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Judenemanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert

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by

Marie Cracau

on 30 June 2014

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Transcript of Judenemanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert

Judenemanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert

Ausgangslage
Voraussetzungen der einzelnen jüdischen Gemeinden im Reich sehr unterschiedlich
abgesondert, „Judenordnungen“ (Sondergesetze und Restriktionen)
um 1800 bilden Juden ca. 1% der Bevölkerung

sozialer Wandel in Gesellschaft bringt Debatte um „Judenfrage“: Frage nach der Stellung der Juden in der modernen Gesellschaft
Forderungen nach Reform und „Verbesserung“ der Juden
Einfluss der Aufklärung
Französische Revolution und das Napoleonische Reich
1791 Französische Nationalversammlung: uneingeschränktes Bürgerrecht für Juden und Beseitigung aller antijüdischer Sonderrechte in Frankreich

Napoleonische Herrschaft: Maßnahmen zur ersten Emanzipation in fast allen deutschen Staaten
(u.a. 1809 in Baden, 1811 im Großherzogtum Frankfurt, 1813 Königreich Bayern)

trotzdem Restriktionen z. B. in Berufsausübung, schrittweise Emanzipation

Besonderheit- Preußen mit Erlassung des Emanzipationsediktes 1812: staatsbürgerliche Anerkennung

Akkulturation und Partizipation, Betätigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
Begriffe
Akkulturation
:
kulturelle Synthese (Wandel und zugleich Bewahrung der eigenen Kultur), Verschmelzungsprozess, Vermeidung von Werturteilen

Emanzipation
:
Prozess der formal rechtlichen Gleichstellung
1815-1848
1816 rund 275.000 Juden auf
„dt.“ Gebiet (ca. 1%)

Restauration führt zu Ernüchterung und Resignation
stufenweise Rücknahme von Rechten

Wille zu Assimilaton, Verbürgerlichung, teilweise Taufen/ Konvertieren

Verstädterung, soz. Aufstieg, Annäherung
Juden und Nicht-Juden
mit Gründerkrise erste antisemitische Bewegung
(ca. 1880er Jahre) begründet durch „rassische“ Unterschiede, traditionelle religiöse Vorurteile

„kultureller Code“

Konkurrenzdenken

Stereotyp: wirtschaftlich erfolgreicher, nur halb assimilierter und moralisch/kulturell entwurzelter Jude

Objekt: osteuropäischer jüdischer Einwanderer, kulturelle Unterschiede, mangelnde Assimilation
Antisemitismus
Jüdische Aufklärung
„Haskala“, Reformbewegung

traditionelle Form der Religionsausübung zunehmend in Frage gestellt

heftige Auseinandersetzungen in Gemeinden
Herausbildung unterschiedl. religiöser
Strömungen

Gemeinde verliert an Autorität
Verbreitung der deutschen Sprache
verstärkt ab 1830er Jahren
Gliederung
1. Ausgangslage im ausgehenden 18. Jahrhundert

2. Einfluss der Französischen Revolution und des Napoleonischen Reiches

3. Jüdische Aufklärungsbewegung

4. 1815-1848

5. 1848/49

6. Aufstieg im Kaiserreich ab 1871

7. Antisemitismus: Entstehung und Reaktion


preuß. Beamter Christian Wilhelm Dohm: „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“
Anpassung als Voraussetzung für Gewährleistung gleicher Rechte
Verbesserung durch „Erziehung“

1782 Toleranzpatent Kaiser Joseph II - Juden „dem Staate nützlicher und brauchbarer zu machen“
Begriff
Assimilation

ursprünglich positiv konnotiert

erfolgreiche Anpassung der jüdischen Minderheit an die Mehrheitsgesellschaft/

Anpassung unter Preisgabe wesentlicher eigener Identitätsmerkmale
„totaler Kulturwechsel“
1815-1848
zunehmende religiöser Konflikt Christentum-Judentum

1819 gewalttätige
Ausschreitungen
(„Hep-Hep-Unruhen“) gegen
Juden „Hep-Hep, Jud' verreck'“





Friedrich Wilhelm IV 1840 Juden als eigene „Nation“ betitelt

ab 1840: Beteiligung am polit. Leben

Heinrich Heine, 1840, „Teutomanie“

Einwanderung von Juden aus ehm. Polen, starkes Wachstum

Die Revolution 1848/49
1848: rund 400.000 Juden (10% Gbev.)


