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bertolt brecht

Fluch und Elend des 3. Reiches
by

Anna Fischer

on 2 January 2013

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Transcript of bertolt brecht

Furcht und Elend des 3. Reiches Szene 9: Die jüdische Frau -Frau begründet, warum sie gehen will
-->Mann soll gesellschaftliche Position nicht verlieren (vgl. Z. 6-8)
- sie will freiwillig gehen, nicht dazu aufgefordert werden - sie fühlt sich als Deutsche (vgl. Z. 13)
- äußert Kritik an scheigenden Intellektuellen, zu denen ihr Mann gehört (vgl. Z. 14)
- beschmimpft das NS-Regime und dessen Anänger (vgl. Z. 18-19)
- Beziehung wird angesprochen
- Kritik an Hörichkeit der Bevökerung, besonders der Intellektuellen: "Aber ihr sagt ja nichts!" (Z.20)
- innerer Konflikt wird deutlich:
Schweigen/Widersetzen, Liebe/Leben
- legt Forderungen an ihr zukünftiges Leben dar
- spricht die verdrängte Wahrheit aus: die Trennung ist für immer
- Wertung der Gegenwärtigen Situation als Schande, nicht Unglück
--> kurze, gleiche Redeanteile von Mann und Frau
- der Mann stellt verwirrt Fragen zu der Situation, welche die Frau sehr knapp beantwortet
- er scheint überrascht, obwohl ihr Gehen vorhersehbar war (vgl. Z. 38)
- sie will nach Amsterdam, was er für unsinnig erklärt und will sie zum Bleiben überreden
- die Frau verschweigt mit ihren Antworten ihre eigentlichen Ansichten
- Konflikt: sie will ihn nicht verlassen, kann aber nicht bleiben
- ihre Antworten sind unpräzise, kann ihre Gründen nicht offen darlegen-->Hoffnung, dass der Mann sie unterstützt und sich zu ihr bekennt --> Redeanteile des Mannes werden länger als ihre
- ihre Hoffnung wird enttäuscht
- Wandel: keine Formalitäten mehr
- er verharmlost die politische Situation: " nichts als eine Entzündung" (Z. 59), "wirklich ein Unglück" (Z. 60)
- Kontrast: er will passiv bleiben, nicht handeln, "von irgendwoher kommt der Umschwung" (Z. 58), sie fordert das Gegenteil
- Zustimmungen "sicher" (Z. 61) "ja"(57) zeigen, dass sie nicht in der Lage ist, die Wahrheit zu sagen
- mit eingeschränktem Blick auf die pol. Situation isoliert er die Intellektuellen, "uns Intellektbestien" (Z. 63/64)-->grenzt seine Frau ab
- er regt sich künstlich, gespielt, übertrieben über Banalitäten auf (vgl. Z. 70 f.) --> nicht die Sondergenehmigung, sondern die Verfolgung der Juden/seiner Frau ist eine "Schweinerei" (Z. 71) Die Frau Im Monolog Im Dialog - selbstsicher, fest entschlossen
--> rhetorische Fragen: "Warum soll ich alles
einsehen?" (Z. 13 ff.)
--> stellt viele Forderungen, z.B. wir müssen
uns in die Augen sehen! (vgl. Z. 2-3)

- direkt/bestimmt
-->direkte Meinungsäußerung
"Was seid ihr für Menschen, auch du!" (Z.14)
"Gib mir die Wäsche dort!" (Z. 22)--> wirkt
provokant

- emotional
--> Ausruf "Oh, Fritz"(Z. 30) --> Verzweiflung
"Pfui Teufel"(Z. 21)-->Abscheu
--> Klimax ihrer Entrüstung und Anschuldigung
im Laufe des Monologs

- verzweifelt
--> steht im Konflikt zwischen Liebe zu ihrem
Mann und pol. Verhältnissen (Widerstand)

- rational
-->hat klaren Blick auf Realität
"Das hier dauert nicht nur vier Wochen" (Z. 27)

spiegelt ihren wirklichen Charakter, ihre
Bedürfnisse und Ansichten wider Gesprächsverlauf 1. Monolog Z. 1-11 Zeile 19-30 Zeile 11- 19 2. Dialog Zeile 30-50 Zeile 56-78 Analyse Der Mann Charakterisierung/Sprache: Schluss Die Szene "jüdische Frau" offenbart:
- furchtbare Anklage für ein Volk, das sich von
dem NS-Regime erniedrigen und unterdrücken
lässt
- Hoffnung auf ein besseres Deutschland und
optimistischer Zukunftsglaube werden nicht
vermittelt --> Trostlosigkeit
- Akte des Widerstandes und solche der
Anpassung und Unterwerfung verschmelzen
--> lässt Frage nach Form des Widerstandes offen

--> Wirkungsabsicht des epischen Theaters verfehlt,
da Szene emotional sehr aufgeladen ist und damit
suggestiv ist Aktualitätsbezug Bewertung - Konflikt des Individuums zwischen Konformität
und Widerstand ist zeitlos
- bei jeder Entscheidung gegenwärtig
- das eingeschüchterte Verhalten der beiden Figuren
repräsentiert die Wirkung eines unmenschlichen
Kontrollapparats wie er in jeder Diktatur zu finden ist Hypothese: Das Scheitern der Beziehung ist auf das Regime der Nationalsozialisten zurückzuführen. "Furcht und Elend des 3. Reiches": - Theaterstück Bertolt Brechts, das er von 1935- 1943 im
Exil verfasst hat
- bis Juni 1938 aus 27 Szenen bestehend, die in keinem
direkten Zusammenhang stehen-> Montage
- jede Szene enthält neue Protagonisten
-Verschmelzung von Elementen des aristotelischen sowie
epischen Theaters

