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Transcript

Sommerhaus, später

Judith Hermann

Agenda

  • Merkmale einer Erzählung
  • Sommerhaus, später
  • Inhalt

- Personen (+ Beziehung)

- Clique (+ Funktion)

- Interpretationsansätze

  • Handlung der Erzählung
  • die erzählerische Gestaltung (sprachliche Besonderheiten)
  • Quellen

Merkmale einer Erzählung

• Wiedergabe eines Geschehens in schriftlicher sowie mündlicher Form

• meistens fiktional

• mittellanger Text, in der Regel chronologisch

-> ohne Vorgriffe + Rückblenden

• einsträngig erzählt

• hohe Verständlichkeit, überschaubare Handlung

und Figurenkonstellation

• Einleitung, Hauptteil, Schluss; wobei im Laufe der

Geschichte Spannung aufgebaut wird, die im

Hauptteil ihren Höhepunkt erreicht, um dann im

Schluss fällt

Sommerhaus, Später

Autorin: Judith Hermann

Entstehungszeit: 1998

Figuren:

• Weibliche Ich- Erzählerin

• Stein

• Clique (Anna, Christiane und Henriette sowie Falk, Heinze und Toddi,...)

Schauplatz:

zwischen 1990 und 1996, in Berlin-Kreuzberg und in dem fiktiven Ort Canitz im Oderbruch

Inhalt

Inhalt

-Stein ruft die Ich-Erzählerin an und erzählt von seinem neuen Sommerhaus

-Stein holt die Ich-Erzählerin mit seinem Taxi ab und sie fahren zusammen zum Sommerhaus

-Rückblick der Ich Erzählerin: Gemeinsame Zeit mit der Clique und Stein, Drogenkonsum; Stein schlief mit allen Cliquenmitgliedern; er gehörte aber trotzdem nie richtig dazu

-Ich-Erzählerin empfindet das Sommerhaus als heruntergekommen und alt, sieht keine Zukunft darin-Stein ist dennoch begeistert und möchte es (für die Ich-Erzählerin und die Clique) renovieren

-Alltägliches Leben geht weiter, Stein ist dabei

-Im März verschwindet Stein

-Ich-Erzählerin erhält regelmäßig Postkarten von Stein, der von den Renovierungsarbeiten berichtet und sie indirekt bittet, ihn zu besuchen („wenn du kommst“)

-Ich-Erzählerin wartet auf eine direkte Aufforderung von Seiten Steins

-Im Mai erhält die Ich-Erzählerin einen Brief von Stein mit einem Zeitungsartikel über das abgebrannte Sommerhaus

-Sie liest den Artikel drei Mal und legt ihn dann mit dem Gedanken „Später“ zu den anderen Karten Steins

Die Ich-Erzählerin

  • Die Ich - Erzählerin kaum direkt charakterisiert
  • → die Handlung und das Verhalten der Erzählfigur legen aber eine junge Frau als Erzählerin nahe
  • sie ist unsicher und noch auf der Suche nach ihrer eigenen Identität
  • sie wirkt irritiert, als Stein ihr voller Freude und Nervosität das Haus zeigt
  • ist sich über ihre eigenen Gefühle nicht im Klaren

= keine emotionsorientierte Bewältigung

  • deshalb möchte sie sich nie festlegen, weicht allen Entscheidungen aus und verschiebt sie auf später

  • keine Selbstwirksamkeitserwartung + kein dispositioneller Optimismus

=> keine Überzeugung, dass sie Herausforderungen bewältigen kann und sich die Dinge gut entwickeln

Stein

  • Stein der obdachlose Taxifahrer hat sich in die Erzählerin verliebt und möchte mit ihr gemeinsam seine Zukunft gestalten. -> obdachlos aber: “sauber, gut angezogen, nie verwahrlost, er hatte Geld“

  • ihr zuliebe unterwirft er sich dem Rest der Clique, kauft das Haus im Oderbruch und renoviert es

  • Selbstwirksamkeitserwartung, Wahrnehmung von Anforderungen als Herausforderung und nicht als Bedrohung

=> beliebt, selbstbewusst, kämpft um die Ich-Erzählerin und steht zu seinen Gefühlen, außerdem versucht er sich zu verbessern

Die Beziehung zwischen Stein und der Ich-Erzählerin

-> eigentliches Thema der Erzählung besteht in der misslungenen Liebesbeziehung zwischen Stein und der Erzählerin

  • Leitmotiv „Haus“ wurde die Geschichte dieser unerfüllten, inbegriffenen Liebe deutlich gemacht

  • keine der Unterhaltungen zwischen Stein und Erzählerin laufen befriedigend

  • Die Frage-Antwort-Situationen in ihren Gesprächen werden begleitet von Formulierungen wie „verständnislos“, „gereizt“, „Ich verdrehte die Augen.“ , „unverschämt“, „Du stellst die falschen Fragen“

  • Und nachdem er sein Haus vorgezeigt hatte:
  • „Ich war mir nicht sicher, ob er überhaupt zugehört hatte.“, „Stein reagierte nicht.“, „Ich wusste, dass er nicht antworten würde.“

=> Selbst in ihrer dreiwöchigen Beziehung scheinen die Stein

und Erzählerin nicht über wichtiges gesprochen zu haben

+ sie hat sich nie danach erkundigt, was es mit seiner

Obdachlosigkeit auf sich hat

Clique

Personen: Christiane, Anna, Henriette, Falk, Heinze, Toddie und die namenlose Ich-Erzählerin

