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Institutionentheorie und Institutionenanalyse

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daniel houben

on 26 November 2017

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Transcript of Institutionentheorie und Institutionenanalyse

Daniel Houben, M.A.
Wintersemester 2013/14

Institutionentheorie und Institutionenanalyse




Inhaltliches:
Statt vollständiger Nacherzählung Schwerpunkte setzen:
Was ist relevant? Wie lauten die Kernaussagen?
Welche Fragestellungen bzw. Probleme liegen den Überlegungen zugrunde?
Was wird kritisiert bzw. unterstützt? Wie ist die Argumentation aufgebaut?
Welche Bezugstheorien werden erwähnt?
Welche empirischen Ergebnisse werden werden präsentiert?
Was ist diskussionswürdig?
Welche Quellen benutzt und warum?
Zu den Referaten
Formalia:
mehrere Quellen vorbereiten
maximal 35 Minuten
Visualisierung
Handouts für alle
Präsentationen und Handouts bis spätestens
1.12.12 (Block 1) bzw. 5.1.13 (Block 2) an Seminarleitung senden
Das Referat selbst:
Aufbau und Schwerpunktsetzung begründen
Offene, ehrliche Diskussionsgrundlage - keine perfekte Show!
Fragen sollen immer und zu jedem Thema gestellt werden!
Organisationen
Institutionen
Konstruktion
sozialer Ordnung
Zweckverbände
Governancemodi
Arbeits- und
Lebenswelten
Agenturen sozialen Wandels
Verteiler von Lebenschancen
Interaktionssysteme
Individuen
Regeln
Normen
Kognitionen
Symbolische Repräsentationen
Gesellschaft
Organisationen
bottom-up
freiwilliger Zusammenschluss
Ressourcenzusammenlegung
Synergieeffekte als Motiv
Voraussetzung: institutionalisierte Versammlungsrechte
top-down
Interessenkomplementarität
gewinnorientierte Leistungsproduktion
Austausch als Motiv
Voraussetzung: Kapitalismus und
Abhängigkeit
Interessenorganisation
Arbeitsorganisation
Staat
schafft Rechtsgrundlage
monopolisiert symbolische und physische Gewalt
trägt
öffentlichen Verwaltung und Militär
Bildungswesen (Schulen und Hochschulen)
Gerichte und Ordnungen
öffentlich-rechtlicher Rundfunk
öffentlich finanzierte Kliniken
Unterstützung der Kirchen via Steuern
Unterstützung der Kunst und des Sports
tritt als Akteur auf
Asymmetrische Gesellschaft
Adorno:
(1) der historische Kurs der zunehmenden Organisierung der Moderne als Rationalisierung der Gesellschaft ist alternativlos und unausweichlich
(2) die Freiheit der Individuen wird jedoch durch ihre fortschreitende Integration in die Maschinerie der organisierten Rationalität radikal gefährdet (Adorno 1972: 443f).
"In der Organisation sind die menschlichen Beziehungen durch den Zweck vermittelt, nicht unmittelbar“ (Adorno 1972: 441).
„Am liebsten kommunizieren Organisationen mit Organisationen.“ (Luhmann 1997: 834)
Zunahme von Organisationen verselbstständigt sich
(Neo)Korporatismus
Formal vs. Aktivitätsstruktur
„[...] dasselbe empirische Phänomen [muss] aus zwei Perspektiven untersucht werden: von außen, als komplexer Akteure mit bestimmten Ressourcen und einer größeren oder geringeren Fähigkeit, diese Ressourcen in strategischen Handlungen einzusetzen, und von innen, als institutionelle Struktur, innerhalb derer interne Akteure interagieren, um die Handlungen zu produzieren, die dem komplexen Akteur zugerechnet werden können.“ (Scharpf 2006: 97)
Korporative
Akteure
„Organisationen existieren, weil sie die effektivsten sozialen Einheiten in einer Gesellschaft sind, mittels derer knappe Güter arbeitsteilig erstellt und soziale Macht akkumuliert werden können“ (Lengfeld 2007: 35).
Bildungseinrichtungen
öffentliche Verwaltung
Arbeitsorganisationen
„Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie es individuellen Akteuren erlauben, sich zu koordinieren, sie liegt in der Kraft, die Gesellschafts- und Wirtschaftstruktur zu prägen. Dabei sind Organisationen Einheiten mittlerer Ebene, verortet zwischen Mikro- und Makrosoziologie. Organisationen sind auch symbolische Orte. In Organisationen und durch sie lassen sich theoretisch und empirisch herausfordernde Fragestellungen nach Herrschaft, Wettbewerb oder Kooperation, sozialem Wandel und nach der Bedeutung von Institutionen präzisieren, anschaulicher und mit neuen Erkenntnismöglichkeiten formulieren und untersuchen“ (Allmendinger/Hinz 2002: 10).
Mayntz klassischer Minimaldefinition von Organisationen:
