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TH_VU_med_P_klemmt_org

Technische Hilfe - Verkehrsunfall, Person klemmt
by

Tim Krüger

on 2 May 2011

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Transcript of TH_VU_med_P_klemmt_org

Technische Hilfeleistung
nach Verkehrsunfäall mit
einklemmter Person
-Organisation- Big Lift Glasmanagement Airbagmanagement Stabilisierung & Unterbau Alternative Antriebe Schutzkleidung AUTO-Regel Geraeäteablage Batteriemanagement achsengerechte Rettung Kommunikation Rettungstraube Rettungszylinder Prellbock Rettungskarte Lageerkundung Was hilft? AUTO-Regel A wie Austretende Betriebsstoff
erkennen
flüssig?
nebelig? (Flüssiggas?, Wasserstoff?)
knattern und/ oder rauschen (anprechende
Sicherheitsventile?) U wie Unterboden
farblich gekennzeichnete Leitungen?
eingebaute Tanks? (auch das oeÖffnen der Bodenabdeckung
des Kofferraumes (wenn möoeglich) gehöoert dazu)

ACHTUNG!!!
Bei modernen Fahrzeugen lassen sich die Kofferraumklappen meistens
nur dann öoeffnen, wenn die Batterie noch angeschlossen ist! Wie erkenne ich am Tank, ob es sich um ein Flüssiggas-
oder Erdgastank bzw. Betriebsstoff handelt?

Flüssiggas = Tank geschweißt (Betriebsdruck ca. 10 bar)
Erdgas = Tank im ganzen Guss (Betriebsdruck ca. 200 bar !) Tankklappe oeöffnen
- weitere Füllanschlüsse? Oberflaeäche
-befinden sich an anderen Fahrzeugstellen Füllanschlüsse?
-ungewoeöhnliche Fahrzeugoeöffnungen (z.B. Abblaseinrichtungen oder Belüftungslöoecher für Hochleistungsbatterien?) Treibstoffe erkennen und einschaeätzen Weitere Hinweise und Empfehlung für die Lageerkundung und für Erstmaßnahmen:
Bildung von Redundanzen (z.B. zweites oder drittes LHF)
frühzeitige Nachalarmierung der Rüstgruppe, falls diese nicht bereits mitalarmiert wurde und es "klassisch" eingeklemmte Personen gibt (Zuführung von schlagkraeäftigeren technischen Mitteln)
Eigenschutz steht vor der Menschenrettung!


Warnwesten tragen!
-> Eine zugelassene Nomex nützt nichts, wenn die Reflexstreifen durch andere Einsaeätze kontaminiert sind! Entspannungsmoment-Video:
Eine mangelhafte Absicherung kann Folgen haben! Behauptung:
Der Wassertrupp ist in der Erstphase
eines Verkehrsunfalls der bestbeschaeftigste Trupp.

Warum? Sicherungsaufgaben:
...gegen den fließenden Verkehr
...gegen Brandausbruch
...gegen verrutschen des PKW (Stabilisierung)
...gegen weitere Gefahren an der Einsatzstelle (Oel, Glas, Trümmer...) Wie wird gesichert? Einsatzstelle:
Kegel
Kelle
Weitlichtwarnleuchte (Solarblitzer)
ggf. Absperrband
Warnwesten (Empfehlung!)
Blaulicht, Fahrlicht, Warnblinklicht
Nutzung von nicht direkt benoetigten Mitteln als "Prellbock" (FwK, DLK, TLF 24/50, 2. LHF)
Beachtung der Sicherungsabstaende (Anpassungen an oertliche Gegebenheiten unabdingbar!)

Wichtig: Die Fahrzeugbesatzung (bei BAB 2. LHF) des "Prellbocks" sollte aus Gründen des Eigenschutzes das Fahrzeug verlassen! Einsatzmittelentnahme sollte unter besonderer Vorsicht geschehen! (vgl. SER 220!)

