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Streitbeilegung im Familienkonflikt

Workshop beim Munich Center for Dispute Resolution (MuCDR), Ludwig-Maximilians-Universität München
by

Martin Engel

on 19 February 2014

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Transcript of Streitbeilegung im Familienkonflikt

Streitbeilegung im Familienkonflikt
Mehr erfahren:
Ziele
der Streitbeilegung
im Familienkonflikt
Äußerungen
ent-werten
Konflikt
komplett lösen?
Familienrecht
Falltypen
Konfliktidiome
in familiären Beziehungen...
Kommunikation
Mediation
Kokon-Verfahren
Sachverhalte
bewerten?
Wertungsdiversität
verdeutlichen
Konfliktpunkte
minimieren
Konflikt
transformieren
Sozialkompetenz
steigern?
Auskommen
lernen
Verhaltensmuster
erkennen
Beziehungen
reparieren?
Reduktion
Kleinster
gemeinsamer
Nenner
Scheidung
Vermögen
Erbfolge
Scheidungsunterhalt
Kindesunterhalt
Sorgerecht
Miterbengemeinschaft
Dement + Testament
Notarielle Urkunden
Grundstücke
Unternehmen
Vorweggenommene Erbfolge
...ähneln einem Eisberg
Kulturdivergenzen
Strukturdivergenzen
Kritik-
Unfähigkeit
Schatten der Geschichte
Unendliche Komplexität durch Problemketten,
Konflikt wird
nur größer
Kontaktbedürfnis
Streit als Mittel zum Ziel, den Kontakt und Gesprächsstoff zu erhalten
Abhängigkeitsbedürfnis
Eltern und Kinder suchen beide Abhängigkeit
voneinander
Reziprozitätsbedürfnis
Eingeübte Geschenkrituale
Dilutierende Asynchronie
Notfalls Geiselnahmen
Harmoniebedürfnis
Insb. in geprägten
Zeiten (Ostern,
Weihnachten,
Geburtstag)
Steuerungsbedürfnis
Eingeübte Kontroll-Mechanismen
Lösungsansätze
Setting wechseln!
Grundbedürfnisse befriedigen!
Gemeinsamkeiten visualisieren!
Unterschiede zulassen!
(Unterstützung bei der Umsetzung!)
Ggf. Parteien dauerhaft trennen!
Selbst-verwirklichung
Ansehen
Liebe, Zuneigung, Zugehörigkeit
Sicherheit
Physiologische Bedürfnisse
Maslow, 50 Psychological Review (1943) 370 ff.
Emotionen
Umgang mit Emotionen
Anwalts-Kommunikation
Anwälte und Emotionen
Ausgedrückte Emotionen können Verhandlungen behindern
Unterdrückte Emotionen können echte Verhandlungen verhindern
Wie Emotionen ausdrücken?
Wie mit Emotionen
umgehen?
"Wir haben Ihre Auftraggeberin unsererseits aufzufordern, derartige Anschuldigungen, Beleidigungen und das Persönlichkeitsrecht unseres Mandanten beeinträchtigende Behauptungen künftig zu unterlassen." – [Behauptet war die Zurechnung einer Täuschung nach § 123 Abs. 2 BGB.]
"Heute haben wir das Schreiben Ihres Rechtsanwaltes Dr. Engel erhalten, worüber wir schon sehr verwundert sind und unsere Vertriebsmitarbeiterin, Frau XXX, von Ihnen persönlich sehr enttäuscht ist."
"Herr XXX war dann noch so freundlich und hat Ihnen ... mitgeteilt – und dies nur in dem Vertrauen, dass..."
"...möchten wir jedoch zum Ausdruck bringen – und das auch im Namen von Frau XXX – dass Ihr Verhalten kein gutes Geschäftsgebahren [sic!] darstellt."
Emotionen Raum geben
"Ventilphase" am Beginn der Verhandlungen
Ich-Botschaften unterstützen
Ggf. Einzelgespräche mit den Parteien
Emotionsasymmetrien zulassen und ansprechen
Allokation von Verantwortung
Parteien tragen Verantwortung für das Ergebnis
Verfahrensleiter sollten die Kontrolle über den Prozess behalten
People will support what they help create
Vier Seiten einer Nachricht
Floskeln
= Kaschierte Du-Botschaften
Selbstoffenbarung
Sender-Ebene
"Darüber brauchen wir meines Erachtens nicht zu streiten."
"Ich war immer da für Dich."
"Liebes Kind..."
"Das haben wir schon immer so gehandhabt."
Aggression
"Collaborative law is clearly the hottest area in dispute resolution."
Anwälte wissen Emotionen für ihre Zwecke einzusetzen
Berufen auf die Emotionen des eigenen Mandanten
Wenig Rücksicht auf die Emotionen der Gegenseite, Emotionsprovokation
Verfahrensleiter sollte möglichst Emotionsparität herstellen, um einseitiges Ausnutzen zu verhindern
Sachinhalt
Appell
Beziehung
Lara leidet!
Ich fühle mich schlecht, wenn es Lara nicht gut geht.
Lara geht es nicht gut.
Lara leidet.
Du gehst achtlos mit unserer Tochter um.
Überlass mir endlich das Sorgerecht.
Vier Seiten einer Nachricht
Selbstoffenbarung
Empfänger-Ebene
Sachinhalt
Appell
Beziehung
Lara leidet!
Sie hat keine sachlichen Argumente mehr.
Lara geht es nicht gut.
Lara leidet.
Sie traut mir nichts mehr zu.
Überlass mir endlich das Sorgerecht.
"Ich wünsche mir..." statt "Du sollst..."
Rechtsdienstleistungsvertrag als Grundlage des Mandatsverhältnisses
