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hier geht's zu...the experiment 2.0 ...1.Teil, deutsch

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by

Helmut Loidl

on 24 June 2013

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Transcript of hier geht's zu...the experiment 2.0 ...1.Teil, deutsch

Für den finalen Schritt zur Verwirklichung dieses Postulats kann die Sozialpsychologie die Hand reichen. Die bisher nur in negativer Weise beobachtbaren Faktoren wie shifting baseline, pluralistische Ignoranz, das Konzept der totalen Situation etc., können heute erstmals in der Menschheitsgeschichte gegengelich stark positiv, prosozial genutzt werden. -
Es existiert kein dritter Weg!
Alternativen gibt es erst wieder auf einer Ebene über den 2 bisherigen Wegen!
Wie ist das zu verstehen? - „Das S.P.E. begann mit dem Verlust der Freiheit, weitete sich aus auf den Verlust der Privatsphäre und schließlich auf den Verlust der persönlichen Identität. Es schnitt die Insassen von ihrer Vergangenheit, ihrer Gemeinschaft und ihrer Familie ab. ... Analog zum S.P.E.: Es gibt ein Aussen!

Ein ungeahnt großer Handlungspielraum steht heute erstmals in der Menschheitsgeschichte bereit!

Das Experiment 2.0
-

Kommenden Jahres wird mit der Herleitung eines ungewöhnlichen Musterbeispieles begonnen werden. Unter Zuhilfenahme der gestalterischen Mittel der derzeit mächtigsten Logik - der Ökonomie – und einem unscheinbar wirkenden Modus Operandi, wird eine soziale Situation hervorgerufen, wie es sie noch nie gegeben hat. Quasi von selbst, in dynamischer Wechselwirkung, wird sich ein bislang wohl-vertrauter, vielschichtiger Verhaltenskontext in einer Weise neu strukturieren, wodurch es jeden teilhabenden Menschen über kurz oder lang wie im Treibsand nach ethisch oben ziehen wird.
- vielfältige Zivilisations-Folgenabschätzung garantiert.
Gesamtheit bisheriger kultureller Praxis.
anderes System gewünscht?
..ist mit allen wirksamen Gesellschaftssystemen assoziiert.
Schritt 1, da "Werte und Moralität eine Funktion von Praxis sind.":
Nicht zuerst überlegen, welches neue
System man haben will - auch wenn die Inhalte noch so
pro-sozial und ethisch wertvoll sind - und versuchen, dieses durchzusetzen....
sondern:
zuerst einen Alltags-Kontext herleiten, der so unterschiedlich zu allem Berkannten ist, das man ihn sich gar nicht vorstellen kann.
Der Philosoph Ernst Bloch sprach hier vom Noch-nicht-Seinenden, das erst tastend und experimentierend konkreter wird.
Situation einer
größtmöglich
veränderten
kulturellen Praxis
so weit es geht da raus!
Jetzt erst ist der Möglichkeitsraum für realistische
neue Gesellschaftssyteme gegeben.
...
Schritt 2:
Das Stanford-Gefängnis-Experiment eröffnete mir - wie nichts Anderes - den Blick, wie Hans-Peter Dürrs Postulat es „auf die Titelseite“ schaffen könnte. Die Technik-Anleitung, die dem Experiment - im weiteren Sinn - zu entnehmen ist, ist es, die den Schlüssel zu dessen Verwirklichung darstellt.
Rufen wir uns in Erinnerung:
Laut Zimbardo war es die selbstverstärkende Wechselwirkung zwischen den vier Faktoren
PERSON ( hier als besonderes Element die Verteilung von Rollen - Wärter und Häftling - wie es kaum gegensätzlicher irgendwo in unserer Zivilisation gibt.)
PHYSISCHER ORT: Damit sind gleichsam die Requisiten, wie verspiegelte Sonnenbrillen, Schlagstöcke etc. gemeint. Weiters, wie in einem Bühnenstück die Kostüme. Die Uniformen der Wärter, die entwürdigenden Kittel und Damenstrumpfhosen als Kopfbedeckung der Häftlinge. Das ganze, weitere physische Setting in seiner lebensfeindlichen, unpersönlichen, ungemütlichen Atmosphäre.
DIE SITUATION: Ein Gefängnis... Dieser Ort - auch wenn wir ihn nicht persönlich kennen - ist als Möglichkeit in unseren Köpfen einnormalisiert. Der muss aber einer Zivilisation soz. erst einmal einfallen, als die Maßnahme, die bei jenen Individuen zur Anwendung kommt, die die Regeln einer Gesellschaft nicht einhalten. Ein Gefängnis ist nichts Naturgesetzliches, sondern als soziale Situation eine kulturelle Schöpfung.
Das SYSTEM, das die SITUATION hervorgebracht hat und unterhält. ...
Dürr, in seinem 2009 erschienene gesellschaftsphilosophischen Buch, "Warum es um's Ganze geht":
„Die ganzen Aufgaben, vor denen wir stehen, sehe ich darin, klar zu machen, dass wir mit unserer Rationalität diese Probleme nicht lösen können, sondern einfach verschärfen; weil die Rationalität eigentlich an das Unbelebte angepasst ist. Das ist eine lineare Art zu denken. Aber wenn wir eine
Orientierung wollen, ist es eigentlich nicht geeignet. - Sinnvoll wäre es, das zu tun, was man in der Physik 'in-den-reziproken-Raum-gehen' nennt. Wo die Verbindung am Anfang steht und nicht soz. der Punkt. [...] Das heist, diese andere Verbindung, die wir haben, können wir nur erleben, wenn wir soz. diese faktische Welt hinter uns lassen. Dadurch bekommen wir eine andere Erfahrungsart, die im Übrigen in der Weltkultur altbekannt ist. Wir finden sie heute bei den sog. primitiven Kulturen, die so viel sensibler sind für diese anderen Sachen. Und wir haben den Eindruck, wir müssten den primitiven Kulturen zeigen, was die eigentliche Kultur sei - nämlich diejenige, die von der getrennten Welt anfängt und versucht immer mehr was gemeinsam zu machen.
Stattdessen zu sagen, 'Wir fangen mit einer Gemeinschaft an, die sich immer mehr differenziert, und individualisiert ohne dass die Individualisierung zu einer Trennung führt. Das ist das Wichtigste!“
„Was als Utopie vorgestellt werden kann, ja, das ist die Veränderung des Ganzen. - Mir will es so vorkommen, als ob das, was subjektiv dem Bewusstsein nach dem Menschen abhanden gekommen ist, die Fähigkeit ist - ganz einfach - das Ganze sich vorzustellen, als etwas, was völlig anders sein könnte.“
Wie des Kaisers neue Kleider: Unsere Selbsteinschätzung findet aufgrund dispositioneller Analyse und dem Vergleichen mit den Mitmenschen statt.
Aber wie kommt der absolute Nullpunkt zustande? - -
...ein positiver Referenzpunkt brächte Bewegung hinein...
Wir nehmen ein vielschichtiges Anwendungsbeispiel und schauen einmal, ob nicht mittels des konsequent durchgezogenen Modus Operandi (alles, was in irgen einer Weise "Verbunden sein" befördert), mittlerweile Komponenten zur Verfügung stehen, die in Kombination eine Dynamik hin zu einer ganz veränderten kulturellen Praxis ermöglichen; gegengleich zu dem, was im Mikrokosmos Auschwitz passiert ist.
Erst dann - außerhalb des Tellerrandes soz.- können wir einen substantiell neuen Möglichkeitsraum für Zivilisation erkennen und erschließen.
die andere Hernagehensweise an Systemerneuerung
Dürr hält weltweit gutbesuchte Vorträge. Doch wie sagte Harald Welzer?: "Aber die Kultur zu ändern, die kulturelle Praxis, ist eine viel praktischere Angelegenheit. Da geht es nicht ums Reden, Daten sammeln und sie per Powerpoint zu zeigen." Hans Peter Dürr schreibt in seinem Buch selbst: „Leider ist unser Gehirn nicht darauf trainiert die Quantenphysik zu verstehen.“
Was es bräuchte wäre demnach einen eindrucksvollen Gebrauchszusammenhang seiner oben genannten Thesen 'Wir fangen mit einer Gemeinschaft an, die sich immer mehr differenziert, und individualisiert ohne (!) dass die Individualisierung zu einer Trennung führt. Das ist das Wichtigste!
...Wieder stehn vor uns ein paar aneinander gereihte Wörter, die keinen großen A-ha-Effekt auslösen...
Für meine Überlegungen ist dieser Satz so anregend wie für Superman Kryptonit. Allein theoretisch gleicht er aber einer zahnlosen, grauen Maus.
Darum...
Immer besser in der Verstehbarkeit zu werden ist derzeit das vorrangige Ziel rund um das Experiemnt 2.0.
Grundlagenforschung hat jedoch oft, wenn sie sich um öffentliche Wahrnehmung bemüht, das Problem, dass der Groschen bei den Adressaten nicht ohne weiteres fällt.
Hans Peter Dürr sei gedankt für diesen Trost:
„Wenn mir etwas schwammig vorkommt, komme ich der Wirklichkeit am nächsten. Solange wir uns etwas vorstellen können, liegen wir falsch.“
zur Einführung

Diese Präsentation führt durch eine geplante Grundlagenforschung, zu der es noch kaum Vergleichbares gibt.
Nehmen Sie sich Zeit. Um Zugang zu den Themen zu bieten, gibt es viel zu lesen.
Die Präsentation wird laufend verbessert! - Was umso schneller geschehen wird, je eher sich Mitwirkende für die weitere Planung und Durchführung dieses abenteuerlichen Unternehmens einfinden.
Innerhalb der nächsten 1, 2 Monate wird eine Website entstehen, um das Konzept bestmöglich zu präsentieren.
Beginnen Sie nun mit der Reise.
Dieses Experiment wird demonstrieren, welch verblüffende Handlungsspielräume zur Erschaffung einer substantiell veränderten Wirklichkeit heute erstmals in der Geschichte der Menschheit bereit stehen.
Wenn aus der Sozialphilosophie keine machtvollen Impulse mehr kommen können (wie einst von Karl Marx), dann vielleicht aus der Sozialpsychologie!
- Es spricht Einiges dafür.
Schon aus dem einfachen Grund, da Psychologie grundlegender ist als Philosophie.
Ist es möglicherweise heute nicht vorrangig eine Innovation der Sozialphilosophie um die es uns gehen muss - sondern eine der Sozialpsychologie?
„Vielleicht ist die Wärme unter den Menschen bis heute überhaupt noch nicht gewesen.“
Erstmals existiert heute die Möglichkeit für eine schnelle Änderung des emotionalen Selbstkonzepts einer großen Anzahl von Menschen!
...Und Emotionen Steuern unser Verhalten viel stärker, als allgemein diskutiert wird...