Brandschutz:
zweifach (z.B. Schnellangriff und Schaum- oder Pulverloescher)
dreifach bei ABC-Lagen (Wasser, Schaum, Pulver)
die Loeschmittel sollten schnell griffbereit sein oder besser noch staendig besetzt sein

Ideal:
Brandschutzbereitschaft = Atemschutzbereitschaft Stabilisierung durch Unterbaumaßnahmen:
Fahrzeugunterbau unter dem Schweller (min. an der A und der B-Saeule auf beiden Seiten)
Patientennah unterbauen (bedeutet: wenn sich Patienten auf der Rücksitzbank befinden, dann muss auch min. die C-Saeule unterbaut werden, ggf. auch die D-Saeule) Behauptung:
Ein auf der Seite liegender PKW laesst sich mit Mitteln eines Berliner LHF (City LHF 16/12, LHF 20/8, LHF 10/5, LHF-K, LHF 10/6) effektiver stabilisieren, wie ein PKW in "Normlage".

Warum? Antwort:
Fehlende Mittel für eine Fahrzeugstabilisierung eines PKW in "Normlage". Improvisation ist alles! Mittel zur Stabilisierung (Unterbau) eines verunfallten PKW in "Normlage":
Rollgleiter
Schlaeuche (Empfehlung: nach Gebrauch als Stabilisator sollten diese getauscht werden (Oel, Glas, etc.))
Auffahrbohlen
...??? Stabilisierung eines PKW, welcher auf der Seite liegt:
1 Steckleiterteil pro Achse
Dreieck-Sicherung über die Steckleiter per Sicherungsgurt oder Fw-Leine
Schlaeuche an den Fahrzeugecken (z.B. am Fahrzeugdach) Mittel des RW 3:
StabFast-System (Firma Weber Hydraulik)
diverse Holzkeile (unterschiedlichster Abmessungen)
diverse Bohlen (unterschiedlichster Groeßen)
diverse Unterleg- und Kanthoelzer


Vorteile StabFast:
schnellerer Aufbau (zumindest nach Einweisung und Übung)
groeßere Stabilitaet (Versuche zeigen, dass es moeglich ist mit 3 und mehr Personen auf dem PKW zu arbeiten)
flexibele Einsetzbarkeit Oel, Glas, Benzin...
-im unmittelbaren Arbeitsbereich sollten Gefahrenstellen für Mensch und Geraet beseitigt werden AAO VUmed mit eingeklemmter Person Land Berlin:
1 LHF
1 Rüstgruppe mit RW 3 (FwK 30 nur auf Nach- bzw. manueller Zualarmierung bzw. automisch bei LKW Beteiligung)
1 NEF
1 RTW
1 ELW C-Dienst
= 16 Feuerwehrangehoerige
= 2 Rettungssaetze (wenn ein LHF 20/12 CAFS vor Ort sogar 2 vollwertige) Ein Blick auf andere Kirchtürme zeigt hier, dass an
anderen Stellen der Republik andere Groeßenverhaeltnisse rollen:

BF Düsseldorf Rüstzug:
1 ELW C-Dienst
1 ELW B-Dienst
2 HLF 20/16
1 RW 3
1 NEF
2 RTW
= 24 Feuerwehrangehoerige
= 3 Rettungssaetze

zzgl. ggf. FwK 45 + 2 Begleitfahrzeuge und FF

BF Dessau-Roßlau Rüstzug am Tage:
1 ELW A-Dienst (Ausrückedienst: Bezeichnung aus der DDR für den Einsatzleiter vom Dienst)
1 LF 20/16
1 RW 2
1 TLF 24/50
1 RTW
1 NEF
= 16 Feuerwehrangehoerige
= 1 Rettungssatz

Nachts und am Wochenende:
Rüstzug BF + zustaendige FF
= min. 20 Feuerwehrangehoerige
= Anzahl der Rettungssaetze abhaengig vom Abschnitt (noerdlich oder südlich der Elbe) Ein Blick in Fachpublikationen, Vortraege und praktische Seminare verraet:
... am naechsten dran am Ideal sind die Düsseldorfer. Aber:
egal wo es zu einem VU gekommen ist
egal wer dorthin faehrt
egal was dorthin faehrt
egal wie viel dorthin faehrt WIR müssen DIE da raus holen!

