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Lyrik des Expressionismus

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by

Philipp Windischmann

on 24 February 2014

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Transcript of Lyrik des Expressionismus

-Allgemeines

-Ursprünge und Historischer Hintergrund

-Themen, Merkmale

-Autoren

-Beispiele


Allgemeines
Ursprünge & Historischer Hintergrund
ERSTER
WELTKRIEG
1914 -1918
Für Viele eine Zeit des Leidens
Industrialisierung
Verstädterung
Anonymisierung
Rasante Entwicklung
Bewirkte:
-Orientierungslosigkeit
-Ohnmacht
-Entfremdung
-Wirklichkeitsverlust
-Drang nach Veränderung (Aktionismus)
konservatives Denken
Expressionismus
Themen
Merkmale (Lyrik)
Jakob van Hoddis
Georg Trakl
Georg Heym
August Stramm
1887-1942
-Deutscher Dichter
-Wird oft als Vorreiter des Expressionismus gesehen
-Wichtigstes Werk: Weltende
Eröffnete die Lyrikanthologie Menschheitsdämmerung

1887-1914
-Österreichischer Dichter
-Wichtigste Werke(Auswahl):
Der Herbst des Einsamen
Grodek
-Häufige Verwendung von Farbsymbolik
-Auch Thematisierung der Kriegserfahrung
(Diente als Militärapotheker)

1887-1912
-Deutscher Schriftsteller
-Gilt trotz seines frühen Todes als einer der wichtigsten Lyriker des Expressionismus
-Wichtigste Werke(Auswahl):
Die Stadt
Der Krieg
Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen

1874-1915
-Deutscher Dichter und Dramatiker
-Wichtigste Werke(Auswahl):
Tropfblut, Gedichte aus dem Krieg
(Gedichtband)
-Stramms Gedichte fallen auf durch Knappheit, Härte, Satz- und Wortfetzen und Neogoloismen
-Stramms Werke zählen zu den überzeugendsten lyrischen Zeugnissen des Ersten Weltkrieges

Weitere Autoren,
die unter dem Einfluss des Expressionismus standen, aber nicht eindeutig zuzuordnen sind
Franz Kafka


Bertold Brecht


Thomas Mann


Erich Kästner
Weltende (Jakob van Hoddis, 1911)

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Patrouille (August Stramm, 1915)

Die Steine feinden
Fenster grinst Verrat
Aeste würgen
Berge Sträucher blättern raschlig
Gellen
Tod.

Die Stadt (Georg Heym, 1911)

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.

Lyrik des Expressionismus
Gliederung
-Von lat. "expressio" = Ausdruck
-Europäische Bewegung von ca. 1910 bis 1925
-Findet sich vor allem in der Literatur und der bildenden Kunst
-Hauptsächlich deutschsprachige Literatur
-Zentrales Merkmal: Darstellung innerlich gesehener Wahrheit
-Lyrik als vorherrschende literarische Gattung
-Großstadt
-Krieg
-Ich-Zerfall
-Weltende
-Darstellung innerlich gesehener Wahrheit

-Das negative Extrem
-Neuartige, moderne Sprachmuster und Strukturen:
parataktische Reihungen von Sätzen
scheinbar zusammenhangslose Einzelbilder
Reduzierte Sprache
ungewohnte Rythmen
-Metaphorik, (Farb-)Symbolik, Neologismus
Äußere Form:
-Zwei Strophen
-Jeweils vier Verse
-Erste Strophe: Umarmender Reim
Zweite Strophe: Kreuzreim
-Metrum: Fünfhebiger Jambus
-Erste Strophe: männliche Kadenzen
Zweite Strophe: weibliche Kadenzen

Thema:
-Weltende

Spitzer Kopf der Hut: Pickelhaube(?), Spießbürgertum
Ende der alten Ordnung
Interpretation
Stilmittel (Auswahl)
-Reihungsstil
-parataktische Reihung
-Euphemismen/Verharmlosung
-Symbolik, Metaphorik
-Enjambement
-Parathese

Eisenbahnen: Technologie, Industrialisierung
Aufhalten der Technologisierung/Industrialisierung
Wilde Meere, Sturm, Flut: Anzeichen einer Apokalypse
Dachdecker: Verstädterung, Industrialisierung, Menschen in der Großstadt
(Biblische Anspielungen)
liest man: Massengesellschaft, Teilnahmslosigkeit, Abstumpfung (?)
Erläuterung und Bemerkung
-Starker Kontrast:
Thema des Gedichts - Sprache/Wortwahl

-Angst der Menschen vor der Apokalypse bestand (Halleyscher Komet)

wirkt spöttisch
Herbei sehnen/Annehmen des Weltendes
Grodek (Georg Trakl, 1914)

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düster hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.
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