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LdL in Theorie und Praxis (2016)

Grundzüge des Unterrichtsprinzips "Lernen durch Lehren (LdL)" nach Prof. Jean-Pol Martin a. d. Grundlage s. Aufsatzes "'Weltverbesserungskompetenz' als Lernziel?" (2002), konkretisiert an Beispielen aus eigenem Unterricht, Fortbildung Neu-Ulm (2016)
by

Peter Ringeisen

on 10 May 2016

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Transcript of LdL in Theorie und Praxis (2016)

Lernen durch Lehren (LdL)
Anthropologischer
Hintergrund
Was motiviert uns? Was treibt uns an?
Warum sind wir (oft) unzufrieden?
Menschen haben sich widersprechende Bedürfnisse
(antinomische Bedürfnistendenzen):
Individualität vs. Gruppenzugehörigkeit
Ruhe vs. Bewegung
Einfachheit vs. Komplexität
Kompetenzschulung
der Schülerinnen durch LdL
Kontrollkompetenz: Aufbau und Erweiterung
Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow (1981)
"Explorationskompetenz"
routinemäßiges Aufsuchen von Unbestimmt- heit und Komplexität (neue Inhalte)
Sozialkompetenz
Teamfähigkeit
nach Prof. Dr. Jean-Pol Martins Aufsatz
"'Weltverbesserungskompetenz' als Lernziel?" (2002)


Bereitschaft zur Übernahme einer LdL-Einheit im Zweierteam
LERNEN DURCH
LEHREN
LEHREN
Streben nach Kontrolle
Neigung, neue Felder zu explorieren
Bedürfnis, Probleme zu lösen
Wie funktioniert der Mensch als System?
Um Gleichgewicht zu schaffen, ist der Mensch zum Handeln gezwungen.
Vergrößerung des Kontrollfelds (u. A. durch das Internet) --> bringt Verantwortung mit sich
Komplexitätsreduktion
Konzeptualisierung
Einfühlungsvermögen, auch Netzsensibilität
Selbstbewusstsein
Fähigkeit, eine größere Gruppe zu motivieren
Projektkompetenz
Pünktlichkeit
Zuverlässigkeit
Ausdauer
Fähigkeit, über größere Zeiträume hinweg zu planen
Schüler sprechen
wesentlich mehr

Das wird der Komplexität dieses Unterrichtsprinzips jedoch nicht
gerecht. Es gehört viel mehr dazu:
(Auswahl der Stoff-Einheit)
Vorbereitung (Erschließen, Unklarheiten erkennen, Klären durch Nachfragen, Komplexitätsreduktion und Didaktisierung, Erstellen von Visualisierung, Terminabsprache)
Präsentation des Unterrichtsgegenstands
Erkennen von Unklarheiten bei den Mitschülerinnen, Auffordern zu gegenseitiger Unterstützung
Erkennen von Mitarbeitswilligkeit und Konzentrationsschwächen
Einfordern von Beiträgen in sensibler Abgleichung der Bedürfnisse der Mitschülerinnen und der Erfordernisse der Inhalte
Überprüfung des Verständnisses in der Klasse durch intensives Nachfragen
Erfahrung von "Flow" durch Resonanz im gemeinsamen Gefühl, unbekanntes Terrain erfolgreich exploriert und unter Kontrolle gebracht zu haben
Blickwinkel der
Schüler, divers

Geringere Hemm-
schwelle/Fragen

Atmosphärischer
Wandel/L & Sch.

Konstruktion von Wissen
DATEN
1492 - 1564 - 1616 - 1749 - 1759 - 1805 - 1832
Columbus, Goethe, Schiller, Shakespeare
INFORMATIONEN
1492 - Columbus stößt auf die amerikanische Küste

1564 - 1616 William Shakespeare

1749 - 1832 Johann Wolfgang von Goethe

1759 - 1805 Friedrich Schiller
WISSEN
Zum Beispiel:
Die "Entdeckung" Amerikas durch Columbus 1492 war der Auslöser für seefahrerisches Wettrüsten in Spanien, England, Frankreich. Der Wohlstand, der in Folge dessen Jahrzehnte später unter Elisabeth I. in England entstand, begünstigte den Aufstieg des Theaters als Kunstform. Shakespeare konnte in diesem Umfeld zum bedeutendsten Dramatiker werden; Goethe und Schiller waren große Verehrer seiner Werke und trugen zu deren Verbreitung in Deutschland bei.
Wissenskonstruktion im LdL-Unterricht
Allen Beteiligten ist klar:
Die vom Team vorgestellten
Inhalte sind möglicherweise
nicht fehlerfrei.
Die ganze Klasse ist implizit aufgefordert,
Unklares und Unverstandenes zu benennen, um eine Klärung zu erreichen
Fehler anzusprechen und gleich eine Vermutung zur Richtigstellung mitzuliefern
Allen Beteiligten ist klar:
Die Lehrkraft ist stets bereit, sich als Coach einzuschalten - nicht um die Vortragenden zu tadeln oder bloßzustellen, sondern um die gemeinsame Wissenkonstruktion voranzubringen.
Während der LdL-Prozesse:
Schulung und Ausbau von Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität
http://prezi.com/swkhf1ojkksx/jean-pol-martin-partizipationsfahigkeitnetzsensibilitat/
Die Fähigkeit, aktiv auf Kontext Einfluss zu nehmen, um das eigene Leben/das Leben der Gesellschaft (mit) zu gestalten
Das Gespür für die Interdependenz und die Verwobenheit der Welt und aller ihrer
Konstituenten
Bildnachweis:
Alle Vektorgrafiken stammen aus der umfangreichen Auswahl bei
http://freepik.com - vielen Dank!