Klimagipfel & Co erweisen sich bislang als wirkungslos. Sie fokussieren die Findung vernüftiger Entscheidung, also die guten Gründe.
Doch es sind Beweg-Gründe, also Emotionen, die in Wirklichkeit handlungsanleitend sind...

Das Experiment 2.0 setzt hier an. Es handelt von der Herleitung einer bestimmten sozialen Situation, die es noch nie zuvor gegeben hat.
Über diesen Umweg besteht heute erstmals die Chance, einen bislang unrealistischen Möglichkeitsraum für eine zukunftstaugliche Menschheit zu erschließen.
Das Experiment 2.0
Wenn man eine Situation erzeugen kann, die es sonst nirgendwo gibt, dann ist sie im Außen und eröffnet damit garantiert den Blick auf ein optionales anderes Gesellschaftssystem.
W.:"1989 fiel die einzige Systemkonkurrenz weg, was die Linken ratlos gemacht hat. Der Fall der Mauer bedeutete eine Entwertung ihres Handwerkszeugs, ihrer Ideologiekritik, ihren Schlussverkauf. Was blieb, ist das Gefühl, dass der Westen gesiegt hat. Dieses Vakuum, diese Entpolitisierung, ist bis heute nicht behoben.
Nutzung gegebener Handlungsspielräume

- the Stanford-Prison-Study ...Eines der spektakulärsten und bekanntesten Experimente in der Geschichte der Geisteswissenschaft ...

Prof. Zimbardo: „Meine namhafteste Studie war das Stanford-Gefängnis-Experiment von 1971, das eine klassische Demonstration der Macht sozialer Situationen darstellte, in der persönliche Identitäten, lang gehegte Werte und Moralvorstellungen verzerrt wurden, indem Studenten vorgegebene Identitäten internalisierten.
Das Stanford-Gefängnis-Experiment

Eine lohnenswerte Zusammenfassung ist unter www.prisonexp.org, als Dia-Schau, nachzuvollziehen. Hier eine knappe Zusammenfassung der Studie aus Wikipedia: (wird demnächst übersetzt)

“To simulate specific situational forces, a mock prison had been built for the experimental setting. The study was conducted from Aug. 14 – 20, 1971 by a team of researchers led by Prof. Zimbardo. 24 students were selected out of 75 to become „prisoners“ and „guards“. Roles were assigned randomly. The participants adapted to their roles well beyond what even Zimbardo himself expected, leading the „officers“ to display authoritarian measures and ultimately to subject some of the prisoners to torture. In turn, many of the prisoners developed passive attitudes and accepted physical abuse, and, at the request of the guards, readily inflicted punishment on other prisoners who attempted to stop it. The experiment even affected Zimbardo himself, who, in his capacity as „prison superintendent“, lost sight of his role as psychologist and permitted the abuse to continue as though it were a real prison. Five of the prisoners were upset enough by the process to quit the experiment early, and the entire experiment abruptly stopped after only six days.”

„Das S.P.E. begann als einfache Demonstration der Auswirkungen verschiedener situativer Variablen auf das Verhalten von Individuen, […]. In diesem Forschungsprojekt haben wir keine spezifische Hypothese geprüft, sondern vielmehr versucht, einzuschätzen, in welchem Ausmaß die externen Eigenschaften eines institutionellen Umfeldes die internen Dispositionen (psychische Verfassung, Charakter, Einstellungen) der in diesem Umfeld agierenden Personen überlagern können. Gute Dispositionen standen gegen eine böse Situation. [...] Das seit Jahrzehnten anhaltende Interesse am S.P.E. wird meines Erachtens durch die erstaunlichen „Persönlichkeitsveränderungen“ ausgelöst, die das Experiment bewirkt hat – gute Menschen, die plötzlich in der Rolle des Wärters zu Übeltätern werden, oder in der Rolle des Häftlings zu pathologischen, passiven Opfern. Sie alle haben reagiert auf die situativen Kräfte, denen sie ausgesetzt waren.“
Auch wenn es eine unerfeuliche Beschäftigung ist, so muss jetzt doch auf die extremste Entsprechung zur Stanford Studie in der wirklichen Welt geschwenkt werden: Auschwitz, der Ort, oder die soziale Situation, auf die die Gültigkeit der Veränderbarkeit persönlicher Werte und Moralvorstellung jener, die dort soz. im Angestelltenverhältnis tätig waren, in erschreckendem Maße zutraf.
Harald Welzer: "Es gibt sehr, sehr viele Einzelschritte in den Tötungsvorgängen, die alle eigentlich ein Ziel haben, nämlich den Vorgang selber so effizient auf der einen Seite und so distanziert auf der anderen Seite zu machen, für die Täter, wie es nur irgendwie geht.
Auschwitz als Vernichtungsfabrik ist ja letztlich ein Ausfluss technischer Optimierungsbestrebung; da ist ja genau die maximale Distanz zwischen den Tätern und den Opfern hergestellt, da muss ja niemand mehr direkt Hand anlegen....Aber es passiert über den arbeitsteiligen Professionalisierungsprozess genau diese zunehmende Distanzierung. Arbeitsteilung wird meines Erachtens nach in der Literatur viel zu wenig beachtet. Solche Tötungsprozesse sind ja hochteilige Arbeitsprozesse.
Meiner Ansicht nach ist nun für die Ebene von Gesellschaftssystemen
die verpönte Aussage "Es gibt keine Alternative!" zutreffend.
Wir sind zivilisatorisch an einem Punkt angelangt, an dem kein zur Verfügung stehendes Wissen aus einer krisenhaften Gesamtsituation herausführen kann.
Das klingt zunächst bitter...
Was gilt es also stattdessen zu tun?
Schlusswort
Zimbardo zog in der folgenden Auswertung seiner Studie den Schluss, dass vier Faktoren die Veränderung des menschlichen Charakters vor allen anderen bewirken.
Er leiferte damit das ambitionierteste Erklärungsmodell für a-soziales menschliches Verhalten, von dem ich je erfahren habe:
Was braucht es?:

die PERSON,
den physischer ORT,
die psychologische SITUATION (der Verhaltenszusammenhang),
und das SYSTEM, das die Situation erzeugt hat...

...und es ist eine dynamische Wechselwirkung“

Hierin ist nichts weniger als die Anleitung für einen anstehenden historischen Wandel der menschlichen Zivilisation enthalten.
Sehen wir uns eine bezeichnende Beschreibung der Ereignisse während der Studie an: „Das S.G.E. begann mit dem Verlust der Freiheit, weitete sich aus auf den Verlust der Privatsphäre und schließlich auf den Verlust der persönlichen Identität. Es schnitt die Insassen von ihrer Vergangenheit, ihrer Gemeinschaft und ihrer Familie ab. […] Weniger augenfällig wurden zudem in unserem Gefängnis – wie in allen Gefängnissen, von denen ich weiß – Emotionen unterdrückt, behindert und verzerrt. Schon nach wenigen Tagen zeigten sich weder bei Wärtern noch Häftlingen sanfte und fürsorgliche Emotionen.“
Ob im Gefängnis-Exeriment, oder im Zusammenhang mit der systematischen Judenvernichtung. Um Menschen so weit zu bringen, derartige "kulturelle Praxis" herbeizuführen, mit zu machen und folglich aufrecht zu erhalten, braucht es im Wesentlichen einen Trumpf. Unter ihm möchte ich die folgenden Faktoren zusammenfassen:

Zimbardo: "Die sieben Sozialprozesse, die "den Abhang zum Bösen hin schmieren":
gedankenlos den ersten kleinen Schritt machen
Entmenschlichung der Anderen
De-Individuation des Selbst (Anonymität)
verschwommene persönliche Verantwortung
blindes Gehorsam gegenüber Autoritäten
unkritische Übereinstimmung mit Gruppennormen
Toleranz bösen Geschehens durch Passivität oder Gleichgültigkeit "

Als diesen Trumpf - oder um Welzers Begriff zu verwenden - diesen große Hebel für Veränderung hin zum Anti-Sozialen möchte ich die Trennung benennen.
Richard David Precht:

FDP-Freiheitskongress

Freiheit auf der einen Seite und Demokratie auf der anderen Seite, sind zwei Werte zu denen wir uns alle aus guten Gründen verpflichtet fühlen. Der Liberalismus und die Demokratie, das geht uns eigentlich so über die Lippen - in der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ repräsentiert in einem Wort, dass wir meinen, dass diese beiden Werte quasi organisch zusammengehören. Aber diese beiden Werte marschieren nicht von der Natur der Sache her Hand in Hand, sondern sie müssen immer wieder neu ausbalanciert werden.
Freiheit und Demokratie – diese enormen Errungenschaften der abendländischen Kulturgeschichte – müssen immer wieder neu balanciert werden. Es ist völlig klar, weil die Interessen der Freiheit und die Interessen der Demokratie sind nicht von Natur aus die gleichen. [...] Demokratie setzt Gleichheit in einem relativ hohen Maße voraus. Der bedeutende Vordenker des Liberalismus, John Stewart Mill, hat im 19. Jhdt. genau diese Problem erkannt und sich gefragt: Wie balanciert man Demokratie und Freiheit, die Gleichheitsprinzipien der Demokratie und die Selbstbestimmungs- und Freiheitsmöglichkeiten des Liberalismus miteinander möglichst adäquat aus?
Bei den Denkern der Freiburger Schule – den Erfindern der sozialen Marktwirtschaft – wurde das Problem in einer Schärfe analysiert, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat.
Der Kapitalismus – eine beispiellose Erfolgsgeschichte gegenüber jedem anderen Wirtschaftssystem – hat einen Haken, befand Wilhelm Röpke, und zwar besteht dieser Haken darin, wenn ich meine Gewinne mehre, dann denke ich zweckrational und ich strebe nach dem optimalen Vorteil. Das ist für die wirtschaftliche, progressive Entwicklung sehr gut. Aber um das tun zu können, muss ich bestimmte Werte voraussetzen, nämlich Werte der Fairness, des Vertrauens oder der Wahrhaftigkeit. Das hat aber nichts mit Vorteilsstreben zu tun, sondern wird in der Kalkulation bereits vorausgesetzt, wird aber durch den Markt nicht erzeugt. Röpke:“Die Marktwirtschaft ist an Bedingungen gebunden, die sie nicht selbst erzeugen kann.“ Wirtschaften setzt moralische Werte voraus, die nicht aus der Wirtschaft erzeugt werden können.
Der Ökonom, Soziologe und Publizist Jeremy Rifkin hat 2010 ein hochinterssantes Buch vorgelegt: "Die empathische Zivilisation" ", "...Wir müssen unseren Platz auf der Erde grundlegend neu definieren. Doch wir stehen vor einem historischen Dilemma: Die Evolution der Empathie ging einher mit der immer räuberischeren Plünderung unseres Planeten.
Die entscheidende Frage, mit der sich die Menschheit jetzt konfrontiert sieht, lautet:
Wird globale Empathie rechtzeitig erreicht sein, um den Zusammenbruch der Zivilisation abzuwenden?"

