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Innerstaatliche Wasserkonflikte

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by

Johanna KPunkt

on 23 January 2014

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Transcript of Innerstaatliche Wasserkonflikte



Wasserversorgung/Bewässerung eng mit wirtschaftlichen Aufschwung verknüpft

verbunden mit nationalistischen Ideologien


vorrangig technische Lösungen / Steigerung der Wasserzufuhr
(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Trasvase_TajoSegura_por_Albacete.jpg)

Wasser, ein Threat-Multiplier
Wasser, eine knappe Ressource
Konflikt-potentiale
Innerstaatliche Wasserkonflikte zwischen gesellschaftlichen Akteuren
Fazit
Seminar: Wasser & Raum, 23.01.2014
Referenten: Thomas Linß & Johanna Keil

Wasser, eine knappe Ressource
Knappheit vermeidbar, da grundsätzlich erneuerbar (abgesehen von regionalen fossilen Reserven)
aus verschiedenen Gründen stößt globaler Wasserkreislauf an seine Grenzen

steigende Nachfrage
Rückgang vorhandener Vorkommen
Wasser, eine knappe Ressource
heutige Situation:

1,1 Mrd. Menschen keinen ausreichenden Zugang zu TW
2,3 Mrd. nur unzureichende Wassermenge zur Befriedigung sanitärer Grundbedürfnisse
United Nations Development Programme (UNDP): Human Development Report 2006
Wasser, eine knappe Ressource
Mangel steht in Zusammenhang mit Fragen -

der Energieversorgung
der Ernährungssicherheit
des Umweltschutzes
Erhaltes der Biodiversität...

> beeinflusst sozioökonomische und ökologische
Entwicklung von Regionen und Staaten
Wasser, ein Threat-Multiplier
Wie bei allen anderen Ressourcen:

Je knapper und je größer damit Konkurrenz zwischen Nutzern, desto größer die Gefahr von Konflikten bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen


da verschiedene Akteure an Konflikten beteiligt sind: unterschiedliche Konfliktkonstellationen
Wasser, ein Threat-Multiplier
ab 90ern verbreite Auffassung von zwischenstaatlichen Wasserkriegen analog zu drohenden gewaltsamen Konflikten um Öl und Gas

> empirisch konnten keine Anhaltspunkte für solche
Kriegsszenarien nachgewiesen werden

> Wasser kann Spannungen in ohnehin
konfliktträchtigen Beziehungen schüren

> Ressource dabei lediglich Faktor unter vielen
Wasser in Spanien seit Ende 19. Jahrhundert stark politisierte Thematik :

Abb. Tajo-Segura- Kanal

Empirische Vorgehensweise
Ursachen
WOLF et al. (2003):

1. Erfassungm der relevanten
biophysikalischen, sozoökonomischen und geopolitischen
Daten in GIS

2. Verwendung dieser Indikatoren zur Identifizierung von
Einzugsgebieten mit großem Konfliktpotential für die
kommenden Dekaden

3. Anlage einer Transboundary Freshwater Dispute Database
(http://www.transboundarywaters.orst.edu/index.html)

Literatur
Alwardt, C. (2011): Wasser als globale Herausforderung - Die Ressource Wasser. In: IFSH,
IFAR Working Paper 17, Hamburg Inst. für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Univ. Hamburg, Interdisziplinäre Forschungsgruppe Abrüstung und Rüstungskontrolle.
Albia, J., M. Hanemann, J.Calatrava, J. Uche & J. Tapia (2006):
The rise and the fall of the Ebro Water-Transfer. Natural Resources Journal 46, S. 727-757
Gryndlay, A.L. , M. Zamorano, M.I. Rodriguez, E. Molero, M.A. Urrea (2011): Implementation of the European Water Framework Directive: Integration of hydrological and regional planning at the Segura River Basin, southeast Spain. Land Use Policy 28 (2011)S. 242-256.
Houdret, A. (2010 a): Innerstaatliche Konflikte um Wasser in der MENA-Region.
Wasserforum für die MENA-Region, Hamburg 11.-12.03.2010. Abrufbar unter: http://ema-hamburg.org/media/download_gallery/Wasserforum/2010/Vort/P1_Houdret.pdf (letzter Abruf: 15.01.2014)
Houdret, A. (2010 b): Wasserkonflikte sind Machtkonflikte. Ursachen und
Lösungsansätze in Marokko (VS Verlag) Wiesbaden.
Houdret, A. (2008): Innerstaatliche Konflikte um Wasser: Ursachen,
Kooperationspotentiale und politische Handlungsoptionen. In: Gunkel, C., Leistert, A., Menniken, H., Rhodius, T. & R. Schlipphak (Hrsg.): Wasser - Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts: Von der Krisendiagnose zum Problemmanagement. (Universitätsverlag Winter) Heidelberg, S. 47-61.


