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Führerkult & Führermythos

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Kermit Frog

on 24 June 2013

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Transcript of Führerkult & Führermythos

Adolf Hitler
- Führerpersönlichkeit & Führermythos -

Adolf Hitler
1933: Hitler wird zum Reichskanzler eines national-konservativen Kabinetts ernannt.
Der Obersalzberg
Hitlers Privatleben
Inszenierung des "Führers" - Bilder von Hitler
Der Mythos vom "Führer" nach 1945
Der Obersalzberg im Berchtesgardener Land (Bayern) diente Hitler neben Berlin als zweiter Regierungssitz.
Kindheit und Jugend
Politischer Aufstieg
1914: Hitler tritt als Kriegsfreiwilliger in das Bayerische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 16 (später Regiment "List") ein. Dezember: Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse.
16. Oktober: Hitler hält seine erste politische Rede vor Mitgliedern der DAP.
September 1919: Hitler besucht eine Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) und tritt ihr wenige Tage später mit der Mitgliedsnummer 555 bei. Die Partei hatte ihre Zählung bei 500 begonnen, um eine größere Mitgliederschaft vorzutäuschen.
1919: Hitler wird von seiner Einheit zur Teilnahme an einem Rednerkurs für ausgewählte "Propagandaleute" an der Universität München vorgeschlagen und zeichnet sich dabei als talentierter Redner aus. In seinen ersten schriftlichen politischen Notizen vom August 1919 hebt er als vordringlichstes Ziel die "Entfernung der Juden überhaupt" hervor.
Ende November: Nach einem Lazarettaufenthalt in Pasewalk, wo er das Kriegsende erlebt, kehrt er zum Infanterieregiment 2 nach München zurück und ist für die Reichswehr als "Verbindungsmann" und "Aufklärungsredner" tätig.
1918: Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse. Im Oktober erleidet er bei einem Gasangriff eine schwere Vergiftung, die zu zeitweiser Erblindung führt. Dieses prägende und für Hitlers weitere Entwicklung zentrale Erlebnis lässt in ihm den Entschluss reifen, "Politiker" zu werden.
1917: Wieder genesen, meldet sich Hitler zu seiner Einheit zurück.
1916: Schwere Beinverwundung an der Westfront.
1907: Nach dem Tod der Mutter Übersiedlung nach Wien, wo er sich zweimal vergeblich an der Kunstakademie bewirbt. Nachdem er eine Zeitlang von seinem Erbteil leben konnte, schlägt er sich fortan ohne festen Wohnsitz und schließlich im Obdachlosenasyl mit Gelegenheitsarbeiten durch. Die Erlebnisse in der Hauptstadt des Vielvölkerstaates und die Lektüre antisemitischer Zeitungen und Bücher bestimmen Hitlers "Weltanschauung" und prägen seinen rassistisch begründeten Judenhass und seine radikale Feindschaft gegen Marxismus und Liberalismus.
1905: Hitler verlässt die Realschule ohne Abschlussexamen. Zunächst nicht zu einer Erwerbsarbeit gezwungen, widmet sich Hitler der Lektüre völkischer Schriften.
1903: Tod des Vaters.
Besuch der Realschule in Steyr.
In der Weimarer Republik...
1920: Mitarbeit am Programm der in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannten Partei.