soziale Gebilde mit angebbaren Mitgliedern und interner Rollendifferenzierung,
bewusst an einem spezifischen Zweck orientiert
in ihrer Zielverfolgung intentional rational (Mayntz 1963: 36)
Organisationen werden sozialstrukturell zu wenig thematisiert: „Dies zeigt sich in der herkömmlichen Analyse zur sozialen Ungleichheit, welche in den Kategorien Klasse, Schicht und Geschlecht verbleiben, ohne einen Bezug zur Organisation herzustellen. Obgleich diese Untersuchungen auf der Individualebene ansetzen, erheben sie dennoch den Anspruch, die Sozialstruktur einer Gesellschaft in Gänze abzubilden“ (Allmendinger/Hinz 2002: 19).
Der jeweils relevante Kontext wird für die Individuen ebenso wie für die Organisationen durch deren jeweilige Position in der Sozialstruktur bestimmt:
Organisationsnetzwerke
organisationale Felder
Märkte
Wettbewerbe
Wahlkämpfe
...
Organisationen als Macht-, Kontroll- und Koordinationszentren
Organisationen als zentrales Medium von Herrschaft in der modernen Gesellschaft
Austauschbarkeit von Positionen
Was eine Organisation genau ist, hängt maßgeblich von der Perspektive ab und davon, welcher Aspekt betont wird (vgl. Lengfeld 2007: 26).
Organisationen sind „Kristallisationspunkte" für viele, die moderne Gesellschaft prägende Prozesse mit grundlegenden gesellschaftlichen Funktionen:
jeder Gesellschaftsbereich von Organisationen durchdrungen
Organisationen erbringen beinahe jede sozialrelevante Leistung
funktionale Differenzierung, kapitalistische Produktion und Organisationen bedingen einander
Großteil ihres Lebens verbringen Menschen in Organisationszusammenhängen
Organisationen sind zentrale Instanzen der sekundären Sozialisation
Mikropolitik und Entscheidungsprozesse
„Aktionszentren“ der Gesellschaft
bringen die maßgeblichen gesellschaftlichen Strukturen hervor
erst über Organisationen werden Probleme als gesellschaftlich relevant definiert
primäre Träger der funktionalen Differenzierung
Organisationen bestimmen sich unter anderen in der Formalisierung der Erwartungen (Luhmann 1964: 38)
Struktur der Organisation klassisch als formalisierte Hierarchisierung von Positionen, Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsvollmachten
Formalstruktur muss jedoch nicht die tatsächliche Aktivität wiedergeben
Vorderbühne vs. Hinterbühne
„Soziale Einrichtung, die auf Dauer bestimmt, was getan werden muß. […] Dabei leisten [Institutionen] eine Doppelfunktion: einmal für den Menschen, dessen Bedürfnisse sie formen, zum anderen für die
Gesellschaft, deren Strukturen und Bestand sie sichern.“ (Lipp)
Die Wirklichkeit von Organisationen ist gekennzeichnet von
heftigen Kämpfen
heimlicher Mauschelei
gefährlichen Spielen
Das wirkliche Leben in Organisationen ist ein Spiel
mit wechselnden Spielern
mit wechselnden Strategien
mit wechselnden Fronten
Der Leim, der Organisationen zusammenhält, sind
partielle Interessenkonvergenzen
Bündnisse, Koalitionen zur Durchsetzung der Interessen
„Je mehr ein moderner Staat seine Herrschaft auf Organisationen ausübt, desto antiquierter wird die Vorstellung, daß sich die Staatsautorität primär auf die Monopolisierung physischer Gewaltmittel gründe. Vielmehr hängt die Dominanzstellung des Staates nun von seiner sehr viel voraussetzungsreicheren Fähigkeit ab, die spezifischen Verwundbarkeiten verschiedener Organisationen als Ansatzpunkte für spezifischere Sanktionsstrategien zu benutzen“ (Geser 1990: 412).
von außen betrachtet, erscheinen Organisationen
als eigenständige Akteure, von innen betrachtet, als
Herrschaftsstrukturen
Zusammenlegung von Ressourcen, um Ziele zu erreichen, die einzelne Akteuren alleine nie erreichen könnten
Übertragung von Kontrollrechten über eigene Ressourcen
Bildung einer Verfassung aus Normen, Verantwortungen, Rechten und Pflichten
korporative Akteure treten wie einzelne Akteure auf („juristische Person“) und handeln gegenüber anderen Akteuren
Beispielhafte Indikatoren:
Verfünffachung der Anzahl von Unternehmen im Zeitraum von
1916 bis 1969
gleichhäufig in Gerichtsverfahren involviert wie natürliche
Personen
Drei Typen von Sozialbeziehungen
Beziehungen zwischen individuellen Akteuren
Beziehungen zwischen zwei korporativen Akteuren
Beziehungen zwischen individuellen und korporativen Akteuren

