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Bewertung von Umweltschäden

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by

Jannie Reher

on 31 July 2014

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Transcript of Bewertung von Umweltschäden

Active value
+
Passive value
=
Total economic value
Bewertung von Umweltschäden
Auslösender
Impuls
Methodik
Weiterentwicklung
Contingent valuation (CVM)
Welche Umweltschäden resultieren konkret?
Fragen an uns?
Exxon Valdez läuft im März 1989 im Prince William Sund vor der Küste Alaskas auf Grund
Kapitän angetrunken
Rund 39'000 Tonnen Öl treten aus
2'100 km Küste sind verschmutzt
Beseitigung des Öls schwierig
Wert der Umwelt?
Reinigungskosten, Kosten der Bekämpfung?
Ausfälle der Fischer?
Einbussen der Tourismusbranche?
Zerstörung des Ökosystems?
Unendlicher Wert der Natur?

Komplexe Problematik
Indirekte Methoden
Direkte Methoden
Präferenzaufdeckungs-verfahren
Bewertung über Daten aus der Unternehmensrechnung
Basiert auf Gewinn- / Kostenänderungen von ansässigen Unternehmen
Feststellung, ob Wohlfahrtsverlust vorliegt

Probleme:
Umfassende Daten werden benötigt
Methode generell zu ungenau

Individuelle Vermeidungsaufwendungen
Hedonischer Preisansatz
Transportkostenansatz
Kosten der Anreise zum Erholungsgebiet werden berücksichtigt
Zielt auf Freizeit- und Erholungsnutzen

Probleme:
Verzerrung durch andere Gründe der Reise
Bewertung der Opportunitätskosten der Reisezeit?

Kapitalisierung des Umweltschadens in unterschiedlichen Liegenschaftspreisen
Abgleich von Immobilien in nichtverschmutzten und verschmutzten Gegenden

Probleme:
Mobilitätsbarrieren
Verzerrungen der Liegenschaftspreise

Private Anstrengungen zum Schutz vor oder zur Beseitigung des Umweltschadens

Probleme:
Werden nur getätigt, wenn sie rentabel sind
Restschäden werden kaum bewertet
Keine Aufwendungen bedeuten nicht, dass kein Schaden besteht

- Gebrauchswert -
- Nichtgebrauchswert -
Options-, Existenz- und Vermächtniswert
Analyse von realen Marktdaten, Informationen
basieren auf revealed behaviour
Wertschätzungsermittlung mittels Befragungen
direkte Methoden berücksichtigen neben dem Gebrauchswert auch den "passive use value"
jetzt auch Möglichkeit des Einbezugs von
Existenzwerten (
Wissen um das Vorhandensein von z. B. verschiedenen Spezies
)
Optionswerten (
Offenhaltung von zukünftigen Möglichkeiten
)
Vermächtniswerten (
Erhaltung für zukünftige Generationen
)

Beispiele sind:
Contingent Valuation Method (CVM)
Marktsimulation

Philosophischer Unterbau der Monetarisierung von Umweltgütern
Werturteil I
Konsumentensouveränität
vollständige Informationen vorhanden
Generationsübergreifende Bewertung
Präferenzen bleiben über den Zeitverlauf konstant

Werturteil II
Ordinaler Nutzen kann in kardinaler Zahlungsbereitschaft ausgedrückt werden
Haushaltstheoretische
Grundannahmen
Präferenzordnung
Reflexivität
Vollständigkeit
Transitivität
Stetigkeit

Invarianz
Deskriptiv
Prozessual

Zahlungsbereitschaft versus Kompensationsforderung
Annahme der Gleichhheit
Empirie: Zahlungsbereitschaft

Befragungsmethodik
Offene Befragungsmethoden

„Was wären Sie
maximal bereit zu zahlen
, wenn die beschriebene Umweltzustandsänderung eintritt?“

Diskrete Befragungsmethoden

„Wären Sie bereit, den
Betrag X
für die Umwelt-zustandsänderung zu zahlen?“

Beurteilungskriterien
Reliabilität
Wiederholung der Befragung führt zu gleichen Ergebnissen

Validität (Verlässlichkeit)
Inhaltliche Validität
Kriterium-Validität
Konstrukt Validität

Auswahlprozesse und Antwortenverweigerung

Präferenzen werden über Befragungen
oder Marktsimulationen ermittelt
(stated behaviour)
Ermittlung des (entgangenen) Nutzens von zukünftigen Projekten schwierig, da keine Beobachtungen in der Gegenwart gemacht werden können

tendenzielle Unterschätzung der Zahlungsbereitschaften

keine Erfassung des Nichtgebrauchswertes
Optionswert, Existenzwert, Vermächtniswert
generelle Kritik an den
indirekten Methoden
Aufgrund der weitreichenden und lang-fristigen Schädigungen der Umwelt durch das Öl beantragte der State of Alaska die Durchführung einer Contingent Valuation Studie
Schwächen von CVM
jegliche Probleme, die im Zusammenhang mit Befragungen auftauchen können:
Instrumenteneffekte
Auswahl der Stichprobe
Einfluss des Interviewers
falsche Interpretation von Antworten