1932: Zuerkennung der deutschen Staastsbürgerschaft. 13. März: Im ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl erhält Hitler rund 30 Prozent der Stimmen. Im zweiten Wahlgang am 10. April erzielt er knapp 37 Prozent der Stimmen. Reichspräsident Hindenburg wird wiedergewählt.
1931: Reichspräsident Paul von Hindenburg empfängt Hitler erstmals zu einer Aussprache. Bildung der Harzburger Front, in der die gesamte antirepublikanische Rechte vereinigt ist: NSDAP, Deutschnationale Volkspartei (DNVP), Alldeutscher Verband, Stahlhelm.
1925: Neugründung der NSDAP.
20. Dezember: Vorzeitige Entlassung aus der Festung Landsberg, in der der erste Band seiner Schrift "Mein Kampf" entstanden ist.
1924: Hitler wird zusammen mit Ernst Röhm, General Erich Ludendorff u.a. vor dem Münchener Volksgericht des Hochverrats angeklagt und schließlich zu fünfjähriger Festungshaft verurteilt.
1923, 9. November: Der Hitler-Putsch in München wird von Regierungstruppen mit Waffengewalt niedergeschlagen. Die NSDAP wird am folgenden Tag verboten. Hitler flieht und wird zwei Tage später im bayerischen Uffing verhaftet.
1921: Als Agitator unterdessen unentbehrlich geworden und über die Grenzen Münchens bekannt, gelingt es ihm auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der NSDAP, die Führung der Partei mit diktatorischen Vollmachten zu übernehmen.
31. März: Hitler wird aus der Reichswehr entlassen und widmet sich fortan der Parteiarbeit.
1933 - 1945
30. April: Adolf Hitler begeht gemeinsam mit Eva Braun im Bunker unter der Reichskanzlei in Berlin Selbstmord.
30. Januar: Letzte Rundfunkansprache Hitlers. Er ruft zu fanatischem Widerstand gegen die vorrückenden alliierten Truppen auf und beschwört den "Endsieg".
1945:
1944, 20. Juli: Missglücktes Attentat Claus Graf Schenk von Stauffenbergs auf Hitler.
1943: Kapitulation der eingeschlossenen deutschen 6. Armee bei Stalingrad, die auf Hitlers Weisung bis zuletzt in den Stellungen ausharren muß.
1942: Hitler lässt sich vom Reichstag eine durch kein Gesetz beschränkte Vollmacht als "Oberster Gerichtsherr" erteilen.
1941: Hitler spricht vor den Spitzen der militärischen Führung ausdrücklich von einem "Vernichtungskrieg" im Osten.
1940: "Führerweisung" Nr. 21: "Unternehmen Barbarossa" (Angriff auf die Sowjetunion) unterzeichnet.
1. September: Mit dem deutschen Angriff auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.
1939
1938: Hitler entläßt die militärische Spitze und übernimmt den Oberbefehl über die Wehrmacht. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich verkündet Hitler vor einer begeisterten Menschenmenge auf dem Wiener Heldenplatz den "Anschluß" Österreichs an das Deutsche Reich.
1934: Reichspräsident Hindenburg stirbt. Hitler vereinigt die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler in seiner Person und führt den Titel "Führer und Reichskanzler". Die Reichswehr, aus der 1935 die Wehrmacht hervorgeht, wird auf ihn persönlich vereidigt.
24. März: Das Ermächtigungsgesetz wird von allen Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) und der inzwischen de facto verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) verabschiedet.
21. März 1933: Reichskanzler Hitler kommt mit Reichspräsident Hindenburg zum "Tag von Potsdam" zusammen.
Durch die Verbindung des "Alten mit dem Neuen" soll das Ansehen der Regierung Hitler gesteigert werden.
5. März: Bei der Reichstagswahl bleibt die NSDAP weit hinter der erhofften absoluten Mehrheit zurück und erhält 43,9 Prozent der abgegebenen Stimmen.
8. Mai 1945: Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches
Adolf Hitler, geboren am 20. April 1889 in Braunau am Inn (Oberösterreich)
Mutter Klara Hitler (1860-1907)
Vater Alois Hitler (1837-1903)
Zollbeamter
Adolf Hitler im Alter von ungefähr 12 Jahren (Schulfoto)
Adolf Hitler, 1923, Foto von Heinrich Hoffmann
Hitler im Alter von 30 Jahren (1929)
NSDAP-Versammlung im Bürgerbräukeller (München), 1923
Hitler (rechts, sitzend) als Soldat im 1. Weltkrieg (1915)
Adolf Hitler und seine langjährige Lebensgefährtin Eva Braun.
Einen Tag vor ihrem gemeinsamen Selbstmord heirateten sie am 29. April 1945 im "Führerbunker" in Berlin.
8. November 1939: Missglücktes Attentat auf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller
durch den Schreinergesellen Johann Georg Elser.
Adolf Hitler kam erstmals im Mai 1923 auf den Obersalzberg. Er suchte dort den Schriftsteller und damaligen Chefredakteur und Sponsor des "Völkischen Beobachters" Dietrich Eckart auf.
Zur Tarnung nannte er sich "Herr Wolf".
Die Parteilegende behauptet, dass während dieses mehrwöchtigen Aufenthalts die Pläne für den Putschversuch ("Hitler-Putsch" bzw. "Hitler-Ludendorff-Putsch") im November 1923 entstanden.