- Inhalt: Darstellung des Nationalsozialismus im
deutschen Alltag-> verdeutlicht, wie das
nationalsozialistische Regime in alle Lebensbereiche
vordringt, Angst und Misstrauen verbreitet Brecht und der Nationalsozialismus: - nach Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar
1933 muss Bertolt Brecht Deutschland verlassen
- seine Dichtungen wurden als "undeutsches Schrifttum"
verbrannt
- 1935 wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft
aberkannt
- 1938/39 entstand in seinem Exil in Skandinavien das
Theaterstück "Leben des Galileo Galilei"
- über Finnland und Russland floh Brecht 1941 in die USA - gehemmt, zurückhaltend
-->sehr knappe Antworten/Ellipsen: "Nein"(Z. 34)
"Nach Amsterdam. Eben weg." (Z. 43)



- verschlossen
-->hält ihre Kritik zurück
ordnet sich ihrem Mann unter, nichtssagende
Antworten
Widerspruch zu ihren vorherigen Aussagen

- nahezu passiv
--> bejaht Sachverhalte des Mannes, denen sie
eigentlich nicht zustimmt
"Du weißt, dass ich unverändert bin [...] - Ja."
(Z. 49/50)
--> hat nicht den Mut, ihre Meinung, dieWahr-
heit, zu äußern Thema: Eine Jüdin in Frankfurt beschließt 1935 ihren
arischen Mann zu verlassen und ins Ausland zu
fliehen. Während sie ihre Koffer packt probt sie,
wie sie es ihrem Mann sagen soll. Historischer Hintergrund: - 1935 Nürnberger Gesetze
-->juristische Grundlage der antisemitischen Ideologie
der Nationalsozialisten: - Blutschutzgesetz
- Reichsbürgergesetz Sprache - Unterschiede zwischen Gesagtem und Gedachtem
(vgl. Z. 49-50)
- viele Euphemismen/ Verharmlosungen
-> "Es ist doch nicht mehr sehr schön
hier" (Z.38-39)
-> "Das klingt alles ab wie eine
Entzündung" (Z.59) Charakter- eine Frage der Zeit? - Frau ist sehr einsilbig
-Vorrausdeutung aus Monolog wird erfüllt: Mann gibt ihr
den Pelzmantel: "Schließlich sind es nur ein paar
Wochen." zeigt ihre Angst, das "normale" Verhältnis
Mann/Frau Kommunikation im Monolog: - die Wahrheit wird direkt ausgesprochen
- Provokation--> "Das ist Reizwäsche" ( Z.22)
- Beschimpfungen--> "Ungeheuer" (Z. 17/18)
- Nutzung eines Propaganda Liedes "Jeder Schuss ein
Russ" (Z. 17)--> Ausdruck der Empörung/Entrüstung
- Vorrausdeutung (Z. 27/28)
--> der Pelzmantel als Zeichen der Entgültigen Trennung Allgemein: - Nationalsozialisten werden umschrieben,
nicht direkt genannt--> zeigt vorherrschende
Angst
- Konnotation:
Furcht: Flucht vor Judenverfolgung,
Unterdrückung, Gewalt
Eheleute lügen sich an
-->Unsicherheit, Angst
Elend: --> keine richtige Kommuni-
kation mehr, sie spielen
sich selbst und gegenseitig etwas vor
3. Reicht: Terror, Erpressung, Juden-
verfolgung, Passivität der
Intellektuellen im Dialog: - Name: Fritz Keith
- deutscher ("arischer")
Wissenschaftler
- opportunistisch
-> ändert während des Gesprächs seine
Meinung
->passt sich an jeweilige zweckmäßige
Lage an

- überheblich
-> bezeichnet sich selbst als "Intelligenz-
bestie" (Z.64) und verharmlost die
Zustände in Deutschland als
"Entzündung" (Z. 59) Fazit: - Zerbrechen der Beziehung ist an Kommunikation und Verhalten nachzuvollziehen
- >Die Lügner dürfen nicht erreichen, dass wir uns
nicht mehr in die Augen sehen können<
-->Nationalsozialisten verursachen/erreichen das
Scheitern der Beziehung - unsicher
--> Repetition(Z.49): will seine eigene
Veränderung nicht wahrhaben, sucht
Bestätigung der Frau Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns (1983) Strategisches Handeln Kommunikatives Handeln - erfolgsorientiert
- befolgen von Regeln rationaler Wahl
zur Einflussnahme auf die
Entscheidungen eines rationalen
Gegenspielers - verständnisorientiert
- individuelle Ziele werden unter der
Bedingung verfolgt, dass sie ihre Handlungs-
pläne auf der Grundlage gemeinsamer Situations-
definitionen aufeinander abstimmen können - beide spielen sich vor, der Abschied sei nur für ein paar
Wochen
-> es findet keine gemeinsame Situationsdefinition
statt
-> Gespräch wird zur Farce: Frau und Mann leugnen
Problematik der deutschen Juden, um Illusion einer
intakten Ehe aufrechtzuerhalten
-> die unausgesprochene Wahrheit lautet aber:
"Blutschutzgesetz" der Nazis zerstört ihre
Beziehung; durch die Unfähigkeit, sich dies ein-
zugestehen greifen sie zur Lüge
-> Das NS-Regime macht sie zu Lügnern (vgl. Z.3-4)
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