Immerwieder ereigneten sich historische Brüche in der Menschheitsgeschichte, die das Leben - die kulturelle Praxis - fundamental änderten.
ein Beispiel: Harald Welzer: "Die industrielle Revolution veränderte das ganze Leben der Menschen (im kapitalisitschen Westen), nicht nur Arbeitsabläufe, Infrastruktur. Es veränderte die psychologische Struktur der Menschen; führte erstmals zum Individualismus."

Jetzt - und das ist meine feste Überzeugung - stehen wir tatsächlich an der Schwelle zu einer auf dem Verbunden-Sein basierenden Zivilisation.
Es stehen nämlich - innerhalb des heute existierenden Angebotsspektrums an Wissen, Fertigkeiten, Technologie, Erkenntnissen aus Forschung - eine ausreichende Vielzahl und Vielfalt an Einzelkomponenten zur Verfügung, die es in den Bereich des Möglichen bringen, das Gegenstück zum Stanford Experiment herzuleiten. Einen Verhaltenszusammenhang, der alle teilhabenden Menschen wie im Treibsand nach ethisch oben ziehen wird.
Und was kann daraus gefolgert werden?
Schaut man sich das beschriebene Geschehen unter diesem Aspekt an, so kann der Bogen in sehr konstruktiver Weise zur Forschung eines anderen Wissenschaftler, des Teilchenphysikers Hans Peter Dürr, gespannt werden.
Oh, jetzt besteht die Gefahr sich ausbreitender Verwirrung!
Dürr, ein betagter Mann und Alternativ-Noblepreisträger,
hat es sich vor Jahren zur Aufgabe gemacht,
Politik, Gesellschaft und Forschung über eine Erkenntnis zu informieren, die seiner Ansicht nach fundamentale Auswirkungen auf unser aller Denken, Fühlen und Handeln und für weitere Forschung haben müsste; die den Schlüssel für einen „Ausweg aus der ganzen Misere“ bieten würde.
Die Kernaussage lautet: "Die Natur ist in ihrem Grunde nur Verbundenheit. Das Materielle stellt sich erst hinterher heraus."
Auch Prof. Zimbardo befindet sich seit den Erfahrungen in seinem Gefängnis auf einer Mission. Es zeigte sich ja in beispiellos augenfälliger Weise, dass man Ursachen für das aufgetretene böse Verhalten keinesfalls vorrangig bei den Studenten suchen durfte.
Er schrieb: "Bei dem Versuch die Ursachen des Verhaltens ihrer Mitmenschen zu verstehen, tendieren die meisten Menschen dazu, die Wichtigkeit dispositioneller ( Einstellungen, psychische Verfassung) Qualitäten zu überschätzen und die Bedeutung situativer Einflüsse zu unterschätzen.
Zimbardos Mission? Der Versuch, abermals mittels zahlloser Vorträge, die Praxis der "Attributions-Nachsicht" zu vermitteln, also in unser aller Alltagsleben die wunderbar menschlich höchst reife Frage zu stellen - sobald wir es mit menschlichem Fehlverhalten egal welcher Art zu tun haben: "In welchem Ausmaß können die Handlungen eines Individuums auf Faktoren außerhalb des Akteurs zurückgeführt werden?"
Wunderbar, wofür sich die beiden Herrn da einsetzen!
Doch teilen sie hinsichtlich ihrer Missionen ein gemeinsames Schiksal: Zu keinem Zeitpunkt, jetzt, oder irgendwann, können diese noch so begrüßenswerten Ideen innerhalb des gegenwärtigen Möglichkeitsraumes menschlicher Zivilisation allgemein kultureller Praxis werden. Sie setzten eine viel zu ganzheitliche Sichtweise voraus. Dazu später mehr....

Vereint jedoch - und jetzt kommt's - könnten die beiden Ansätze einen neuen Möglichkeitsraum erzeugen!
Wie soll das gehen?
Baustelle:
The
Situational
Turn
Der kulturellen Praxis ganz nahe steht das Thema der "sozialen Situation". - Interessant, wie auch hierbei ein Sozial-Psychologe aus Kalifornien, Philip Zimbardo, die Unterbewertung dieses Themas in der öffentlichen, politischen und vielfach auch wissenschaftlichen Wahrnehmung kritisiert und sich seit Jahrzehnten bemüht, mehr Licht auf diesen Faktor zu lenken.
Zwei Zitate aus einem seiner Bücher:

„Die Sozialpsychologie hat zum Verständnis des menschlichen Wesens die Entdeckung beigetragen, dass Kräfte, die stärker sind als wir selbst, unsere Gedanken und unser Verhalten beherrschen – und die stärkste dieser Kräfte ist die Macht der sozialen Situation.“

