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Dürrenmatts Buch "die Physiker"

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by

Abd Lehnhoff

on 22 May 2017

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Transcript of Dürrenmatts Buch "die Physiker"

Friedrich Dürrenmatts Buch
"Die Physiker"

Gliederung

1. Friedrich Dürrenmatt
1.1. Kurze Biographie Dürrenmatts
1.2. Weitere Werke
1.3. Erfolge und Preise

2. Das Werk „ Die Physiker “
2.1. Inhaltsangabe
2.2. Charakterisierung der zentralen Figuren
2.3. Intention

3. Eigenschaften sowie Hintergründe des Werkes
3.1. Textanalyse
3.1.1. Aufbau der Geschichte
3.1.2. Stil und Sprache
3.2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund und
Anregungen
Biographie Dürrenmatts
Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen (Schweiz) geboren. Sein Vater war ein konservativ ausgerichteter Pfarrer und beschäftigte sich zudem mit der Philosophie. Die Mutter war ebenso eine gottesfürchtige Frau, die sich außerdem sozial engagierte. Er selbst jedoch war dieser religiösen Haltung gegenüber rebellisch und kritisch. Bis 1933 besuchte er die Primärschule in Stalden, anschließend die Sekundarschule in Großhöchstetten. 1935 zog die Familie nach Bern, wo Dürrenmatt zunächst das Freie Gymnasium und anschließend das Humboldtanium besuchte. Er begann 1941 in Bern Philosophie und Germanistik zu studieren. In den Kriegsjahren entstanden seine ersten Romane und 1943 seine ersten Bühnenwerke. Er starb am 14. Dezember 1990 an den Folgen eines Herzinfarkts.
Inhaltsangabe
Der Physiker Möbius versteckt sich freiwillig im Irrenhaus, er will somit verhindern, dass die von ihm entdeckten Formeln ausgebeutet werden und dadurch die Menschheit zu Schaden kommt. Allerdings kopiert sich die Chefärztin heimlich seine Aufzeichnungen.

In der psychiatrischen Anstalt "Les Cerisiers" in der Schweiz leben drei Physiker. Einer meint Newton zu sein, der zweite Einstein während Möbius angeblich mit König Salomon in Kontakt steht. Jeder der drei tötet eine Krankenschwester, allerdings sind die Herren nicht verrückt. Ganz im Gegenteil, denn Möbius hat eine geniale Entdeckung gemacht: "Das System aller möglichen Erfindungen." (S. 69) Diese sollen die anderen zwei Herren im Auftrag zweier konkurrierender Geheimdienste stehlen.
Allerdings gelingt es Möbius, in einer philosophischen Diskussion, die Anderen zu überzeugen den Rest ihres Lebens, zum Wohle der Menschheit, dort zu verbringen.

