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Kiju und ihre digitale Welt

WEISSER RING Leipzig am 11. Juli 2015
by

Karin Wunder

on 14 June 2016

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Transcript of Kiju und ihre digitale Welt

Kommunikation ist alles
Nutzung Sozialer Netzwerke:
- 78 Prozent mehrmals wöchentlich
- 57 Prozent mind. ein Mal täglich

(81 Prozent Facebook, 19 Prozent Andere)
Anmeldung in sozialen Netzwerken durchschnittlich mit 12,7 Jahren
Faszination sozialer Netzwerke
Inszenierung/Selbstdarstellung
Feedback
Vernetzung
Austausch/Kommunikation
Auf dem Laufenden bleiben
Spiele

--> Was benötige ich dafür?
Online-Flirts
Online-Flirts dienen als "Probebühne":
Erste Erfahrungen in der "Flirt-Kommunikation sammeln,
sich selbst und andere auf dem "Partnermarkt" positionieren,
Attraktivität testen,
sich selbst inszenieren
"Spaßflirten" eher bei jüngeren Jugendlichen
"Sexting"
Motive
Sich selbst betrachten
Freundschaft/Partnerschaft
--> auch unter Druck
Feedback
Spaß

Sexting findet auch ungewollt statt.
Rache
(Cyber-)Mobbing
Cyber Grooming
§ 201a Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen

(1) Wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine durch eine Tat nach Absatz 1 hergestellte Bildaufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(3) Wer eine befugt hergestellte Bildaufnahme von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, wissentlich unbefugt einem Dritten zugänglich macht und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(4) Die Bildträger sowie Bildaufnahmegeräte oder andere technische Mittel, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.

Motive für das Bloßstellen durch intime Bilder
Film Noah
Was machen Jugendliche eigentlich im Internet?
Zwei Drittel von befragten Jugendlichen (14 bis 19 Jahre alt) haben schon einmal das "Online-Flirten" ausprobiert.
Mädchen und Jungen etwa gleich häufig
Motivation: Neugier und Spaß
"Ich habe mich mal bei Flirtfieber
angemeldet, bei dieser Flirtseite. Das ist aber
schon lange her. Da hatten wir das alle zusammen
gemacht, meine Freundinnen und ich. Das
war nicht ernst gemeint, sondern ein bisschen
mehr aus Spaß."
16-jährige Internetnutzerin
Mit zunehmendem Alter verlieren Mädchen und Jungen das Interesse am "Spaßflirten" und wenden sich realen Treffen zu.
Gefährdung durch Treffen mit unbekannter Person.
TOP 3 der von Jugendlichen in Deutschland besuchten Websites
Soziale Netzwerke
Online-Shops
Pornoseiten
Pornografie war noch nie so "einfach" zu konsumieren wie heute.

jederzeit verfügbar
anonym
häufig kostenlos
Angebote und Zugang sind schwer zu kontrollieren
Das Internet als sexueller Erfahrungsraum
Pornografie
Websites
Foren/Chats/Online-Communitys

"Was the internet made for porn?"
Jugendschutz im Internet?
Jugendliche (12-19) nutzen das Internet ...

- insgesamt sind 98 Prozent online
- davon 89 Prozent regelmäßig
- davon 73 Prozent täglich

Jeder Haushalt, in dem ein Jugendlicher lebt, ist mit einem internetfähigen Gerät (Smartphone, Computer, Laptop) ausgestattet.

Nach eigener Einschätzung verbringen Jugendliche durchschnittlich 179 Minuten am Tag online.

Wege der Nutzung (in den letzten 14 Tagen):
87 Prozent über Computer/Laptop
73 Prozent über Smartphone

JIM-Studie 2013: Jugend, Information, (Multi-)Media, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

45 Prozent der Internetzeit wird kommuniziert: Mailen, Chatten, Soziale Netzwerke
(Mädchen 53 Prozent, Jungen 39 Prozent)
Faszination von Chats
Abtauchen in eine andere Welt
Anonymität
mit der Identität spielen
mit Fremden in Kontakt treten
Grenzen ausloten
Austausch
Nicht behelligt durch Eltern sein - (ggf. Vorsprung durch Medienkompetenz)
Wer sind eigentlich Facebook-Freunde?
Jugendliche haben bei Facebook durchschnittlich 290 Freunde
mit etwa einem Drittel der "Freunde" stehen sie regelmäßig im "realen Leben" in Kontakt
17 "Freunden" würden sie ein Geheimnis anvertrauen
"Freunde" können Eltern, Geschwister, (Lehrer), Schulkameraden, Klassenkameraden, Bekannte aus dem Sportverein, (Arbeitskollegen), Freunde im ursprünglichen Sinne sein.
Anwendung von Privatsphäre-Einstellungen
Anlegen von Freundeslisten
Kinder und Jugendliche nutzen die Online-Kommunikationsmöglichkeiten zunehmend reflektiert und können zwischen on- und offline unterscheiden.
Gefahr durch nicht bekannte "Freunde" und einfache Kontaktaufnahme
DIVSI-Studie U25-Studie 2014: Kinder, Jugendliche und junge Erwachse in der digitalen Welt (Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet)
Das Smartphone wird für Kinder und Jugendliche zum wichtigsten Zugang zum Internet:

6-7 Jahre: 9 Prozent
10-11 Jahre: 44 Prozent
12-15 Jahre: 86 Prozent
16-18 Jahre: 89 Prozent
BITKOMResearch: Kinder und Jugendliche 3.0
N= 830, 6- bis 18-jährige Internetnutzer
Instant Messaging
am Beispiel von
Kontaktaufnahme nur möglich,
wenn die Mobilnummer bekannt ist.
Ein unangenehmes Erlebnis ...
Du hättest Dich nicht
darauf einlassen dürfen!
Du bist nicht schuld!
Ich helfe dir!
Hilfe finden bedeutet,
--> das eigene Leben und die Selbstbestimmtheit unter diesen Voraussetzungen wieder zu erobern.

