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Pflege bei Wochenbett

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by

Paul Franz

on 5 December 2013

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Transcript of Pflege bei Wochenbett

Pflege "Wochenbett"
Definition Wochenbett
Zeit unmittelbar nach Ausstoßung der Plazenta bis zur Involution (Rückbildung) aller Schwangerschaftsveränderungen.
Dauer ca 6-8 Wochen
gekennzeichnet durch
5 Vorgänge
:
a) Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung
b) Einsetzen und Aufrechterhaltung der Milchbildung (Laktation)
c) Rückbildung schwangerschafts- und geburtsbedingter Veränderungen
d) Wundheilung
e) Wiederaufnahme der Ovarialtätigkeit

Übernahme der Wöchnerin aus dem Kreißsaal
Verlassen des Kreißsaales nach ca. 2 Std., wenn Postplanzentarperiode unauffällig.
Das Übergabegespräch
Unterbringung von Mutter und Kind:

Rooming-in
Teilzeit-Rooming-in / Rooming-out
Wochenbettpflege
Beobachtung
Stuhlausscheidung
Darmtätigkeit in ersten 2-3Tagen träge
am 3.-4.Tag: Darmentleerung
auf regelmäßige Darmentleerung achten und Dokumentieren
ggf. Kolonmassage durchführen
Gabe von leichten Abführmitteln lt. AO z.B. Lactulose, Glycerinzäpfchen

leidet die Wöchnerin unter starken Blähungen:
Fenchel- oder Kümmeltee anbieten
Legen eines Darmrohres

Blasenentleerung
volle Blase kann Uterusrückbildung behindern
erster Spontanurin sollte nach ca. 6h abgegeben werden
48-72h nach Geburt: Harnflut (Miktionsmenge bis zu 4l am Tag)
Unterleib und Füße warm halten
regelmäßig die Toilette aufsuchen
Dokumentation

Störungen der Blasenentleerung:
entstehen durch Harnröhren- oder Blasenhalsödeme, oder aufgrund von reversiblen Nervenschädigungen nach der Geburt
Maßnahme: Gabe von Spasmolytika oder tonussteigernden AM lt. AO

kein Wasserlassen


Einmalkathetisierung (um Blasenüberdehnung zu vermeiden)

Körperpflege
getrennte Handtücher und Waschlappen für Brust und Genitalregion (zuletzt reinigen)
bei Geburtsverletzungen oder Episiotomie: Genitalspülung 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang
sorgfältiges Händewaschen und Händedesinfektion nach jedem Toilettengang, vor dem Stillen und bei Kontakt mit Baby
Brust 1x tgl. mit klarem Wasser ohne Seife waschen
Wöchnerin darauf vorbereiten, dass es einige Wochen nach Geburt zu vermehrten Haarausfall kommen kann --> Grund: hormonelle Umstellung
Frühmobilisation
Thrombosegefahr
Aufstehen nach 2-4h nach Geburt, nach Sectio, Mehrlings- u. zangengeburten später
Obstipations- und Pneumonieprophylaxe
zunächst Kreislauftraining am Bett z.B. Füße kreisen, dann stufenweise mobilisieren
generell bei Mobilisation AO beachten!
Wochenbettgymnastik und Rückbildungsgymnastik
Wochenbettgymnastik:
beginnt am 2. Tag nach der Geburt
erfolgt auf AO, durchgeführt unter Anleitung von Hebammen und Physiotherapeuten
regt Kreislauf und Atmung an
unterstützt Blasen- und Darmentleerung
beschleunigt Rückbildung
fördert das Wohlbefinden

Rückbildungsgymnastik:
nach 6-8 Wochen
Ziel: Festigung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur (Descensusprophylaxe)
möglichst 6 Monate zu empfehlen


Ernährung
keine Einschränkungen --> indiv. Ausprobieren
blähende Speisen wenn mögl. meiden
Pfefferminz-, Hibiskus- und Salbeitee reduzieren die Milchproduktion!
ausgewogene, abwechslungsreiche Mischkost
tgl. Kalorienzufuhr von mind. 1800kcal
Trinkmenge von 2-3l pro Tag

Beratung vor Entlassung
Erkrankungen im Wochenbett
Milchstau
Fieberhafter Milchstau:
• tritt meist am 2.-4.Tag nach Geburt auf , schmerzhaft
• Ursache: Einschränkung der Stillhäufigkeit und -dauer
• Körpertemperatur kann auf 38°C gehen, ohne dass Infektion vorliegt
Pflege:
• Kind wird häufig und nach seinem Bedarf in unters. Positionen angelegt
• Quarkwickel oder kühlende Kompressen nach dem Stillen