Siehe auch:
http://2.gp/MaslowSheep
Beispiel 1: Text mit Aufgaben
LdL/Englisch, 8. Kl. Gymn.
Beispiel 2: Grammatikregeln
Beispiel 3: Wortschatz
Beispiel 4: Übungen
Anthologie:
LdL/Deutsch, 9. Kl. (Gymn.)
Vorbereitung der LdL-Einheit
Durchführung
Das Team "Sprachliche Mittel" leitet die Klasse zum Identifizieren sprachlicher Besonderheiten an
Auszug aus dem gymnasialen Lehrplan (Bayern):
Schülerinnen wählen in Vierergruppen je eine Geschichte aus
Je zwei Schülerinnen bereiten Inhalt und Aufbau des Textes vor
Je zwei Schülerinnen bereiten sprachliche Gestaltung und Aussage des Textes vor
Das Team "Inhalt und Aufbau" macht die Klasse mit der Kurzgeschichte vertraut (stilles Lesen/Lesen mit verteilten Rollen/abschnittsweises Lesen)
Die Struktur des Textes wird mit der Klasse erarbeitet - eine Gliederung wird an der Tafel fixiert
Durch Nachfragen aus der Klasse und Intervention der Lehrkraft wird deutlich, dass es oft alternative Lösungen gibt
Die Funktion des identifizierten Stilmittels wird erschlossen, diskutiert und in Fortsetzung der Gliederung ebenfalls an der Tafel fixiert
Die Aussage des Textes wird diskutiert, dabei auch mögliche Alternativen
LdL-Vorteile
Die Schülerinnen gewinnen durch die Übung des eigenständigen Texterschließens Routine im Umgang mit diesem Aufgabentyp
Das Selbstvertrauen wächst, wenn sie sehen, dass eigene, am Text belegbare Interpretationsansätze ernstgenommen werden.
Durch die unterschiedliche Besetzung der Lehr-Teams wird die Einheit abwechslungs-reich; alle haben eine wichtige Aufgabe.
angewandt im Unterricht der Fächer Englisch und Deutsch am Gymnasium
Der Fachbegriff "Lernen durch Lehren"
scheint aus sich selbst heraus erklärbar:
Man lernt, indem man lehrt -
also während des Prozesses.
Weitere Informationen zu Theorie und Praxis von LdL:
Blog zum #LdLMOOC2: http://ldlmooc2.wordpress.com
Blog zum #LdLMOOC1: http://ldlmooc.blogspot.com
Blog von Prof. Dr. Jean-Pol Martin: http://jeanpol.wordpress.com
LdL-Homepage: http://www.ldl.de
LdL bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_durch_Lehren
LdL im ZUM-Wiki: http://wikis.zum.de/zum/Kategorie:Lernen_durch_Lehren
LdL-Vorteile
Die Schülerinnen sprechen wesentlich mehr
Das Selbstvertrauen der Schülerinnen wächst durch Erfolge bei der Durchführung von Unterrichtsteilen
Durch die vorausplanende Vorbereitung eines ganzen Kapitels wächst das Gefühl, den Lernstoff "im Griff zu haben".
Die Schülerinnen stellen mehr Fragen, das Klima in der Klasse ist generell entspannter
Vortrag von Peter Ringeisen am 06.04.2016
am Lessing-Gymnasium Neu-Ulm

"Weltverbesserungskompetenz" als Lernziel: Der ganze Aufsatz: https://ldlmooc2.files.wordpress.com/2014/08/zentraler-aufsatz-3_2002_weltverbesserungskompetenz-als-lernziel.pdf
Durch Informationen aus dem Internet und anderen Medien:
Einblick in größere Zusammenhänge
(lokal, regional, national, international)
Bedürfnis nach Transzendenz:
Dem eigenen Handeln Sinn verleihen
Ziel:
A) Sich in der Gegenwart wohlfühlen
B) Fähigkeiten erwerben, die für die Zukunft
größere Glückschancen eröffnen
Erkenntnis:
Zur Sicherung des eigenen Glücks ist es erforderlich, dass sich auch die Mitmenschen wohlfühlen.
Breites Feld für die Entfaltung altruistischer Aktivitäten
"WELTVERBESSERUNG"
WARUM?
in der Praxis
Martin schreibt Neuronen folgende Eigenschaften zu:

1. Neuronen sind offen und transparent.

2. Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden
und nehmen sich nicht wichtig, haben keine Angst, Fehler zu machen.

3. Neuronen versuchen ständig Kontakt zu anderen Neuronen herzustellen; sie haben
keine Angst, penetrant zu wirken; sie gehen auf Andockversuche sofort ein.

4. Neuronen sind nicht beleidigt und kennen keine Pausen.

5. Neuronale Netze gehen mit Unschärfen spielerisch um und sind basisdemokratisch.
Jean-Pol Martins Neuronenmetapher
Martin setzt die Lernergruppe mit einem Gehirn gleich:
Die einzelnen Schülerinnen und Schüler sind wie Neuronen, die im Hirn Informationen beitragen, die sich später zu einem Gesamt-bild zusammenfügen.
Artificial Brain Simulation - Thalamocortical System, 3.5 Billion Synapses, 16.7 Million Neurons
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