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Fortbildung für Bienenseuchensachverständige

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by

Wilhelm Jockheck

on 14 April 2017

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Transcript of Fortbildung für Bienenseuchensachverständige

Fortbildung für Bienenseuchensachverständige
Landesverband der Imker Weser-Ems e.V.
Christian Jockheck

Die Bienenseuchenverordnung
berücksichtigt:
in der Fassung vom 03.11.2004 I 2738;
geändert durch Art. 10 V v. 20.12.2005 I 3499



die Amerikanische Faulbrut (AFB)
den kleinen Beutenkäfer
die Trpilaelaps-Milbe
die Varrose (nicht anzeigepflichtig)


Lösen Sie schwache Völker auf
Ergänzen Sie Bienenverluste nur aus heimischen Herkünften mit amtlichem Gesundheitszeugnis
Betreiben Sie Wabenerneuerung (30% im Jahr)
Lagern Sie nur unbebrütete Waben
Schmelzen Sie Altwaben aus und desinfizieren Sie Rähmchen und Beutenteile mit Natronlauge
Verfüttern Sie niemals fremden Honig
Achten Sie bei der Einfütterung auf Qualitätsfutter
Verfüttern Sie keine Drohnenwaben
Lassen Sie jährlich alle Völker auf AFB-Sporen untersuchen
Rechtsvorschriften
Ein Bienenvolk im Rechtssinn: Die in einer Beute lebenden Bienen mit Brut und Waben. Auch Königinnnen mit Begleitbienen unterliegen allen Rechtsvorschriften.
Dauerbienenstände sind - seit Juni 2000 - beim Veterinäramt anzuzeigen
Für Wanderungen ist eine Gesundheitsbescheinigung des Veterinäramts erforderlich
Wanderstände sind mit Registriernummer oder Name und Anschrift des Imkers sowie Völkeranzahl zu kennzeichen
AFB, der kleine Beutenkäfer und die Tropilaelaps-Milbe sind anzeigepflichtige Seuchen; und bereits im Verdachtsfall des Vorhandenseins beim Veterinäramt anzuzeigen
Die Maßnahmen zur Bekämpfung sind in der BSVO geregelt. Bereits in Verdachtsfällen werden Sperrgebiete eingerichtet
Der Imker ist im Seuchenfall zur Mithilfe verpflichtet; Zuwiderhandlungen sind Ordnungswidrigkeiten
Leerstehende Beuten sind zu verschließen; Waben, Futter sowie Wachsreste sind für Bienen unzugänglich aufzubewahren
Jeder Imker ist zur Bekämpfung der Tracheenmilbe und Varroose verpflichtet
Über den Einsatz von Medikamenten ist ein Bestandsbuch zu führen
Arzneimittelrückstände im Honig müssen unterhalb gesetzlich festgelegter Grenzwerte liegen
Das Veterinäramt kann BSV zur Seuchenbekämpfung einsetzen
Die "gute imkerliche Praxis" ist der beste Schutz vor Seuchen
Brennplatz
Anlieferung
Entscheidungsplatz
Kratzstation
Beutenteile
Ätznatronbad
Beutenteile und Rähmchen
Schmelzen
Waben
Hochdruckreiniger
Neutralisiertes Material
Auslieferung
Gereinigtes Material
Aufbau einer Waschstraße
AFB - Klinik Befund
Fadenziehende Masse
Faulbrutschorfe gegen Licht
Fotos: Mathias Westerkamp
Verwechslungsmöglichkeiten mit Europärischer Faulbrut
Europäische Faulbrut:
Gutartige Faulbrut, Sauerbrut

Erreger: Mischinfektion verschiedener Erreger - überwiegend: Melissococcus pluton
infiziert Larven nur in den ersten 48 Stunden
bildet Kapseln, keine Sporen
Larve stirbt oft als Rundmade und wird entfernt bevor sie infektiösen Kot absetzten kann
Larve verfärbt sich braun oder gelb, lockere Schorfe
löchrige Zelldeckel aber
keine fadenziehende Masse
unangenehm säuerlicher Geruch
löchriges Brutnest, Völker werden allmählich schwächer
Quelle: Bayerische Ladenanstalt für Weinbau und Gartebau
Arbeitsablauf im AFB-Verdachtsfall
1. Positive Ergebnisse bei Futterkranzproben

Das LAVES Institut für Bienenkunde Celle informiert das zuständige Veterinäramt
Der Bienenzuchtberater wird vom Institut in Absprache mit dem zuständigen Veterinäramt und dem Imker tätig
Das Veterinäramt bindet den Vereinsvorstand oder den Obmann für Bienengesundheit des betreffenden Vereins ein