Subinvolutio uteri
• Def.:verzögerte oder mangelhafte Rückbildung der Gebärmutter (Subinvolutio uteri)
• entsteht durch Überdehnung der Muskelfasern während der Schwangerschaft
• Fundus uteri steht höher als normal
• Fühlt sich teigig und weich an
• Druckschmerz an den Uteruskanten
• Lochien verstärkt und übelriechend
• Kann zur Endomertritis puerperalis (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut) kommen

Mastitis puerpuralis

• Def.:=Stauungsmastitis
• interstinelle Mastitis / parenchymatöse Mastitis
• Entzündung der Brustdrüse der stillenden Frau
• meist zwischen dem 8. und 16.Tag oder auch 28.Tag nach der Geburt
• 90% durch Staph. aureus hervorgerufen
• Brust wird außen rot, heiß und sehr berührungsempfindlich
• grippeähnliches Krankheitsgefühl
• Puls- und Fieberanstieg, Schüttelfrost
• Sichtbar sind bläulich-rote Lymphgefäße über betroffenem Quadranten

Lochien
Zellreste,Wundsekret, Leukozyten und Blutgerinnsel werden nach außen transportiert
Ovarien fangen langsam mit Östrogenproduktion an
Wunde nach 6-8 Wochen verschlossen
normalerweise nicht infektiös


Pflege der Lochien
Vorlagen ohne Plastik verwenden, keine Tampons
Genitalbereich mit Handschuhen säubern
Lochien auf Menge, Farbe, Geruch und Beimengungen kontollieren
Ausfluss: 200-500ml
gebrauchte Vorlagen in Hygienebeutel entsorgen
nach Umgang mit Lochien: 1. Händedesinfektion 2. Händewaschen
Lochialstau
• Def.: Aufstau des Wochenbettflusses
• Wenn der Gebärmutterhals sich zu schnell verschließt oder Blutkoagel den Abfluss verhindern, staut sich das Lochialsekret
• Idealer Nährboden für Keime-> Keimbesiedlung
• Wochenfluss fließt wenig oder gar nicht
• Sehr unangenehmer Geruch
• Uterusfundus steht zu hoch und ist druckempfindlich
• Es kommt zu einem Temperaturanstieg und Stirnkopfschmerz
Pflege:
• auf regelmäßige Blasen- und Darmentleerung achten
• Kind kann weiter zum Stillen angelegt werden --> Oxytocinausschüttung förderlich für Gebärmutterrückbildung

Nachsorge
nach Entlassung Anspruch auf häusliche Hebammenhilfe
Infomaterial mitgeben
Hygiene
Kontakt des Neugeborenen mit Lochien vermeiden
möglichst nur duschen

Menstruation
bei nicht stillenden Müttern: nach 5- 10 Wochen
bei stillenden Müttern: nicht vorhersagbar
Geschlechtsverkehr
bis zum Versiegen der Lochien warten
innerer Antrieb der Frau
Stillen ist kein Verhütungsmittel!
gynäkologische Untersuchung
Vorstellung beim niedergelassenenGynäkologen nach 4-6Wochen
bei Beschwerden z.B. Fieber, Atemnot, erneuten blutigen Lochien: sofort!
weitere Schwangerschaft
nach normaler Entbindung: mind. 6Monate warten
nach Sectio: mind. 1 Jahr warten

U3 in der 3.-4. Lenswoche
Termin beim Kinderarzt vereinbaren
Früherkennungsuntersuchen des Kindes
Ursachen und Therapie
Ursachen:
• Staphylokokken werden von PP und Mutter zum Kind übertragen
• so können Keime durch Verletzungen der Brustwarze oder über die Milchgänge in die Brust eindringen

Therapie:
• in der Frühphase wird versucht die Brust zu schonen->niedrige Dosierung von Prolaktinhemmern
• weiterstillen ist so noch möglich
• innerhalb von 12h keine Entfieberung-> antibiotische Therapie mit staphylokokkenwirksamen Antibiotika
• bei fortgeschrittenem Krankheitsbild ->chirurgische Snierung