Kosten des Krieges ungleich höher als Kosten von Aufbereitungsanlagen und Wasserzukäufen

grenzüberschreitende Wasservorkommen militärisch nur schwer zu kontrollieren, erfordern de facto Besetzung
> "
Forschung zeigt wenig Gewalt- und starke Kooperationsbereitschaft
wegen höherer Gewinnaussichten durch Verhandlung als
Verlustperspektiven durch Gewalt
"
(Houdret, 2010)

> häufiger festzustellen: innerstaatliche Konflikte um Wasser
Konfliktlinien transnational/ innerstaatlich
Transnationale und nationale und Konfliktlinien in Bezug auf Wasserressourcen, möglichen Konfliktursachen, Folgen und Präventionsmaßnahmen (ALWARDT, 2011, S. 23)
Innerstaatliche Konflikte um Wasser
mehr Belege für innerstaatliche Konflikten in der Vergangenheit

These:

Wassernutzungskonflikte auf innerstaatlicher Ebene werden künftig ein größeres Gewaltpotential aufweisen als zwischenstaatliche

verschiedene Aspekte entscheiden über Konfliktpotential:
regionale klimatische Veränderungen
Stabilität regionaler/ staatl. Strukturen
Grad der regionalen/ innerstaatlichen Anpassungsfähigkeit


Tajo
:

Fehlplanung
auch hier ökolog. Mindestabfluss unterschritten
Segura:

Weiterer, starker Anstieg des Wasserbedarfs
4 % des ursprünglichen Abflusses erreichen Mündung ( Zimmer 2006)



Tajo-Segura-Transfer


Landwirtschaft
- wasserintensive Pflanzenkulturen
- Erweiterung der Anbauflächen
- verlustreiche Bewässerung

niedrige Wasserpreise (teilweise subventioniert)

illegale Grundwassernutzung

Wachstum Tourismusbranche
-oft sehr wasserintensiv (Golfplätze)

Urbanisierung und Bevölkerungsanstieg
Wassermangel in Spanien
Wasser als Machtinstrument
Insbesondere in ariden Gebieten äußern sich gesellschaftliche Machtstrukturen in Verteilungsprioritäten der Ressource

etablierte Sozialstrukturen dominieren häufig ökologische und ökonomische Aspekte

Ursache für Konflikte um Wasser damit nicht nur ökologische Verknappung, sondern auch struktureller und sozioökonomischer Herkunft

bisher nur unzureichend von nationalen Politiken berücksichtigt
lange Begrenzung auf technische Möglichkeiten zur Erhöhung des Angebots
mittelfristige sektor- oder regionalspezifische Herangehensweisen, die Implementierung übergreifender Strategien erschweren


www.greenhome.de

Gesellschaftliche Akteure
Differenzierung zwischen vertikaler und horizontaler Konfliktebene

HOUDRET (2010) hat für die MENA-Region 5 Hauptkonflikte zwischen gesellschaftlichen Akteuren identifiziert


http://www.ohchr.org/EN/countries/MENARegion/Pages/MenaRegionIndex.aspx
Innerstaatliche Konflikte zwischen gesellschaftlichen Akteuren in der MENA-Region
1.
Wasserkonflikte unter oder zwischen Nomaden und Sesshaften (u.a. Südmarokko, Südalgerien u. Jemen)

