Google-Dienste im Schulbetrieb

Einsatzmöglichkeiten von Google-Diensten im Schulbetrieb »
Uwe Klemm

Google-Dienste im Schulbetrieb
Verwaltung, Unterricht, Kommunikation
Dienste und Anwendungen
Beispiele für Unterricht und Verwaltung
GoogleApps
Ausblick
Datenschutzdebatte
Kernbereich von Google: Suche
Websites
Bilder
Dateien
Produkte
Videos
Nachrichten...
... aber Google ist viel mehr...
Suchdienste allgemein verfügbar,
personalisierbare Dienste erfordern (freien) Account
Attraktivität der Google-Dienste:
kostenlos
außerordentlich intuitiv und bedienerfreundlich
hoher Integrationsgrad der Einzelanwendungen
Einbettbarkeit in andere Zusammenhänge
Mehrnutzer-/ Kollaborationsfunktionen
Skalierbarkeit
quasi Standard
Beispiel 1: Maps
Karten & Satellitenaufnahmen
Streetview
Routenplaner
Kartenausschnitte einbettbar
Einstellen eigener Inhalte möglich
Beispiel 2: GoogleMail
funktionale Oberfläche
>7 GB Speicherplatz
POP3 / IMAP
hervorragender Spamfilter
Ordnung per "Labels", leistungsfähige Filter
Organisation in "Konversationen"
sehr brauchbare Kontaktverwaltung
Kopplung an Chat-Client GoogleTalk
Kopplung an GoogleKalender (Termine aus Mails erstellen, Einladungen usw.)
Aufgabenplaner (Aufgaben direkt aus Mails erstellen)
Offline-Modus und Desktop-Anwendung möglich
Beispiel 3: GoogleKalender
intuitiv zu bedienen
mehrere Kalender können angelgt werden
Import öffentlicher Kalender (Ferien, Feiertage...)
Veröffentlichungsoptionen (privat, öffentlich, nur besetzt-Status)
Einbettungscode
iCal-Schnittstelle
Einladungen
Erinnerungen (Pop-Up, E-Mail, SMS)
GoogleDocs anhängen
Verbindung zu Maps


Anwendungen GoogleMail
schulischer Verwaltungs-Mailbetrieb
Kommunikation Lehrer-Lehrer, Lehrer-Eltern, Lehrer-Schüler

Anwendungen GoogleKalender
Offizieller Schulkalender (Website)
Terminabsprachen
Abstimmung Sprechstunden Klassenlehrer, Teamsitzungen etc.
Projektplanung
Beispiel 4: Text und Tabellen
Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, Präsentationen
kollaborativ
Kommunikation mit Mitbearbeitern
Veröffentlichung (E-Mail, Website)
Kopplung an andere Dienste
Import / Export (doc, odt, html, pdf...)
Vorlagen
Formulare
Dokumentenverwaltung (Ordner, Freigaben)
Versionsverfolgung
Upload beliebiger Dateien
Add-on zB für OpenOffice
Anwendungen in Schule
Gemeinsame Arbeit an Dokumenten aller Art
Leitbild, Teamdokumente
Seminarfach
Projekte
automatisch aktualisierte Texte auf Schulwebsite
GoogleDocs: Formulare
Sehr interessantes Tool zur Datenerhebung: Formular
sehr leicht erstellbar
Veröffentlichung
Automatische Datenübergabe in Tabellen und Auswertungsgrafiken
Beispiel 5: Blogger / Sites 
Blogger: Leichtes Anlegen von gruppentauglichen Blogs, zB für Projekte, Dokumentation Unterrichtsgänge und Exkursionen etc
Sites: Regelrechte Websites und kollaborative Wikis
Einsatz: Öffentlichkeitsarbeit, Projektbegleitung
Beispiel 6: Youtube
Konsum: schultaugliche Videos zB über Youtube Edu
Eigenveröffentlichung, zB über Channel, Playlists bzw. Tags
Aussichten
Wave: Echtzeitkollaboration an Dokumenten - Mischung von Funktionen aus Mail, Foren, Wiki, Mailinglisten, Blogs und Chat - anfangs sehr gehypt, bislang noch kein wirklicher Durchbruch in Breite
Buzz: Knoten für Aktivitäten in Google und sozialen Netzwerken, vereint Funktionalitäten von Mail, Facebook, Twitter etc.
Goggles: Bildsuche, Objekterkennung, Gesichtserkennung (Picasa)
Eigener Browser: Google Chrome
Eigenes Betriebssystem: Chrome OS
Eigenes Handy-OS: Android
Eigenes Handy (Hardware): Nexus
(Vorläufiges) Fazit
Google-Dienste sind - rein funktional betrachtet - eigentlich eine Ideallösung für Schule, sowohl für Verwaltung als auch für den Unterricht.
Sie sind - in ihrer Gesamtheit - eine außerordentlich attraktive Alternative zu kommerziellen Groupware-Lösungen (Preis, Ergonomie, Adminstrationsaufwand, Verfügbarkeit, Marktdurchdringung).
Bsp: MS Sharepoint-Server beginnt bei ca 3000 €!
GoogleApps: Alle Dienste in zugangskontrollierter Umgebung
GoogleApps vereinen:
 Mail
Kalender
Text & Tabellen
Groups
Sites
Video
alles in zugangskontrollierter Umgebung unter eigener URL
GoogleApps Standard
kostenlos
bis 50 Nutzer
GoogleApps Edu
frei für Bildungseinrichtungen
offene Nutzeranzahl
sichere Zugangskontrolle
API zB zur Integration in Moodle
Gruppenverwaltung