Beteiligung an Revolution (Politisierung)-> Teilnahme an Frankf. NV: 15(von 600) Juden


Nationalversammlung: Anerkennung als Staatsbürger mit Bürgerrechten und Grundrechten, rechtliche Gleichstellung


Ausschreitunge gegen Juden während der Revolution,
Misshandlungen und Plünderungen, Welle antijüdischer Gewalt und Propaganda

Motive:
a) Verarmung der Landbevölkerung, Kredite
b) Furcht vor Folgen der Emanzipation

(= wirt.-soz. Motive)

ambivalente Haltung, Abebben am Ende der Revolution
Aufstieg im Kaiserreich
1869 Gründung Norddt. Bund/ Deutsches Reich:
Gleichstellung der Juden und Aufhebung von Beschränkungen

Verabschiedung des „Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung“

ab 1871 bis 1914 Aufstiegsprozess erreicht Höhepunkt
neues Selbstbewusstsein

Beteiligung am öffentlichen Leben, Partizipation an gesellschaftlichem, sozialem, poltischem und kulturellem Leben
Aufstieg durch Industrialisierung

Verbürgerlichung, zunehmend Vetreter in Parla-
menten, Zugang zum Vereinsleben, hohe Bildung

jedoch auch Ausschlüsse oder Posten/Berufe bleiben verwehrt

neutrale Haltung der Gemeinden, Ausbau des Kultus- und Wohlfahrtswesens

1.) Wachstum der jüdischen Bevölkerung
(1852: 462.000 Juden, 1871: 512.000 Juden, 1912: 615.000 Juden)
2.) Urbanisierung (v.a. Zuwanderung aus östlichen Gebieten)
3.)sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg, ca. 60% gehören oberer und mittlerer Steuerklasse an
Ursachen des Antisemitismus
1873 „Gründerkrach“/ Weltwirtschaftskrise, Zunahme sozialer Spannungen
„Sündenböcke“ (z.B. sog. Börsenschwindel und Betrug der Juden)
Entliberalisierung der Gesellschaft -> Kulturkampf auch Diskriminierung nationaler Minderheiten
Herausbildung und Stärkung des Nationalismus, Homogenisierung: Ausschluss abweichender Gruppen


Milieus:
protestantisch-konservatives Lager
katholisches Milieu
kleinstädtisches Bürgertum, auch untere Schichten
Universitäten/Studenten, Freimaurer


Auswirkungen
1879-81 Berliner Antisemitismusstreit („Treitschkestreit“)

Identitätsdebatte um die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur deutschen Nation („die Juden sind unser Unglück“), publizistischer Erfolg

Veröffentlichungen von Artikeln im Zeitungen bzw. Zeitschriften mit antisemitischen Inhalten
z.B. 1879 „Der Sieg des Judentums über das Germanentum“ von Wilhelm Marr

Forderung nach Rücknahme der Gleichberechtigung
Ausbreitung in gesellschaftlichen Organisationen (z. B. Alldeutscher Verband nach 1900)
Gründung der Antisemitenliga
ab 1887 Wahlerfolge von Antisemiten
Reaktionen
Stärkung des jüd. Selbstbewusstseins

Widerstand: jüdische Studentenvereine, Orden, Vereine und Initiativen

Debatte um eigene nationale und kulturelle Identität

1893 Gründung „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ (gr. Jüd. Vereinigung Dtls.)

1891 „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ überkonfessionell und überparteilich, z. B. 56 Reichtagsabegeordnete Mitglieder


-> Stärkung innerjüdischer Solidarität
Zionismus
Zionistische Bewegung: Schaffung eines jüdischen Staates

jüdischer Nationalismus
Lösung der „Judenfrage“ (Herzl 1896 „Der Judenstaat“)

Rückbesinnung auf eigene Geschichte und Kultur

„Zionistische Vereinigung für Deutschland“ Netzwerk aus Vereinen

Quellen
Ballof, Rolf, „Deutsch-jüdische Geschichte. Quellen zur Geschichte und Politik“, Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2007

Gay, Ruth, „Geschichte der Juden in Deutschland. Von der Römerzeit bis zum Zweiten Weltkrieg“, C. H. Beck, München 1993

Reinke, Andreas, „Geschichte der Juden in Deutschland 1781-1933“, Geschichte Konpakt Wissenschaftliche Buchgesellchaft, Darmstadt 2007

http://www.spiegel.de/einestages/juedische-soldaten-im-ersten-weltkrieg-a-975473.html
zuletzt aufgerufen am 28.06.2014

http://www.jaecker.com/2002/03/judenemanzipation-und-antisemitismus-im-19-jahrhundert/
zuletzt aufgerufen am 28.06.2014

Bilder

http://www.judentum-projekt.de/images/antisemitismus1_200.jpg am 30.06.2014
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fd/Hep-hep_riots.jpg am 30.06.2014
http://aktionsgruppe-ndh.info/wp-content/uploads/2012/12/116_picture.jpg am 30.06.2014
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