Rückbildungsstörungen
Puerpuralfieber
• Def.: alle Infektionen im Wochenbett zusammengefasst, die vom Genitalbereich ausgehen
• Vorkommen wird immer seltener
• Beginnend mit einer Infektion der Endomertritis puerperalis
• Schreitet zu einer Entzündung des Endometriums fort (betroffen: Schleimhaut und Muskelschicht)
• Kann zum kleinen Becken wandern (Adnexitis, Pelveoperitonitis, Peritonitis, Parametritis)
• Kommt es zur Generalisierung -> Sepsis puerperalis

Baby-Blues
• kommt in den ersten 10 Tagen nach Geburt vor
• kann bei jeder Frau auftreten-> Häufigkeit bei über 50%
• ist normales Verhalten und nichts Außergewöhnliches
• kurzzeitige depressive Verstimmungen
• entstehen zwischen dem 3-5 Tag

Wochenbettdepression/ -psychose
Def. : Bei der Wochenbettdepression entwickelt die Mutter in den ersten Wochen bis Monaten nach der Geburt ein Gefühl tiefer Trauer und damit verbunden psychische Störungen.
• Betrifft 10-15% aller Mütter
• Besonders häufig nach der ersten Entbindung
Bei einer Wochenbettpsychose treten meistens bereits in den ersten drei Wochen nach der Geburt psychische Störungen auf.
• Ist seltener
• Betrifft 1-2 Fälle pro 1000 Entbindungen

Veränderungen der Lochien
Wochenbettvisite
Pflege:
- engmaschige Kontrolle/Doku von Vitalzeichen,Körpertemp.,Bewusstsein und Hautzustand
- Flüssigkeitsbilanzierung
- strenge Bettruhe
- Kostform richtet sich danach,ob Pat. Essen kann oder ob parenterale Ernährung erforderlich ist

Pflege:
• Frau zur beidseitigen Brustentleerung des Kindes ermutigen und anleiten
• Ausstreichen der Brust durch Hände oder einer Pumpe kann zusätzl. beschleunigen
• Der Wöchnerin Ruhe gönnen
• Brust durch gut sitzenden BH ruhig stellen
• Zur Schmerzlinderung und Abschwellung mit Eisbeutel kühlen und auf AO Medikamentengabe gegen Fieber und Schmerzen

• Name und Alter der Frau
• Anzahl vorheriger Schwangerschaften und Geburten
• Verabreichung von Medikamenten (ja/nein, welche?)
• Ermittelte Werte bei Vitalzeichenkontrolle
• Erstes Aufstehen (ja/nein, wann?, Komplikationen)
• Blasenentleerung (ja/nein, spontan oder nach Katheterisierung?, wann?, wie viel?)
• Geschlecht des Kindes
• Bezugsperson (Partner?, Freund?, Eltern?)

Der Milcheinschuss
• erfolgt i.d.R am 2-4 Tag nach der Geburt
• Brustdrüsenschwellung kann vorkommen
• bei vollen Brüsten Stillen oder abpumpen
• versch. Haltungen beim Stillen probieren, um besten Stillrhythmus zu finden
• Tuch oder Stilleinlage in den BH legen
• Sauberes Oberteil und Stilleinlagen für unterwegs
• Bei Gefühl des Einschießen der Milch  verschränken der Arme vor der Brust und sanften Gegendruck, um unerwarteten Einschuss zu stoppen
• feuchte Einlagen wechseln, um Bakterienvermehrung zu verhindern

Quellen
• Pflege Heute Auflage 5- Georg Thieme Verlag
• Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen- Georg Thieme Verlag KG 2008
• Gynäkologie und Geburtshilfe für Pflegende- Georg Thieme Verlag 2013

• https://www.thieme.de/cne/inhalte/ebooks/ebooks/3131429629/pdf/docnr3131429629_1672.pdf
• https://www.thieme.de/cne/inhalte/ebooks/ebooks/3131498113/pdf/docnr3131498113_1019.pdf
• http://www.babycenter.de/a19965/der-baby-blues
• http://books.google.de/books?id=bNoUZ488UE4C&pg=PA200&lpg=PA200&dq=intermittierendes+rooming+in&source=bl&ots=VbIKWeCTVC&sig=n35qbc4d70ZKfi4hdHGOiS7033o&hl=de&sa=X&ei=YCKWUrTDF-HnygPatoGIAw&ved=0CEMQ6AEwBA#v=onepage&q=intermittierendes%20rooming%20in&f=false
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