Eine überraschende Wende tritt ein, als klar wird, dass die Leiterin die drei Herren schon lange durchschaut hat. Außerdem hat sie Kopien von Möbius Unterlagen angefertigt und diese bereits zum Gründen diverser Unternehmen verwendet.
Charakterisierung
Anfangs wird der vierzigjährige Möbius als ein etwas unbeholfener Mensch dargestelllt. (vgl. S. 35 f) Allerdings erweist er sich im Laufe der Handlung als zielstrebig und keinesfalls unsicher. Er hat drei Söhne und hatte eine Frau von die sich inzwischen scheiden hat lassen. (vgl. S.38 ) Zudem Zeitpunkt als eine Professur in Aussicht stand wurde er vermeintlich krank. (vgl. S. 33) Gegenüber seiner Familie handelt er unmoralisch, dass rechtfertigt er damit, dass das Wohl der Menschheit mit Hilfe seiner Entdeckungen gefährdet werden könnte. " Die Verantwortung zwang mir einen anderen Weg auf. Ich ließ meine akademische Karriere fahren, die Industrie fallen und überließ meine Familie ihrem Schicksal. Ich wählte die Narrenkappe." (S. 73) Der Verantwortung gegenüber der gesamten Menschheit-so bezeichnet er sie- will er durch seine Selbstisolation gerecht werden. Deswegen gerät er in das Dilemma, sich unmoralisch gegenüber Einzelpersonen verhalten zu haben bzw. zu müssen, um dieses höheren Zieles willen. Ein weitere Konsequenz ist der Mord, den er an der Schwester Monika begeht, um sein Geheimnis zu bewahren. Ein wesentlicher Unterschied zwischen ihm und den anderen Physikern ist, dass er seine Schuld eingesteht. "Wer tötet, ist ein Mörder und wir haben getötet." (S. 75) Er wird besonders hart getroffen von der Wendung, denn es passiert zudem Zeitpunkt an dem Möbius eigentlich überzeugt ist seinen Plan durchführen zu können. Außerdem hat er seine eigentliche Existenz ,auf Grund seines Planes einem höheren Zweck zu dienen, aufgegeben. So bleibt ihm lediglich sich sein Scheitern einzugestehen. "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden." (S. 85)
Weitere Werke Dürrenmatts
Bücher:
Der Besuch der alten Dame (1955)
Der Verdacht (1951/52)
Der Richter und sein Henker (1950/51)
Andere Werke (z.B. Komödien, Theaterstücke, Hörspiele):
- Romulus der Große (1949)
- Die Ehe des Herren Mississippi (1950)
- Der Prozess um des Esels Schatten (1951)
- Frank der Fünfte (1959)
- Der Meteor (1966)
Erfolge und Preise
- Literaturpreis der Stadt Bern für "Ein Engel kommt nach Babylon (1954)
- Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Die Panne" (1957)
- Schilller-Preis der Stadt Mannheim (1959)
- Großer Literaturpreis des Kantons Bern (1969)
- Buber-Rosenzweig-Medaille (1977)
- Bayrischer Literaturpreis (1985)
- Georg-Büchner-Preis (1986)
zudem verliehen ihm zahlreiche Universitäten die Ehrendoktorwürde
Der Patient Herbert Georg Beutler bewohnt Zimmer Nummer 3 und gibt sich als Sir Isaac Newton aus. Jedoch ist er in Wirklichkeit der Geheimagent und Physiker Alec Jasper Kilton. Er trägt ein Kostüm aus dem 18. Jahrhundert und eine Perücke. (vgl. S. 18) Kilton bezeichnet sich selbst als "Nicht-Genialer". (S. 68) Aber in der Physik hat er einen Namen, denn er ist bekannt als Begründer der "Entsprechungslehre". Auch er hat eine Schwester getötet um seine Mission nicht zu gefährden und seine Verrücktheit unter Beweis zu stellen. Er betont die Freiheit der Forschung, aber lehnt die Verantwortung für die Ergebnisse ab: "Es geht um die Freiheit unserer Wissenschaft und um nichts weiter....Ob die Menschheit den Weg zu gehen versteht, den wir ihr bahnen, ist ihre Sache, nicht die unsrige." (S. 70) Letzlich hat er keine Überzeugungen, denn im Gespräch mit Möbius und Einstein formuliert er: "Um den größten Physiker aller Zeiten in die Gemeinschaft der Physiker zurückzuführen, ist mir jeder Generalstab gleich heilig." (S. 70) Seine Einstellung gegenüber der Wissenschaft ist somit rein pragmatisch und utilitaristischer Natur und sieht letztendlich Möbius nur als Mittel zum Zweck. "Kommen Sie mit mir, in einem Jahr stecken wir Sie in einen Frack, transportieren Sie nach Stockholm und Sie erhalten den Nobelpreis." (S. 68)
Newton
Einstein
Der Patient Ernst Heinrich Ernesti ist in Wahrheit der Geheimagent und Physiker Joseph Eisler und bewohnt Zimmer Nummer 2. Er ist der Entdecker des "Eisler-Effekts" und ist angeblich seit 1950 verschollen. Er spricht gegensätzlich zu Newton der Wissenschaft die Verantwortung ab. Diese besteht jedoch in der Verpflichtung gegenüber politischen Systemen und seinen militärischen Zielen. Individuelle Verantwortung sieht er für sich allerdings nicht. "Ich kann natürlich nur hoffen, die Partei befolge meine Ratschläge, mehr nicht." (S. 73) Auch er tötete eine Krankenschwester um seine Mission weiterhin geheim zu halten.
Chefärztin Mathilde von Zahnd
Anfangs wird sie dem Leser als leicht verschrobene, aber nicht ganz unsympathische Leiterin des Sanatoriums dargestellt. Sie wird als "Menschenfreund und Psychiater von Ruf" bezeichnet. (S. 12) Sie ist Spross einer berühmten Familie. Von ihrem Vater erfuhr sie lediglich Hass. "Er hasste mich wie die Pest, er hasste überhaupt alle Menschen wie die Pest." (S. 24)
Den Hass den sie vom Vater erfuhr, trägt sie jetzt in sich. Ihre wahnsinnige Energie lenkt sie in den Aufbau eines wirtschaftlichen Imperiums und zugleich einem militärischen, welches eines mit Weltherrschaftsanspruch werden soll. Dürrenmatt führt im 4. Punkt zu den Physikern aus, dass die schlimmst mögliche Wendung durch den Zufall eintritt. So kann Mathilde als der personifizierte Zufall gelten.
Intention Dürrenmatts
Dürrenmatt setzt sich mit dem damaligen kontroversen Frage auseinander, ob die Menschheit verantwortungsvoll mit dem Wissen umgehen kann. Er sieht durch die Industrialisierung und das Potenzial an Massenvernichtungswaffen das Dasein der Menschheit als gefährdet an. Für ihn ist die Welt nur noch paradox als eine Kette von Zufällen erklärbar. Das Paradoxe ist nicht das Sinnlose, sondern vielmehr die Wahrheit. Z.B. wird der Frieden vorläufig nur deshalb erhalten, weil es Wasserstoff- und Atombomben gibt. Darüber hinaus zeigt er die Last der Verantwortung, die auf den Naturwissenschaftlern liegt und dass sie nicht vor dem Missbrauch ihrer Forschung gesichert sind bzw. werden. Außerdem fragt er nach der Ethik in der Wissenschaft und greift die Problematik auf, ob einmal Gedachtes wieder rückgängig gemacht werden kann. Er ist pessimistisch, was den Sinn der Wissenschaft und die Zukunft der Menschheit angeht.
Aufbau
Dürrenmatts Komödie wahrt die Einheit des Ortes, der Handlung und der Zeit. Die Handlung setzt am frühen Nachmittag ein (vgl. S 14) und endet am frühen Abend (vgl. S 51). Die Komödie ist in zwei Akte aufgeteilt. Zwischen dem ersten und zweiten Akt liegt nur ein kleiner Zeitsprung. Gespielte Zeit und Spielzeit sind also fast deckungsgleich. Der Salon der Villa ist der einzige Handlungsort der Geschichte. Es gibt zwar drei Türen die in die drei Zimmer der Physiker führen, doch der Bewegungsspielraum der Figuren wird dadurch nicht ausgeweitet. Im zweiten Akt wird der Innenraum zum Gefängnis nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch im Konkreten. Dies wird z.B durch das Anbringen von Gittern bildlich untermauert. Zudem tragen die Pfleger SS-Uniform ähnliche Bekleidung. Des weiteren zieht sich eine symbolische und tatsächliche Dunkelheit über den Ort und die Handlung mit dem Eintreffen der Dämmerung und anderer Umstände. Die Handlung kommt ohne Nebenstränge und Parallelhandlungen aus.
Stil und Sprache
Die Sprache des Dramas:
- ist durch Doppel- und Mehrdeutigkeiten gekennzeichnet
- wird als Mittel der Täuschung eingesetzt
- Begriffe aus dem Bereich der Naturwissenschaften, Physik und Weltraum kommen vor, wobei einige Wissenschaftlichkeit nur vortäuschen
- insgesamt ist der Sprachstil knapp und bündig
- er verwendet weitgehend eine schmucklose und nüchterne Sprache