Und dies moeglichst:
schonend
schnell
kompetent Die Goldene Stunde! Rechenbeispiel

Unfallzeitpunkt: 00:00 Uhr
Alarmierung & Anmarsch bis: 00:20 Uhr
Rettung bis: 00:40 Uhr
Patient im Krankenhaus bis: 01:00 Uhr Mittel zum Erfolg - die Organisation der Einsatzstelle:
Einrichtung des Arbeitsraumes
Einrichtung des Bereitstellungsraumes (Arbeits- und Rettungsmittel, Personal)
Einrichtung des Ablageplatzes Fahrzeugtrümmer (ggf. mehrere)

Bei mehreren Verletzten siehe MANV-Einsatzkonzept:
Einrichtung Verletztenablage (Kategorie 1-3)
Einrichtung Leichenablage (Kategorie 4) Bereitstellungsraum Einblicke zwischen Ist, Kann und Soll.

Oder die Erkenntnis, dass die TH nach VU in jedem Staat, in jedem
Bundesland, in jeder Stadt und auf jeder Parkbank anders aufgefasst wird. Nach diesen kurzen Eindrücken, teilen wir nun den Ablauf in Phasen, hierbei sind die eben vermittelten Praktiken zu berücksichtigen. Phase 1:
Ankunft an der Est.
Fahrzeug schraeg bis quer zur Fahrtrichtung, ggf. über mehrere Spuren
Aktivierung Blaulicht, Fahrlicht, Warnblinklicht, Zusatzwarnleuchten am Heck
Erkundung der Einsatzstelle Phase 2:
Absicherung der Est. (chronologisch)
gegen den fließenden Verkehr
gegen Brandausbruch
gegen verrutschen des PKW
Energie*- (zuvor: herunterfahren Fensterscheiben) und Airbagmanagement**
Beseitigung groeßerer Trümmer und Oellachen

* = Batterien sind sorgfaeltig abzuklemmen, kein schneiden der Kabel!
** = Einsatz eines "inneren Retters" (Empfehlung: min. Rettungssanitaeter) Phase 3:
Rettung
Glasmanagement*
Festlegung und ggf. Markierung der Schnittstellen
"frei schneiden"
achsengerechte Befreiung

* = Die Verwendung von Visier + Schutzbrille + Papierstaubmaske ist dringend anzuraten! Phase 4:
Nachbereitung
Aufnahme von Betriebsstoffen und Beseitigung der Trümmer in Absprache mit Pol
Sichtprüfung und Saeuberung von verwendeten Hyrdaulikschlaeuchen
ENT-Bedarf?

Auf Wache:
Saeuberung PSA (Koerperflüssigkeiten, Betriebsstoffe, Glasstaub,...)
Kontrolle der eingesetzten Mittel Der "innere Retter"
Aufgaben:
Absicherung (Einschalten Warnblinklicht)

Erkundung im Inneren
Wo ist die Person wie schwer eingeklemmt?
Wo befinden sich die Airbags und Druckpatronen?
Wo befinden sich günstige Schneid-/Spreiz- und Druckpunkte?

Betreuung
Welche Verletzungen liegen augenscheinlich vor?
Wo hat der Patient Schmerzen?
medizinische Erstversorgung (Immobilisation, Zugang)
in Stellung bringen des weichen und harten (wenn vorhanden) Patientenschutzes
stetiges reden mit der Person, auch wenn diese nicht ansprechbar ist
Erklaerung der Arbeitsschritte und der Umwelt (wo kommen die lauten Geraeusche und grellen Lichter her?) Siehe Handout!