Vier Arten asymmetrischer Sozialbeziehung
Individuum ist unfreiwillig in Binnenverhältnis mit einem
korporativen Akteur
Individuum ist freiwillig in Binnenverhältnis mit einem korporativen
Akteur
Individuum steht freiwillig in einem Außenverhältnis zu einem
korporativen Akteur
Individuum steht unfreiwillig in einem Außenverhältnis zu einem
korporativen Akteur

Risiken der Übermacht der korporativen Akteure
weitreichendere Konsequenzen organisationalen Handelns
Uneindeutigkeit bezüglich Handlungsverantwortung
Organisationen orientieren sich nicht nach moralischen
Grundsätzen, sondern reagieren nur auf Logik des institutionellen Settings.
(Coleman 1979, 1986)
Formale Organisationen überwältigen die Individuen!
kulturell bedingte Regeln, die Dingen/Aktivitäten Sinn geben und in übergeordnete Rahmen integrieren
beziehen sich auf soziale Ordnung bzw. soziale Muster, die Akteure als gegeben annehmen
Institutionalisierung:
Vorgang, durch den soziale Beziehungen und Handlungen zu nicht mehr hinterfragten entwickeln
Prozess, bei dem Akteure untereinander vermitteln, was sozial als „wirklich“ definiert wird
Zustand, bei dem die von der kulturell geteilte kognitive Struktur der „Wirklichkeit“ bestimmt, was in sozialen Situationen Bedeutung erlangt und welche Handlungen möglich sind
Neo-Institutionalismus:
Organisationen adoptieren institutionalisierte Regeln einer Gesellschaft, sie sind von diesen Regeln durchdrungen
selbst Akteure und Interessen sind durch institutionalisierte Regeln konstituiert
in Organisationen wird konstant interagiert
nicht jeder Interaktion bezieht sich auf die Organisation
nicht jeder Interaktion mit Bezug zur Organisation bezieht sich auf das Organisationsziel
Organisation beginnt dort, wo mit Organisationsbezug entschieden wird
Entscheidungen in Organisationen oft weniger rational als theoretisch angenommen
Interaktion und Organisation
„Mit der Rechtsfigur der ‚juristischen Person’ nötigt der Gesetzgeber die Organisation dazu, zusammen mit dem Inhalt der Rechtsnormen auch die Überindividualität ihrer Zurechnung zu akzeptieren und die Zumutung, ein gegenüber allen Mitgliedern und Eigentümern verselbstständigendes Handlungssubjekt zu sein, in ihr Selbstverständnis zu übernehmen“ (Geser 1990: 406).
Adorno, Theodor W., 1972: Individuum und Organisation. S. 440 - 456 in: ders.: Gesammelte Schriften Band 8. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Allmendinger, Jutta und Thomas Hinz, (Hg.) 2002: Organisationssoziologie. Sonderheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 42. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Bommes, Michael, 2001: Organisation, Inklusion und Verteilung. Soziale Ungleichheit in der funktional differenzierten Gesellschaft. S. 236 – 258 in: Tacke, Veronika (Hg.): Organisation und gesellschaftliche Differenzierung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Cohen, Michael G. und James G. March und Johan P. Olsen, 1972: A Garbage Can Model of Organizational Choice. Administrative Science Quarterly 17: 1 – 25.
Coleman, James, 1979: Macht und Gesellschaftsstruktur. Tübingen: Mohr.
Coleman, James, 1986: Die asymmetrische Gesellschaft. Weinheim und Basel: Beltz.
Coleman, James, 1991: Grundlagen der Sozialtheorie. 3 Bände. München: Oldenbourg.
Crozier, Michel und Erhard Friedberg, 1979: Macht und Organisation. Die Zwänge kollektiven Handelns. Herausgegeben vom Wissenschaftszentrum Berlin. Königstein/Ts.: Athenäum.
DiMaggio, Paul J. und Walter W. Powell, 1983: The iron cage revisited. Institutional isomorphism and collective rationality in organizational fields. Amercian Sociological Review 48: 147 – 160.