--> zu erfahren:
Dein Körper gehört dir!
Dein Bild gehört dir!
Niemand hat das Recht, dich zu bedrohen, zu beleidigen und dir Gewalt anzutun.
Missbrauch von Bildern
§ 201a StGB Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe

§ 184 StGB Verbreitung pornographischer Schriften
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe

§§ 185-187 StGB Beleidigung, Üble Nachrede, Verleumdung
Freiheitsstrafe bis zu zwei (bei Verleumdung bis zu fünf) Jahren oder Geldstrafe

§ 250 StGB Nötigung
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe

§ 253 StGB Erpressung
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe

Persönlichkeitsrechte
Urheberrechte


Sexting nicht tabuisieren!
Das Problem liegt nicht beim Betroffenen.
Mädchen und Jungen gleich behandeln und nicht werten.
Unerlaubtes Benutzen/Weiterleiten von Bildern in den Mittelpunkt stellen.

Übrigens...
Sexting wird auch unter Erwachsenen praktiziert.
Mädchen und Jungen versenden intime Bilder gleichermaßen.

Hilfe online
www.save-me-online.de
www.juuuport.de
Fragen gerne an info@karinwunder.de

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
juuuport.de
facebook.com/juuuport
twitter.com/juuuport

Haben Sie noch Fragen?
Abtauchen in eine andere Welt
Anonymität
mit der Identität spielen
mit Fremden in Kontakt treten
Grenzen ausloten
Austausch
Nicht behelligt durch Eltern sein - (ggf. Vorsprung durch Medienkompetenz)
(KIM-Studie 2012, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest)
Allgemeine Empfehlungen zum Persönlichkeitsschutz im Internet
Schutz der persönlichen Daten
Sicherheitseinstellungen nutzen
Misstrauisch bleiben
Unangenehmes/Nutzer blockieren/melden

Was kann Jeder selbst tun?
Aufklären und Medienkompetenz fördern
Nachfragen und jüngere Kinder begleiten
Hilfsbereitschaft signalisieren

Was kann man für sein Kind tun?
Seien Sie ein Vorbild!
Last, but not least...
Die Betroffenen werden von diesen Tätern
belästigt und sexuell angemacht
aufgefordert, über sexuelle Praktiken zu erzählen
über ihre sexuellen Erfahrungen ausgefragt
aufgefordert, ihnen beim Onanieren zuzusehen, zuzuhören
sich selber zu berühren und dies mitzuteilen
unverhofft mit pornografischen Materialien konfrontiert
zu Treffen überredet
Wer sind die Täter?
Exkurs Chatroulette
Hallo!
Referentin für Kinder- und Jugendschutz im Internet und Projektleiterin von juuuport.de
Medienpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Schwerpunkt: Förderung der digitalen Kompetenz
Autorin
juuuport?
Präsentation mit Prezi
Worüber wir jetzt sprechen:
Was machen Kinder und Jugendliche eigentlich im Internet -
und warum..?


Für Eltern ist es spätestens mit Beginn der Smartphone-Nutzung ihres Nachwuchses nur noch bedingt möglich, Inhalte und genutzte Angebote zu kontrollieren.
1,4 Mrd.
Nutzer bei Facebook
800 Mio.
WhatsApp-Nutzer
80 Mrd.
Nachrichten pro Tag
290 "Freunde"
im Schnitt pro Community
73%
Der Jugendlichen sind in Social Communitys aktiv
JIM-Studie 2014
Tendenz: sinkend
(88% 2011, 73% 2014)
Wie wird "gesextet"?
Problem bei "Sexting":
der Missbrauch von Bildern
Sexting nicht tabuisieren!
Einvernehmliches Sexting akzeptieren.
Das Problem liegt nicht beim Betroffenen.
Den/Die Betroffene/n unterstützen.
Mädchen und Jungen gleich behandeln und nicht werten (Doppelmoral).
Unerlaubtes Benutzen/Weiterleiten von Bildern in den Mittelpunkt stellen.
Nachforschen: Welche Konflikte gibt es in der Gruppe?

nach Döring, N. (2014)
"Sexting" - was tun?
Ein "Sexting"-Fall...
Du hättest Dich nicht
darauf einlassen dürfen!
Du bist nicht schuld!
Ich helfe dir!
Anerkennung
Kommunikation
Information
Abgrenzung
Abtauchen in eigene Welten
Eskapismus
Unterhaltung
Spaß
Gruppengefühl
Zugehörigkeit
Anonymität
Nicht behelligt
durch Eltern sein
mit Fremden in Kontakt treten
Grenzen ausloten
mit der Identität spielen
YouNow
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