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Kultur als Propaganda: Musik und jüdisches Leben in Theresienstadt

Kultur als Propaganda: Musik und jüdisches Leben in Theresienstadt
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Charlotte Chang

on 6 May 2010

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Transcript of Kultur als Propaganda: Musik und jüdisches Leben in Theresienstadt

Theresienstadt: ein Sonderfall Festungsstadt Ende 18. Jahrhunderts Kaiser Joseph II. zwei Teile: "Garnisonstadt" und "kleine Festung" Terezín (Theresienstadt) vor dem Dritten Reich: im Dritten Reich: Wannseekonferenz, 1942 "Altersghetto" "jüdische Mustersiedlung" prominente Juden Vorzeigelager prominente Musiker in Theresienstadt: Viktor Ullmann - Komponist Hans Krasa - Komponist Gideon Klein - Komponist/ Pianist Pavel Haas - Komponist Das Kulturleben in Theresienstadt: H. D. Adler:
"Es gab zwar kein Kino, aber sonst so ziemlich alles, was eine Großstadt an kulturellen Einrichtungen und leichtem Vergnügen bietet, wenn auch in einer einmaligen, für dieses “Ghetto” typischen Abwandlung: Theater, Konzerte, Vorträge, Bücher und leichtere Genüsse in verschwenderischer Auswahl." Das Streichorchester in Theresienstadt Zentrale Fragen: Wie hat Musik im Ghetto funktioniert? Mittel der Nazipropaganda Art von intellektuellem Widerstand Täuschung und "Normalisieung" Sollen wir überhaupt von diesen dualistischen Kategorien sprechen? Musik in Theresienstadt:
die dialektischen Funktionen des Kulturlebens im Ghetto “Damals in Theresienstadt wurde Kultur gewürdigt.” Die "Freizeitgestaltung" von jüdischen Musikern verwaltet, aber... H. D. Adler:
“Sobald man aus propagandistischen Gründen in Theresienstadt unter den Juden 'Kultur' verlangte, die man ihnen bis jetzt verboten und abgesprochen hatte, wurde selbst ein 'Ghetto' im Machtbereich der SS genötigt, seine Kultur zu 'organisieren...' Hatte man in Deutschland den hochtrabend verkrampften Namen 'Kraft durch Freude,' im Kommunismus das Maschinenwort 'Prolekult…' bei den Tschechen unter Hitler, versöhnlich klingend, wurde 'Freude am Leben' gewählt, so fand sich für die den Juden aufgezwungene gestaltlose Kleinwelt die schmerzliche Mißbildung 'Freizeitgestaltung.'”
Praktische Probleme für Musikproduktion: Mangel von Notenblättern Mangel von Instrumenten Die offizielle Musikszene: Chöre (Rafael Schächter)
Kabarettgruppen
Jazzgruppen
Kammermusikgruppen
Klassische und populäre Orchester
*Opernaufführungen Viktor Ullmann:

Musikkritiken geschrieben
"Studio für Moderne Musik" Das Repertoire:

"Die Verkaufte Braut"
"Die Entführung aus dem Serail"
"Die Zauberflöte"
"Carmen"
"Aida"
"Hoffmanss Erzählungen"
"La Boheme"
"Tosca"
"Die Fledermaus" "Requiem" von Guiseppe Verdi: Premiere im September 1943
vom Chorleiter Rafael Schächter dirigiert
150-köpfiger Chor
4 namhafte Solisten
"Orchester" von zwei Pianisten, Gideon Klein und Tela Pollak Requiem = Totenmesse... Viktor Ullmann:
"In diesem Falle mag es berechtigt erscheinen, nochmals zu betonen, dass Raffael Schächter, dem das Theresienstädter Musikleben so viele Anregungen und künstlerische Taten verdankt, eine Aufführung von großstädtischem Niveau zustande gebracht hat." Deportation "nach Osten" (nach Auschwitz)
Realität des Ghettolebens "Transporte – das Kulturleben stockte; kaum waren sie abgerollt, kaum war die lähmende Furcht gewichen, und schon Tätigkeit und, ärger, in den oft ungesunden Rummel der gebotenen Genüsse." Hans Krasa und die Kinderoper "Brundibar" Hans Krasa: eine kurze Biographie Tschechisch-deutscher Komponist
1899 in Prag geboren
Studium an der Deutschen Akademie für Musik in Prag
Korrepetitor am Neuen Deutschen Theater in Berlin
1941 ins KZ-Theresienstadt deportiert
Leiter der "Freizeitgestaltung"
1944 nach Auschwitz verschickt und sofort vergast
die Entstehungsgeschichte von Brundibar:

Wettbewerb des Ministeriums für Schulwesen und Volksbildung
1941 heimlich uraufgeführt
in Theresienstadt 55-mal aufgeführt, auch im Propagandafilm Die Kinderoper "Brundibar" die Magdaburg-Kaserne die Handlung:

zwei Geschwister - Pepicek und Aninka
die Mutter ist schwerkrank
müssen Milch kaufen
kein Geld
Leierkastenmann im Marktplatz - Brundibar
Kinder werden vom Marktplatz vertrieben
Tiere bieten Hilfe an
Brundibar wird überwältigt Brundibar = Hitler? "die Premiere war ein großer Erfolg. Wir kamen eineinhalb Stunden vor dem Beginn und als wir unsere geschminkten Gesichter sahen, die wir schrecklich fanden, tollten wir herum, wie bei den Proben. Dann aber, mit der Ankunft der ersten Zuschauer, packte uns langsam das Lampenfieber, die Angst vor dem Publikum…Als wir am Ende waren mit Spiel und Gesang und der gewaltige Beifall durch den Saal brauste, da waren wir glücklich, denn der Mensch braucht den Beifall, und wir waren auch froh über die gute Arbeit, die wir geleistet hatten. Die Zuschauer in Theresienstadt werden wohl bald Brundibar vergessen, aber für uns, die Ausführenden, wird es eine der wenigen schönen Erinnerungen an Theresienstadt bleiben." Proben und Aufführungen: Die Klaviermusik wurde ins Ghetto geschmuggelt

Krasa hat aus dieser Klaviermusik neue Noten fürs Ghettoorchester geschrieben:
eine Flöte, ein Piccolo, eine Klarinette, eine Trompete, eine Guitarre, eine große Trommel, ein Klavier, vier Geigen, ein Cello, ein Bass und ein Akkordeon

Hörprobe begann im Heim der tcshechischen Mädchen

Dirigent: Rafael Schächter; Bühnenregisseur: Frantisek Zelenka; Choreografin: Kamila Rosenbaum Praktische Probleme:

Krankheiten
Deportationen Musik als Propaganda:
"Theresienstadt: ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet" Der Besuch vom Roten Kreuz und das Ghettoverschönerungsprogramm: Sommer 1944
7,500 Menschen deportiert
Kulturaktivitäten gezwungen
Konzerte, Aufführungen auf Befehl Der Film ...und die Rolle der Musik im Betrug Hintergrundmusik - Jacques Offenbach = ? = die Musik im "Dokumentarfilm" Regisseur - Kurt Gerron
Orchester - Karel Ancerl
Oper - Hans Krasa Ruth Klüger: "Opern waren besonders beliebt" “Man bot sie meiste konzertant mit Klavierbegleitung, doch kam es auch zu szenischen Aufführungen in Kostümen, gleichfalls meist bloß mit Klavier.” Offizielle "Entartete Musik" Die Theresienstadt-Swingers (Jazzgruppe) Studio für neue Musik Kultur und Propaganda:
Musikproduktion in Theresienstadt Musik:
Gut oder Böse? Die Tatsachen: Musikproduktion wurde in Theresienstadt offiziell sanktioniert

Juden hatten viel Freiheit in ihrer Musikproduktion unter der Selbstverwaltung der "Freizeitgestaltung"

Sogar offiziell verbotene, "entartete" Musik im Dritten Reich fand im Ghetto großen Erfolg

die vielfache Musikproduktion im Ghetto spielte eine große Rolle in der Nazipropaganda, um die Wahrheit der “Endlösung” zu verschleiern, z. B. im Propagandafilm

die meisten Musiker, die aktiv in Theresienstadt waren, wurden schließlich nach Auschwitz verschickt und ermordert Musik = nur eine propagandistische Schau? "Auf dem Platz wurde ein Pavillon errichtet, wo die Stadtkapelle aufspielen mußte, lauter vorzügliche Musikanten, jeder einzelne ein Virtuose. Und im Kaffeehaus spielte ein Trio und wurden Kabaretts veranstaltet und im Sommer wurden Vorstellungen unter freiem Himmel auf den Höfen gegeben. So erschien Theresienstadt eigentlich im Sommer 1944 als vollkommenes Eldorado in Europa, wo keine Anflüge waren, kein Kriegsschauplatz, nichts als Zeitvertreib, scheinbar drohte keine Gefahr. Und die löbliche Kommission kam und staunte sichtlich… In den Theatern waren die Schauspieler bereit und im Augenblick, als die Kommission eintrat, begann man mitten in einer Oper oder in einem Drama zu spielen. Nach 5 Minuten begab sich die Kommission weiter, und das Spiel wurde unterbrochen. Man ging nachhause. Auch die Komponisten Haas, Krasa, Ullmann und Gideon Klein wurden angespornt, Opern und Lieder zu komponieren, die nachher gespielt wurden. Das alles eigentlich auf Befehl der SS…" Gefangene = unwillige Mitarbeiter der Nazipropagandamaschinerie? "Die beabsichtigte Täuschung der Fremden wurde zur Selbsttäuschung der Gefangenen, sie haben gerne auf der grausigsten Bühne im ganzen Lande mitgespielt, die Menschenwürde wurde von innen ausgehöhlt, ohne dass es die Opfer merkten." ? Quelle der Hoffnung Musiker = unwillige Mitarbeiter? Theresienstadt und Deutsche Musik die Unvereinbarkeit der Musik aus Theresienstadt und Nazi-Ideologie Würde und Lebenskraft der Juden
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