auf Erwerbsverläufe. Berliner Journal für Soziologie: 503 – 523.
Granovetter, Marc, 2000: Ökonomisches Handeln und soziale Struktur: Das Problem der Einbettung S. 175 - 207 in: Müller, Hans-Peter und Steffen Sigmund (Hg.): Zeitgenössische amerikanische Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Küpper, Willi und Günther Ortmann (Hg.), 1988: Mikropolitik. Rationalität, Macht und Spiele in Organisationen. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Lengfeld, Holger, 2007: Organisierte Ungleichheit. Wie Organisationen Lebenschancen beeinflussen. Wiesbaden: VS-Verlag.
Luhmann, Niklas, 1964: Funktionen und Folgen formaler Organisation. Berlin: Duncker & Humboldt.
Luhmann, Niklas, 1975: Interaktion, Organisation, Gesellschaft. S. 9 – 20 in: ders.: Soziologische Aufklä-rung 2. Aufsätze zur Theorie der Gesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Luhmann, Niklas, 1981: Organisation und Entscheidung. S. 335 – 389 in: ders.: Soziologische Aufklärung 3. Soziales System, Gesellschaft, Organisation. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Luhmann, Niklas, 1997: Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Luhmann, Niklas, 2000: Organisation und Entscheidung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
March, James G. und Herbert A. Simon, 1993: Organizations. Cambridge: Blackwell/Malden.
Olson, Mancur, 1968: Die Logik des kollektiven Handelns. Tübingen: Mohr.
Ortmann, Günther und Jörg Sydow und Klaus Türk (Hg.), 2000: Theorien der Organisation. Die Rückkehr der Gesellschaft. 2., durchgesehen Auflage. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Parsons, Talcott, 1969: Evolutionäre Universalien der Gesellschaft. S. 55 – 74 in: Zapf, Wolfgang (Hg.): Theorien des sozialen Wandels. Köln und Berlin: Kiepenheuer und Witsch.
Preisendörfer, Peter, 2005: Organisationssoziologie. Grundlagen, Theorien und Problemstellungen. Wiesbaden: VS-Verlag.
Presthus, Robert, 1979; The Organizational Society. An Analysis and a Theory. London: Macmillan.
Scharpf, Fritz W., 2006: Interaktionsformen. Akteurzentrierter Institutionalismus in der Politikforschung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Schimank, Uwe, 1994: Organisationssoziologie. S. 240 – 254 in: Kerber, Harald und Arnold Schmieder (Hg.): Spezielle Soziologien. Problemfelder, Forschungsbereiche, Anwendungsorientierungen. Reinbeck: Ro-wohlt.
Schimank, Uwe, 2002: Organisationen. Akteurkonstellationen – korporative Akteure – Sozialsysteme. S. 29 – 54 in: Allmendinger, Jutta und Thomas Hinz (Hg.): Organisationssoziologie. Sonderheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 42. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Schimank, Uwe, 2005: Organisationsgesellschaft. S. 19 – 50 in: Jäger, Wieland und ders. (Hg.): Organisationsgesellschaft. Facetten und Perspektiven. Wiesbaden: VS-Verlag.
Schimank, Uwe, 2007: Das „stahlharte Gehäuse der Hörigkeit“, revisited – James Colemans „asymmetrische Gesellschaft“. S. 239 – 255 in: ders. und Ute Volkmann (Hg.): Soziologische Gegenwartsdiagnosen I. Eine Bestandsaufnahme. Wiesbaden: VS-Verlag.
Scott, Richard W., 2008: Institutions and Organizations. Ideas and Interests. Thousand Oaks: Sage.
Weber, Max, 1972: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen: Mohr.
Verwendete Literatur
Beispiele für Institutionen?
Was sind soziale Tatbestände?
Was sind Institutionen?
„Institutions are the rules of the game in a society or, more formally, are the humanly devised constraints that shape human interaction. […] Institutional change shapes the way societies evolve through time…“
(North, Douglass C. 1990)