Vielzahl an Verzerrungen (Biases)
Einbettungseffekt
Strategisches Verhalten
Hypothetischer Charakter der Befragungen
Halo-Effekt, "warm-glow-effect"
in weiteren Anwendungsbereichen
Sport
Umweltschaden hat Nutzeneinbusse der Individuen zur Folge
Abhängig von den Präferenzen der Individuen kann die Nutzen-minderung mithilfe von
Zahlungsbereitschaften
(ZB, willingness to pay) oder
Kompensationsforderungen
(KF, willingness to accept)
monetär ermittelt werden
Um den Schaden zu quantifizieren, werden bei der CVM Befragungen von Individuen/Haushalten durchgeführt
"Stated preferences"-approach
Es gilt der methodologische Individualismus
Gerichtliche Durchsetzbarkeit
Literaturverzeichnis
Bateman, I. J. & Turner, R. K. (1993). Valuation of the Environment, Methods and Techniques: The Contingent Valuation Method. In R. K. Turner, (Hrsg.) (1993), 120-191.
Carson, R. (2011).
Contingent Valuation: A Comprehensive Bibliography and History.
Cheltenham: Edward Elgar Publishing.
Carson, R., Mitchell, R., Hanemann, M., Kopp, R., Presser, S. & Ruud, P. (1991). A contingent valuation study of lost passive use vaues resulting from the Exxon Valdez oil spill. Report to the Attorney General of the State of Alaska.
eftec (Hrsg.) (2005). „Olympic Games Impact Study – Stated Preferences Analysis”. Final Report for the Department of Culture, Media and Sport.
Endres, A. & Holm-Müller, K. (1998).
Die Bewertung von Umweltschäden.
Kohlhammer: Stuttgart, Berlin, Köln.
Exxon Valdez Oil Spill Trustee Council (2013). Abgerufen am 22.04.2014 von
http://www.evostc.state.ak.us
Fromm, O. (1997).
Möglichkeiten und Grenzen einer ökonomischen Bewertung des Ökosystems Boden.
Peter Lang GmbH: Frankfurt am Main.
Guo, X., Liu, H., Mao, X., Jin, J., Chen, D. & Cheng, S. (2014).
Willingness to pay for renewable electricity: A contingent valuation study in Beijing, China
. In: Energy Policy, Elsevier, Peking.
Wertschätzung schwierig, da keine Marktpreise
Offizielle Beschlüsse und Ausschüsse, die die Bewertung von "passive use values" unterstützen:
Superfund-Gesetz (ehemals CERCLA), 1980
Oil Pollution Act, 1990
NOAA-Ausschuss, 1993 (Angehörige sind u. a. K. Arrow und R. Solow)
Department of the Interior (DOI)
Bewertung von Umweltschäden
Umweltökonomie
Aron Büche, Fabian Fasnacht, Lino Kungl, Jannie Reher
03. Mai 2014
CVM - Ein kurzer Überblick
Take Home Messages
Indirekte Methoden
dienen der Erfassung von
Gebrauchswerten
(active value)

Die Contingent Valuation Method (CVM) gehört zu den
direkten
Bewertungsmethoden und erlaubt es, nun auch
Nichtgebrauchswerte
(passive value) zu erfassen

Trotz häufiger Kritik an CV Studien können die Ergebnisse sinnvoll verwertet werden, wenn der Nutzer sich der Problematiken und
Grenzen
bewusst ist

Die
Anwendungsbereiche
sind variabel; CVM kann zur Schadensermittlung im Nachhinein sowie zur Evaluierung von zukünftigen Projekten eingesetzt werden
Gestaltung eines hypothetischen Marktes für das öffentliche Gut
Festlegung des Wohlfahrtsmasses (ZB oder KF)
Bestimmung des Zahlungsinstruments (Steuern, Eintrittsgebühr, etc.)
Durchführung der Befragung
Ermittlung der durchschnittlichen Wertschätzung
Aggregation der Bewertungsergebnisse
Evaluierung der Studie
Aufbau einer Befragung
Stärken von CVM
Berücksichtigung sowohl des Gebrauchs-
als auch des Nichtgebrauchswertes
Flexible Einsetzbarkeit
Gerichtliche Durchsetzbarkeit, da unterstützt durch offizielle Beschlüsse und Gesetze (OPA, NOAA)
Eingehende Diskussion von Stärken und Schwächen bekannt
Passive Value von Spitzensport und Vereinen

Contingent Valuation als Entscheidungshilfe oder Rechtfertigungsinstrument bei Investitionsentscheiden für kostspielige Projekte
Grossprojekt: Olympische Spiele London

Naturschutzgebiet
Johnson & Whiteheat (2000), eftec (2005)
Service Public
Kosten-/ Nutzenanalyse von Service Public:
Verkehrsproblematik in Dubai, Reduzierung der Schadstoffemissionen
Studie untersucht Nutzungs- und Zahlungsbereitschaft der Einwohner für einen Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs
Hohe Zahlungsbereitschaften:
Ältere Bevölkerung
Familien mit Kindern
Ausbaustandard
Sicherheit
Worku (2013)
Energie
China: Energieproblematik durch Kohlenversorgung
Umweltverschmutzung durch Verbrennungsenergie (Smog)
70% der Befragten für erneuerbare Energie