GoogleApps & Schule
geschlossene Arbeitsumgebung
funktional
Nutzerverwaltung...
Bsp: komplette Schulverwaltung (freier) Schule
Aber???
Schwerwiegende Einwände:
Datenschutz
Monopolstellung
Geschäftsmodell
Geschäftsmodell
ca 25.000 Mitarbeiter
ca. 25 Mrd. $ Umsatz, 6,5 Mrd. $ Gewinn (2009)
ca. 100 Mrd. $ Wert
teuerste Marke der Welt!
Einnahmequellen: Werbung - AdWords, AdSense - Zielgerichtete Werbung!

Adwords
Bei Suche Einblenden von gesponserten Werbelinks, abhängig vom Suchbegriff, als Anzeige gekennzeichnet
Cost-per-Click: Anbieter bezahlt vorab für Anzahl Clicks, nach Erreichen Ausblenden der Werbung
AdSense
Kontextsensitive Werbung in Einzelanwendungen
Bezahlung pro Klick
Diese Werbemodelle setzen Analyse der vom Nutzer generierten Daten voraus!
"Deal": Daten gegen Dienstleistung
Weitverbreitete Befürchtungen: Datenschutz, Eingriff in Privatsphäre
Selbstaussage Google:
Kritik Monopolstellung
Datensammelwut
Speicherung Daten bis 9 Monate (vorher 18, Reaktion auf Kritik EU)
Erfassung IP-Adressen
Problem: Unterschiedliche Auffassungen, inwieweit IP Rückschluss auf Person zulässt.
Bislang *kein* missbräuchlicher Gebrauch der Daten bekannt, aber prinzipielles Problem (Projektion auf Zukunft, was passiert bei Datenklau)
Eigtl. nicht unbedingt Google-spezifisches Problem, sondern allgemeine Erscheinung bei Datenerfassung im Netz (Yahoo, GMX usw.)
Teil der Befürchtungen: Monopolstellung Google
Interessant: Google reagiert durchaus auf Nutzerkritik: Schnelle Änderung Privacy-Einstellungen Buzz, Einsichts- und Einstellmöglichkeiten über Dashboard
Im Vergleich zu anderen Anbietern relativ hohe Transparenz
Interessante Entwicklung: Serverinstallationen zum Eigengebrauch (Wave)

