Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

Personalbedarf in der Pflege

No description
by

Rolf Gennrich

on 16 January 2015

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of Personalbedarf in der Pflege

Rationale Personalbemessung in der Pflege
Grundlagen für eine angemessene Pflege in Deutschland
Utopie oder Option?
Anforderungen an ein Personalbemessungssystem
Relevanz
Bezieht sich auf die Notwendigkeit und die
Art und das Kompensationsniveau einer Dienstleistung.

Es wäre als nicht relevant anzusehen , wenn der Person eine vollständige Hilfe zugeordnet würde, wenn unter Berücksichtigung des Zustandes nur teilweise Hilfe erforderlich und fachlich sinnvoll ist.
Effektivität
Fähigkeit der Dienstleistung, das Bedürfnis zu beantworten. Eine effektive Dienstleistung ist eine Dienstleistung, die dazu beiträgt, zumindest vorübergehend, das Bedürfnis zu beseitigen, durch welches diese Dienstleistung hervorgerufen wurde.
Gerechtigkeit
Bezieht sich auf die mehr oder weniger große Dringlichkeit des Hilfsbedürfnisses der Person (vom lebensnotwendigen Bedürfnis bis zum Bedürfnis des Wohlbefindens). Dies schließt mit ein, dass alle dringenden Dienstleistungen berücksichtigt werden, bevor eine Dienstleistung, die einem weniger dringenden Bedürfnis einer Person entspricht als erforderlich betrachtet

Effizienz
Effizienz bezieht sich auf die Menge der eingesetzten Ressourcen, um ein gegebenes Resultat zu erzielen. Man verwendet dieses Kriterium um zwischen zwei austauschbaren Dienstleistungen zu wählen.
Das Kriterium der Effektivität hat Vorrang vor dem Kriterium der Effizienz.
Brauchen wir ein Verfahren zur Pflegezeit- und Personalbedarfsermittlung?
Welche Anforderungen sollte es erfüllen?
Gibt es solche Instrumente? Wenn ja, warum haben wir in Deutschland noch keins?
* Die Erprobung wurde 1999 von dem Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben. Zwischen Dezember 1999 und Herbst 2002 wurden insgesamt 10.239 Bewohner verschiedener Projekte (z.B. AWO, Hamburg, Bremen, Kreise Segeberg etc.) nach dem Verfahren Plaisir evaluiert. Die Erprobung von Plaisir in Deutschland wurde im Jahr 2004 eingestellt.
Vorliebe
Vorliebe bezieht sich auf die Vorlieben der abhängigen Person. Die Kriterien der Effektivität und der Effizienz haben Vorrang vor dem Kriterium der Vorliebe. Aber wenn es zwei Dienstleistungen gibt, die beide gleich effektiv und effizient sind, um das spezifische Bedürfnis der Person zu beantworten, dann ist es zwingend die Dienstleistung zu wählen, die von der betreffenden Person bevorzugt wird
Sättigung
Kriterien bei der Bestimmung der erforderlichen Pflege
Sättigung bezieht sich auf die Fähigkeit der Person die Dienstleistungen "in Anspruch zu nehmen" . Dieses Kriterium kommt auf zwei Ebenen vor. Auf der Ebene einer individuellen Dienstleistung beinhaltet es, dass man eine solche Dienstleistung nicht mit einer Intensität (also nur für eine Dauer und mit einer Häufigkeit) als erforderlich betrachten kann, die größer ist als die Intensität, die die Person ertragen kann.

Die Basis
Erst nach Feststellung der Leistungen kann das hierfür erforderliche Personal ermittelt werden.
Dies sollte auf folgenden Grundlagen geschehen:
Verbindliche, transparente und überprüfbare Leistungsbeschreibungen aller erforderlichen Pflegeleistungen
Der tatsächlich für diese Leistungen zur Verfügung stehende Arbeitszeit und
der Leistungsfähigkeit und Qualifikation des Personals

Referenz und Beispiel eines solchen Verfahrens: PLAISIR

Aus Fehlern lernen!
Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Erprobung
des franko-kanadischen Personalbemessungsverfahrens
PLAISIR in Deutschland.
Das von 1999 bis 2005 in Deutschland erprobte Verfahren PLAISIR (13.000 Evaluationen) wurde vom KDA und einem Beirat auf Bundesebene begleitet.
Es wurde von der Praxis sehr gut angenommen, scheiterte aber letztendlich auf der Zielgeraden.
Die Gründe für das Scheitern werden höchst unterschiedlich beurteilt.
Was hat das Verfahren ausgezeichnet?
Ein zentrales Ergebnis war, dass die Pflegestufen (egal ob drei (oder auch fünf) für eine Bemessung des erforderlichen Bedarfs unbrauchbar (da zu ungenau) waren. Das galt auch für die sogenannten RUG´s des RAI und auch andere Klassifizierungssysteme.
Der durchschnittliche Pflegezeitbedarf wurde mit ca. 135 Minuten über alle Bewohner ermittelt.
Damit die Leistungen auch bei dem Bewohner ankommen müssen weitere Faktoren in einer Umrechnung in Personal berücksichtigt werden:
Im Zuge des Kieler Modells wurden alle Pflegeaktionen, die Zeitwerte für BBK und VIAW und die anzusetzende Arbeitszeit einer Vollzeitkraft besprochen und verbindlich miteinander vereinbart. Dieses Gremium war vergelichbar mit der sogenannten technischen Kommision in der Schweiz, die noch heute für die Revision des Verfahrens dort zuständig ist.
Vergleich Deutschland Kanada und Umrechnung in Stellen
Auf eine Formel gebracht:
Auch eine präzise Pflegezeitermittlung wird durch eine mangelhafte Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen des pflegenden und betreuenden Personals konterkariert.

Die besondere Leistung des Verfahrens PLAISIR lag darin, einen direkten Zusammenhang zwischen der erforderlicher Pflege für jeden einzelnen Bewohner und den hierfür erforderlichen Personalbedarf herzustellen.
Aktuelle Stand Vefahren PLAISIR und FAZIT
Es wurde inhaltlich und technisch weiterentwickelt und weiterhin in der Schweiz in 4 Kantonen und in Provinzen im franko-kanadischen Raum eingesetzt.
Der zentrale Fragebogen (eFRAN) wird nunmehr elektronisch ausgefüllt.
Der Datenbestand beläuft sich nunmehr auf 176 765 Evaluationen, gegenüber 180.402 in Quebec.

Wäre es 2005 nicht zu einem Abbruch der Gespräche gekommen, würden uns nunmehr empirische Daten von annähernd allen Pflegeheimbewohnern in Deutschland vorliegen. Wir hätten das Verfahren fachlich und strukturell weiterentwickeln können.
Diese Chance wurde vertan! Ob ein neuer ANLAUF gelingen könnte ist zu bezweifeln.

Rolf Gennrich
GEWIA Beratung Sozialer Umternehmen
Da war doch was? PLAISIR*
Rolf Gennrich, GEWIA BERATUNG SOZIALER UNTERNEHMEN, 02173 1627264
Full transcript