„Institutionalisierung steht am Anfang jeder Situation, die ihren eigenen Ursprung überdauert.“ (Berger/Luckmann 2004: 59)

„…die Art und Weise, wie bestimmte Dinge getan werden müssen.“
(König, René, zitiert nach: Esser, Hartmut, 2000: 7)
Dialektik der Institution
soziale Erwartung
Vorschrift bzw. Zwang
Inneres Streben nach Konformität oder Abweichung
„Bei einer soziologischen Erklärung ist die Beschreibung der geltenden institutionellen Regeln der wohl wichtigste und meist auch anspruchsvollste und schwierigste Teil der Arbeit. Die Analyse der institutionellen Regeln und ihrer Beziehung zueinander ist das zentrale Element in der Logik der Situation der Akteure. Aus den Institutionen ergeben sich ja oft gerade erst die Strukturen der Möglichkeiten und der primären Ziele der Akteure sowie die ganz spezielle Logik des sozialen Sinns in einer Situation, der dann den alles bestimmenden Bezugsrahmen des Handelns widmet.“
(Esser, Hartmut, 2000: Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 5: Institutionen. Frankfurt/M.: Campus. S. 45)
Soziale Tatbestände
sind emergente Kollektivphänomene,
sind mehr als die Summe ihrer Teile,
besitzen Eigenschaften, die sie Individuen als ihnen äußerlich empfinden lassen
lassen sich in gesellschaftlichen Strukturen erkennen,
überdauern und widerstehen Bemühungen Einzelner.

Individuen wiederum
fühlen sich den sozialen Tatsachen ausgesetzt,
fühlen sich ihnen gegenüber verpflichtet,
empfinden sie als Zwang bzw. moralische Pflicht.
Doppelcharakter von Institutionen
„Tatsächlich kann man, ohne den Sinn des Ausdrucks zu entstellen, alle Glaubensvorstellungen und durch die Gesellschaft festgesetzten Verhaltensweisen Institutionen nennen; die Soziologie kann also definiert werden als die Wissenschaft von den Institutionen, deren Entstehung und Wirkungsart“ (Durkheim 1984: 100).
„Tatbestände einer bestimmten Ordnung wie Dinge zu behandeln bedeutet also nicht, sie in diese oder jene Kategorie des Seienden einzureihen; es bedeutet nur, daß man ihnen gegenüber eine bestimmte geistige Haltung einnimmt. Es bedeutet vor allem, an ihrer Erforschung mit dem Prinzip heranzutreten, daß man absolut nicht weiß, was sie sind, und daß ihre charakteristischen Eigenschaften sowie die sie bedingenden unbekannten Ursachen durch Introspektion nicht entdeckt werden können, mag sie noch so aufmerksam sein“ (Durkheim 1984: 90).
Verankerung sozialer Tatsachen

