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Rohstoffe des Borealen Nadelwaldes- Segen oder Fluch?
Beantwortung der Leitfrage am Beispiel Sibiriens
"Ein System ist ein Ganzes und ein Ganzes ist mehr, als die Summer seiner Einzelteile" (Aristoteles)
Die Zone des Borealen Nadelwaldes ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde und erstreckt sich von 160 Grad West bis 180 Grad Ost zwischen Alaska/USA, Skandinavien, nördliches Russland, Schweden und Finnland
-einzige Klima/Vegetationszone die nur auf der Nordhemisphäre vorkommt
-Nord-Süd-Breite: 700 bis
2000 km (Eurasien)
-Gesamtfläche: 20 Mio. Quadratkilometer (13% Festlandsfläche)
Waldtundra in Alaska
-größtes zusammenhängendes Waldgebiet der Erde
-Erstreckung: 160 Grad West - 180 Grad Ost
-Anteile an der Zone des borealen Nadelwaldes finden Alaska/USA, Skandinavien, Russland, Schweden, Finnland
-liegt zwischen Tundra (im Norden) und Laub-und Mischwäldern im Süden
Zur umfassenden Charakteristik eines Ökosystems werden die 6 Komponenten der Landschaft nach dem Modell von Hertz verwendet. Sie dienen dazu, einen wechselseitigen Zusammenhang und bestimmende Strukturen einer Landschaft wiederzugeben.
Wir haben uns bei der Bearbeitung dieses Themas auf die Zone des borealen Nadelwaldes beschränkt.
-humides Klima (mit vielen Niederschlägen)
--> wenig Verdunstung
-niedrige Temperaturen
-kontinentalgemäßigtes, maritimes Klima, Übergang zu Hochkontinentalklima
-sehr kalte Winter (unter 0° bis -40°)
--> lange extreme Fröste
-warme Sommer (über 5° bis 20°)
-Monatsmitteltemp. > 10 Grad in 1 bis 3 Monaten (selten 4)
-250 bis 500 mm Jahresniederschlag (teilw. bis 800 mm); großer Anteil als Schnee
(Schneebedeckung 30 bis 100 cm)
-Polwärts: Tundra --> polare
Baumgrenzen
-Äquatorwärts:
-Feuchte Mittelbreiten
(sommergrüner Laubwald)
4 Monate mit > 10 Grad;
VP > 6 Monate + ausreichend Feuchtigkeit
-Steppen/Halbwüsten --> Niederschlag limitiert
- vorwiegend Podsogley (Stauwasserschicht)
- wasserundurchlässiges Gestein in der Tiefe
(Dauerfrostboden)
-außerdem: Podsole, Moorböden, starke Humusbildung, nährstoffarm
- bei Bodenbildung in borealen Nadelwäldern spielt Frost eine große Rolle
- abwechselndes Gefrieren und Tauen in Permafrosttem Ostsibiriens mit kontinentalem Klima führt zu kleinen Senkungen und Erhebungen welche das Relief prägen
- sog. Frostmusterböden hier jedoch deutlich seltener und wenigr ausgeprägt als in Waldtundra und Tundra
-schwer zersetzbare Streu
-hohe Acidität von Streu und Mineralboden
-Staunässe
-->Bildung von Torf oder Rohumus
--.>Podsolierung: Verlagerung der Humunstoffe; Silikatverwitterung und Verlagerung der Sequioxide (Al, Fe)
--> geringe Bodenfruchtbarkeit
- mineralische Permafrostböden machen in Sibirien fast 50% aller Taigaböden aus
- niederschlagsintensive Zonen am Westrand Eurasiens sind Permafrostfrei, da mächtige Schneedecken die Abkühlung des Bodens bis in große Tiefen verhindern
- anfallende Streu unter kalten und nassen Bedinungen im ozeanischen Teil der borealen Klimazonen wird kaum von Tieren in Mineralboden eingearbeitet und nur langsam von Bakterien und Pilzen zersetzt
- Bildung von Rohhumusauflage
- saure Böden domnieren
- langsame Freisetzung der Nährstoffe durch Mineraliesierung und somit schwer für Pflanzen zugänglich
- Säuren mobilisieren aus oberen Mineralboden Eisen und Aluminum, als auch organische Stoffe, welche sich in tieferen Bodenhorizonten wieder anreichern
- Entstehung von Podsolen mit niedrigem pH-Wert, die für Pflanzenwachstum ungünstig sind
- organische Böden sind ebenfalls verbreitet mit mächtiger Torfhorizonte, treten teils mit und teils ohne Permafrost auf
- Leptosole (flachgründige Böden über Festgestein und Böden mit viel Skelett) sind ebenfalls vertreten
- weite Areale von Grund- und Stauwasserböden (Gleysole und Stagnosole) bedeckt
- Podsole, Stagnosole, Leptosole und Histosole mit je 10% vertreten
- es fällt mittelmäßig viel Bodenstreu an, Zersetzung erfolgt sehr langsam
- weltgrößten Torfvorräte (etwa zwei Drittel des Vorkommens) in Russland
- durch abiotische Faktoren ist die Menge an Biomasse mittelgroß (100-300 t/ha Trockenmasse)
- Bodenbildung nur während Polarsommers
- physikalische Verwitterung überwiegt, chemische und biogene Verwitterung eher in mäßigem Ausmaß
- Bodenfruchtbarkeit gering, da insbesondere Stickstoff knapp ist, aber auch andere Nährstoffe wie Kalium und Calcium
-hoher Grundwasserestand (humid)
-sehr flussreich
-geringe Verdunstung
-viele Sümpfe, Seenland, Moorgebiete
-> Dauerfrostboden
kein Versickern des Wassers in Grundwasserschichten
-> Rückstau abfließenden Schmelzwassers
-> Sumpfbildung
-meist Flüsse von Süd nach Nord (im Süden Gebirge)