„Allein die soziale Situation ist es, die Persönlichkeit und Verhalten eines Menschen auf ähnlich dramatische Weise zu verändern vermag, wie es Dr. Jekyll mit Hilfe seines Trankes in der fesselnden Fabel von R.L.Stevenson tat.“
zu Skala: unten Situation, oben nur Dispo. ...absolute Nullpunkt aber braucht...
"...Diese Wachstumsmaschine wird man aus einem sehr einfach zu benennenden Grund nicht mehr anwerfen können, weil sie überhaupt nicht mehr funktioniert und auch nicht zukunftsfähig sein kann. Unser Typ von Gesellschaft und unser Typ von Wirtschaft hat ja etwas wirklich sehr Interessantes geschaffen, nämlich wirklich eine Maschinerie zur Generierung von Wohlstand, auch von Wachstum, von Bildung, von Rechtsstaatlichkeit und sonst was. Ein Wirtschaftsprinzip, das darauf basiert, dass es die Ressourcen, die es zum Anwerfen und zum Betrieb dieser phantastisch funktionierenden Maschine braucht, dass es alle diese Ressourcen, den Treibstoff dafür von aussen bezieht. Das westliche System, das jenes ist, das dieses kulturelle Modell erfunden hat, ist deswegen so ungeheuer erfolgreich gewesen, weil es den Rest der Welt benutzt hat, diese Maschine mit Treibstoff zu versorgen; und zwar erst mit unmittelbarer Gewalt, später mit indirekter Gewalt, mit wirtschaftlichen und anderen Machtmitteln. Der Witz an der ganzen Geschichte besteht aber da drin, dass dieser Typ Wirtschaft, diese Art System immer nur als partikulares System gedacht war. Niemand hat jemals daran gedacht, dass das sich globalisieren sollte, weil in dem Moment, wo es sich globalisiert, steht man vor dem gigantischen Problem, dass man den Treibstoff nicht mehr von außen beziehen kann, weil die globalisierte Welt leider kein Außen hat. Und an der Stelle, wo sich dieses ganze Prinzip zu universalisieren beginnt, von immer mehr Gesellschaften auf der Welt übernommen wird, kommt das ganze System an seine Funktionsgrenze, weil es das Außen nicht mehr gibt. Daraus resultieren jede Menge Probleme, höhere Konfliktlagen, stärkere Ressourcenkonkurrenzen, gigantische Finanzkrisen usw. und insgesamt so etwas wie eine illusionäre Welt...
Buchtipp: Christian Felber – Neue Werte für die Wirtschaft – Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus
Kategorien wie Ausgrenzung, Rassismus etc. ist ja viel mehr präsent auf der Ebene der Handlung selbst, und des Verhaltens selber, als auf der Ebene einer reflexiven Einstellung. Das Ding liegt in der Praxis. Das ist, glaube ich, der entscheidende Punkt, um zu verstehen wie Menschen handeln.
Massenerschießungen im Hinterland der Ostfront 1941:
"Man sieht das bspw. bei Akteuren in der Industrie: Menschen haben eine bestimmte Aufgabe, oder sie fühlen sich verantwortlich, glauben, dass sie diese Aufgabe erfüllen müssen, und dann versuchen sie bestimmte Bewältigungsstrategien, für die sie ihre Qualifikationen und Kompetenzen in Rechnung stellen und versuchen anzuwenden, und dabei kommt etwas bestimmtes heraus. Und das, was soz. die intellektuelle Reflexion über das ganze angeht, das ist eben in dieser Aufgabenbewältigung nur so weit präsent, als die technischen und die intellektuellen Kompetenzen dafür verwendet werden, diese Aufgabe zu lösen. Das kann eben auch im Rahmen von Vernichtungsprozessen genau so sein; dass man dort eine partikulare Aufgabe wahrnimmt und versucht diese so gut wie möglich zu bewältigen. Und das hat erstmal mit Antisemitismus, Ideologie, pipapo, nur soweit was zu tun, als das das Hintergrundkonzept abbildet, das die Gesellschaft hat, aus der die einzelnen Akteure kommen."
"Man könnte ja den Nationalsozialismus, inklusive des Vernichtungskrieges und des Holocaust, als ein großes Projekt bezeichnen. Ein Projekt, dessen Durchführung im Interesse einer Mehrheit einer ganzen Gesellschaft gelegen hat und das in der Bevölkerung ein hohes Maß an Engagement zu erzeugen in der Lage war. Heute noch weckt es Begeisterung der Zeitzeugen, darüber, was damals alles Tolles geleistet wurde. Es handelte sich also um ein Projekt, was hohe Bindungsenergie erzeugt und wozu man etwas beitragen möchte."
Judenvernichtung: Welche Rolle spielt Arbeit denn überhaupt in diesem Referenzrahmen?
"Wir sind alle darauf angewiesen, bei Dingen, die wir tun, bestimmte Kategorisierungen vorzunehmen. Worum handelt es sich überhaupt? Und insbesondere bei Dingen, die historisch neu sind, für die keine Erfahrungen vorliegen, nimmt man bestimmte Konzepte, die – in irgend einer Weise – die Dinge, die man tut, weniger ungewöhnlich machen, weniger neu machen; die eine Orientierungsfunktion haben."
"...dass man auch Arbeitsstolz entwickeln kann, selbst in Zusammenhängen, die uns normativ als vollkommen grauenhaft und furchtbar vorkommen."
„...Und schließlich gab es da einen seltsamen deutschen Ehrgeiz, der plötzlich zu spielen begann. Nämlich ein abstrakter Tüchtigkeitsehrgeiz. Den Ehrgeiz, eine Sache, die einem aufgegeben wird, auch wenn sie völlig sinnlos, unverständlich und sogar demütigend ist, so gut wie möglich zu machen; so tüchtig, sachlich und gründlich, wie nur denkbar auszuführen. ... Diese Verabsolutierung der Tüchtigkeit, ist ein deutsches Laster."
Sebastian Haffner, von W. zitiert
..die Hochschätzung der Arbeit, die ja nun immerhin zentrales Sinnstiftungsmoment ist, überhaupt...
"Wie bewältigt man diese Dissonanz, wenn man in solchen Situationen diese Aufgaben zu erfüllen hat? Wie kriegt man das massenweise Töten mit dem Selbstbild als guter Kerl in Einklang? Ein Bewältigungsmechanismus dabei ist die Inanspruchnahme von Normalitätskonzepten: Das was wir tun ist Arbeit. Es ist zwar eine furchtbare Drecksarbeit.
Es gibt viele solcher Normalisierungskonzepte. - Die Durchführung einer solchen Tötungsaktion enthält strukturell unendlich viele Momente, die sich von einer anderen Normalität, die die Akteure auch kennen, von da, wo sie herkommen, überhaupt nicht unterscheiden."
fundamentaler Attributionsfehler
Es wird virulent, wenn von Ideologie, der Aneignung von Weltanschauung und dgl. die Rede ist, dass ich davor warnen muss – und ich glaub diese Warnung ist generell gegenüber der Holocaust-Forschung auszusprechen – dass man ein überintentionales Menschenbild zugrunde legt. Es wird häufig so diskutiert, als würden Menschen unheimlich viel denken. Und das ist handlungspraktisch ja nicht der Fall. Wenn sie an ihre eigene Alltagspraxis denken, ist es ja so, dass unheimlich viel situativ einfach geschieht und die Reflexion darüber hinterher kommt.
Arbeitsteilung wird meines Erachtens nach in der Literatur viel zu wenig beachtet. (Welzer) passt zu Zimb.: Nobody studies the person in the institution!
Als handlungsanleitende Elemente spielen eben Dinge, über die man gar nicht mehr nachdenkt, weil es so selbstverständlich ist, dass Juden die Anderen sind, dass die ein Problem darstellen oder sonst was, wo man die Reflexionsschleifen gar nicht mehr in Anspruch nehmen muss, eine viel größere Rolle als das, was wir unter Weltanschauung verstehen.
was den Charakter eines Paradigmas hat; nach der gegebenen Definition.
Und das hat erstmal mit Antisemitismus, Ideologie pipapo, nur insoweit was zu tun, als dass das Hintergrundkonzept abbildet, das die Gesellschaft hat, aus der die einzelnen Akteure kommen.
Harald Welzer hat mit seiner sozialpsychologischen Sichtweise im interidisziplinären Diskurs - sicher auch in Gesprächen außerhalb der Wissenschaft - häufig mit dieser Gegenposition zu kämpfen:
"Ist das mit der Normalisierung nicht übertrieben?" ( Also mit der Gewichtung auf Faktoren der Situation.)
- "Nein! Das ist nicht übertrieben, sondern das sind die Handlungsbedingungen auf denen wir und auch diese historischen Täter operieren. Das kann man gar nicht übertreiben. Vor allem ist es auch methodologisch vollkommen unangebracht das nicht zu übertreiben, weil die ganze Forschung soz. die andere Seite permanent übertreibt. Da ist es auch mal sinnvoll, tatsächlich die Befunde aus den Sozialwissenschaften zur Kenntnis zu nehmen, wie denn überhaupt Entscheidungsprozesse und dgl. zustande kommen. Das ist nicht so, dass Menschen eine Situation objektiv wahrnehmen, dann nachdenken und dann eine Entscheidung treffen. Das ist nicht so! Und Ideologie - es tut mir leid, die Nachricht überbringen zu müssen - spielt für das, was auf der Handlungsebene, und was politisch passiert, eine viel, viel, viel geringere Rolle, als man zu glauben geneigt ist. Und das macht das Ganz ein bisschen schwieriger, denn dann muss man sich nämlich andere Strategien überlegen, wie man solche Sachen in Zukunft verhindert!
Handle ich auf Grund einer ideologischen Konstruktion, oder ist nicht viel mehr aufgehoben in diesen Hintergrundperspektiven?
Schmetterlings-Effekt: a-ha! Winzig kleine Veränderungen, können makroskopische Dinge machen – im Augenblick der Instabilität. ( Das Lebendige ist die Instabilität.)
das heißt: Der Schmetterling hat gar nicht die Kraft gemacht, sondern die war da.
Werner Heisenberg: „Warum soll die Welt sich darum kümmern, dass wir es mit unserem Gehirn verarbeiten können? Das wär doch ein bisschen arg wenig und uninteressant.
Das man feststellt: Nein, wir müssen eine ganz andere Sichtweise auch jetzt wieder ernst nehmen und die ist die, das wir einfach die Welt als Ganzes sehen, ohne die Absicht, es erst in die Teile aufzuteilen.
"Wir müssen lernen, in unserer jetzigen Situation, nicht soz. in die Einzelheiten zu gehen, sondern mit Abstand zu sehen: Was läuft eigentlich falsch?" Dürr
Dürr: "Darüber lernen wir in der Schule selten etwas, weil es den Nachteil hat, dass man es nicht so erklären kann, wie man übrige Dinge erklärt. Man kommt in die Situation, dass man etwas verstanden haben kann, ohne es erklären zu können. Und das ist auch nicht etwas Vorübergehendes. Wir können einfach mehr erleben, als wir begreifen können. Wir sind in der Lage, die Welt als etwas viel Größeres zu erleben, als wir es wahrnehmen."
Es wird sich herausstellen, dass diese neue Weltsicht, die sich da herauskristallisiert hat, eigentlich ermöglicht plötzlich Brücken zu den Geisteswissenschaften und Religionen schlagen zu können; dass das irgendwie miteinander zusammenhängt. (dazu Metzinger)
Prof. Dürr an anderer Stelle: "Wir haben in unserer Auffassung nur überholte Weltbilder, indem wir den Menschen außerhalb der Natur setzen; als sei er was ganz Anderes." ... Und das Konzept des Isolierens, der unvollständigen Betrachtung, zieht sich noch viel weiter...

Eindeutig teilen die Erkenntnisse der neuen Physik ihr Schiksal mit dem der Attributions-Nachsicht.

Hier trifft diese Definition des Begriffs Paradigma in vollem Maße zu:

„Ein Paradigma ist ein Satz von allgemein akzeptierten Grundannahmen. Diese Grundannahmen sind uns so selbstverständlich, dass wir sie für Realität halten und nicht mehr in Frage stellen. - Sieht ein Fisch das Wasser? - Sie sind so sehr ein Teil von uns, dass wir Mühe haben, sie so weit von uns zu entfernen, dass wir darüber sprechen könnten. Wir denken diese Annahmen nicht; unser Denken beruht auf ihnen.“
. Es gibt nicht nur eine Möglichkeit, die ist schon vor einiger Zeit festgeschrieben worden ist. Nein, wir haben die Möglichkeit echt kreativ zu sein.
. Alles ist kreativ; und wir sind selbst daran beteiligt. Wir müssen nicht einfach was imitieren. Es ist nicht ganz leicht kreativ zu sein. Wir brauchen gewisse Situationen um diese Kreativität voll entwickeln zu können. Die Zukunft ist im Wesentlichen offen.
Die Welt ist nicht in einem stationären Zustand. Zu sagen: Jetzt hab ich die Welt verstanden! In dem Augenblick, wo ich „So ist es!“ sage, ist es schon wieder anders. Alles, was in der Welt ist, hat diese Eigenschaft der Veränderung.
Wir erleben mehr, als wir begreifen, erklären können.
"Die wissenschaftliche Methodik ist etwa so wie die eines Ichtyologen, der mit einem Netz, dessen Maschen 5 cm groß sind, Fische fängt und dann bestimmt: Alle Fische sind mindestens 5 cm groß!"
...So übersehen wir alle - gemäß dem fundamentalen Attributionsfehler - dass unsere Beobachtungen unvollständig sind.
Wir machen die Welt so eng, dass ich nur noch ein paar Knöpfe brauche, um das nächste machen zu können.
Alles, was die Wissenschaft misst, muss bestimmte Bedingungen erfüllen, analytisch vorgehen, isolieren...
Meister Eckehart: Nein, was da außen ist, ist etwas ganz anderes. Das ist Wirk-lichkeit. Das ist etwas, was wirkt, was sich verändert. Und das ist was ganz anderes, als die Realität
Aber für uns ist die Realität wichtig, weil wir sie begreifen können, das ist die Materie und wir bauen die Welt aus, durch das, was wir begreifen können
Die Wirklichkeit ist etwas viel Offeneres.
Um objektiv Wissenschaft zu betreiben, muss ich mich selbst abschneiden, damit die Ergebnisse nicht mit meinen Gefühlen und Meinungen zu tun haben.. D.h., das Subjekt trennt sich vom Objekt ab und das isolierte Objekt ist das Ding und das Ding ist „res“ und das ist die Realität.
Dürr an anderer Stelle zum überkommenen Weltbild und zum typischen wissenschaftlichen Arbeiten unter Zuhilfenahme der isolierten Betrachtung, um keine "Störfaktoren" in der Untersuchung zu haben:
"...D.h., was wir mit diesem Durchschneiden machen, dass wir unsere Verbindung abtrennen und deshalb meinen, wir sind objektiver, weil wir nicht damit hereinkommen.
Es wird sich herausstellen, es ist dieser Schnitt, der veranlasst, dass das, was Lebendig ist, keine Chance mehr hat. An dieser Stelle trennen wir ab. So geht es nicht. Aber das merkt man in diesem Zusammenhang nicht und das ist dann das, was in der alten Physik herauskommt.
..Dazu passt die Vorstellung vom unbeeinflussbaren Charakter des Menschen; die dispositionelle Sichtweise, Faktoren des Individuums bei Erkärungen des Verhaltens überzubewerten.
Je nachdem, mit welcher Art von Erfahrungen wir anfangen – das ist wieder das Bild mit dem Fleischwolf – nehme ich das als Baustein und versuche mich durch lernen immer soz. intelligenter zu machen. Aber jeder hat soz. einen anderen Anfangspunkt, wenn er reinguckt. Da nehmen ich immer ein Vexierbild um zu zeigen: Es zeigt entweder eine junge Dame, oder eine alte Frau. D.h., was sehe ich eigentlich? Das hängt davon ab, wo ich soz. anfange zu denken und dann das ganze mache.
Möchte nochmal sagen, dass der Übergang von der Wirklichkeit zur Realität, eigentlich sich eine Verstümmelung herausstellt. Dass nämlich das, was noch lebendig war, in der Wirklichkeit – das ist das, was sich bewegt und nicht was ist – dass das auf diese Weise soz. eliminiert wird und dadurch ich sehr gut die Sache beschreiben kann, aber Schwierigkeiten hab, wie ich vom Unbelebten zum Belebten komme.
Hier die klare Parallele zum Plädoyer der Sozialpsychologie... Die Wahrheit ist, dass da mehr ist, mehr wirkt, als der unmittelbar sichtbare Faktor Mensch, bzw. Materie:
"Das neue Weltbild ist ganz überraschend! Es kommt heraus:
Die Wirklichkeit ist nicht Realität, ist nicht greifbare Dinglichkeit...

Die Wirklichkeit, die wir durch unser begriffliches Denken und insbesondere durch Naturwissenschaften erfassen können, ist nicht die ganze Wirklichkeit, die wir prinzipiell erfahren können. Wirklichkeit ist weit mehr als dingliche Realität.
Quantenphysikalisch-holisitsches Weltbild: Wirklichkeit ist Potenzialität...Primär: „Gestalt“(Anordnung), Verbundenheit, Beziehung... Sekundär: Stoff, Materie und Energie
A-materielle Urquelle: Wirklichkeit basiert auf reinem Beziehungsgefüge.
Was ist? Zielt ins Leere, verliert seinen Sinn, führt nur zu Realität. Was passiert? Was bewirkt?
Wenn sie Schwierigkeiten haben das zu verstehen, dann sind sie ganz nah an der Wirklichkeit.
Technikanleitung:
Mit Sachzwang- und Alternativlos-Argumentation verfahren, wie Politiker Entscheidungen rechtfertigen.
Welzer zieht auch Vergleich mit Suchtkrankheit.
"Das So-Sein, diese betonierte Alltagswelt, die ist wahnsinnig stark; die prägt uns unheimlich. Und was wir da dagegen setzen können, das ist dieser kleine Teil des Kognitiven. Wir geben Informationen rein ( Bildung,...) und erwarten, das Menschen Konsequenzen daraus ziehen. Das ist nicht der Fall."
Unsere Lösungsperspektiven reichen so weit, das man sagt: Wir möchten es gerne besser haben, aber im Rahmen dessen, was es gibt. Wir möchten da überhaupt nichts dran verändern. Daher bitteschön weiter Autos, bitte weiter Autobahnen, aber dann mit Strom aus der Steckdose. Ein absoluter Schwachsinn, weil die Veränderung kultureller Praxis müsste bedeuten, dass man sich darüber Gedanken macht, wie man Mobilität insgesamt verändert, und man müsste anerkennen, dass vieles von dem, was unsere kulturelle Praxis ausmacht, unter dem Begriff der Fehlentwicklung nur zu bezeichnen ist.
Wachstumsbeschleunigungsgesetze, Fetischisierung und Sakralisierung von Wachstum und solchen – im Grunde genommen - Pseudokonzepten aus der Vergangenheit, führen zu illusionären Wirklichkeiten; wie Realpolitik im Augenblick wirklich nur die Herstellung einer Illusion, eines Status Quo ist, der gar nicht mehr existiert. D. h., was im Moment Realpolitik ist, ist Illusionspolitik. Und was Utopismus ist, ist Realismus, weil utopisches Handeln, utopische Handlungsmaximen sind in der Tat in so fern realistisch, als sie davon ausgehen: So wie jetzt, können wir nicht weiter machen und es muss einen ganz fundamentalen Wandel geben. Und zwar keinen Wandel – ich glaub, das geht über das bislang gesagte hinaus - keinen Wandel im Kontext bestehender Praktiken, sondern was wir brauchen, ist eine Veränderung des Rahmens selber; der Praktiken selber.
Gesellschaftskritik von Welzer:
Menschen sind unglaublich adaptive Wesen....von da zum selbstkonzept-frame
wieder an einer Schwelle: Die industrielle Revolution veränderte (auch) das ganze Leben der Menschen, nicht nur Arbeitsabläufe, Infrastruktur. Es veränderte die psychologische Struktur der Menschen; führte erstmals zum Individualismus.
The task now to change our carbon-based, oiloholic society means an exchange of mental infrastruktures. A different type of personality is required.
But at the same time there are many many programs where bright scientists say: We have to change the world! But they dont change there imideate space, there im. sphere. And you achief much more if you are able to establish
this other type of surrounding rooms, energy-culture, what ever.
...the immediate change of cultural practice!
Aber gleichzeitig gibt es viele, viele Diskures wo erstklassige Wissenschaftler sagen: "Wir müssen die Welt ändern!"
Aber sie verändern nicht ihr unmittelbares Umfeld, ihre unmittelbare Sphäre. Und man erreicht viel, viel mehr, wenn man es schafft diesen anderen Typ des Umfelds, der Energie-kultur, etc., zu etablieren.
... die unmittelbare Veränderung kultureller Praxis.
zu E.-E.-Paradoxon: Wir leben ja nicht nur in diesem privilegierten Status in dem Sinne, dass wir damit die Welt zerstören und andere Gesellschaften ausbeuten und dgl., sondern wir schaffen ja immerhin damit auch was ganz Grandioses, nämlich ungeheuer große Handlungsspielräume auf jeder Ebene dieser Gesellschaft. (Welzer)
E.-E.-Paradoxon:
Man kann nicht alles ändern,... aber erstmals in der Menschheitsgeschichte
...das Ganze!