Im Juli und August 1925, nach dem gescheiterten Putsch-Versuch, nach NSDAP-Verbot und Festungshaft, zog Hitler sich erneut auf den Obersalzberg zurück. Die Abgeschiedenheit nutzte Hitler später auch für Treffen mit dem engsten Führungskreis der NSDAP.
Am Vormittag des 25. April 1945 griffen britische Bomberverbände das Obersalzgebiet an.
Von den überirdischen Gebäuden lagen anschließend die meisten in Trümmern. AM Abend des 04. Mai 1945 besetzten die Einheiten der amerikanischen 101. Airborne-Division den Obersalzberg, nachdem zuvor Berchtesgarden kampflos übergeben worden war.

Französische Truppen rückten wenige Stunden danach ein. Kurz vor dem Eintrffen der Sieger brannten die Ruinen des Berghofes und des Platterhofes, angezündet von abziehenden SS-Wachmannschaften.

Die Zeit des Obersalzberges als "zweiter Regierungssitz" und als "Schauplatz der Weltgeschichte" war beendet.
In einer geradezu idealen "deutschen" Landschaft, so erschien es, ergab sich für jeden "Volksgenossen" die Möglichkeit der persönlichen Begegnung.
Stundenlang warteten tausende Anhänger und Neugierige, um Hitler zu sehen.

Hitler empfing Gruppen von HJ und BDM und Abordnungen anderer Parteiorganisationen wie SA und SS, aber auch nicht parteigebundene Gruppen auf dem Berghof.

Ab 1934 führte die NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" Reisen nach Berchtesgarden durch. Zum Programm gehörte der Besuch beim "Führer" auf dem Obersalzberg.

Die Besuche liefen in streng geregelter Form ab, unterstützten aber weiterhin den Mythos des volksnahen "Führers".
Ab Oktober 1928 mietete Hitler "Haus Wachenfeld".
Seine Halbschwester zog dort ein und führte bis 1935 den Haushalt.

Die Einnahmen aus dem Verkauf seines Buches "Mein Kampf" machten Hitler zu einem wohlhabenden Mann. Im Juni 1933 wurde er schließlich Eigentümer des Hauses.
Abb: Ansichtskarte von 1933
Abb: Postkarte von 1950
Die Berichte all derjenigen, die Hitlers "Privatleben" miterlebten, drücken die Banalität der Wirklichkeit auf dem Obersalzberg aus.

Gewissermaßen zum Inventar gehörte ein kleiner Kreis von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten: Hitlers Lebensgefährtin Eva Braun und ihre Schwester Gretl mit Freundinnen, Görings zweite Ehefrau (die Schauspielerin Emmy Sonnemann), der Leibfotograf Heinrich Hoffmann und Baldur und Henriette von Schirach (Hoffmanns Tochter).
Besucher wie Albert Speer erinnern sich gut an die Tagesabläufe auf dem Obersalzberg:
"Hitler erschien meist spät, gegen elf Uhr, in den unteren Räumen... Seinen eigentlichen Tagesablauf leitete ein ausgedehntes Mittagessen ein.... Nicht lange nach dem Essen formierte sich der Zug zum Teehaus... Hier an der Kaffeetafel verlor sich Hitler besonders gern in endlose Selbstgespräche... Gelegentlich schlief Hitler über seinen Monologen ein, die Gesellschaft unterhielt sich dann im Flüsterton weiter und hoffte, daß er rechtzeitig zum Abendessen wieder aufwachte...

Nach der Rückkehr zum Berghof pflegte Hitler sich sofort in seine oberen Räume zu begeben, während der Troß sich auflöste... Zwei Stunden später traf man sich schon wieder zum Abendessen... Mit den auch in Berlin üblichen Spielfilmen begann der zweite Teil des Abends..."

Abb: Ansichtskarte, undatiert
Hitler mit seinem Schäferhund "Blondie"
Hitler lernte Eva Braun (1912-1945) im Atelier von Heinrich Hoffmann kennen.