2.
Wasserkonflikte zwischen städtischen und ländlichen Wassernutzern

3.
Wasserkonflikte zwischen Nutzern und Betreibern der Trinkwasserversorgung

4.
Wasserkonflikte zwischen Befürwortern und Gegnern großer Infrastrukturprojekte

5.
Wasserkonflikte zwischen Landwirten

Zwischenfazit
Gruppenarbeit
1. Wasserkonflikte unter oder zwischen Nomaden und Sesshaften

Hauptstreitpunkte:
unklarer Grundbesitz
Weideland vs. Quellen für Bewässerung
bestehende Marginalisierungen von Nomaden oder Streitigkeiten zwischen Stämmen
2. Wasserkonflikte zwischen städtischen und ländlichen Wassernutzern

Situation:
rapide wachsende Städte
ländlicher Raum mit großen Tourismusprojekten

Hauptstreitpunkte:
Konkurrenz zwischen verschiedenen Sektoren: Landwirtschaft, Industrie, Investoren
umdiewelt.de/photos/2412/2256/13/134941.jpg
holidaycheck.de/data/urlaubsbilder/images/35/1157238237.jpg
3. Wasserkonflikte zwischen Nutzern und Betreibern der Trinkwasserversorgung

Hauptstreitpunkte:
Tarife des Trinkwassers
Leistungen und Abrechnungen der Betreiber
mangelnde Wartung der Systeme
Benachteiligung armer Bevölkerungssgruppen/ Stadtgebiete
(Teil-)Privatisierungen von Trinkwasserquellen
1.wdr.de/themen/politik/trinkwasser110_v-TeaserAufmacher.jpg
4. Wasserkonflikte zwischen Befürwortern und Gegnern großer Infrastrukturprojekte

Hauptstreitpunkte:
Wasserverfügbarkeit
mangelnde Kompensation
ungenügende Umweltauflagen
Konflikte um bevorzugte Sektoren/ Regionen
5. Wasserkonflikte zwischen Landwirten

Hauptstreitpunkte:
Wasserzugang durch öffentliche Bewässerungssysteme (Korruption)
Tiefenbohrungen durch reichere Bauern und dadurch bedingtes Absenken des Grundwasserspiegels
Uneinigkeiten in Bewässerungsgemeinschaften
besonders stark in Gebieten mit Exportlandwirtschaft u. Kleinbauern
tu-freiberg.de/fakult3/gt/studium/exk-02-marokko/abb/14004-mj-09-36.jpg
ufz.de/export/data/1/30945_Arid_Sprenkler.jpg
Situation in der MENA-Region
zählt zu den trockensten Gebieten der Welt

hohes Bevölkerungswachstum

hohes Maß an Urbanisierung (Wandel der Lebensstile)

stellenweise stark zunehmender Tourismus

Stadt-Land-Gegensatz

von Herausforderungen für den Agrarsektor stark betroffen

Übernutzung von Grund und Oberflächenwasser

Wasserknappheit vielfach nicht primär ökologisch verursacht, sondern ein Problem mangelnder politischer Steuerung (Beispiel Olivenbauer und Dorfbewohner)

Insbesondere in Regionen starker Wasserknappheit ist die Verteilung oft stark politisiert

Knappheit eher Auslöser als Ursache von Wasserkonflikten

Gewaltpotential in Folge von Wasserkonflikten wird insbes. innerhalb von Staaten steigen

empirische Belege stehen allerdings noch aus

Cespedosa-Damm in Salamanca (2012)
(Quelle: http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Spanien-erlebt-schlimme-Duerre)
Fallbeispiel: Wasserkonflikte in Spanien
Beispielregion Einzugsgebiet des Segura