Eine spektakuläre Studie, in der die fundamentale Mission der Sozial-Psychologie erfüllt wird, wodurch die Bedingungen herrschen werden, um der Allgemeinheit das beahnbrechende Weltbild der neuen Phyik erlebinsstark zu präsentieren...
...und darüber endlich funktionale Lösungsformate für die großen Probleme unserer Zeit.
Die Realität, die mal so ist, wie sie ist, hat eine enorm starke Kraft, die bindet uns ein. Wir entscheiden ja nicht an jeder Stelle über die Realität." ...Wir entscheiden ja nicht einmal immer über das, was wir denken, wahrnehmen: Wärter im SPE-Selbstbepbachtung.
Wir überschätzen total was aus dem was man weiß resultiert für tatsächliches Handeln. Die Wirklichkeit, die unser Verhalten bestimmt - und unsere Möglichkeiten auch bestimmt – die ist ganz materiell, die ist ganz handfest, die hat mit dem Denken, und dem Nachdenken und dem schlauen Daherreden erstmal überhaupt nicht so viel zu tun.
Wie entsteht eigentlich Wissen für Veränderung? Was ist eigentlich ein Wissen, das ich zur Schaffung von Möglichkeitsräumen und daraus sich dann ergebender Veränderung von Wirklichkeit einsetzen kann? Und da gibt es was Interessantes, glaube ich, dass möglicherweise der Weg ganz andersrum geht. Dass es gar nicht den Weg vom Wissen zum Handeln gibt – oder nur sehr begrenzt – aber es gibt vieles Wissen, das erst dadurch entsteht, dass man Handelt, dass man eine bestimmte Erfahrung macht, dass man sieht, man kann mit Dingen total anders umgehen als es normalerweise der Fall ist.
das wandelbare Selbstkonzept des Menschen
Wie in unserem Alltag geschieht unheimlich viel situativ und die Reflexion kommt hinterher.
W.: Kategorien wie Ausgrenzung, Rassismus etc. ist ja viel mehr präsent auf der Ebene der Handlung selbst, und des Verhaltens selber, als auf der Ebene einer reflexiven Einstellung. Das Ding liegt in der Praxis. Das ist, glaube ich, der entscheidende Punkt, um zu verstehen wie Menschen handeln.
die Macht der Situation
Man sieht das bspw. bei Akteuren in der Industrie: Menschen haben eine bestimmte Aufgabe, oder sie fühlen sich verantwortlich, glauben, dass sie diese Aufgabe erfüllen müssen, und dann versuchen sie bestimmte Bewältigungsstrategien, für die sie ihre Qualifikationen und Kompetenzen in Rechnung stellen und versuchen anzuwenden, und dabei kommt etwas bestimmtes heraus. Und das, was soz. die intellektuelle Reflexion über das Ganze angeht, das ist eben in dieser Aufgabenbewältigung nur so weit präsent, als die technischen und die intellektuellen Kompetenzen dafür verwendet werden, diese Aufgabe zu lösen. Das kann eben auch im Rahmen von Vernichtungsprozessen genau so sein; dass man dort eine partikulare Aufgabe wahrnimmt und versucht diese so gut wie möglich zu bewältigen. Und das hat erstmal mit Antisemitismus, Ideologie pipapo, nur insoweit was zu tun, als dass das Hintergrundkonzept abbildet, das die Gesellschaft hat, aus der die einzelnen Akteure kommen.
Die ganze Geschichte ist ja aus der Sicht der Akteure der beständige Versuch, Lösungen für gefühlte Probleme herzustellen.
Wir sind alle darauf angewiesen, bei Dingen, die wir tun, bestimmte Kategorisierungen vorzunehmen. Worum handelt es sich überhaupt? Und insbesondere bei Dingen, die historisch neu sind, für die keine Erfahrungen vorliegen, nimmt man bestimmte Konzepte, die – in irgend einer Weise – die Dinge, die man tut, weniger ungewöhnlich machen, weniger neu machen; die eine Orientierungsfunktion haben; in die man etwas einordnen kann.
Deutsche Sozialisationsprozesse: „Qualitätsarbeit“, quasi als Übergangskonzept zwischen normaler, berufsförmiger Arbeit und Vernichtungsarbeit, also soz. dass man auch Arbeitsstolz entwickeln kann, selbst in Zusammenhängen, die uns normativ als vollkommen grauenhaft und furchtbar vorkommen.
Zu optimieren ist dauerhaft.
SPE
Das SPE demonstrierte in negativer Konsequenz die Beeinflussbarkeit von Menschen. Es gibt einige wissenschaftliche Streitpunkte. Doch darf das Experiment nicht wiederholt werden. Warum diesen Umstand also nicht zum anlass nehmen und sein Gegenteil versuchen.
.die Hochschätzung der Arbeit, die ja nun immerhin zentrales Sinnstiftungsmoment ist, überhaupt...Sinnstiftung!!
"Wir alle wissen ja, dass dieses nationalsozialistische Projekt, deshalb so zumindest über die Jahre seines Bestehens, bis fast zum Ende, mit einer verblüffenden Effizienz gelaufen ist, weil die Beteiligten selber, die Sache so gut machen wollten, wie es nur irgendwie ging. D.h., nicht aus irgendwelchen externen Sinnzuschreibungen gehandelt haben, sondern eben aus interner Sinnzuschreibungen und die setzt eben genau das frei, dass man eben seine Aufgabe gut machen will. Die Literatur ist voll davon, von diesen Beschreibungen, wie man versucht, das Beste daraus zu machen; wie man seinen Teil zu der großen Aufgabe der Entjudung usw. beiträgt und zu diesem großen Projekt, dass ja für die Einzelnen dann auch positive Folgen zeitigen soll."
Übereinstimmendes bei Welzer, Z. und Dürr hinsichtlich der einen Vorbedingung:
Das Distanzierungsmoment, was für die Täter eine sehr große Rolle spielt, wird durch die Entkleidung (der zu tötenden Juden) verbessert.
Kollateraleffekt: Distanzierungsmoment! Es gibt sehr, sehr viele Einzelschritte in den Tötungsvorgängen, die alle eigentlich ein Ziel haben, nämlich den Vorgang selber so effizient auf der einen Seite und so distanziert auf der anderen Seite zu machen, für die Täter, wie es nur irgendwie geht.
Auschwitz als Vernichtungsfabrik ist ja letztlich ein Ausfluss technischer Optimierungsbestrebung; da ist ja genau die maximale Distanz zwischen den Tätern und den Opfern hergestellt, da muss ja niemand mehr direkt Hand anlegen.
( Massenerschießungen im Hinterland:) Es steht die Optimierung der Tötungssituation im mentalen Horizont aller derjenigen, die das machen.
"Was mir wichtig ist, bei diesen Beschreibungen, die sich ja furchtbar anhören, ist, dass das sich dann, in der Perspektive der Akteure, tatsächlich selber so darstellt, als arbeite man hier jetzt an einem technischen Problem, während – und das ist analog zu jeder anderen berufsförmigen Arbeit - der größere Sinnhorizont, in dem diese Problembearbeitung stattfindet, ja gar nicht mehr präsent ist."
...Es fand eigentlich niemand – bis auf wenige Ausnahmen – es gut, dass man die alle umbringen muss. Aber es passiert über den arbeitsteiligen Professionalisierungsprozess genau diese zunehmende Distanzierung. Arbeitsteilung wird meines Erachtens nach in der Literatur viel zu wenig beachtet. Solche Tötungsprozesse sind ja hoch arbeitsteilige Vorgänge.
Ermöglichungsbedingung!
Mit dem Anwendungsbeispiel wird eine Menge an Normalität beibehalten....Auch ist es von der eigenen Wahrnehmungsgewohnheit her so, dass man einfach daran festhält, was das Bekannte ist und das Unbekannte oder Fremde eher ausblendet.
Einwände, dass das nicht möglich sei?...
Selbst unerwartete Schwierigkeiten bei den Tötungen führen nicht ein einziges Mal zum Abbruch, sondern zu verstärkten Bewältigungsanstrengungen.
Das sich die technische Problemlösungsfrage zwischen die Täter und dem grundsätzlichen Geschehen schiebt, ist eine Ermöglichungsbedingung um mit der Dissonanz umzugehen. Es ist ein Bewältigungsprozess.
Bei den Massenerschießungen entwickelte sich etwas, was viele Merkmale des klassischen Arbeitens hat.
Es stellen sich Spezialisten heraus. Nur diejenigen werden längerfristig genommen, die am wenigsten Schwierigkeiten mit dem Töten haben. Im Sinne der Effizienz.
Also man kann der festen Überzeugung sein, dass dieses Problem gelöst werden muss, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben, einfach weil man die Perspektive der Sozialität teilt, von der man selber ein Teil ist.
- Hier auch nochmal das Votum dafür, nicht überkognitiv oder überintentional die Subjektmodelle zu haben, sondern Praxis einer Gesellschaft ist das, was am meisten dazu führt, das man diese Praxis auch teilt.
Handle ich auf Grund einer ideologischen Konstruktion, oder ist nicht viel mehr aufgehoben in diesen Hintergrundperspektiven?
Warnung Welzers an den Großteil der Holocaust-Forschung, ein überintentionales Menschenbild zugrunde zu legen.
Schlüssel: die kulturelle Praxis, die materielle, mentale und institutionelle Infrastruktur, arbeitet gegen diese wunderbaren Ideale, die wahrscheinlich jeder, auch Ackermann, unterschreiben würde, beziehungsweise formatiert die pausenlos um.
Man unterschätzt immer wie wenig Wissen, also kognitive Zugänge, zu diesen Problemen austrägt, dafür um Handlungsbereitschaft zu entwickeln und wie unendlich schwerwiegend die Infrastrukturen, in denn wir existieren, sind, die gegen Veränderungsstrategien sind. Das meine ich sehr basal.
Es sind materielle Infrastrukturen vorhanden, die alle etwas Gegebens präformieren und determinieren. Wir haben institutionelle Infrastrukturen, also alle Institutionen der Verregelung. Jeder, der je mit einer Institution zu tun hatte, weiß, welche unglaubliche Trägheit die entwickeln, an Schwerkraft, die einen an das Gebundene hält. Und wir haben unsere mentalen Infrastrukturen, d.h., ganz tief eingebaute Vorstellungen von Fortschritt, von Wachstum, von persönlichem Glück, von Zeiteinheiten, von Geschwindigkeiten, usw. Diese Außenverhältnisse sind ja nicht nur außen, sondern die sind ja in uns selber auch drin.
Ich glaube nicht, dass diese Katastrophen-Kommunikation ( es ist 5 vor 12,...) noch zielführend ist. Nach 40 Jahren Kommunikation dieses Typs müsste man mal einsehen: Das funktioniert so nicht. Das geht nicht. Warum nicht? Weil Menschen keine Engagements vor dem Hintergrund negativer Motivationen entwickeln. Das ist einfach nicht. Etwas viel Attraktiveres ist darüber zu sprechen, wie man eigentlich leben kann, wie man kulturelle Modelle und Praktiken verändern könnte.
Das Wissen da drüber ist schon seit 40 Jahren (Grenzen des Wachstums) da. Es kommt nur nicht an.
Zu Exp. 2.0: Schaun ob Gebr.Zush. machbar ist, in dem Wissen um Empathie breitest angewendet werden kann.... Wissen und Information sind für sich genommen überhaupt gar nichts. Sie werden nur dann bedeutungsvoll, wenn es Gebrauchszusammenhänge gibt, in denen man dieses Wissen aktivieren kann, in dem es Sinn macht es zu gebrauchen.
Es ist ein vollkommener Trugschluss, zu glauben, dass das was innerhalb einer wissenschaftlichen und politischen Diskussion von Bedeutung ist, auch in lebens-praktische Zusammenhängen von Bedeutung wäre. Das ist es schlicht und ergreifend nicht und man muss aufhören, nach Wegen vom Wissen zum Handeln zu suchen, weil es diesen Weg überhaupt nicht gibt. Den gibt es klassischer Weise schon nicht, weil es zwischen Einstellung und Handeln allenfalls nur einen sehr lockeren Zusammenhang gibt.
Schwächen zu Stärken machen!
Kognitive Dissonanz: Wenn eine Realität anders ausfällt, als die Erwartung an diese Realität, dann korrigiert man die Erwartung oder die Wahrnehmung der Realität. - Wenn man nichts daran ändern kann, ändert man seine Wahrnehmung, damit man damit leben kann. Das ist das, was wir pausenlos alle tun und womit mühelos in der Lage sind Widersprüche zu glätten und diese Verbindung zwischen dem, was wir wissen und dem was wir tun, zu einer äußerst geschmeidigen zu machen.
Rollen: Jede Rolle hat ein ganz anderes Set von Anforderungen, die man alle beantworten können muss. Und wir sind alle wahnsinnig gut darin, für jede Rolle diese Anforderungen zu bewältigen, zu beantworten. Das ist das, was Kinder in unserem Typ von Gesellschaft als erstes lernen: Sich in unterschiedlichen Situationen, unterschiedlich zu verhalten. Das heißt, wir lernen von Anfang an - in modernen Gesellschaften - total widersprüchlich zu sein.
Es ist sehr faszinierend zu sehen, dass wenn Menschen – sei es allein, oder im Zusammenhang von Gruppen – beginnen, irgend etwas an ihrer Lebenswelt zu verändern - eine andere kulturelle Praxis entwickeln - plötzlich die erstaunlichsten Dinge passieren. Erstens macht es Spaß, Dinge zu verändern.
Man merkt aber – viele Studien bestätigen dies – dass, wenn Menschen beginnen was zu verändern, sie plötzlich eine Erfahrung machen, die Psychologen Selbstwirksamkeit nennen. - Die merken einfach, man kann etwas verändern und das macht Spaß. Und erstaunlicher Weise setzt das dann in Gang, das man gerne diese Erfahrung nochmal macht. Kennen wir alle: Wenn man einmal angefangen hat, was anders zu machen, beginnt man das Handlungsfeld auszuweiten und noch mehr anders machen zu wollen.
Gebrauchszusammenhang schaffen, der eine möglichst breite nachfrage nach zukunftsweisendem wissen mit sich bringt.
Emotionen sind in höchstem Maße handlungsleitend. Ein Problem ist, dass unsere Handlungen und Absichten letztlich durch Emotionen gesteuert werden. Es gibt einen Unterschied zw. Gründen und Beweggründen, und das, was Menschen dazu bringt, zu handeln, sind Gefühle.(metzinger/precht)
Der Philosoph und Bewußtseinsforscher Thomas Metzinger zur Lage der Welt:
"Wenn man jetzt sagt: Das Problem besteht darin, das Verhalten von Milliarden von Menschen schnell zu ändern, sonst laufen wir in eine Katastrophe, dann wäre ja die Antwort: Das geht nur, wenn man Emotionen kontrolliert, eben die Beweggründe. Wir wissen ja schon alles. Die Argumente liegen ja schon längst auf dem Tisch.
Das neue Bild des Menschen
Wir sind nicht nur in der Lage unsere eigenen Kinder als Angehörige zu betrachten, sonder auch fremde Menschen, in dem Moment, wo wir eine intime Situation mit ihnen aufbauen. Und in dem Moment werden sie ja ein Teil unserer Horde, d.h. sie kommen in unsere unmittelbare moralische Reichweite des Mitgefühls mit hinein. Und wir können ja in der Hirnforschung sehr anschaulich nachweisen, dass etwas Gutes zu tun, uns auf nachhaltige Art und Weise im Gehirn belohnt.
shifting baseline
"Was ist der große Hebel für Veränderung? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Der große Hebel für Veränderung ist nämlich kulturelle Praxis. Die ganze Diskussion, die seit zwei bis drei Jahrzehnten geführt wird, darüber, dass unsere Welt gefährdet ist, dass das Klima sich verändert, dass die Arten sterben; alles dieses, was in unsere Lebenswelt mittlerweile so eingelagert und einnormalisiert ist, dass es erstens nicht besonders viel Aufregung mehr hervorruft und zweitens uns, in unserer gewöhnlichen Praxis nicht weiter stört.
- Deshalb würde ich zunächst dafür votieren, dass man den Begriff kultureller Praxis auf ganz andere Art und Weise ernst nehmen muss, als wir das normaler Weise tun.
Was wäre der große Hebel, um das Ruder noch herumzureißen?
Die kulturelle Praxis;
die gewohnheitsmäßigen, alltäglichen Zusammenhänge.