Seht Euch um!
Durkheims soziale Tatbestände
Durkheim, Emile, 1984: Die Regeln der soziologischen Methode.
Herausgegeben und eingeleitet von Rene König.
Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Aaron, Raymond, 1979: Hauptströmungen des modernen soziologischen Denkens. Durkheim, Pareto, Weber. Reinbek: Rowohlt.
Giddens, Anthony, 1978: Durkheim. London: Fontana.
König, Rene, 1978: Emile Durkheim zur Diskussion : jenseits von Dogmatismus und Skepsis. München: Hanser.
Schülein, Johann August, 1987: Theorie der Institution. Eine dogmengeschichtliche und konzeptionelle Analyse. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Normen, Vorschriften, Rechtssystem,
Internalisierung und Pflichtgefühl,
über ihren Kollektivcharakter
Institutionen schweben sowohl gewissermaßen über uns, sind aber auch zu einem Teil unserer Selbst geworden!
„Wie ist es möglich,
daß subjektiv gemeinter Sinn
zu objektiver Faktizität wird?“
(Berger/Luckmann 2004: 20)
Gesellschaftliche Konstruktion
der Wirklichkeit

Mittel der Objektivation
symbolisiert die Alltagswelt
kategorisiert bzw. typisiert Erfahrungen
unterstützt Identitätsbildung durch Selbstreflexion
ist „ablösbar“, erzeugt intersubjektiv geteilte Bedeutungen, speichert den Sinn (u.a. in Symbolen, Texten, Narrativen) und macht ihn übertrag- und wandelbar
transzendiert Sinnkomplexe räumlich und zeitlich
vollzieht sich vornehmlich über Sprache

„Das notwendigste Vehikel der Wirklichkeitserhaltung ist die Unterhaltung. Das Alltagserleben des Menschen ist wie das Rattern einer Konversationsmaschine, die ihm unentwegt seine subjektive Wirklichkeit garantiert, modifiziert und rekonstruiert.“ (Berger/Luckmann 2004: 163)
(2) Institutionalisierung
Habitualisierung: Routinehandlungen werden "kraftsparend" wiederholt ausgeführt
erfasst Typen und Rollen und erzeugt Rezepte und Regeln für verschiedene Situationen
bildet durch die Kombination von Regeln und Problemlöserewegen neue Strukturen
schafft praktisches Wissen und reziprok erwartbares Verhalten
klare bottom-up-Logik!

(3) Legitimierung
rechtfertigt bestehende Strukturen, Regeln und Rezepte,
überprüft sie aber auch und macht sie Wandel zugänglich.
(4) Sozialisation
Primäre Sozialisation
(orientiert an G.H. Mead)
Erster Schritt:
Kleinkind erschließt sich Welt durch Nachahmen signifikanter Anderer
Objektivationen werden dabei ebenso internalisiert
Zweiter Schritt:
emphatische Übernahme der Weltsicht generalisierter Anderer
überkommenes Wissen wird tradiert und Verhaltensmuster objektiviert
Platz in der Welt wird eingenommen

Sekundäre Sozialisation
Aneignung von Rollen in Institutionen
zum Rollenspiel nötiges Wissen ist von Institutionen vorgegeben
subjektive Sinnwelt wird erweitert
Identität wird gegenüber Rollen abgegrenzt
(1) Typisierung
(2) Institutionalisierung
(3) Legitimierung
(4) Sozialisation
„Institutionalisierung findet statt, sobald habitualisierte Handlungen durch Typen von Handelnden reziprok typisiert werden. Jede Typisierung, die auf diese Weise vorgenommen wird, ist eine Institution. Für ihr Zustandekommen wichtig sind die Reziprozität der Typisierung und die Typik nicht nur der Akte, sondern auch der Akteure. Wenn habitualisierte Handlungen Institutionen begründen, so sind die entsprechenden Typisierungen Allgemeingut. Sie sind für alle Mitglieder der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppe erreichbar. Die Institution ihrerseits macht aus individuellen Akteuren und individuellen Akten Typen. Institution postuliert, daß Handlungen des Typus X von Handelnden des Typus X ausgeführt werden."
(Berger/Luckmann 2004: 58)
"Gesellschaft ist ein menschliches Produkt. Gesellschaft ist eine objektive Wirklichkeit. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Produkt."
(Berger/Luckmann 2004: 65)
Objektivierung
Internalisierung
Externalisierung
Sozialisation
Institutionalisierung
Typisierung
Dialektik der sozialen Wirklichkeit
(nach Knoblauch 2011)
Institutionen
als praktisches Wissen

Rationalisierung als soziales Phänomen des Okzidents

Nur im Okzident gibt es ‚Wissenschaft‘ in dem Entwicklungsstadium, welches wir als ‚gültig‘ anerkennen. ... Empirische Kenntnisse … mathematische Fundamentierung … das moderne Laborexperiment …“ (Weber 2005: 11)

Kultur des Okzidents zeichnet sich für Weber durch Rationalisierung in alle Lebens- und Arbeitsbereichen aus:
Arbeit und Wirtschaft
Politik und Verwaltung
Kunst und Kultur
Wissenschat und Forschung
...