In der Zeit, die das Gehirn braucht, um beim Erwachen von totaler Entspannung auf Mindestbetrieb zu schalten, verpasse ich die ersten Silben der Alarmierung: .... Fahrtrichtung Bremen, schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen!“ Während ich im Dunkeln noch schnell horche, ob einer meiner Söhne bei der Alarmierung wach geworden ist, quittiere ich den Alarm des Funkmeldeempfängers, hüpfe in die Hose und raune meiner Frau ein „Bis gleich“ zu, das sie mit „Pass auf dich auf“ erwidert. Ein Ritual, welches Vertrautheit in die unwirklichen Sekunden bringt, die man braucht bis man vollständig gewahr wird, was gerade passiert:



Es ist mitten in der Nacht. Samstag nacht. Irgendwo auf der „Bahn“ hat es gekracht, mehrere Personen sind verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr ist gefragt. Und im Gegensatz zu den vielen Bränden und einfachen Hilfeleistungen, bei denen es nicht ganz so kritisch ist und man auch ab und zu Kurioses oder gar Amüsantes erlebt, weiß man sofort, dass dies jetzt nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil, es stellt sich eine massive Anspannung im Verbund mit tiefer Besorgtheit ein: Da kämpft jemand um sein Leben. Nicht irgendwo im Fernsehen, sondern ein paar tausend Meter entfernt in der Nacht. Und gleich wird man bei ihm sein und versuchen „den Unterschied“ zu machen. Jetzt gleich.



Im Feuerwehrhaus angespannte Gesichter. Kein flapsiger Spruch, kein Geläster über zerknitterte Gesichtsausdrücke und wilde Frisuren. Das Löschfahrzeug wird besetzt – Maschinist, Gruppenführer und 3, 5, 6 Mann – komplett. Der Gruppenführer dreht sich um, unsere Blicke treffen sich kurz. Ein kurzes Nicken. Ich bin der einzige mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Die wird gebraucht werden, ganz sicher. „53-10, Ausfahrt“.



Tiefblaue Blitze machen aus den Leitplanken und Bäumen am Rand der Autobahn eine Diashow. Ein Blick in den Mannschaftsraum: Viele alte Hasen, die schon viel Blut auf Blech gesehen haben, aber auch ein „Neuer“. Immer noch Totenstille und Anspannung. Jeder horcht in den Funkverkehr: Ist der Rettungsdienst schon da, sind die vielleicht doch nicht eingeklemmt, ist der Rüstwagen schon ausgerückt? Nichts. Wir werden die ersten sein. Mein Job wird es vermutlich sein, auf Biegen und Brechen ins Innere des Fahrzeuges vorzudringen. Egal wie es da drinnen aussieht, wie der PKW liegt oder was sonst so mit ihm ist. Drinnen ist der Verletzungs- und Einklemmungsgrad zu erkunden, die Personen zu betreuen und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Patient zu fungieren. Kein Verdrücken, keine Pause möglich.



„Da isses“. Nur Warnblinker im Dunkeln, kein Blaulicht. Polizei ist also auch nicht da. Der Maschinist blockt mit dem 14 Tonnen schweren Fahrzeug die Unfallstelle gegen den fließenden Verkehr – zur Sicherheit. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand in eine hell beleuchtete Einsatzstelle brettert. Als das Fahrzeug steht, springe ich mit Notfalltasche, Lampe und Decke vom Fahrzeug und laufe dem Gruppenführer hinterher. Nasser, kalter Dezemberregen. Mehrere PKW stehen unbeleuchtet oder mit Warnblinker auf der rechten Fahrbahn. Da stehen Leute am Waldrand, Fahrzeugteile liegen auf der Bahn, die Leitplanke ist durchbrochen. Aus den Büschen neben der Autobahn ragt ein Fahrzeugheck. Irgendwas gelbes mit Heckspoiler. Etwas älteres.



