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Beobachtungsformen in der kindheitspädagogischen Praxis

Einführung: Beobachtungsformen in der kindheitspädagogischen Praxis von Samuel Jahreiß
by

Samuel Jahreiss

on 20 March 2017

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Transcript of Beobachtungsformen in der kindheitspädagogischen Praxis

Beobachtungsformen in der kindheitspädagogischen Praxis
Beobachtungsformen
Alltägliche Beobachtungen
Systematische Beobachtungen
Frei formulierte Beobachtungen
Standardisierte Beobachtungen
Ungerichtete Beobachtung
Die Beobachtung als Voraussetzung dafür, den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen
Die Notwendigkeit für eine professionelle Beobachtung wird an folgenden ausgewählten Gesetzestexten deutlich:

Angebote für Familien:
„Angebote der Familienbildung, die auf Bedürfnisse und Interessen sowie auf Erfahrungen von Familien in unterschiedlichen Lebenslagen und Erziehungssituationen eingehen…“ (SGB VIII §16 Abs. 2).

Tageseinrichtungen:

„Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren…“ (SGB VIII §22 Abs. 3)

Hilfe zur Erziehung:

„Art und Umfang der Hilfe richten sich nach dem erzieherischen Bedarf im Einzelfall“ (SGB VIII §27 Abs. 2)

Die Beobachtung als Ausgangsbasis für professionelles pädagogisches Handeln
Die Beobachtung ist die Ausgangsbasis:
ZIELE
für die Formulierung individueller Ziele
PLANEN
für das Planen der pädagogischen Maßnahmen
UMSETZEN
für das Umsetzen der pädagogischen Maßnahmen
KONTROLLIEREN
für das Überprüfen der Ziele
Kriterien einer professionellen Beobachtung
Wissenschaftliche Beobachtungen müssen folgende Bedingungen erfüllen:
Starke Zielgerichtetheit
Methodische Kontrolle
Intersubjektive Überprüfbarkeit
(vgl. Gniewosz 2011, S.100)

Definition:
„Beobachtung im engeren Sinne nennen wir das Sammeln von Erfahrungen in einem nichtkommunikativen Prozess mit Hilfe sämtlicher Wahrnehmungsmöglichkeiten. (...) Sie zeichnet sich durch Verwendung von Instrumenten aus, die die Selbstreflektiertheit, Systematik und Kontrolliertheit der Beobachtung gewährleisten und Grenzen unseres Wahrnehmungsvermögens auszudehnen helfen.“ (Laatz 1993, S. 169)
Einführung: Beobachtungsformen in der kindheitspädagogischen Praxis
Das pädagogische Personal beobachtet kontinuierlich das Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder
Die alltäglichen Beobachtungen werden „als Basis spontaner Entscheidungen“ oder „als Basis geplanter Entscheidungen“ im pädagogischen Alltag herangezogen (Pausewang & Stack-Rathke 2009, S.154f)
Spontane Entscheidungen
können sein: Einem Kind die Schuhe zu schnüren oder auf das Können des Kindes zu vertrauen. Schlichtend in einen Konflikt einzugreifen oder darauf zu hoffen, dass die Beteiligten eine eigene Lösung finden.
Geplante Entscheidungen
können sein: Die Raumgestaltung zu verändern, weil manche Bereiche nicht genutzt werden. Themen der Kinder für ein Projekt aufzugreifen. Eigene Unsicherheiten in bestimmten Situationen zu reflektieren.
Bei einer systematischen Beobachtung geht es darum, ganz gezielt Informationen über einen bestimmten Bereich herauszufinden

Die Bedeutung der systematischen Beobachtungen hat insbesondere in Kindertageseinrichtungen in den letzten Jahren zugenommen.

Um das pädagogische Personal bei dieser Aufgabe zu unterstützen, gibt es verschiedene „standardisierte Beobachtungsvorlagen“ und „Hilfen für frei formulierte Beobachtungen“ (Pausewang & Stack-Rathke 2009, S.156)

Nach Pausewang & Stack-Rathke kann zwischen zwei Formen unterschieden werden (2009, S.156):

„Ungerichtete Beobachtung“
:
Im Fokus der Beobachtung steht das Verhalten von Kindern und deren Aussagen festzuhalten. Ein solches Verfahren sind die „Learning stories“ nach Margaret Carr bzw. der „Bildungs- und Lerngeschichten“ nach Hans Rudolf Leu und Mitarbeiterinnen (Leu u.a 2007)

„Gerichtete Beobachtung“:
Es wird der zu beobachtende Gegenstand festgelegt, die Beobachtungsergebnisse werden ressourcenorientiert festgehalten.
Beobachtungsbögen in Form von Einschätzskalen und Tabellen
konzentrieren sich meist nur auf einen Entwicklungsbereich, sie
sollen zu einer höheren Objektivität beitragen.
In Bayern zB. sind folgende standardisierte Beobachtungsbögen verpflichtend (vgl. AVBayKiBiG §1 und §5):

Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag
(PERIK)
Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei
Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (SISMIK)
Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig
aufwachsenden Kindern (SELDAK)
Gerichtete Beobachtung
Samuel Jahreiß, M.A.
Standardisierte Beobachtungsverfahren
Beispiel: Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachigen aufwachsenden Kindern (SELDAK)
Ungerichtete Beobachtung nach Margret Carr
Die Beobachtung richtet sich während einer bestimmten Zeitspanne auf das gesamte Verhalten und alle Aussagen des Kindes.
Beobachtung und Dokumentation verlaufen in den Bildungs- und Lerngeschichten nach einem strukturierten Muster:
Beobachtet wird ein zuvor festgelegtes Verhalten.
Sie richtet sich auf etwas, was man vom Kind weiß, oder besser, zu wissen glaubt.
Durch eine gerichtete Beobachtung soll eine Verhaltensweise eingeschätzt und beurteilt werden.
Alltägliche Beobachtungen finden parallel zur Gruppenbetreuung statt
Beispiel: Beobachtungsprotokoll einer alltäglichen Beobachtung
Beispiel: Lerngeschichte Max, 5,3 Jahre
Gerichtete Beobachtungen
Beispiel: Eine frei formulierte gerichtete Beobachtung
Forschungsergebnisse:
Beobachtung und Dokumentation in KiTas
Forschungsbericht: Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung
Bundesweite quantitative und qualitative Studie
704 von 2686 Einrichtungen waren beteiligt (26%)
1237 von 5372 pädagogischen Fach- und
Leitungskräften wurden befragt (23%)
21 Gruppendiskussionen
Fragenkomplexe beziehen sich auf:
Beobachtung und Dokumentation
Zusammenarbeit mit Familien
Gestaltung des Übergangs Kita-Grundschule
Sprachförderung
Qualitätssicherung bzw. -entwicklung

Viernickel, Susanne, Nentwig-Gesemann, Iris, Nicolai, Katharina, Schwarz, Stefanie & Zenker, Luise (2013) Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung. Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen. Forschungsbericht. Berlin.
Gniewosz, Burkhard (2010) Beobachtung. In: Hartmut Ditton, Burkhard Gniewosz, Cornelia Gräsel und Heinz Reinders (Hg.):
Empirische Bildungsforschung. Eine Einführung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 99–107.
Laatz, Wilfried (1993) Empirische Methoden. Ein Lehrbuch für Sozialwissenschaftler. Thun/Frankfurt: Verlag Harri Deutsch
Ellermann, W. (2011) Das sozialpädagogische Praktikum. 3. Aufl. Berlin: Cornelsen Scriptor. S.42.
Pausewang, Freya; Strack-Rathke, Dorothea (2009) Ins Leben begleiten. Bildung und Erziehung in der sozialpädagogischen Praxis. Berlin: Cornelsen Verlag.
Pausewang, Freya; Strack-Rathke, Dorothea (2009) Ins Leben begleiten. Bildung und Erziehung in der sozialpädagogischen Praxis.
Berlin: Cornelsen Verlag.
Leu, Hans Rudolf u.a. (2007) Bildungs-und Lerngeschichten. Bildungsprozesse in früher Kindheit beobachten, dokumentieren und
unterstützen. 1. Aufl. Weimar u.a.: Verl. Das Netz.
Ellermann, W. (2011) Das sozialpädagogische Praktikum. 3. Aufl. Berlin: Cornelsen Scriptor. S.41.
(Viernickel u.a. 2013, S.88)
(Viernickel u.a. 2013, S.89)
(Viernickel u.a. 2013, S.90)
zB.
Leu, Hans Rudolf u.a. (2007) Bildungs-und Lerngeschichten. Bildungsprozesse in früher Kindheit beobachten, dokumentieren und unterstützen. 1. Aufl. Weimar u.a.: Verl. Das Netz.
Leu, Hans Rudolf u.a. (2007) Bildungs-und Lerngeschichten. Bildungsprozesse in früher Kindheit beobachten, dokumentieren und unterstützen. 1. Aufl. Weimar u.a.: Verl. Das Netz. S. 184-187
(Leu u.a. 2007, S.184)
(Leu 2007, S.185)
(Leu 2007, S.186)
(Leu 2007, S.187)
Inhalte einer gerichteten Beobachtung:
Spracherwerb
Körpermotorik
Hand-/Fingermotorik
kognitive Entwicklung
soziale Kompetenz
emotionale Kompetenz
1. Beobachtung und Niederschrift,
2. Analyse dieser Beobachtung nach Lerndispositionen,
3. Kollegialer Austausch über das Lernen des Kindes
4. Planung "nächster Schritte",
5. Schriftliche Mitteilung an das Kind und die Eltern
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