Das muss klar sein: Wir alle sind viel, viel intensiver Teil des Problems, als wir es wahr haben möchten...
Feststellung #1:
Wissen ist nichts wert, ohne einen Gebrauchszusammenhang.

„Werte und Moralität sind eine Funktion von Praxis. Und jede gesellschaftliche Praxis produziert die dazugehörigen Werte. Das ist ein Missverständnis, dass das umgekehrt sei.“

Wird es zwangsläufig so bleiben, dass wir zwar von allen kritischen Entwicklungen wissen, aber unser Handeln nicht angemessen ändern; die weitere Zerstörungsdynamik also unausweichlich ist?
Allgemein gilt, dass erst das Wissen da sein müsse,
um besseres Handeln zu ermöglichen.
Das ist ein Irrtum.
"Der kognitive Teil, die Sphäre zu der wir Zugang haben, macht vielleicht 3, 4 % der gesamten Wahrnehmung aus. Diese 96 %, etwa, sind routiniert. Die Schwerkraft dessen, was schon da ist, die Alltagswelt, formt unsere Gewohnheiten, unsere Wahrnehmung, strukturiert unsere Interpretation in viel höheren Maße, als wir es allgemein annehmen. Es ist demnach eine falsche Annahme, zu denken, wir könnten über Wissenstransfer die Welt verändern. Wir können vielleicht diese 3 oder 5% ändern, was schon schwer genug ist. Aber die Kultur zu ändern, die kulturelle Praxis, ist eine viel praktischere Angelegenheit. Da geht es nicht ums Reden, Daten sammeln und sie per Powerpoint zu zeigen. Es ist die Veränderung kultureller Praxis.
Zusammenfassend: Es gibt keinen Weg von Wissen zum Handeln. Diese Hypothese ist einfach falsch. - Vielleicht ist was anderes zutreffend, nämlich dass es einen Weg gibt vom Handeln zum Wissen. Es gibt Beispiele wo sich kulturelle Muster geändert haben und Menschen plötzlich eine Arena hatten, um Wissen auf andere Weise zu nutzen."
Es gibt keinen Weg vom Wissen zum Handeln, es gibt aber einen Weg vom Handeln zum Wissen.
Ich verspreche mir die größten Veränderungen durch Veränderung. Sobald man anfängt kulturelle Praktiken zu verändern, ist die Ansteckungswirkung – nicht nur für andere, sondern auch für einen selber – unheimlich groß. Wenn man z.B. die Erfahrung macht: Hey, das ist ja überhaupt nicht schwer!, beginnt man Möglichkeiten zu sehen, das man auch noch das umstellen kann und das umstellen kann; übrigens auch was anderes denken kann. Das heißt, es eröffnen sich Möglichkeitsräume, die vorher scheinbar gar nicht da gewesen sind. Wir sind ja derzeit gesamtgesellschaftlich in so einer Art Locked-In-Situation. Jeder behauptet, man kann ja gar nichts machen, es geht nicht. - Wenn ich mal was verbieten dürfte, dann wär das der Satz: Das geht nicht. - Und natürlich geht sehr viel. In einer freiheitlichen Gesellschaft sehr viel. Man muss es nur einfach mal machen.
kulturelle Praxis = Alltagswelt = soziale Situation
„Die Sozialpsychologie hat zum Verständnis des menschlichen Wesens die Entdeckung beigetragen, dass Kräfte, die stärker sind als wir selbst, unsere Gedanken und unser Verhalten beherrschen – und die stärkste dieser Kräfte ist die Macht der sozialen Situation." Mahazarin Banaji
"Wir haben es nicht mit einer Krise zu tun, das ist das Problem, sondern mit einer Funktionsgrenze unserer kulturellen Praxis, unseres Wirtschaftssystems. Und diese Funktionsgrenze muss man zur Kenntnis nehmen und dann Strategien entwickeln. Und die Strategie kann nicht sein: Weitermachen wie bisher, nur ein bisschen anders." ...Harald Welzer, Sopzialpsychologe.
- Lassen wir ihn in Folge noch öfter zu Wort kommen...
"Die Welt, in der wir sind, bestimmt in viel höherem Maße das, was wir tun, als das, was wir uns über diese Welt denken."
Der direkte Weg - über die Nutzung des Verstandes und eines anschließenden Wissenstransfers - zu Systeminovationen für eine zukunftstaugliche Weltgesellschaft zu kommen, ist diesen Analysen gemäß also aussichtslos. ...
Lassen wir Harald Welzer an dieser Stelle die singulären Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Arbeit betrachten.
Gerade weil hier in sozialen Situationen die absolut schrecklichsten Dinge geschahen, könnte sich eine derartige Betrachtung lohnen.

Um es gleich vorweg klar zu machen: Auf diesen negativen Referenzpunkt in der Menschheitsgeschichte müssen wir den sozialwissenschaftlichen Blick werfen, wollen wir die derzeitige kulturelle Praxis gemeinschaftlich sinnvoll ändern können.
An den regelhaften Wirkmechanismen der einstigen Geschehnisse kommen wir für diese Zielsetzung nicht vorbei.
. Handle ich auf Grund einer ideologischen Konstruktion, oder ist nicht viel mehr aufgehoben in diesen Hintergrundperspektiven?
Warnung Welzers an den Großteil der Holocaust-Forschung, ein überintentionales Menschenbild zugrunde zu legen.
. Also man kann der festen Überzeugung sein, dass dieses Problem gelöst werden muss, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben, einfach weil man die Perspektive der Sozialität teilt, von der man selber ein Teil ist. - hier auch nochmal das Votum dafür, nicht überkognitiv oder überintentional die Subjektmodelle zu haben, sondern Praxis einer Gesellschaft ist das, was am meisten dazu führt, das man diese Praxis auch teilt.