Investitionsentscheid
Bürger mit positiver ZB tragen Kosten

Guo et al. (2014)
Schläpfer & Hanley (2006)
Erhalt eines Naturschutzgebietes im Zürcher Weinland
Zahlungsbereitschaften ermittelt aus dem Befragungsergebnis und tatsächlichem Abstimmungsergebnis (Referendum, 3 Monate später) differierten erheblich:
240 CHF vs. 6,25 CHF

Hier wird deutlich, dass die Zahlungsbereitschaft in Befragungen oftmals als zu hoch angegeben wird
Strategisches Verhalten
Angabe falscher Zahlungsbereitschaften zu eigenen Gunsten
häufig dann, wenn geäusserte ZB nicht dem letztendlich zu zahlenden Betrag entspricht
(Übertreibung)

In der Praxis (Laborexperimente, Feldstudien, etc.) tritt dieses Verhalten jedoch seltener auf als erwartet
Bateman & Turner (1993)
Literaturverzeichnis
Graumann, S. (2012). Mehrwert messen leicht gemacht – Überzeugend gegenüber Geldgebern argumentieren.
Information. Wissenschaft & Praxis, 63
(2), 99-107.
Hausman, J. (2012). Contingent Valuation: From Dubious to Hopeless.
Journal of Economic Perspectives, 26
(4), 43-56.
Johnson, B. K. & Whitehead, J. C. (2000). Value of public goods from sports stadiums: the CVM approach.
Contemporary Economic Policy, 18
(1), 48-58.
Kling, C. L., Phaneuf, D. J. & Zhao, J. (2012). From Exxon to BP: Has Some Number Become Better than No Number?
Journal of Economic Perspectives, 26
(4), 3-26.
Schläpfer, F. & Hanley, N. (2006). Contingent Valuation and Collective Choice.
Kyklos
, 59(1), 115-135.
Schneider, J. (2001).
Zur ökonomischen Bewertung von Umweltprojekten: Zur Kritik an einer umfassenden Umweltbewertung mit Hilfe der Kontingenten Evaluierungsmethode.
Physica: Heidelberg.
Wagner, R. (2000).
Monetäre Umweltbewertung mit der Contingent Valuation-Methode.
Peter Lang: Frankfurt am Main.
Wooldridge, J. M. (2009).
Introductory Econometrics – A Modern Approach.
South-Western: Mason.
Worku G.B. (2013). Demand for Improved Public Transport Services in the UAE: A Contingen Valuation Study in Dubai.
International Journal of Business and Management, 8
(10). Dubai.
Hypothetischer Charakter der Befragungen
Unbewusstes Abweichen der Befragten von realen Zahlungsbereitschaften (wegen fehlenden Anreizen)
Fehlinterpretation der geschilderten Situation

Fromm (1997, S. 153f.)
Gegenmassnahmen: möglichst detaillierte Beschreibung des Kontextes durch Interviewer, Befragungsdesign anpassen
Kritik J. Hausman (2012)
"[C]ontingent valuation is hopeless" (S. 43)
Es werden keine Präferenzen dargestellt, sondern "opinions invented on the fly" (S. 47)
3 Kernprobleme
Wertüberschätzung aufgrund der hypothetischen Situation
Inkonsistenz zwischen CV-Ergebnissen und Wohlfahrtstheorie (ZB < KF)
Einbettungseffekt (Wert von 1 See = Wert von 5 Seen)
Hausman (2012)
CVM als "generelles Meinungsumfrageinstrument"
"'no number' is still better than a contingent valuation estimate" (S. 54)
Carson (2011)
Kling, Phaneuf & Zhao (2012, S. 23)

Gegenmeinung
:

"[T]he last 20 years of research have shown that some carefully constructed number based on stated preference analysis is now likely to be more useful than no number in most instances for both cost–benefifit analysis and damage assessment."


Endres & Holm-Müller (1998), Fromm (1997)
Endres & Holm-Müller (1998), Fromm (1997)
Kritik
Kurzer Überblick über die Entwicklung
bereits erste Arbeiten von J. Krutilla

werden umfassendere Studien von Carson & Mitchell veröffentlicht

State of Ohio vs. Department of the Interior
Contingent Valuation wird als valide Methode anerkannt
1967
1989

1993
Exxon Valdez Unglück
Studie der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
1989
1989
der Passive Value wird nicht berücksichtigt
Fragen an Euch
Kann die Contingent Valuation Method bzw. die Fragen so angepasst werden, dass Verzerrungen vermieden werden?

Ist es ethisch, Lebewesen und die Natur monetär zu bewerten?

Kann ein verlässliches Ergebnis resultieren, wenn Zahlungsbereitschaft und Kompensationsforderung derart unterschiedlich sind?
Full transcript