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Nachhaltigkeit: Wort, Begriff & Wirklichkeit

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Dirk Raith

on 11 December 2013

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Transcript of Nachhaltigkeit: Wort, Begriff & Wirklichkeit

Nachhaltigkeit
Wort, Begriff & Wirklichkeit
Kritik & Analyse eines Schlagworts
Begriffsbestimmung & Operationalisierung
Gemeinsames "Basteln"
Mars macht mobil ... für Nachhaltigkeit?!
Pestizide?
Regenwaldrodung?
Gentechnik?
Weltmarktpreise?
60h Arbeitswoche?
bei 10% angekündigte Kontrollen?
30% "nachhaltig"?
und der Rest?
Nachhaltiges "eh alles" ...?!
vor & im fossilen zeitalter
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
"Nachhaltig" kann also so ziemlich alles sein (etwa auch "Nachhaltigkeits-Fonds", die Atomkonzerne listen).
es gibt keine gesetzlichen Mindestauflagen für "Nachhaltigkeit" (analog "Bio").
"Nachhaltigkeit" wird alltagssprachlich & ideologisch verwendet -- und manchmal auch missbraucht.
mehr noch: Unternehmen definieren, was "Nachhaltigkeit" überhaupt bedeuten soll ...
1. (Schlag)Wort und Begriff
Operationalisierung & Messung
Bernhard Borggreve (1845)
"Damit lässt sich auch die ausgeprägteste Raubwirtschaft euphemistisch als eine nachhaltige bezeichnen und verteidigen."
"... daß es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weil es eine unentbehrliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag."
Hans Carl von Carlowitz (1713)
KRITISIERT auf kurzfristigen Gewinn gerichtetes Denken
FORDERT ökonomisch ein "Agieren mit", nicht gegen die Natur
PLÄDIERT für "Holtzsparkünste" (Wärmedämmung, bessere Herde, Alternativen)
FORDERT planmäßige Aufforstung durch Säen & Pflanzen
ANERKENNT unergründlichen & unwägbaren Eigenwert der Natur
VERFICHT ein Ideal regionaler Autarkie
FORDERT ein Auskommen für alle & Verpflichtung gü. dem "Gemeinwesen"
Inflation & Implosion
der "Nachhaltigkeit" ...
Nachhaltige Forstwirtschaft
>> in seiner "Sylvicultura oeconomica" finden sich damit bereits Anklänge an ökologisches Denken (> Linné, Haeckel)
im 19. Jahrhundert folgte auf den "Raubbau" das Problem der
Denaturierung der Wälder
fossile Energieträger wurden zunächst als "Überbrückung" zur Regeneration der Wälder gesehen
mit dem Einsatz fossiler Energie & dem Siegeszug der liberalen Ökonomik machte sich eine neue "Wachstums-" & "Gleichgewichtsideologie" breit
die "Boden-Reinertrags-Lehre" wurde zum dominanten Prinzip
"Nachhaltigkeit" bedeutete damit die dauerhaft mögliche maximale Rendite des Kapitals, das Ergebnis eines "Kosten-Nutzen-Kalküls"
"nachhaltig" sollte künftig v. a. der Ertrag sein
Holz war der wichtigste Energieträger, daneben Bau- & Zellstoff,
seine "nachhaltige" Beschaffung wurde immer mehr zur Existenzfrage ...
schon damals formierte sich Kritik gegen dieses ökonomistische Konzept von "Nachhaltigkeit" als "langfristiger Ertrag"...
am Ende des fossilen Zeitalters
Zeitalter nachhaltiger "Erdpolitik" beginnt mit krisenhaften Schlüsselerlebnissen (Öko-Bewegung, Erdölschock, neolib. "Schocktherapie")
"nachhaltige Entwicklung" integriert ökologische & sozio-ökonomische Aspekte
"Entwicklung" stellt "Wachstum" als Leitbegriff in Frage ...
Begriffe können unsere Erfahrung/-kenntnis vergrößern -- oder auch verringern, wenn sie unklar, abwegig oder irreführend sind.
Aktuelle Visionen sprechen von "nachhaltigem" Wachstum & Wettbewerbsfähigkeit ("Europa 2020") bzw. von Nachhaltigkeit als "Business Case"...
Was sind
eigentlich "Begriffe"?
mit einem Wort bezeichnete Vorstellungsinhalte.
die Werkzeuge unserer Erfahrung, d. h. der Wahrnehmung & Kommunikation unserer Wirklichkeit.
dabei immer selektiv. Sie beschränken sich/uns auf das, was uns als bedeutend erscheint.
kaum jemals "wertneutral", d. h. es fließen Interessen & Wertbezüge in ihre Definition mit ein.
die "Schubladen" unserer Wirklichkeit, auch wenn diese Ordnung nicht "wirklich" sein muss.