Ein schneller Blick nach vorne: Der ist frontal vor einen Baum. Muss schnell gewesen sein, wo früher das Getriebe ansetzte, ist jetzt Baum. Die Tür hinten geht auf, also ich schlüpfe auf die Rücksitzbank. Zwischen Glassplitter, Stofftiere und CD-Hüllen. Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung. „Hallo! Hier ist die Feuerwehr. Können sie mich verstehen?“ Ein stimmloses Ja von rechts, nichts von links. Kurze Schrecksekunde, aber links hat einen einigermaßen tastbaren Puls. Während ich den Warnblinker anschalte, Scheiben herunterfahre und dann die Zündschlüssel abziehe fange ich an zu erzählen. Einfache Sätze, nichts kompliziertes: „Du hattest einen Unfall und bist eingeklemmt. Wo tut es dir weh? Wir müssen dich rausschneiden, dass kann einen Moment dauern. Wie heißt du?“ ... und so weiter.



Deine Stimme muss präsent sein, dass ist das einzige, an dem der Junge sich orientieren kann. Also reden, reden, reden. Nebenher versuche ich genauer zu erkunden, wie schwer die beiden verletzt sind und wie sie eingeklemmt sind: Der Motor hat auf der Fahrerseite den Vorderwagen; Lenkrad und das Armaturenbrett weit in den Fahrgastraum geschoben. Die Beifahrerin, Steffi, wie ich jetzt weiß, ist zwar eingezwängt, aber nicht direkt eingeklemmt. Ein paar Schnittwunden sehen dramatisch aus, werden aber bald vergessen sein. Da ihr aber der Hals weh tut, werden wir trotzdem etliches an Blech entfernen müssen, um sie möglichst schonend aus dem PKW zu heben. Eine Querschnittslähmung aufgrund eines gebrochenen Halswirbels wollen wir nicht riskieren.



Den Fahrer hat es wirklich schlimm erwischt. Scheiße, scheiße. Er stöhnt auf als ich ihn abtaste. Das Armaturenbrett hat Knie und den Oberschenkelknocken in zahllose Splitter aufgespalten und durch die Muskulatur getrieben. Blut, viel Blut sickert in das Gewebe und fehlt woanders. Die Unterarme sind links und rechts gebrochen bei dem Versuch, sich beim Aufprall abzustützen. Links ragt ein Splitter aus dem Sweater, rechts liegt der Unterarm im rechten Winkel über der Handbremse. Der Brustkorb hat beim Aufprall auf das Lenkrad dieses verbogen, was meistens bedeutet, dass die Lunge durch gesplitterte und gebrochene Rippen verletzt ist. Luftnot ist die Folge. Das ist wie Verschlucken, dauert nur ewig. Vermutlich sind die Unterschenkel auch weich wie Pudding. Was mit den inneren Organen wie Gehirn, Leber etc. ist, die wie ein Punchingball im Körper vor- und zurückgeschleudert worden sind, kann man nur vermuten.



Ein Riß in der Leber, und er verblutet innerlich. Ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und er könnte den Rest seines Lebens an die Decke im Pflegeheim starren. Auch ohne Diagnose durch den Notarzt (wo bleibt der eigentlich?) wissen wir, das wir uns beeilen müssen. Der Gruppenführer erscheint am Fenster. „Und?“ „Fahrer zuerst und mit Crash, Beifahrerin schonend. Zweiten Doktor“. „Vorschläge beim Fahrer?“ „Tür weg und A-Säule hochdrücken muss reichen. Wenn wir Zeit haben, das Dach noch.“ Während wir uns besprechen wackelt das Auto unmerklich. Rüstholz wird untergelegt, damit uns die Kiste beim Auseinanderschneiden nicht plötzlich zusammenklappt, wenn die Türen und das Dach plötzlich fehlen.