2. Ein Imker erkennt klinische Symptome

Telefonische Meldung an das zuständige Veterinäramt mit folgenden Angaben:

Verdacht auf Ausbruch der AFB
Standort des Bienenstandes
Anzahl der Völker
Anzahl der offenkundig erkrankten Völker
Amtliche Feststellung des Seuchenfalls
Die Seuchenbekämpfung ist eine staatliche Aufgabe die durch die Veterinärämter umgesetzt wird:

Unverzügliche Anordnung einer Untersuchung des Bienenstandes

Der Amtstierarzt kann auch den Obmann für Bienengesundheit oder BSV beauftragen

Standsperre

Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig sowie Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutze Geräte dürfen nicht verstellt bzw. entfernt werden
Der Bienenstand darf nur von seinem Besitzer, seinem Vertreter, den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen, von Tierärzten und von Personen im amtlichen Auftrag betreten werden

Einzelfutterkrankproben je Volk (Entnahmeprotokoll) und bienensicher verpackte Brutwabe für das Untersuchungslabor

Erst das positive Untersuchungsergebnis führt zur amtlichen Feststellung des Seuchenherdes
Errichtung eines Sperrbezirks und Untersuchungen
Ein Sperrbezirk hat mindestns eien Raidus von 1 km - wird aber den Gegebenheiten angepasst und kann bis zu 5 km groß werden.

Alle Bienenstände des Sperrbezirks werden erfasst
Alle Bienenstände des Sperrbezirks werden mittels Futterkranzsammelproben auf den Infektionsstatus überprüft

Futterkranzsammelproben sollten max. von 6 Völkern gebildet werden (>300 g/Probe)

Ist AFB in einem Wanderbienenstand amtlich festgestellt, kann die zuständige Behörde auch das Gebiet um den früheren Standort des erkrankten Volkes zum Sperrbezirk erklären, wenn anzunehmen ist, dass die Seuche bereits an den früheren Standorten geherrscht hat. Die Behörde kann genehmigen das der betroffene Bienenstand an seinen Heimatstandort verbracht wird (leicht geänderter § 10 Abs. 2 der BSVO).
Einrichtung eines Sperrbezirks
Landkreis Vechta
Einrichtung eines Sperrbezirks
Landkreis Vechta - Hauptstandorte des Imkereinen
Sanierungsmaßnahmen - Aufhebung des Sperrbezirks
Das Veterinäramt kann:

Die Tötung der seuchenkranken Völker anordnen
die Behandlung durch ein Kunstschwarmverfahren zulassen, wenn dadurch die Tilgung der Seuche zu erwarten ist