Ab 1931 wurde die Beziehung enger, ab 1936 wohnte Eva Braun auf dem Berghof. Die Beziehung wurde gegenüber der Öffentlichkeit geheim gehalten, denn irdische Bedürfnisse passten nicht in das Bild des selbst- und rastlos dem Volke dienenden Führers. Wenn ein offizieller Besuch am Berghof anstand, hatte die Dame des Hauses wie alle anderen privaten Gäste zu verschwinden.

Am 30. April 1945 nahmen sich Hitler und Eva Braun im Bunker unter der Reichskanzlei das Leben, ein Tag nach der Eheschließung.
Eva Braun
Alltag
Hitler in Lederhose auf dem Obersalzberg,
aufgenommen vermutlich nach der Entlassung aus der Haft
Seit 1931 ernährte sich Hitler vorwiegend vegetarisch. Mehlspeisen, Hülsenfrüchte, Gemüse- und Salatplatten, Kräutertees und Mineralwasser bestimmten seinen Speiseplan.
Seine Gefolgschaft hingegen aß "gutbürgerlich" und nahm auch alkoholische Getränke zu sich.
Auf dem Berghof musste man sich auch nicht einschränken, als die Versorgungslage während des Krieges immer schlechter wurde.
Dies blieb der Berchtesgardener Bevölkerung nicht verborgen. Bei Äußerungen des Unmuts drohte ein Verfahren vor dem Sondergericht München.
Die Speisekarte im Berghof
Bernile, das "deutsche" Mädel
Im Sommer 1933 fiel Hitler im "Wallfahrer"-Strom ein kleines Blondes Mädchen auf: Bernile aus München. Er ließ Bernile in das abgesperrte Gelände kommen und posierte mit ihr für den Fotografen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass Bernile am gleichen Tag Geburtstag hatte wie der "Führer", entwickelte sich ein Briefwechsel, der bis 1938 andauerte. Fotos von Hitler mit Bernile wurden von Heinrich Hoffmann vermarktet und gehörten zu den bekanntesten Bildern von Hitler mit Kindern.
Schon im Dezember 1933 war der Bayrischen Politischen Polizei durch eine Denunziation bekannt, dass Berniles Großmutter Jüdin war. Da die Bilder Hitlers mit Bernile zu Heinrich Hoffmanns propagandistisch wirksamsten Aufnahmen gehörten, lehnte dieser die Forderung ab, die Fotos aus dem Verkehr zu ziehen, und warb weiter mit ihnen.
Auch Hitler wusste, dass Bernile "Vierteljüdin" war. Der Briefwechsel zwischen "des Führers Kind Bernile" und seinem "Onkel Hitler" sowie die Besuche Berniles auf dem Berhof gingen dennoch weiter.
Erst im Mai 1938 unterband, wie es scheint, die Führeradjutantur weitere Besuche des Kindes. Der Chef der Führerkanzlei Philipp Bouhler stoppte die weitere Verbreitung der Fotos.
Der Fotograf des "Führers"
Heinrich Hoffmann (1885-1857) schloss sich Hitler bereits 1920 an und gehörte bis 1945 zu dessen engsten Vertrauten. Hoffmann konnte mit Unterstützung Hitlers die Bildberichterstattung über den "Führer" nahezu monopolisieren und erwarb mit der Verwertung der Rechte ein großes Vermögen. Er trug mit seinen Pressefotos und Büchern entscheidend zum offiziellen Hitlerbild bei.
Der erste Bildband Hoffmanns ("Hitler, wie ihn keiner kennt") erreichte in mehreren Auflagen eine Verbreitung von etwa 400 000 Stück. Die Folgebände "Hitler in seinen Bergen" und "Hitler abseits vom Alltag" erreichten jeweils eine Auflage von etwa 200 000 Exemplaren.
Das Sammeln und Tauschen von Bildern in Themenserien, die man über den Kauf von Zigaretten erhielt, war ein weit verbreitetes Hobby. Besonders gefragt waren Bilder von Hitler, z.B. "Der Führer und sein Lieblingshund" und "Führeraugen - Vateraugen".
Zigarettenhersteller nutzten den Führerkult für Werbezwecke und verstärkten ihn damit.
Objekte der Propaganda...
... und gleichzeitig ein glänzendes Geschäft waren neben den Bildbänden auch zahlreiche Postkarten, einerseits Aufnahmen von Haus Wachenfeld beziehungsweise vom Berghof, andererseits Fotos von Hitler mit wechselnder "Dekoration": Tiere, Kinder, Prominente oder, als Kombination verkaufsfördernder Elemente, Hitler vor der Erhabenheit der Bergwelt.

