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Orthographiedidaktik

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by

Tim Hoffmann

on 17 November 2014

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Transcript of Orthographiedidaktik

Orthographiedidaktik
wortbildorientierter Rechtschreibunterricht
Darstellung
:
erste Wortbildtheorie nach BORMANN von 1840
Grundlage der
analytischen Methode

daran schließen wortbildorientierte Ansätze mit folgenden veralteten Prämissen an:
Abschreiben
als wichtigste Methode
Abspeichern von Wortschreibungen über ihre
Umrisse
(Ober- und Unterlängen)
Vermeiden
von falscher Einprägung durch scharfe Kontrollen der Schülertexte
keine
Präsentation falscher Wortschreibung
, auch nicht zu Demonstrationszwecken
neuere Didaktiken gehen von einem
orthographischen Lexikon
aus, das auf mehr als rein visueller Ebene Informationen abspeichert
grundwortschatzorientierter Rechtschreibunterricht
Darstellung
gekennzeichnet durch
wiederholtes Üben
einer bestimmten Menge von Wortformen
Reduzierung des Lerngegenstands
der Orthographie
überprüfbare
Nahziele
liefern zusätzlich Motivation
Regeln
werden augrund vieler Ausnahmen eher
kritisch
gesehen
bei Wörtern, deren Schreibung nicht durch die deutsche Orthographie hergeleitet werden kann (<ai> in Kaiser, Laib oder <v> in Vase, Advent oder aber auch <v> für [f] in Vogel und viel) bietet sich eine
phänomenorientierte Herangehensweise
an
für die generelle Auswahl der Wörter, die in einen
Grundwortschatzkatalog
aufgenommen werden sollen, finden folgende Prinzipien Berücksichtigung
Auftretenshäufigkeit
Fehlerträchtigkeit
individuelle und persönliche
Interessen
der Schüler

regelorientierter Rechtschreibunterricht
Darstellung
Existenz eines
Rechtschreibphänomens
Formulieren metasprachlicher Regeln oder Gesetzmäßigkeiten
Unterschiede der verschiedenen Ansätze in Bezug auf
Komplexität
der verwendeten Regeln
Fokus der
sprachlichen Ebene
(Silben, Morpheme)
Art und Weise der
Erarbeitung von Regeln

Beispiel für eine Regel: nach kurzem Vokal, meist Konsonantenverdoppelung
charakteristisch für den regelorientierten RU sind
Merksätze
induktive Erarbeitung
von Gesetzmäßigkeiten
das Versprachlichen von Gesetzmäßigkeiten mit eigenen Worten erhöht die
Wahrscheinlichkeit des Behaltens

Übungsformen
abschreiben
,
zerlegen
und
zusammensetzen
von Wörtern des Grundwortschatzes

Führen einer Rechtschreibkartei mit den
100 häufigsten
falsch geschriebenen Wörtern

Definition
Rechtschreibkompetenz
:
Fähigkeit , eine ausreichend große Anzahl von gespeicherten Wortformen ohne aufwändige Reflexion richtig schreiben zu können
analytische Methode
Wahrnehmung von geschriebener Sprache nicht in Einzelteilen, sondern
ganzheitlich
Erlesen ganzer Wörter & Sätze im Vordergrund
Zergliederung
von Wörtern erst in einem 2. Schritt
Isolierung von einzelnen Buchstaben und
Zuordnung zu Lautwerten
Erlesen
unbekannter Wörter
auf Basis der bekannten Buchstaben
Vorteil: frühes Erfahren der kommunikativen Funktion von Schrift
Erlernen von Rechtschreibung geht auf das scharfe und sichere Einprägen der eigentümlichen Physiognomie der Wörter zurück

Dies geschieht
ALLEIN
durch das Auge!
Kritik
Rechtschreiberwerb folgt dem
Einprägen von Wortschemata
Schüler sind meist von
korrekten Schreibweisen
in ihrer Umwelt
umgeben
und begehen dennoch Fehler

Fehlschreibungen
korrelieren selten mit der Wortgestalt
des korrekten Worts, es kommt sogar durch Einfügen von Graphemen zu gravierenden Änderungen der Wortgestalt (z.B. Einfügen eines Dehnungs-h)

der
logische Aufbau von Schrift
wird allerdings erst relativ spät gelehrt, was zum Erraten von Wortbildern führen kann

Heutzutage ist der klassische Wortbildansatz daher aus den Didaktiken
verbannt

Übungsformen
Abschreibübungen
Erlesen ganzer Wörter und Sätze
Kritik
Rechtschreiberwerb folgt lediglich dem Erlernen
von einzelnen Wörtern
didaktisch problematisch
: Übungsformen, die für das Einprägen von Ausnahmeschreibungen verwendet werden, sind ebenso auf Schreibungen des Kernbereiches ausgeweitet
der grundwortschatzorientierte Rechtschreibunterricht wird als
systemfern
wahrgenommen und lässt Rechtschreibung implizit als
chaotisch
und
undurchschaubar
wirken
moderne Ansätze bejahen den grundwortschatzorientierten RU, wenn er als Exerzierfeld für phänomenorientiertes Arbeiten gilt

