Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

kästner

No description
by

wilhelm grobian

on 1 December 2011

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of kästner

Erich Kästner (1899-1974) "Ein ironisch-melancholischer Kommentar zur Lage" "Nie soll man so tief sinken, den Kakao durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken"

"Die Zeit fährt Auto, doch kein Mensch kann lenken" - geboren am 23.Februar 1899 in Dresden
- Vater war Sattlermeister in einer Kofferfabrik
- Mutter war Dienstmädchen & Friseurin
- Mutter & Milieu hatten starken Einfluss auf Kästner
- Erich Kästner war ein musterhafter Schüler mit außergewöhnlicher Intelligenz 1899 1914 "Der Weltkrieg hatte begonnen, und meine Kindheit war zu Ende" Juli 1917 Einberufungsbefehl 1919 -Beginn des Studiums in Leipzig
Geschichte, Philosophie, Germanistik, Französische Literatur,
Zeitungskunde & Theaterwissenschaft
- Arbeit als Hilfsarbeiter im Baugewerbe & Drogerie-Asstistenz - lyrisches Debüt: "Dichtungen Leipziger Studenten"
- Arbeit für "Neue Leipziger Zeitung" & weitere Publikationen 1920 1925 - Promotion: "Die Erweiterungen auf Friedrichs des Großen Schrift 'De la litterature allemande' "
- Lessings Schriften prägten Kästner als Moralist & Aufklärer
- Freundschaft zu Erich Ohser 1927 - 1933 - wichtigste Schaffensphase Kästners
- Publikationen in diversen Tageszeitungen sowie "Die Weltbühne"
- stilistische Vielfalt: Gedichte, Glossen, Reportagen und Rezensionen "Gebrauchslyrik" "Neue Sachlichkeit" Jahrgang 1899

Wir haben die Frauen zu Bett gebracht,
als die Männer in Frankreich standen.
Wir hatten uns das viel schöner gedacht.
Wir waren nur Konfirmanden.

Dann holte man uns zum Militär,
bloß so als Kanonenfutter.
In der Schule wurden die Bänke leer,
zu Hause weinte die Mutter.

Dann gab es ein bißchen Revolution
und schneite Kartoffelflocken;
dann kamen die Frauen, wie früher schon,
und dann kamen die Gonokokken.

Inzwischen verlor der Alte sein Geld,
da wurden wir Nachtstudenten.
Bei Tag waren wir bureau-angestellt
und rechneten mit Prozenten.
(...)
Man hat unsern Körper und hat unsern Geist
ein wenig zu wenig gekräftigt.
Man hat uns zu lange, zu früh und zumeist
in der Weltgeschichte beschäftigt!

Die Alten behaupten, es würde nun Zeit
für uns zum Säen und Ernten.
Noch einen Moment. Bald sind wir bereit.
Noch einen Moment. Bald ist es so weit!
Dann zeigen wir euch, was wir lernten! 1929 1931 1933 Gerhard Lamprechts Verfilmung von "Emil und die Detektive" (1931) wird zum Erfolg.
Kästner war mit dem von Lamprecht und Billy Wilder verfassten Drehbuch unzufrieden
-> Beginn der Arbeit in den Filmstudios Babelsberg. Rezitation: Matthias Habich
Bilder: George Grosz 1933 - 1945 Berlin. „Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen.
Mich läßt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“ "Notwendige Antwort auf überflüssige Fragen " "(...) Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. (...) Es ist ein merkwürdiges Gefühl, ein verbotener Schriftsteller zu sein und seine Bücher nie mehr in den Regalen und Schaufenstern der Buchläden zu sehen. In keiner Stadt des Vaterlands. Nicht einmal in der Heimatstadt. Nicht einmal zu Weihnachten, wenn die Deutschen durch die verschneiten Straßen eilen, um Geschenke zu besorgen.“