-> interessant: Cliquenmitglieder werden im Gegensatz zu

Stein bei ihrem Vornamen genannt

Tätigkeiten: Falks Atelier, Annas Konzerte, Heinzes Lesungen

-> künstlerische Tätigkeiten, keine Angaben zu Henriette, Ich-

Erzählerin

Drogenkonsum: Zigaretten, Wein, Joints, Koks

Umgangsformen untereinander: freie Liebe, hetereo- und homo-

sexuell wird praktiziert

Freizeitaktivitäten: Diskussionen über Theaterstücke, man liest sich gegenseitig aus Romanen vor, hört Musik, besucht Feste, im Sommer Ausflüge aufs Umland von Berlin -> von den Einheimischen werden sie als Eindringlinge angesehen, denn sie provozieren diese durch ihr Verhalten 'Wir klauten unter ihnen das 'unter-uns-Sein',...' (Z.85-88)

Funktion der Clique

Funktion der Clique

  • gemeinsame Auftritte und Rituale

  • Befriedigung des Geselligkeitsbedürfnisses durch gemeinsame Freizeitaktivitäten

  • emotionale Zuwendung duch Körperkontakte

  • Ersatzfamilie ohne die Kontrollinstanz durch elterliche Autorität

  • geistiger Nährboden für künstlerische Aktivitäten

  • Gefühl von Sicherheit durch gemeinsam ausgeführte Aktivitäten

  • Meinungsaustausch: Entwicklungs von Einstellungen und Wertungen

  • Erproben von ungewohnten bis extremen Verhaltensweisen

  • Wir-Gefühl + Wir-Identität

=> Die Clique pflegt einen explorativen Lebensstil, also

sie probieren alles aus, was sie neugierig macht. Sie

gehen bewusst keine langfristigen Verpflichtungen

ein und haben sich von der Ursprungsfamilie gelöst.

Sie sind auf sich selbst fokussiert, pflegen ihren

eigenen Stil und wollen eine breite Vielfalt an Be-

ziehungen ausleben

-> Außerdem: die Clique ist ein 'Schutz' für die Ich - Erzählerin;

Einfluss auf ihre Identität und sorgt für Selbstwert-

gefühle (Sicherheit)

Handlung der Erzählung

1.Phase: Die Beziehung zwischen der Ich - Erzählerin und Stein (Z.29-60)

=> diese Phase dauert 3 Wochen der erzählten

Zeit

Die wichtigsten Ereignisse:

- das Kennenlernen im Taxi

- gemeinsame Fahrten

- Ein + Auszug von Stein

Die Ich-Erzählerin sagt über ihre Beziehung mit Stein:

- nicht lange gehalten; bestand aus den Taxifahrten

- im Taxi kennen gelernt

- Stein lebte 3 Wochen bei ihr

- sie packte seine Sachen + wollte, dass er sich eine

neue Bleibe sucht

Handlung

2. Phase: Die Zeit nach der Beziehung mit Stein

(Z.62-95)

=> diese Phase dauert ca. 10 Monate der erzählten

Zeit

Die wichtigsten Ereignisse:

- Stein zog immer zu anderen

- Stein wurde in der Gruppe aufgenommen

-> gemeinsamer Freundeskreis, gemeinsame

Momente

Die Ich-Erzählerin sagt über ihre Beziehung mit Stein:

- hatte irgendwann genug

- auf Rauchzuständen basierend

2. Phase

3.Phase

3.Phase: Die Fahrt zum aus Haus in Canitz

(Z.96-275)

=> diese Phase dauert 6 Stunden der erzählten Zeit

Die wichtigsten Ereignisse:

- der Kauf vom Haus (Stein hatte 80.000 Mark)

- das erste Mal wider im Taxi gemeinsam

- Erinnerungen, körperliche Nähe

Die Ich-Erzählerin sagt über ihre Beziehung mit Stein:

- stumpf, oberflächlich

- sie ist genervt von Stein

- hasst seinen Umgang mit Menschen

4.phase

4. Phase: Die Zeit nach der Fahrt zum

Haus bis zum Ende (Z.275-339)

=> diese Phase dauert 6 Monate der erzählten

Zeit

Die wichtigsten Ereignisse:

- spaßige Ereignisse

- niemand wusste von dem Haus

- März: Stein verschwand

- regelmäßige Karten von Stein

- Haus brannte + Stein vermisst und verschwand

Die Ich-Erzählerin über ihre Beziehung mit Stein:

- sie gingen sich aus dem Weg; sahen sich selten

- sie antwortete nicht auf seine Karten

=> Die Gesamtlänge der erzählten Zeit in dem Text

Sommerhaus, später, umfasst etwa 18 Monate

Die erzählerische Gestaltung

  • die Ich-Erzählerin zeichnet sich durch ihre scheinbare

  • Objektivität aus, ein Mittel, um ihre emotionale Beteiligung zu leugnen
  • der Raum des Textes besteht aus einem zweigeteilten geografischen Raum (Berlin und Oderbruch)

  • der Text verzichtet weitgehend auf Beschreibungen und Reflexionen

  • der Text fällt durch seine emotionsarme und einfache Sprache auf

  • es dominieren Hauptsätze; Bilder oder Vergleiche fehlen weitgehend

  • der schmucklose Stil erzeugt eine distanzierte, unterkühlte Erzählweise

  • der Text enthält Symbole: Dingsymbole (Haus, Schiff, Schlüssel) + Namenssymbol (Stein)
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