-im Norden Arktisches Meer
-Vegetationsperiode: 90-80 Tage
-artenarme, immergrüne und sommergrüne
Nadelwälder, Moose
- vorherrschenden Nadelwälder (in Sibirien als Taiga bezeichnet) werden nur von den vier Koniferengattungen Picea (Fichte), Pinus (Kiefer), Abies (Tanne) und Larix (Lärche) mit jeweils wenigen Arten gebildet
- auch Laubbaumgattungen Betula (Birke) und Populus (Pappel) sind charakteristische Elemente der borealen Wälder
- in der artenarmen Bodenvegetation herrschen Zwergsträucher, Flechten und Moose vor, von denen häufig nur eine Art auf großen Flächen dominant ist
-Prägung Oberflächengestalt während pleistozäner Kaltphasen (Bodenalter max. 12000 Jahre)
-Zentrum der Inlandsvereisung --> Glazialerosion: Felsflächen, Rundhöcker, Felsbecken
-Frostdynamische Prozesse
-Strangmoore: oligotrophe Moore auf geneigten Landflächen
-Alasse: große (> 1 ha) flache Senken; Entstehung durch lokal verstärktes Auftauen des Permafrostbodens
-besteht aus sehr unterschiedlichen Gesteinsarten
-aufgrund vorherrschender Bodentypen (Podsole) handelt es sich überwiegend um Gesteine der oberen Erdkruste (Granit, Gneis)
- borealer Nadelwald ist dünn besiedelt
- einige Ressourcen wie zb. Holz, Torf, Wasser und Erze
- Abbau von Torflagerstätten steht im Vordergrund der Landnutzung
- Forstwirtschaft als bedeutender Witschaftsfaktor
- jährliche Holzeinschlag deckt weltweite Nachfrage nach Papier und Schnittholz
--> boreale Nadelhölzer decken etwa 90% des Papier- und Schnittholzbedarfs
- Nutzung der Ressourcen eher selten
--> Natur wird zb. durch Erdölförderung in Sibirien stark belastet
- wirtschaftliche Nutzung durch lange Winter stark eingeschränkt
- wenig ertragreichen Böden
- günstigen Lagen Anbau von Roggen, Gerste, Hafer und Kartoffel
- limitierende Faktor: Kürze der Vegetationsperiode
--> schlecht naturräumliche + wirtschaftliche Voraussetzungen verhindern stärkere Besiedlung
- Jagd und Fischerei sind weitere wichtige Wirtschaftssektoren
- nomadische (Rentier-) Weidewirtschaft
- stationäre Viehhaltung
- Das Vorhandensein von Rohstoffen und Ressourcen und deren Gewinnung sowie Nutzung birgt Nutzen für die Regionen aber auch großen Schaden
- „Rohstoffreichtum“ bietet eine gute Grundlage für den Handel Sibiriens
aber : Gebiete teilweise schwer zugänglich, unzureichende Verkehrsanbindung jeglicher Art an größere Städte, Förderung wird durch die gegeben naturräumlichen Voraussetzungen erheblich erschwert (Permafrostböden)
- durch die Förderung der Rohstoffe erschließen sich zahlreiche Probleme für Umwelt und Mensch
- unzureichende Entgiftung giftiger Rückstände beim Abbau von Edelsteinen, Edelmetallen und Metallen (Gold, Diamanten...) resultieren in Verschmutzung der Gewässer (unmittelbare Entsorgung der Rückstände in die Umwelt)
- Bei Beschädigung der Permafrostböden zur Rohstoffgewinnung tritt Methan in die Atmosphäre aus, begünstigt den Wandel des Klimas
- Austritt und Verbrennung von Methan bereits während der Förderung fossiler Brennstoffe („Begleitgas“ von Erdöl bei der Gewinnung)
- Gefährdung einzigartiger Ökosysteme
- Abholzung von Waldgebieten nicht nur zur Rohstoffnutzung : Platzgewinnung für den Menschen und den weiteren Abbau der Rohstoffe
- Verdrängung und Vertreibung nomadischer und einheimischer Völker, deren Lebensgrundlage die Natur Sibiriens bietet
- hohe Kosten beim Bau der Gas-Pipelines,
Potenzielle Umweltschäden durch zb. Gaslecks
Aufgrund dieser Sachlage zeigt sich die Schattenseite der Rohstoffe in deren Gewinnung und Nutzung in Sibirien weitaus deutlicher als die vom Menschen häufig angenommenen positiven Aspekte. Rohstoffe bieten zwar eine Grundlage für effektiven Handel, jedoch lässt sich besonders am Beispiel Sibiriens die Problematik erkennen, dass der Gewinn, Verlust für Mensch und Natur mit sich trägt. Die klimatischen Begebenheiten und wirtschaftlichen Bedingungen erschweren eine umweltschonende Förderung der massiven Ressourcen. Dieses Dilemma birgt für Sibirien und die borealen Nadelwälder mehr Fluch als Segen.
Diercke Geographie (2007)
Diercke Weltatlas (1996)
GEOS - Landschaften und Ressourcen (2005)
Terra- Geographie Sachsen 10 (2007)
Terra- Geographie Sachsen 11 (2009)
Terra- Geographie Sachsen 12 (2009)
www.unser-planet-erde.de/vegetationszonen/noerdlicher-nadelwald.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Borealer_Nadelwald#Weitere_Kennzeichen
https://geohilfe.de/oekozonen-nach-schultz/die-boreale-zone/
https://www.biologie-seite.de/Biologie/Borealer_Nadelwald
www.biologie-schule.de/vegetationszone-borealer-nadelwald.php
https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/borealer-nadelwald/1197
www.uni-landau.de