„Man kann ferner jedes dieser Gebiete unter höchst verschiedenen letzten Gesichtspunkten und Zielrichtungen rationalisieren und was von einem aus rational ist, kann, vom anderen aus betrachtet, irrational sein. Rationalisierungen hat es daher auf den verschiedenen Lebensgebieten in höchst verschiedener Art in als Kulturkreisen gegeben. Charakteristisch für deren kulturellen Unterschied ist erst: welche Sphären und in welcher Richtung sie rationalisiert wurden“ (Weber 2005: 19).

Verschiedene Lebensbereiche sind je unterschiedlich rationalisiert
Komplexe Konfiguration ungleichartig institutionalisierter Rationalitäskriterien
jeweiligen institutionalisierten Rationalitätskriterien stehen mitunter in Konflikt zueinander
spezifische Konfiguration der Institutionenbestimmen die jeweilige Sozial- und Kulturordnung einer Gesellschaft
Max Weber
Prozess der Rationalisierung
M. Rainer Lepsius
Institutionenanalyse
1.) Übersetzung von Leitideen in Rationalitätskriterien
Wertvorstellungen bzw. Leitideen werden in Rationalitätskriterien übersetzt, die Handlungsprinzipien mit Anspruch auf Gültigkeit in spezifischen Handlungskontexten schaffen.
2.) Ausdifferenzierung in spezifischen Handlungskontexten
Rationalitätskriterien gelten nur in spezifischen Handlungskontexten. Institutionenbildung ist daher stets in Verbindung mit der „Ausdifferenzierung von Geltungskontexten“ als „Kontextualisierung der Gültigkeit einer Leitidee“ zu verstehen.
3.) Gültigkeit über Sanktionen
Die Bedingungen der Geltungskontexte werden primär über Sanktionen hergestellt; sind also an Erwartungsstrukturen geknüpft. Sie sollen die Geltungsmacht bestimmter Leitideen durchsetzen und den Institutionalisierungsprozess unterstützen.
4.) Externalisierung von Widersprüchen
Werden Handlungskontexte durch die Institutionenbildung bestimmt, besitzt die Leitidee eine hohe Verhaltensrelevanz. Dadurch verengt sich der im Sinne der Rationalitätskriterien relevante Problemhorizont und folglich werden „spezifische Wertorientierungen und Handlungsstrukturierungen“ dominant. Treten jedoch Widersprüche, Probleme oder Konflikte auf, die sich mit diesen Rationalitätskriterien nicht adäquat angehen lassen, werden sie „externalisiert“.
5.) Konflikt und Vermittlung
Daraus ergibt sich zwangsläufig ein Konfliktpotential zwischen Institutionen, da sie sich einerseits inkommensurablen Rationalitätskriterien unterwerfen und sich die von ihnen beanspruchten Geltungsbereiche andererseits überschneiden können. Analytisch interessant wird dann vornehmlich, welche Vermittlungsstrukturen zwischen den Institutionen bestehen.
6) Institutionenwandel
Institutionenwandel vollzieht sich dann in diesem Sinne als - meist „umkämpfte“ - Institutionalisierung und Deinstitutionalisierung von Rationalitätskriterien. Institutionen sind mehr Prozess als Bestand.
Beispiel:
„Der moderne Kapitalismus ist demgemäß nicht das Produkt eines zu allen Zeiten bestehenden Gewinnstrebens, sondern einer spezifischen Rentabilitätsorientierung des wirtschaftlichen Handelns. Rentabilität aber ist das Ergebnis eines spezifischen Kriteriums für rationales Handeln, die Ausrichtung auf die Kapitalrechnung, den Vergleich einer Abschlussbilanz. […]
Das Ausmaß, in dem wirtschaftliches Handeln durch dieses Rationalitätskriterium berechenbar gemacht wird, bestimmt den Grad der Rationalisierung. Diese wird durch einen komplexen Prozeß der Anpassung von Ereignissen und Handlungsstrukturen an die Geltung dieses Rationalitätskriteriums bestimmt, nicht durch das Rationalitätskriterium selbst.
Zwar liegt der Ausgangspunkt der Rationalisierung in der Erfindung von Verfahren, die die Berechenbarkeit wirtschaftlichen Handelns ermöglichen […], doch müssen diese Verfahren, um hinreichende verhaltensorientierte Geltung zu gewinnen, institutionalisiert sein“
(Lepsius 1990: 46).
Rationalisierung und Institutionalisierung
Richard W. Scott: Three pillars of institutions
Kognitive Skripte, Schemata etc. sind nicht psychisch-individuell, sie sind vielmehr sozial konstruiert!
Institutionen werden durch quasi-automatische Verhaltensskripte unterstützt.