Kritik
eher
unsystematische Gegenstandsbereiche
wie das Dehnungs-h eignen sich kaum zur induktiven Erarbeitung von Regeln
didaktische Reduktion
ist zwar legitim, erhöht aber die Anzahl an Ausnahmen
einen Automatismus, der vom Rechtschreibwissen zum unbewussten Rechtschreibkönnen führt, gibt es nicht
starke
Schüler bei der induktiven Erarbeitung von Regeln bevorzugt

schwächere
Schüler finden im Plenum eher wenig Berücksichtigung finden

Übungsformen
induktive Erarbeitung von Regeln aus entsprechendem Material
Aufstellen von Merksätzen
strategieorientierter Rechtschreibunterricht
Darstellung
relevant ist nicht das Regelwissen , sondern die
Strategie
der
Regelanwendung
mentale Prozeduren
im Vordergrund, die als Prüfoperation angeboten werden
Einübung von Denkbewegungen
strategieorientierter RU als prozessorientierte Vorgehensweise

Beispiel
für eine Strategie:
Verlängern von Wörtern mit Auslautverhärtung (Hand, Hände)
syntaxbasierter Zugang zur Groß- und Kleinschreibung (Attribuierungsprobe, z.B. im
Treppengedicht
)
strategieorientiertes interpunktionsdidaktisches Konzept nach Lindauer et al. (2005 & 2012):
Komma als Grenzmarkierung zw. zwei Teilsätzen (Königreichen), die jeweils von einem (finiten) Verb „regiert“ werden

Kritik
Anklänge an regelorientierte Konzeptionen

prototypische
Beispiele bilden nur selten die Realität ab

gerade der syntaxbasierter Zugang zur Groß- und Kleinschreibung wartet mit systeminternen
Problem
- und
Zweifelsfällen
auf:
Großschreiben von Pronomen, Adjektiv- oder Adverbphrasen
Präpositional- und Genitivattribute können Konstituenten bilden, die zwei Nomen beinhalten (z.B.: meines Vaters Haus)

Übungsformen
systematisches Klassifizieren von funktionalen Wortgruppen in Treppengedichten

Bestimmen prototypischer Wörter

silbenorientierter Rechtschreibunterricht
Darstellung
geringer analytischer Aufwand
wesentliche Bereiche der deutschen Orthographie lassen sich mit
silbischen

Strukturen
erklären
Silben als
linguistisches Phänomen
leichter zugänglich als Morpheme

Unterscheidung zwischen naiven und elaborierten Silbenkonzepten
Kritik
zu Beginn ihrer Schullaufbahn noch
Schwierigkeiten beim Segmentieren von Silben

keine
grundsätzlich lautlich motivierten
Wortschreibungen

die
grammatische Ebene
der Schriftsprache bleibt dadurch kognitiv unterentwickelt

Häusermodell teilweise
unnötig kompliziert

Zweifel
, ob Schüler von solchen Darstellungsformen profitieren

Übungsformen
rhythmisch-motorische Schreibübungen

Anwenden des Häusermodells auf einfache Wörter
naives Silbenkonzept
nach BUSCHMANN:
rhythmisch-silbierendes Mitsprechen während des Schreibens
Unterteilung in vier Wortgruppen:
lautgetreue Wörter
Wörter, die
rhythmisch verlängert
werden müssen (Berg, Berge)
Wörtern, deren Schreibung
abgeleitet
werden muss (Häuser > Haus)
Merkwörter
, die nicht durch rhythmische Strategien erklärbar sind (Stadt, Vogel)
elaboriertes Silbenkonzept
nach RÖBER (Häusermodell):
Trochäus
als
Grundmuster
des Deutschen (betont, unbetont)
Unterscheidung in vier verschiedene Wortgestalten für trochäische Zweisilber
offene Vollsilbe, langer Vokal (Hüte)
offene Vollsilbe, kurzer Vokal (Hütte)
geschlossene Vollsilbe, langer Vokal (Hühnchen)
geschlossene Vollsilbe, kurzer Vokal (Hüfte)

Erweiterung des Modells durch BREDEL:
Vereinfachung
, da nur noch ein einziger Haustyp vorliegt
Aufgabentypen
Welchem Konzept von Rechtschreibunterricht würdet ihr die folgenden Aufgaben aus Arbeitsheften für den Deutschunterricht zuordnen?
Lösung: strategieorientierter RU
Lösung: regelorientierter RU
Literatur
Noch Fragen???
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!
ein Beispiel

unter Schnee
unter dem kalten Schnee
unter dem kalten, feuchten Schnee
unter dem kalten, feuchten, glitschigen Schnee
schläft
der grüne Klee
übergeordnetes Ziel von Rechtschreibunterricht
orthographisch sicherer Umgang mit Schriftsprache, der eine Teilhabe an der Schriftkultur ermöglicht (nach Hanke 2003)
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