Frühstens 2, spätestens 9 Monate nach Feststellung des Seuchenfalls werden die Seuchenstände vom Amtstierarzt untersucht
Bei der ersten Untersuchung werden grundsätzlich Futterkranzproben gezogen.
Die zweite Untersuchung kann entfallen, wenn die Futterkranzproben keine Anhaltspunkte auf AFB ergeben.
Sanierung durch Verbrennung
Checkliste: Abschwefeln
Checkliste: offene Verbrennung
Schwefelstreifen (1-2 Streifen pro Volk) oder Sulfurspray
1 Blechdose oder 1 nicht brennbarer Blumenuntersetzer pro Volk
Paketklebeband/Zeitungspapier zum luftdichten Verschließen der Beuten
Streichhölzer
Taschenlampe
Eventuell Leerzargen
Plastiksäcke, falls Waben aus der Beute entfernt werden müssen, um Platz für den Schwefeltopf zu schaffen
Varroa-Gitter verschließen, z.B. mit Zeitungspapier abdecken
Genehmigung der Veterinärbehörde einholen
Information über die Maßnahme an die Polizei und Feuerwehr
Spaten und Schaufel
Verbrennungstonne: leeres Stahlfass mit Lüftungslöchern in der Wand (unten)
Eventuell zusätzliches trockenes Holz organisieren
Verbrennung nicht bei Bienenflug - entweder abends oder bei niedrigen Außentemperaturen (Räuberei). Nur Holz, Wachs und Bienen verbrennen!
Wenn auf dem Boden verbrannt wird, 50 cm tiefes Loch ausheben. Nach Beendigung das Loch mit Erde abdecken.
Wenn in der Verbrennungstonne verbrannt wird, die Reste in einem 50 cm tiefem Loch vergraben und mit Erde abdecken.
Vorlage Dr. Pohl
Offenes Kunstschwarmverfahren
BZB Bieneninstitut Celle
Honigentnahme erleichtert die Sanierungsmaßnahme - reifer Honig aus AFB-Völkern ist verkehrsfähig; unreifen Honig vernichten, nicht verfüttern!
Alle zu schwachen und klinisch stark befallenen Völker werden abgeschwefelt
Alle anderen Völker werden in ihre bisherige Beute von den Waben gestoßen/gefegt
Die Bienen behalten freien Ausflug und können abkoten
Das entnommene Wabengut wird der Reinigungsstraße zugeführt
Die Kunstschwärme kommen in eine 3-5 tägige Hungerphase - je nach Trachtlage (bei Tracht zeigt sich Wildbau mit Vorräten - dieser muss täglich entfernt werden)
Bei Trachtlosigkeit (Hungertod!) werden die Kunstschwärme am 3. Tag
in desinfizierte Beuten mit Mittelwänden geschlagen oder
in eine aufgesetzte Zarge mit Mittelwänden "gesogen" oder
zum Einlaufen vor eine desinfizierte Beute mit Mittelwänden geschüttet.
Bei Tracht geschieht dies am 5. Tag
Die Hungerphase wird abgebrochen - Fütterung in kleinen Mengen: 0,5 l/Tag (Zuckerlösung 1:1), danach je nach Tracht bis zu 4 Wochen 1 l/Tag oder 2 x 3 l/Woche.
Auf Überfütterung achten - es muss ausreichend Platz zum Brüten bleiben.
Grafik u. Fotos: Dr. Marc Schäfer Friedrich-Loeffler-Institut
Eier des kleinen Beutenkäfers
Maden des kleinen Beutenkäfers
Wanderlarve des kleinen Beutenkäfers
Adulter kleiner Beutenkäfer
Die Tropilaelaps-Milbe
Der kleine Beutenkäfer
Ursprungsgebiet: südlich der Sahara (Afrika)
Das 1. Auftreten in Europa - 2004 in Portugal
Käfer und Larven in Käfigen importierter Königinnen
Konnte erfolgreich getilgt werden
Das 2. Auftreten in Europa - 2014 erstmals in Italien
Das Untersuchungsgebiet/Sperrgebiet wurde von 20km Radius auf 100km erweitert
2015 wurden weitere Larven und Käfer im selben Umkreis von 2014 gefunden
2016 wurden 30 weitere Fälle in der selben Region und einer 100km entfernt dokumentiert

->Kleiner Beutenkäfer wahrscheinlich in Europa etabliert
Ist ein Parasit der Riesenhonigbiene
Tritt im Verbreitungsgebiet der Riesenhonigbiene und in Völkern der Apis Mellifera auf
bisher gibt es keine in Europa dokumentierten/gemeldeten Fälle
Das Schadbild entspricht in etwa dem der Varroamilbe
Die Milbe ist - im Gegensatz zur Varroa Milbe - nicht in der Lage den Chitin-Panzer der adulten Biene zu durchstechen
Kann somit nur in der Brut überleben

-> Mit Ausbleiben der Brutpause ist eine Ausbreitung möglich
Varroa-Milbe und Tropilaelaps-Milbe
Foto: Dr. Marc Schäfer
Die Varroa-Milbe
Die Varroose ist nicht anzeigepflichtig
Die zuständige Behörde, kann soweit es zum Schutz für die Milbenseuche erforderlich ist, anordnen, dass in einem von ihr bestimmten Gebiet innerhalb einer von ihr bestimmten Frist alle Bienenvölker gegen die Milbenseuche zu behandeln sind; sie kann dabei die Art der Behandlung bestimmen
In Weser-Ems sollten seit 2013 die Veterinärämter in Zusammenarbeit mit den Kreisimkerverbänden einen Zeitrahmen für die sommerliche Erstbehandlung herausgeben

-> Wo dies nicht geschieht, sollten die Vereine darauf drängen
Sanierung
1. Nachkontrolle
Frühstens nach 2 Monaten
Futterkranzproben
Sofort
2. Nachkontrolle
Frühstens nach 2 weiteren Monaten
Erloschen
Faulbrutdiagnoseschema - Befallener Stand
"Grenzübergreifende" Sperrgebiete
Tecklenburg und Osnabrücker Land
Futterkranzproben
Sofort
Nachkontrolle
Frühstens nach 2 Monaten
Sanierung
Erloschen
Umgebungsuntersuchung
Übersicht Umgebungsuntersuchung
Full transcript