Wie kein anderer Ort bot der Obersalzberg die Voraussetzung, Hitler volksnah zu präsentieren. Er verlieh Hitler jene Eigenschaften, die seine Herrschaft legitimieren sollten: Hitler als einsamer Seher, als großer Staatsmann und als Kanzler des Volkes.

Die Kulisse des Obersalzberges eignete sich in besonderer Weise, ein Bild von Hitlers Privatleben zu erzeugen, das ihn fest mit dem Volk verbunden zeigte. Hitler als Mann aus dem Volk und für das Volk, als Mensch wie du und ich, der bescheiden und im Einklang mit der Natur lebte, voller Zuneigung und Fürsorglichkeit für die einfachen Menschen, für Tiere und Kinder.
Postkarten "Hitler als Redner", Fotografien von Heinrich Hoffmann, 1927
"Adolf Hitler - Das Privatleben des Diktators"
Trailer zur Dokumentation
(Michael Kloft, 2010)
Kurzbericht über die Ausstellung
(Deutsches Historisches Museum 2010)
Nachbetrachtung
Wie war Hitler möglich? Warum konnte ein Mann wie Adolf Hitler, der bis zu seine dreißigsten Lebensjahr ein politisch und gesellschaftlich "unbeschriebenes Blatt" war, in kurzer Zeit politische Massenwirkung erzielen und eine fast uneingeschränkte Macht ausüben? Selbst Diplomaten, Wehrmachtsoffiziere und Wirtschaftsführer folgten einem Autodidakten, dessen einzige Begabung in seiner Rhetorik und Agitation lag. Die nationalsozialistische Propaganda hat Hitlers Macht immer wieder mit seinem vermeintlichen "Genie" erklärt. Aber sein Aufstieg ist weniger seinem Charakter oder seinem vermeintlichen Eigen-Charisma zuzuschreiben.
Vielmehr lässt er sich aus den politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erklären, die die Deutschen veranlassten, ihre Ängste und Erwartungen auf Hitler zu projizieren und ihn somit zu ermöglichen. Hitlers Aufstieg und Macht lassen sich darum nur mit den gesellschaftlichen Bedingungen seiner Zeit erklären.
Der Spiegel: Titelblätter zu Hitler
Obere Reihe: 5/1964, 31/1967, 34/1977, 19/1983
Untere Reihe: 8/1996, 21/1996, 23/2002, 35/2004
Immer mehr Menschen beziehen ihr historisches Wissen über den Nationalsozialismus aus Massenmedien, die Geschichtsbilder vor allem visuell vermitteln.
"Der Spiegel" zeigte zwischen 1949 und 2010 den deutschen Diktator 46 Mal auf dem Titelblatt. Erstmals war ein Bild Hitlers 1964 zu sehen, und seit den 1990er Jahren gibt es keinen "Spiegel"-Jahrgang ohne eine Hitler-Abbildung auf der Frontseite. Bereits in den 1980er Jahren war Hitler jedoch nur ein "Schatten der Vergangenheit", der für vergangenheitspolitische Skandale und Enthüllungen instrumentalisiert wurde.
"Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Volksverbrechen."
Quellen und Literatur
Möller, H.; Dahm, V.; Mehringer, H. (Hrsg.): Die tödliche Utopie. Bilder, Texte, Dokumente, Daten zum Dritten Reich, Institut für Zeitgeschichte, München / Berlin 2002.
Thamer, Hans-Ulrich; Erpel, Simone: Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen, Dresden 2010.
Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen. Bausteine für Unterricht und außerschulische historisch-politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2012.
Kershaw, Ian; Kochmann, Klaus: Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung, Stuttgart 1999.
Kershaw, Ian: Hitler (1889-1945), München 2009.
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