Der Notarzt kommt. Kurze Atempause während er von der Seite aus den Fahrer untersucht. Mehr als Schmerzmittel, Infusionen, Sauerstoff geben und ihm eine Halskrause verpassen kann er aber in dieser Lage auch nicht. Der Junge muss in kürzester Zeit ins nächste Krankenhaus, um die inneren Blutungen zu stoppen. „Zackig. Es eilt.“ ist seine Anweisung. Jetzt sind die Kameraden draußen dran. „Kai, wir schneiden dich jetzt raus. Es wird ein paar mal laut knallen, aber das ist nicht so schlimm. Gleich ist es vorbei.“ Wenn wir Pech haben ist das gelogen, aber was soll ich ihm sonst sagen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob er mich überhaupt versteht.



Mit einem durchsichtigen Kunststoffschild schirme ich ihn ab, vor den Sachen, die da kommen: TWÄNKK - die verkeilte Fahrertür wird mit eine lauten Schlag aufgespreizt und einem weiteren Schlag los geschnitten. Kai stöhnt, er merkt jede Bewegung des PKW. Es wird vermutlich im Fußraum mehrere Stellen geben, wo Fleisch und Knochensplitter direkten Kontakt mit Metall haben. Nächster Schlag, die A-Säule ist oberhalb des Armaturenbrettes durchtrennt. Für die nächsten Schritt an der A-Säule im Fußraum wird der Schutzschild vorsichtig zwischen das Bein und das Metall geschoben. Kai stöhnt wieder. Der Schild geht nicht tiefer. Vermutlich wird das Bein so kräftig gegen die A-Säule gedrückt, das es nicht weitergeht.



Kurze Besprechung mit dem Arzt – weitermachen. Konzentriert setzt der Geräteführer die Rettungsschere an. 600 bar Öldruck pressen die Scherenspitzen mit 100 Tonnen zusammen. Durch Metall, Kunststoff – oder Knochen wenn man nicht aufpasst. In diesem Momenten ist der Bedienknopf scheinbar glühend heiß. Schneiden, Stopp, Kontrolle, Schneiden, Stopp, Kontrolle. Der nächste Schlag – die Säule ist durch. Lautes Stöhnen. Das gleiche noch einmal und in die ausgeschnittene Stelle kann der Spreizer gesetzt werden, um das Armaturenbrett nach oben zu drücken. Es gibt nur ein Problem: Wenn Körperteile, die zusammengedrückt werden, mit einem Schlag entlastet werden, können innere Blutungen wieder auftreten, die vorher durch den Druck abgedrückt wurden. Der Arzt befürchtet dies auch und legt eine weitere Infusion. Verhindern kann man es nicht. Sackt der Blutdruck nach dem Hochdrücken des Armaturenbrettes massiv ab, muss er sofort raus und unters Messer.



„Kai, das wird vermutlich noch einmal weh tun, aber danach ist es besser.“ Wem erzähle ich da was - ihm oder mir? Das Leben des Jungen hängt mit seinen zerschmetterten Knochen an einem seidenen Farben. Zum ersten Mal Zeit für Mitgefühl: Komm, Junge, zieh. ZIEH. Noch 5 Minuten, dann ist es vorbei. ZIEH. Kai stöhnt. Schneller. Das Anheben des Armaturenbrettes ist ähnlich schwierig wie das vorherige Einschneiden. Technisch ist es kein Problem, mit 10 Tonnen Druckkraft das Metall auseinanderzudrücken, aber keiner weiß, ob die Reste der Unterschenkel nicht irgendwie mit dem Metall verhakt sind. Keiner will dem Jungen noch weitere Verletzungen zufügen.



Mit Schweiß auf der Stirn setzt der Truppführer das 30kg schwere Gerät wie eine Pinzette an. Nachdem die Spitzen erst mal „Masse“, richtige Ansatzpunkte gefunden haben, bewegt sich das Armaturenbrett laut knackend und knirschend nach oben. Ich versuche das Schutzschild nachzuschieben. Kurz bevor das Armaturenbrett Dachhöhe erreicht, stöhnt Kai auf und sackt in sich zusammen: Bingo. „Der muss raus. Jetzt“ sagt der Arzt. Eher sich als uns. Ein Blick in den Fußraum bestätigt unsere Befürchtung: Die Unterschenkel sind blutig und „matsche“, der linke Fuß ist vom Bodenblech förmlich umschlungen. Doch keine Zeit mehr. Der klobige – Gott sei Dank klobige - Turnschuh wird aufgeschnitten, ich ziehe den Fuß mit einem kräftigen Ruck raus.