Exkurs: Datenschutzdiskussion - auch Ausdruck eines Kulturwandels
Im digitalen Zeitalter spielen persönliche Daten eine andere Rolle als im analogen
Digitale Nutzerdaten sind faktisch unvergänglich (Das Internet ist ein großer Elefant - es vergisst nichts!)
Gleichzeitig scheint sich Privatsphäre gerade im Generationswechsel auch anders zu definieren als früher
Spiel mit Identitäten
Sich-Ausstellen
Privates wird öffentlicher (Bsp. Facebook, SchülerVZ)
Facebook- Chef Zuckerberg: "Menschen sind einverstanden damit, Informationen über sich mit anderen zu teilen und werden immer offener zu immer mehr Menschen. Die sozialen Normen hier haben sich in der Zeit entwickelt." - Heftiger Disput.
Voraussetzung: Medienkompetenzen!
Ein deutsches Problem?
Aus guten Gründen hat Deutschland eins der strengsten Datenschutzgesetze weltweit
Völlig andere Vorstellungen zB im angelsächsischen Raum
Im Einzelfall kann Datenschutz kontraproduktiv werden - ständiger Interessensausgleich
Vorratsdatenspeicherung hier, Rückprogrammierung Moodle da
Monopolstellung prinzipiell riskant (vgl. MS)
Allerdings: Hohe Integrierbarkeit Einzelanwendungen
Geschichte: Google hat es immer verstanden, zukunftsträchtige Felder zu besetzen, interessante Webentwicklungen aufzukaufen (Writely - GoogleDocs), Ressourcen auch in potentielle Sackgassenentwicklungen zu stecken (Labs), kreatives Potential der eigenen Entwickler zu pflegen
Derzeit einige Gerichtsverfahren wg. Monopolbildung
Sonderfall Schule / Öffentliche Einrichtungen
BSI empfiehlt, Google-Anwendungen nicht zu nutzen
Begründung: Daten liegen auf US-Servern, d.h.: "der Nutzer verliert vollständig die Kontrolle über seine Daten"
Wäre das auf deutschen Servern anders?
BSI lässt Möglichkeit zur Neubewertung offen
Andererseits: 
Kerres: "Google Apps für Education und nun auch die Edu@Live-Produkte von MS bieten Schulen und Hochschulen gehostete Online-Services und -Suiten gebührenfrei an: unlimitiert, werbefrei, 24/7 Support, telefonischer Hotline, Migrationsberatung usw. usw.  (...) Das Einsparpotenzial für den Bildungsbereich erscheint mir gegeben. Eine Exchange-Server basierte Inhouse-Lösung einer mittleren Universität kostet, sagen wir, leicht 0,5 Mio. Euro pro Jahr (oder gerne auch deutlich mehr)! Auch an Schulen baut man File-, Mail- , Sharepoint- oder Groupware-Server auf, ohne verfügbare, externe, oft kostenfreie Angebote in Erwägung zu ziehen. Die Argumente gegen externe, von Dritten gehosteten Lösungen sind ernst zu nehmen und die Fragen zur Datenpolitik von Google sind mir nicht unbekannt. Mir scheint auffallend, dass solche Lösungen eher selten erwogen werden - unter sachlicher Abwägung möglicher Probleme und Risken der unterschiedlichen Varianten.

Ich denke, perspektivisch wird man im Bildungsbereich, auch in Deutschland, nicht umhin kommen, sich mit diesen Angeboten auseinander zu setzen. Diese Angebote sind sicher nicht für alle Fälle und Einrichtungen geeignet, aber will man schnell und kostengünstig eine leistungsfähige Online-Infrastruktur für die Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden aufbauen, erscheint es mir sinnvoll, solche Angebote näher zu untersuchen."
Fazit:
Verantwortungsvolles Abwägen nötig
Sachverstand und Medienkompetenz bei Entscheidungsträgern und Nutzern
Zumindest GoogleApps Edu scheint mir ein überlegenswerter Weg zu sein
Alternativen für Einzelanwendungen zu Hauf, aber kaum in dieser Integration
Zum Weiterlesen:
http://delicious.com/uk63/google
http://delicious.com/uk63/googleapps
http://delicious.com/uk63/datenschutz

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