(1) regulative pillar - mit legitimierten Zwangsmitteln sanktionierbare Regeln
(2) normative pillar - normen- und wertegebundenes Rollenhandeln
(3) cognitive pillar - internalisierte Modelle, allgemein geteilte Deutungsmuster
(Scott, Richard W., 2008: 54ff)
Legitimität
"Legitimacy is a generalized perception or assumption that the actions of an entity are desireable, proper, or apporpriate within some socially constructed system of norms, values, beliefs, and definitions." (Suchman 1995: 574)

"A complety legitimate organization would be one about whoch no question could be raised." (Meyer/Scott 1983: 201)

(Korp. und ind.) Akteure betreiben Legitimitätssicherung, indem sie zeigen, dass sie den in der Gesellschaft etablierten Ansprüchen an Rationalität und Modernität genügen.
Z.B. zielen Technologien und formale Strukturen in Organisationen auf Legitimität ab und sind Manifestationen der Vorgaben und Erwartungen der Umwelt.

Normen, Werte, kurz Institutionen entfalten ihre regelhafte Wirkung, da sie als legitim angesehen werden!
Handlungen, die einen regelhaften Charakter aufweisen, innerhalb eines geregelten Kontextes ablaufen oder die von einer (Amts)Authorität ausgeführt werden, werden
eher
als objektiv erforderlich bzw. angemessen betrachtet
Legitimität eines Elements strahlt auf andere, damit verbundene Element aus
Handlungen, Rollen oder Prozesse werden mit Legitimität „infiziert“
erfolgreiche Akteure fungieren als legitimiertes Vorbild für andere Akteure
Akteure passen sich den als legitim geltenden Umwelterwartungen an.
Je legitimer sie erscheinen...
desto eher Unterstützung durch Umwelt,
desto stabiler die Beziehungen zur Umwelt,
desto sicherer der Ressourcenzufluss,
desto standardisierter die Lage,
desto höher die Überlebenswahrscheinlichkeit.
Neo-Institutionalismus
Akteurzentrierter Institutionalismus
Institutionen als Handlungsorientierungen
Regeln für bestimmte Situationen, (materielle) Verhaltens- und (formale) Verfahrensnormen
Regeln die, spezifizierten Adressaten die Verfügung über finanzielle, rechtliche, personelle, technische und natürliche Ressourcen gewähren oder untersagen
Regeln, die Relationen (insbesondere Dominanz- und Abhängigkeitsbeziehungen) zwischen bestimmten Akteuren festlegen
Handlungsorientierungen
kognitiv: Erkenntnis über die Situation und Strategiebildung
motivational: Interessen, Normen und Identitäten
relational: Interaktionsorientierung

Handlungssituationen
Sektorenspezifität
Stimuluscharakter und Handlungschancen
verfügbare Ressourcen bzw. Optionsgrenzen
wahrgenommene Umweltaspekte

Handeln in Akteurkonstellationen
Grundformen sozialer Handlungskonstellation
Governancemodi: einseitige oder reziproke Anpassung, Verhandlung, Abstimmung, hierarchische Entscheidung

Wie funktioniert Steuerung und Selbstorganisation auf der Ebene ganzer gesellschaftlicher Teilbereiche?
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