Collaborative-Law-Vereinbarung als Verfahrensvertrag zwischen Parteien
Verfahrensleitungsverträge beider Mandanten jeweils mit beiden Anwälten
Vertragsrecht
Partei 1
Partei 2
RA 2
RA 1
Neutraler
Trilaterale Verhandlungen
Bilaterale Verhandlungen
Psych.
Finanz-berater
Begrenzung des anwaltlichen Mandats auf gütliche Einigungsverhandlungen
Beim Scheitern der Collaborative-Law-Verhandlungen müssen die Mandanten neue Anwälte beauftragen
Container-Effekt: Selbstbindung als Schlüssel zur Wertschöpfung (vgl. Selbstpaternalismus bei Homers Odysseus und den Sirenen)
Disqualifikationsklausel
Anwaltliches Berufsrecht
§§ 43a Abs. 4 BRAO, § 3 Abs. 1 BORA: RA darf keine widerstreitenden Interessen vertreten
Wichtige Differenzierung:
Verfahrensbezogene Interessen (widerstreiten nicht)
Materielle Interessen (widerstreiten)
Nomenklatur
Collaborative Law
Cooperative Praxis
Kokon-Verfahren
CoPra
CP
Kooperative Rechtsklärung
Professor Christopher M. Fairman, Ohio State University
Collaborative law "is not nirvana nor is it 'peace in our time'."
Gregg Herman, Executive Director of the Collaborative Family Law Council of Wisconsin
Verfahrensformen
Mediation
Kokon-Verfahren
Partei 1
Partei 2
RA 2
RA 1
http://www.kokon-verfahren.de
martin.engel@jura.uni-muenchen.de
§ 1569 BGB: Grundsatz der Eigenverantwortung
§§ 1570 ff. BGB: Nur für Sonderfälle (Betreuung eines Kindes, Alter, Krankheit) gibt es noch nachehelichen Unterhalt
Exkurs: Unterhaltsanspruch online bestimmen auf
www.meinunterhalt.org
Verpflichtung aus §§ 1601 ff. BGB
Berechnung nach sog. Düsseldorfer Tabelle
Indirekte Unterstützung durch den Unterhalt für das betreuende Elternteil nach §§ 1570, 1615l Abs. 2 S. 2, Abs. 4 BGB
Das Sorgerecht steht zu
den verheirateten Eltern, § 1626 BGB
den nicht-verheirateten Eltern gemeinsam, § 1626a I BGB
im Übrigen der Mutter, § 1626a II BGB
Nach Scheidung kann das Sorgerecht aus Gründen des Kindeswohls umfassend auf ein Elternteil übertragen werden
Die Zuweisung von Erbquoten ohne Vorausvermächtnis oder Teilungsanordnung führt zur Gesamthandsgemeinschaft
Je größer eine Gesamthandsgemeinschaft, desto größer der Koordinationsbedarf und desto größer das Konfliktpotenzial
Problem: Schleichender Verlust von Testierfähigkeit
Mehr als die Hälfte der Deutschen testiert im Alter von 61-80 Jahren, ein weiteres Fünftel erstmals in noch höherem Alter
Im Zweifel gilt ein Testator als testierfähig, § 2229 IV BGB
Beurkundungszwang nicht für alle Geschäfte von hohem Wert (Abschichtung)
Notare werden (aus Haftungsgründen) Beurkundungen nur bei Überzeugung von Geschäfts-/Testierunfähigkeit ablehnen
Problem: Gemeinsam bebautes Grundstück
Im Scheidungsfall: Vermögenstrennung über Zugewinnausgleich
NeLG: Allenfalls Ausgleichsansprüche aus GbR oder Zweckkondiktion
Branchennahe Unternehmen zweier Ehegatten sind häufig stark verflochten:
Inventar
Buchführung
Kundenstamm
Know-how
Ist ein Ehegatte beim anderen angestellt, ist die Scheidung in der Regel kein Kündigungsgrund
Vorweggenommene Erbfolge findet sich häufig bei großen Erbmassen mit dem Ziel einer Steuerersparnis
Hauptproblem: Reziprozitätserwartungen, die die Steuerersparnis häufig überkompensieren
Selektive Wahrnehmung
Patentrezept: Offen fragen!
Selektive Wahrnehmung
verschärft anwaltliche Polarisierung
schürt dadurch Emotionen
provoziert dadurch Eskalation
Eine Weitung des Wahrnehmungshorizonts
geschieht nicht durch Erklären oder Belehren
sondern nur über Selbsterkenntnis (Aha-Effekte)
Besser kommunizieren
Aktiv
Passiv
Rhetorische Fragen
Du-Botschaften
Desinteresse
Lautes Sprechen, Schreien
Kopfschütteln
Ins Wort fallen
Verwendung von Reizwörtern
Anspielung auf persönliche Schwächen (Alter, Unerfahrenheit, sprachliche oder körperliche Defizite)
"Vielleicht gibt Dir das auch Zeit, Deine Haltung nochmals zu überdenken."
"Du willst mich doch nicht enttäuschen!"
"Du macht schon wieder nur unmögliche Vorschläge!"
"Du hast Dich ja nie für mich interessiert!"
"Kannst Du mir sagen, wie das jetzt weitergehen soll?"
"Wie kannst Du nur auf den Gedanken kommen!?"
"Was haben wir bei Dir bloß falsch gemacht!?"
"Wo kämen wir denn da hin...?"
Ich-Formulierungen sind in der Regel zustimmungsfähig.
Die Frage zurückgeben.
Teilnahmslosigkeit
Interaktionsbrüche
Schreiben von Notizen unklaren Inhalts
Abschweifen des Blickes
Verdrehen der Augen
Invers kontern.
Konzentration durch Augenkontakt einfordern.
Full transcript