Niederschlag: 299,4 mm/a
potentielle Evapotranspiration 700-1100 mm

Klimawandel Prognosen:
-durchschn. Abnahme Niederschläge
-höhere Variabilität

Insbesondere seit 1932 größere Bauprojekte:

wichtigstes Projekt: Tajo-Segura-Transfer 1978

maximal 650 hm³ Wasser pro Jahr
(Quelle: http://www.diercke.de/kartenansicht.xtpartId=978-3-14-100700-8&seite=119&id=5053&kartennr=2
Nach dem Kanalbau:
Planungsprobleme:


Confideracion Hidrografica del Sugara (CHS):

organisiert Wasserversorgung / vergibt Konzessionen

Aussagen zur Wasserverfügbarkeit für neue Planungen

nicht bindend für Regionalverwaltung
wenig Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten
Steigender Wasserverbrauch durch:
Lösungsvorschlag 1: Ebro-Segura-Transfer


Einzige Maßnahme:
Erhöhung der Wasserzufuhr durch Transfer von 820 hm³/a vom Ebro

Befürworter:
Lokalregierung der ER

Wirtschaftliche Eliten in ER

konservative Parteien auf nationaler Ebene



Lösungsvorschlag 1: Ebro-Segura-Transfer


2001: konservative Regierung beschließt Vorhaben

Gegner:
Lokalvertreter der GR

Umwelt-NGOs

EU (mit Verweis auf WRRL)

linke und grüne Parteien auf nationaler Ebene




Konflikt um den Ebro-Segura-Transfer


Konflikt auf verschieden (Planungs)ebenen und zwischen verschiedenen sozialen Akteuren

Neben spezifischen Machtstrukturen und Interessenkonflikten offenbart sich stellenweise ideologisch-politischer Konflikt

- Zukünfigte Gestaltung
der Gesellschaft / Region

- Mensch / Umwelt Verhältnis


2005:
sozialdemokratische Regierung stoppt Ebro-Transfer
Andere Lösungsvorschläge?
Alternative Lösungsstrategien


"Demand and Supply"
Wasser sparen
und
Wasserzufuhr erhöhen

erhöhte Wasserzufuhr:
-Meerwasserentsalzungsanlagen

Wasser sparen:
-andere Bewässerungstechnik
-Anheben des Wasserpreises / Senken der Subventionen
-wirksamere Kontrollen / Sanktionen

Integrative Planung

Fazit
Literatur
Hübschen, K. (2008): Integriertes Wasser-Ressourcenmanagement als Lösung für den Nahen
Osten und Afrika. In: Janosch, M. & R. Schomaker (Hrsg.): Wasser im Nahen Osten und Nordafrika. Wege aus der Krise. (Waxmann Verlag) Münster, S. 51-70.
Kipping, M & S. Lindemann (2005): Konflikte und Kooperation um Wasser. Wasserpolitik am
Senegalfluss und internationales Flussmanagement im südlichen Afrika. (Lit. Verlag) Münster.
Robert, R. (2008): Wasser im Nahen Osten und Nordafrika - Szenario einer Krise. In: Janosch,
M. & R. Schomaker (Hrsg.): Wasser im Nahen Osten und Nordafrika. Wege aus der Krise. (Waxmann Verlag) Münster, S. 51-70.
United Nations (2013): Water Problems can contribute to local instability. Abrufbar unter:
http://www.unesco.org/new/en/natural-sciences/resources/periodical/a-world-of-science/vol-11-n-1/in-focus-water-cooperation/local-instability (letzter Abruf: 17.01.2014).
United Nations (2012): Managing Water under Uncertainty and Risk The United Development
Report 4.
von Lossow, T. (2009): Quell des Friedens. Wasserkonflikte lassen sich durch internationale
Kooperation entschäfen. In: Internationale Politik 11/12, S. 24-29.
Wolf, A. T., Yoffe, S. B. & M. Giordano (2003): International Waters: Indicators for Indentifying
Basins at Risk. In: Water Policy, Band 5, Heft 1, S. 29-60.
Zimmer, A. (2008): Managing water in the Segura basin - conflicts around gated communities
in Murcia. In: Proceedings of the 13th IWRA World Water Congress 2008, 1-4 September, Montpellier.
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