urteilsbildung nach H. E. Tödt
Problemwahrnehmung
Situationsanalyse
Verhaltensoptionen
Normenprüfung
Urteilsentscheid
Welche Verhaltensoptionen gibt es?
Wegen ethischer Umstrittenheit der PID Suche nach Alternativen:
Pränataldiagnostik (PND), z.B.: Chorionzottenbiopsie (Untersuchung einer Gewebeprobe der Zottenhaut) oder Amniozentese (Untersuchung einer Fruchtwasserprobe)
Durchführung der PND Untersuchungen zwischen der 8. und 18. Schwangerschaftswoche, geben Auskunft über erblich bedingte Störungen
wenn Krankheit erkannt, häufige Folge: Abtreibung --> auch ethisch fragwürdig
Welche Normen müssen beachtet werden?
Christliche Position

gegen Zulassung von PID
begründet durch Gottesebenbildlichkeit eines jeden Menschen
Beginn des menschlichen Lebens für katholische Kirche: Verschmelzung von Ei-und Samenzelle
setzt Wert und Würde von behinderten Menschen herab und deren Recht auf Leben



Utilitaristische Position

PID ethisch geboten, wenn sie mehr Nutzen und Glück für die Angehörigen/Gesellschaft bringt
Wert und Würde also herabsetzbar (Gegensatz zur christlichen Position)
Problem: Ausmaß, welches eine solche Selektion annehmen würde

Deontologische und teleologische Position


deontologisch:
nicht eindeutig, da verschiedene gesinnungsethische Positionen vorhanden sind (z.b. Leben retten um jeden Preis oder Leid verhindern)

teleologisch:
nicht eindeutig, da Konsequenzen schwer abschätzbar sind
sowohl positive Konsequenz als auch negative
Mögliche Position von Kant

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Bsp.: eine Selektion von behinderten Embryonen durch PID
daraus folgt das allgemeingültige Gesetz:
„Man muss alle Embryonen mit Behinderung selektieren."
----> ethisch vertretbar?
Prinzip: Ein Mensch darf nie nur Mittel zum Zweck sein
Bsp.: Schaffung eines 'Retterkindes' durch PID nach Kant eindeutig abzulehnen








Mögliche Position von Albert Schweitzer


Vertreter der Biophilie ('Liebe zum Lebendigen')
Grundsatz: Alles Leben ist heilig
"Gut ist, Leben zu erhalten und Leben zu fördern und böse ist, Leben zu vernichten und Leben zu hemmen."

somit Ablehnung von PID, da kein Unterschied zwischen lebenswerten und lebensunwerten Leben gemacht werden darf

erstmals 1990 zur Diagnose einer schweren Erbkrankheit angewendet
seitdem: über 10.000 Kinder infolge einer PID geboren (Anzahl verworfener Embryos unbekannt)
Anwendung:
Erkennen und Selektieren schwer erbkranker Embryos (z. B. durch Aneuploidie-Screening)
Geschlechterselektion
"Züchten" von Retter- bzw. Designbabys
Dammbruch-Argumentation:
"Dammbruch" zieht zahlreiche negative Konsequenzen nach sich
wachsender Missbrauch der PID:
Selektierung schwer erbkranker Embryos Gen-Perfektionierung, großflächige Ausmusterung und Kontrolle (vgl. Hitlers Rassenlehre)


Gesetzliche Position

1990: Verbot der PID durch das Gesetz zum Schutz von Embryonen (EschG)
2010/2011: eingeschränktes Verbot der PID durch das Gesetz „zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik“ (PräimpG)

PID straffrei, wenn:
hohes Risiko einer schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind besteht
eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist

in den USA uneingeschränkte Zulassung der PID
in Italien oder ÖSterreich uneingeschränktes Verbot der PID

komplexes Thema
moralisches Dilemma
Übereinstimmung mit juristischer Situation in Deutschland
nur zulässlich in schweren und geprüften Fällen, da bei Ausweitung Konsequenzen nicht absehbar
Gegner:
Behinderung kann nicht mit Leid gleichgesetzt werden, sondern ist Teil der Identität / des Charakters
Absprechen der Lebensqualität durch...
subjektives Glücksverständnis (Glück = Vollkommenheit, kein Leid)
Abstufung der Wertigkeit von Behinderten intolerante Gesellschaft (vgl. drittes Reich)

Selektion von erbkranken Embryonen :
Verringerung des Leids für Familie und Embryo = Vergrößerung des Glücks (Utilitarismus) ?
Oder Herabsetzung der Menschenwürde?


--> Ethisches Problem
Anmaßung der Eltern und Ärzte über Lebensqualität potentieller, ungeborener Menschen zu urteilen und über deren Leben bzw. Tod zu bestimmen
Nicht klar, wie schwer Krankheit ausfallen würde und ob der potentielle, zukünftige Mensch sein Leben selbst als lebenswert und qualitätsvoll ansehen würde
Durch PID wird Möglichkeit zu leben genommen
Bereits geborenen Menschen mit Erbkrankheiten und Behinderungen wird Lebenswert abgesprochen, da Ihresgleichen schon vor Geburt aussortiert werden und keine Chance auf Leben bekommen
Durch PID können auch Geschlecht und andere Merkmale bestimmt werden
Befürchtung der Gegner der PID:
--> immer häufigere Anwendung der PID und deshalb immer weniger Regeln und Grenzen
--> letztendlich Aussortierung der „schlechteren“ Embryonen, nur noch Geburt von schönsten, stärksten, intelligentesten Menschen
--> außerdem Auswahl nach Geschlecht

Worin besteht das Problem?
--> Erste Reaktion: PID ethisch schlecht, sollte deshalb verboten werden
- Aber: Angst von Paaren mit erhöhtem Risiko auf bestimmte Krankheiten in der Familie durchaus nachvollziehbar
- Denn: Leben mit krankem Kind bringt große Verantwortung und Veränderung des eigenen Leben möglicherweise Beeinträchtigung der Lebensqualität und des Lebenswertes der Eltern?
Worin besteht das Problem?
Problemfrage:
Ist es ethisch erlaubt, durch Präimplantationsdiagnostik eine Selektion von Embryonen vorzunehmen, um die Geburt schwer Erbkranker zu verhindern, oder handelt es sich hierbei um eine Neuauflage Hitlers Rassenlehre?
Risiko eingehen: Hoffnung auf unwahrscheinlichere Möglichkeit, ein gesundes Kind zu bekommen
Adoption eines Kindes
Urteilsentscheid
“But I don't want comfort. I want God, I want poetry, I want real danger, I want freedom, I want goodness. I want sin.” (Aber ich möchte keine Bequemlichkeit. Ich möchte Gott. Ich möchte Poesie. Ich möchte reale Gefahren. Ich möchte Güte. Ich möchte Freiheit. Ich möchte Sünde.)
-
"Brave New World“, Aldous Huxley
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