„Patient frei“ höre ich mich rufen. Dann wird Kai mit der Hilfe von vielen Händen auf ein Spineboard, eine körperlanges Brett gezogen. Ich versuche dabei, die Beine einigermaßen zu führen, was mir aber nur teilweise gelingt. Das dabei entstehende Geräusch und das Gefühl, Beine mit mehrfach gebrochenen Knochen bewegen zu müssen, wird mich die nächsten Tage begleiten, dessen bin ich sicher. Ich gebe den Schutzschild an den Kameraden vom Rüstwagen weiter, ich bin „raus“. Steffi wird von einer anderen Crew gerettet.



Es ist totenstill, als ich meinen Hausflur um 5 Uhr morgens betrete. Aufgewühlt. Zwar hat Kai das Krankenhaus lebendig erreicht, aber der Arzt rief auf der Feuerwache an und teilte uns mit, dass er eine äußerst schlechte Prognose hat. Als ich mich vorsichtig ins Bett lege, kommt mir nun die stille und friedliche Welt des Schlafzimmers unwirklich vor. „Wie wars?“ murmelt meine Frau. „Nicht so schlimm“, lüge ich. Ich werde das morgen mit ihr besprechen. Es reicht, wenn einer nicht schlafen kann. Und so liege ich hellwach da und starre die Decke an. Zeugen haben gesagt, der gelbe Wagen sei an ihnen vorbeigeschossen und dann plötzlich ins Schleudern gekommen. Zu schnell gefahren. Heizer. Blödmann. Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd.



Der nächste Gedanke, dass in ein paar Jahren meine Söhne mit Papa’s Auto loswollen ist es nicht und bricht in die aufziehende Selbstgerechtigkeit. Wie bringe ich sie dazu, nicht zu heizen? Wie dazu, dass sie meine Warnungen nicht in den Wind schlagen. Was wäre gewesen, wenn Kai dein Junge gewesen wäre...



Nach 5 Uhr morgens wieder einschlafen ist eh nicht gut.

Text: Jan Südmersen (u.a.: @fire e.V., BF Osnabrück Bei der Teilsperrung auf Straßen mit Gegenverkehr gibt es eine wesentliche Besonderheit. Der fließende Verkehr kann abwechselnd die Einsatzstelle in beide Richtungen passieren. Für diese verkehrsführende Maßnahme besitzt nur die Polizei die Befugnis, sie ist daher in jedem Fall mit der Verkehrsführung zu beauftragen. Eine Ausnahme bildet hier nur das Bundesland Bayern.

Ist die Polizei nicht vor Ort, soll entweder eine Vollsperrung vorgenommen werden oder nur der Verkehr aus einer Richtung die Einsatzstelle passieren koeönnen. Alternativ kann sich der fließende Verkehr auch nach Vorfahrtsregeln der § 6 StVO regeln, hierauf hat der Einsatzleiter dann jedoch keinen Einfluss.