der rote Faden unserer Forschung, sollen Thesen überprüfbar & Ergebnisse kommunizierbar machen.
>> Begriffe brauchen einen übereinstimmend und präzise definierten empirischen Bezug.
2. Begriff und Wirklichkeit
Begriffsanalyse & Definition von Nachhaltigkeit
Was sind nun "Indikatoren"?
ganzheitlich
gleichrangig
gerecht
Nachhaltigkeit ist zugleich
ein normatives Leitbild & ein theoretisches Konstrukt
"3-Säulen-Modell" als Ausgangspunkt
Es geht darum festzustellen, ob unser Begriff ("Vorstellungsinhalt") mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Eine "operationelle" Definition gibt an, wie das geschehen soll.
"Anzeiger" von etwas, das unmittelbar selbst nicht beobachtet werden kann.
direkt beobachtbare & messbare "Tatbestände".
die "Bindeglieder" zwischen theoretischen Konstrukt & empirischer Wirklichkeit.
Hinweise auf die Existenz bzw. das Ausmaß eines "Variablenwerts".
Gro Harlem Brundtland, 1983
"Sustainable Development" ist Entwicklung, welche die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation deckt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.
The American way of life is not negotiable.
George Bush, 1992
Kriterienkataloge
CSR-Branchenleitfäden & CSR-Selbsttests (respACT Austria)
Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden
Gemeinwohlmatrix (Attac-UnternehmerInnen)
GRI-Leitfaden (Global Reporting Initiative)
Kernkriterien für die Untersuchung der sozial-ökologischen Unternehmensverantwortung (Stiftung Warentest)
NICK - NeSoVe Indikatoren CSR Katalog (Netzwerk Soziale Verantwortung)
SA 8000 (Social Accountability)
ISO 26000 Guidance Standard ...
Ansatz zur Dimensionierung und Operationalisierung "sozialer Nachhaltigkeit"
das Problem ...
heute ...
... und immerdar
ein andauernder Konflikt ...
... und ein Versprechen:
... wird es sein, Anforderungen der "Wirtschaftlichkeit" & der "Nachhaltigkeit" miteinander in Deckung zu bringen -- nicht nur sprachlich ("Win-Wins"), sondern orientiert am Begriff & "normativen Leitbild" nachhaltiger Entwicklung ...
Herausforderung nachhaltigen Wirtschaftens ...
FAZIT:
Begriffe sind ...
die Aufgabe ...
was "nachhaltig" sein soll ...
allgemein ist damit eine "ganzheitliche" & "langfristige" (=systemische) Betrachtung gemeint
im Unternehmenskontext ...
Bezug zum Kerngeschäft
gleichrangige Berücksichtigung untersch. Dimensionen
legitime Ansprüche der Stakeholder (U. als "offenes System")
Berücksichtigung der Wertschöpfungskette/Produktlinie
Bezug zu "werten" und Zielen des Unternehmens
ZIEL ist die Definition von konkreten Merkmalsdimensionen oder "Variablen" der Nachhaltigkeit
Indikatoren sind ...
die Lösung ...
fast wie beim
"Schinken-Käse-Toast"...
Praxis
zur Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel
>> um die zentralen Herausforderungen (Risiken, Potenziale) zu identifizieren, muss man folgendes im Auge behalten:

a) WAS IST DAS "KERNGESCHÄFT"?
>> welche zentralen Herausforderungen ergeben sich daraus?
>> welche Konsequenzen hat das Kerngeschäft auf die NH-Dimensionen?


b) WAS SIND DIE GRUNDPRINZIPIEN?
>> welche gibt es (verbindliche, branchenweite, selbst gesetzte)
>> welche Relevanz haben sie für NH?
>> lassen sie sich als Grundforderungen hernehmen, ausformulieren, adaptieren, sichtbar machen?


c) WER SIND DIE "ANSPRUCHSGRUPPEN"?
>> wer ist besonders wichtig?
>> wer ist besonders betroffen?
>> welche berechtigten Erwartungen oder Ansprüche gibt es (über die zentralen Zielsetzungen hinaus, oder ihnen widersprechend)?
>> welche Kooperationen gibt es oder könnten sich ergeben?

>>> daraus ergeben sich bestimmte INHALTE & PROZESSE bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie
Leitfragen für die Gruppenarbeit
Dimensionierung ...
& Operationalisierung
Beispiel1
Beispiel2
Wozu soll das gut sein?
Transparenz & Überprüfbarkeit
Verbindlichkeit
Zielfindung & -definition
Zielkontrolle & Steuerung
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