2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.
10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz (heutiger Bebelplatz ) Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“ (1946) 1942 1934 Pseudonym: „Berthold Bürger“ 1943 1945 - 1974 - Arbeit für das Feuilleton der Neuen Zeitung, die Kinder- und Jugendzeitschrift „Pinguin“, literarischen Kabarett, Hörfunk.
künstlerische Audrucksformen: Kabaretstücke, Lieder, Hörspiele, Reden und Aufsätze, Kinderbücher 29. Juli 1974 Man hat für diese Art von Gedichten die Bezeichnung 'Gebrauchslyrik' erfunden, und die Erfindung beweist, wie selten in der jüngsten Vergangenheit wirkliche Lyrik war. Denn sonst wäre es jetzt überflüssig, auf ihre Gebrauchsfähigkeit wörtlich hinzudeuten. "Prosaische Zwischenbemerkung" aus "Lärm im Spiegel" (1929) 1936 Ich erhielt von meiner Freundin, die später meine Frau wurde, eines der schönsten Geschenke, die ich je in meinem Leben bekommen habe. Sie hatte für mich Kästners 'lyrische Hausapotheke' mit der Hand abgeschrieben und mit Illustrationen versehen. Marcel Reich-Ranickis Gedenkschrift "Erich Kästner 1899-1999" "Das Eisenbahngleichnis"

Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß, wie weit.

Ein Nachbar schläft; ein andrer klagt;
ein Dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.
(...)
Die erste Klasse ist fast leer.
Ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr
Die Mehrheit sitzt auf Holz

Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und viele im falschenCoupé ! "Abendlied des Kammervirtuosen"

Du meine neunte letzte Sinfonie!
Wenn du das Hemd anhast mit rosa Streifen...
Komm wie ein Cello zwischen meine Knie,
Und lass mich zart in deine Seiten greifen.

Laß mich in deinen Partituren blättern.
(Sie sind voll Händel, Graun und Tremolo) -
Ich möchte dich in alle Winde schmettern,
Du meiner Sehnsucht dreigestrichnes Oh!

Komm lass uns durch Oktavengänge schreiten!
(Das Furioso, bitte, noch einmal!)
Darf ich dich mit der linken Hand begleiten?
Doch beim Crescendo etwas mehr Pedal!!

Oh deine Klangfigur! Oh die Akkorde!
Und der Synkopen rhythmischer Kontrast!
Nun senkst du deine Lider ohne Worte...
Sag einen Ton, falls du noch Töne hast! Seminar: Satire in der Publizistik der Weimarer Republik Leitung: Prof. Dr. Hermann Haarmann
Wintersemester 2011/2012
01.12. 2011

Petya Zyumbileva
Volker Bernhard „Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühen?“ Literaturverzeichnis:
- Kordon, K. (1998): Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte des Erich Kästner, Weinheim
- Bemmann, H. (1985): Humor auf Taille - Erich Kästner Leben und Werk, Verlag der Nation, 3
Aufl., Berlin
- Kästner, E. (1996): Als ich ein kleiner Junge war, Atrium-Verlag, 5., Aufl., Zürich
- Kastner, E. (1929) Lärm im Spiegel, C. Weller CO. Verlag Leipzig/ Wien Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Misanthropologie

Schöne Dinge gibt es dutzendfach.
Aber keines ist so schön wie diese:
eine ausgesprochen grüne Wiese
und paar Meter veilchenblauer Bach.

Und man kneift sich. Doch das ist kein Traum.
Mit der edlen Absicht, sich zu läutern,
kniet man zwischen Blumen, Gras und Kräutern.
Und der Bach schlägt einen Purzelbaum.

Also das, denkt man, ist die Natur?
Man beschließt, in Anbetracht des Schönen,
mit der Welt sich endlich zu versöhnen.
Und ist froh, daß man ins Grüne fuhr.

Doch man bleibt nicht lange so naiv.
Plötzlich tauchen Menschen auf und schreien.
Und schon wieder ist die Welt zum Speien.
Und das Gras legt sich vor Abscheu schief.

Eben war die Landschaft noch so stumm.
Und der Wiesenteppich war so samten.
Und schon trampeln diese gottverdammten
Menschen wie in Sauerkraut herum.

Und man kommt, geschult durch das Erlebnis,
wieder mal zu folgendem Ergebnis:
Diese Menschheit ist nichts weiter als
eine Hautkrankheit des Erdenballs. Kästner Gedichte: Ein Mann gibt Auskunft, 1930 1933 Gesang zwischen den Stühlen Im Marschliedchen sagt Kästner den Nazis ihr Scheitern voraus:

Wie ihr's träumt, wird Deutschland nicht erwachen.
Denn ihr seid dumm, und seid nicht auserwählt.
Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt:
Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!

Das ohnmächtige Zwiegespräch:

Zur Macht gelangt nur, wer die Macht begehrt.
Im winkt sie zu. Ihm gibt sie dunkle Zeichen.
Und ihm befiehlt sie, eh sie ihm gehört:
"Stell unser Bett auf einen Berg von Leichen!"
Full transcript