Quelle: Diplomarbeit Andreas Weich (FH Stralsund) Technische Rettung Folgende Lage:
PKW kontra LKW Auflieger auf der rechten Fahrspur der Frankfurter Allee
Fahrer schwer eingeklemmt (Lenkrad auf Brustkorb, Füße nicht frei, Beine sind in den Fußraum gerutscht), nicht ansprechbar, Atmung flach, hoher Blutverlust
LKW Fahrer bei bewusstsein, Schock & Schnittwunden

Wichtige Informationen:
PKW Audi A3 (Bj. 2010, dreitürig, keine alternativen Antriebe)
gehobene Ausstattung (viele elektrische Verstellmoeglichkeiten)
Sattelauflieger nicht beladen

Alarmierte Kraefte und Mittel:
LHF 6401-3 (1:8)
RW 3 6139 (1:3)
FwK 6139 (1:1)
ELW 1 C-Dienst 6117 (1:1)
RTW Rot Kreuz 1100-1 (1:1)
NEF 6405 (1:1) Entscheidung Notarzt:
Fahrer mit Crashrettung (zeitkritisch!)
Erstversorgung LKW Fahrer
Nachalarmierung 2. RTW Rettungsmaßnahmen beispielhaft:
Unterbau des Sattelaufliegers zwischen PKW und Achsen (Materialschlacht! Evtl. Nachalarmierung 2. LHF!)
Big Lift Sattelauflieger (Hochdruck Hebekissen*)
Unterbau PKW


*Hinweise:
jeder cm der gehoben wird muss unterbaut werden! (z.B. durch nachschieben von Keilen)
wir begeben uns wenn moeglich niemals unter die Last!
die Kissen koennen mittels Leinen in Stellung gebracht werden
unter die Kissen kann Rüstholz gepackt werden (Schutz)
wenn gehoben wird, ist der unmittelbare Gefahrenbereich zu verlassen!
beim Einsatz von Hebekissen sind moeglichst kurze Hubwege zu waehlen, da das Kissen die angegebene Hubkraft nur auf der vollen Flaeche leistet!

Technische Rettung mittels hydraulischem Rettungsgeraet:

Moeglichkeiten:
Tunnelrettung über das Heck (Verwendung von Rettungszylinern)
Entfernung der Fahrertür durch Einsatz von Schere/Spreizer und Einsatz des Rettungszylinders zum Anheben des Fahrzeugdachs und zum wegdrücken des Armaturenbretttraegers
.....

Hier eine einheitliche Verfahrensweise durch zu spielen entspreche nicht dem Grundgedanken der TH nach VU, da jeder VU anders aussieht und unterschiedliche Handlungsweisen verlangt. Rustikale Alternative zum Rettungszylinder Abschließend kann man grundsaetzlich festhalten, dass beim VU selbst mit geeigneten Mitteln oft eine Improvisation notwendig und Nachdenken unausweichlich ist.

Jedoch faellt die Improvisation mit geeigneten Mitteln wesentlich leichter als mit leeren Haenden... Nachteile:
das Finden des richtigen Hebepunktes faellt schwerer
das naturgemaeße "heraus" dringen des Spreizers wirkt dem eigentlichen Einsatzziel entgegen Deshalb Einsatz des Rettungszylinders!

Hinweis:
Kettenzuege sind abzuraten, da:
die Gefahr des Brechens der Lenkradsaeule besteht
für den effektiven Einsatz Rüstholz notwenig ist, welches so schon kaum bis gar nicht zur Verfügung steht
der Zeitvorteil klar auf Seiten der Rettungszylinder liegt Vorbereitung Rettungszylinder-Einsatz:
durchtrennen der A-Saeule am Dachübergang
durchtrennen der A-Saeule über dem Schweller (komplett!)
Beim Einsatz selbst ist auf die Verwendung eines Schwelleraufsatzes (Stützschuh) zu achten.

Weiterhin ist wenn moeglich direkt am Armaturenbretttraeger anzusetzen. Im Notfall genügt oft auch die A-Saeule, hier besteht aber die Gefahr, dass die Materialien sich verziehen oder gar reißen und nur die Saeule weg gedrückt wird, aber nicht der Vorderwagen.

Das Reißen kann schlagartig und ohne Ankündigung erfolgen! die Sicherung bei Zylinderentnahme erfolgt durch den Spreizer
alternativ kann der Zylinder auch vertikal eingesetzt werden, dann ohne den Einsatz eines Schwelleraufsatzes Pause!

10 Minuten
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