Z.B. in der Auseinandersetzung mit dem Missionar Rose sagt Mathilde: "Als Theologe müssen Sie doch immerhin mit der Möglichkeit eines Wunders rechnen." (S. 33) Dies scheint anfangs auf Möbius bezogen zu sein, doch später als heraus kommt, dass ihr auch der König Salomon erschienen seien soll wird klar, dass es auf sie selbst bezogen war.
verschiedene Stilmittel:
Wortspiele: Blocher: "Wir wären fertig, Herr Inspektor."
Inspektor: "Und mich macht man fertig." (S. 17)
Ironie: "Die Krankenschwester liegt auf dem Parkett, in tragischer und definitiver Stellung...." (S. 13)
sprachliche Paradoxien: Newton: "Sie liebte mich und ich liebte sie. Das Dilemma war nur durch eine Vorhangkordel zu lösen."
Euphemismen: Wenn "Mord" als "Unglücksfall" bezeichnet wird (vgl. S. 11 / 37)

Zeitgeschichtlicher Hintergrund und Anregungen
Der zeitgeschichtliche Hintergrund ist stark geprägt durch eine wachsende Konfrontation zwischen den "Westblock" und dem "Ostblock". Zudem steigt die Angst der Menschen vor einer atomaren Auseinandersetzung stetig. Nukleare Bedrohung und Kalter Krieg waren die zentralen Themen damals. Außerdem kam es 1962 in der Kubakrise zum Kräftemessen zwischen Amerika und Russland, beide drohten mit atomaren Waffen.
Möbius
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