"Als handlungsanleitende Elemente spielen eben Dinge, über die man gar nicht mehr nachdenkt, weil es so selbstverständlich ist, dass Juden die Anderen sind, dass die ein Problem darstellen oder sonst was, wo man die Reflexionsschleifen gar nicht mehr in Anspruch nehmen muss, eine viel größere Rolle als das, was wir unter Weltanschauung verstehen.
. Selbst unerwartete Schwierigkeiten bei den Tötungen führen nicht ein einziges Mal zum Abbruch, sondern zu verstärkten Bewältigungsanstrengungen.
"Auch ist es von der eigenen Wahrnehmungsgewohnheit her so, dass man einfach daran festhält, was das Bekannte ist und das Unbekannte oder Fremde eher ausblendet."
warum KFZ-Prduktionsfirma
Mein Arbeitsstil: Ich versuche eigentlich ungewöhnliche Situationen so zu entschlüsseln, dass ich zunächst mal alles da dran finde, was nicht ungewöhnlich ist, sondern in der Perspektive der Akteure normal, gewöhnlich ist; Verwandtschaften zu dem hat, was man sonst auch tut. Weil das ist das, was man normaler Weise tut, wenn man mit ungewöhnlichen
Situationen konfrontiert ist. Man versucht die Aspekte zu finden, in denen man sich auskennt, weil das die Ermöglichungsbedingungen für die eigenen Handlungen sind.
Eine Menge an Normalitätsaspekten ermöglicht es den Akteuren, dass das, was sie tun, tatsächlich als Arbeit erscheinen, wahrgenommen werden kann.
"Bei den Massenerschießungen entwickelte sich etwas, was viele Merkmale des klassischen Arbeitens hat."
... die gesellschaftliche Prägung, tüchtig seinen Teil zum Werk beitragen zu sollen, technische Probleme lösen zu müssen, die Kollegen nicht im Stich lassen zu wollen,...
...Man denkt eine Annahme gar nicht. Das Denken beruht auf ihr; wird gleichsam von ihr eingeschlossen...
...Man teilt die Perspektive der Sozialität, von der man selbst ein Teil ist...
"Auch die Massenerschießungen, das Töten, konnte als Arbeit verstanden werden, da es viele, viele Aspekte des klassischen Arbeitens aufwies. ...Arbeitsteilung, Mittagspause, die Notwendigkeit technische Lösungen zu finden, Kollegen, usw."
"Die unmittelbare Problemstellung schiebt sich zwischen Subjekt und der kritischen Wahrnehmung des Gesamten."
...Seinen Teil so gut als möglich beitragen wollen, weil es persönlich als ein sinnhaftes großes Projekt verstanden werden kann...
Es steht die Optimierung der Tötungssituation im mentalen Horizont aller derjenigen, die das machen.
Was wiederum den Kreis zu Welzers Deutung schließt:
"Es gibt sehr, sehr viele Einzelschritte in den Tötungsvorgängen, die alle eigentlich ein Ziel haben, nämlich den Vorgang selber so effizient auf der einen Seite und so distanziert auf der anderen Seite zu machen, für die Täter, wie es nur irgendwie geht.

- Auschwitz als Vernichtungsfabrik ist ja letztlich ein Ausfluss technischer Optimierungsbestrebung. Da ist ja genau die maximale Distanz zwischen den Tätern und den Opfern hergestellt, da muss ja niemand mehr direkt Hand anlegen."
"Wissen und Information sind für sich genommen überhaupt gar nichts. Sie werden nur dann bedeutungsvoll, wenn es Gebrauchszusammenhänge gibt, in denen man dieses Wissen aktivieren kann, in dem es Sinn macht es zu gebrauchen." Welzer
Man könnte demnach sagen, im KZ-Auschwitz zeigte sich die Welt-Spitzenleistung
in der Disziplin der Erstellung eines Gebrauchszusammenhangs für Wissen um Distantzierung.
Sommer 1971: 24 Studenten wurden mittels psychologischer Tests aus 75 Anwärtern ausgewählt, um Häftlinge und Wärter in einem simulierten Gefängnis zu spielen, das im Keller eines Universitätsgebäudes eingerichtet worden war. Die Rollen wurden per Zufall zugewiesen. Viele Teilnehmer identifizierten sich bald in unerwartet hohem Ausmaß mit ihren Rollen.
1/3 der Wärter zeigten ausgeprägt autoritäres Verhalten und übten zunehemend psychische Gewalt aus. 1/3 der Wärter waren deren Mitläufer, 1/3 verhielten sich gutmütig, aber passiv. Körperliche Gewaltausübung war verboten, geschah jedoch vermehrt.
Die Häftlinge - anfangs noch rebellisch gesinnt und untereinander kammeradschaftlich - wurden rasch passiv, akzeptierten die Misshandlungen und konnten durch Einflussnahme der Wärter schnell entsolidarisiert werden.
Das Experiment beeinflusste selbst den Versuchsleiter, Dr. Philip Zimbardo, den die Rolle des Gefängnisdirektor korrumpierte: Er stumpfte ab, tolerierte zu viel an Leidensdruck für die Häftlinge. Vom 2. Tag an war täglich ein Haftling dem Zusammenbruch nahe und musste ersetzt werden. Das ganze Experiment wurde am 6. Tag frühzeitig beendet.
"Mein Arbeitsstil: Ich versuche eigentlich ungewöhnliche Situationen so zu entschlüsseln, dass ich zunächst mal alles das dran finde, was nicht ungewöhnlich ist, sondern in der Perspektive der Akteure normal, gewöhnlich ist; Verwandtschaften zu dem hat, was man sonst auch tut."

...Was also die Normalisierung ungewohnter Praxis ermöglicht.
...Ein wichtiges Thema, das uns noch beschäftigen wird...
Zu welchem Hintergrundkonzept ließen sich diese Punkte destilieren?...
...der Distanzierung, oder Exklusion
Zimbardo: Das Stanford Gefängnis Experiment war "eine klassische Demonstration der Macht sozialer Situationen, in der persönliche Identitäten, lang gehegte Werte und Moralvorstellungen verzerrt wurden, indem Studenten vorgegebene Identitäten internalisierten.“
Darüber hinaus demonstrierte das S.G.E. auf dramatische Weise in welchem Ausmaß die externen Eigenschaften eines institutionellen Umfeldes die internen Dispositionen der in diesem Umfeld agierenden Personen überlagern können.
Gute, normale Menschen standen gegen eine böse Situation.
Das starke Distanzierungsmoment, die Abspaltung von Anteilen des Ganzen, zeigte sich auch hier:
„Das S.P.E. begann mit dem Verlust der Freiheit, weitete sich aus auf den Verlust der Privatsphäre und schließlich auf den Verlust der persönlichen Identität. Es schnitt die Insassen von ihrer Vergangenheit, ihrer Gemeinschaft und ihrer Familie ab. Weniger augenfällig wurden zudem in unserem Gefängnis – wie in allen Gefängnissen, von denen ich weiß – Emotionen unterdrückt, behindert und verzerrt. Schon nach wenigen Tagen zeigten sich weder bei Wärtern noch Häftlingen sanfte und fürsorgliche Emotionen.“
mein Postulat:
Wenn es also menschenmöglich ist, einen Gebrauchszusammenhang für Wissen um umfassendste Distanzierung zu erzeugen und über diesen dann eine derart destruktive, sich dynamisch verstärkende Praxis verwirklicht werden kann, muss auch eines Tages der Weg für einen Versuchsaufbau offen stehen, der ein gegengleich stark pro-soziales Geschehen hervorzubringen vermag.
Wahrscheinlich liegen wir mit unseren besten 4-Faktoren-Kombinationen erst in der Mitte dieser gedachten Skala.
Um den Spielraum nach „oben“ noch zu verdeutlichen, stellen Sie sich vor, Sie wären 1932 ein junger Deutscher, Österreicher, oder Pole gewesen. Noch nicht einmal in Ansätzen hätten Sie sich ausmalen können, woran Sie 10, 12 Jahre später womöglich direkt beteiligt sein würden.
Von einer neutralen Mitte der Skala aus gedacht, müsste es in Wechselwirkung zwischen uns, einem System, Situationen und Orten mindestens ebenso unvorstellbar weit ins Positive gehen können.
...die Beweggründe kontrollieren... ...Klingt vielleicht nach Manipulation, ist es aber in der positiven Konsequenz nicht...
Distanzierung, Arbeits-Teilung, Fragmentierung bildeten das handlungsanleitende Hintergrundkonzept in den geschilderten Gebrauchszusammenhängen im 2. Weltkrieg und im S.G.E..
Dazu passt die Isolierung, die sich in einem allgegenwärtigen Wahrnehmungsmodus von uns Menschen zeigt:
Unter der menschlichen Schwäche, die Komlpexität der Zusammenhänge nicht hinlänglich zu realisieren, hat ebenso die neue Physik, auch Quantenphysik genannt, zu leiden.
..dann werden ich mit aller Entschiedenheit dagegen Stellung beziehen. Denn ich sehe nicht ein, warum man immer nur bei der Lösung technisch-wissenschaftlicher Probleme so zuversichtlich der menschlichen Phantasie vertraut, bei wirtschaftlichen und soziologischen Problemen aber wie vor unabänderlichen Naturgesetzen resigniert. Dürr
zur Attributions-Vorsicht...
Die duale Logik essenzialisiert "das Böse", sieht es also als eigenständig an. Die meisten Menschen nehmen das Böse als Einheit wahr und sich selbst dazu als getrennt. Zudem entlässt das Postulat eines Dualismus von Gut und Böse die „guten Menschen“ aus der Verantwortung. Sie werden davon entbunden, ihre mögliche Rolle beim Entstehen, Durchsetzen, Aufrechterhalten oder Zulassen von Umständen, die Folter, Terror und Gewalt begünstigen, auch nur reflektieren zu müssen.
Prof. Lee Ross formulierte vor etwa 20 Jahren erstmals im wissenschaftlichen Kontext folgendes:
"Wenn wir versuchen wollen, die Ursachen eines rätselhaften, ungewöhnlichen Verhaltens – bei uns selbst oder anderen – zu verstehen, sollten wir darum mit einer situativen Analyse beginnen. Wir sollten nur dann auf dispositionelle Analysen (Gene, Persönlichkeitsmerkmale, persönliche Pathologien, etc.) zurückgreifen, wenn die situative Detektivarbeit das Rätsel nicht lösen kann.
„Attributionsnachsicht“ ist zu üben. Das bedeutet, dass wir nicht damit beginnen sollten, dem Akteur die Schuld für die Tat zuzuschreiben, sondern erst die Szene auf situative Determinanten der Tat untersuchen.
Welzers Plädoyer ist DIE Botschaft der Sozial-Psychologie an die Gesellschaft...
Das zentrale Anliegen der Sozialpsychologie teilt sein Schiksal mit einer anderen Wissenschaft, der Quantenphysik: Beide wollen Verständnis für die Bedeutung von komplexen Wirkungszusammenhängen schaffen, aber die Botschaft kommt bislang nicht an.
Ob Klimaerwärmung, Ressourcenübernuntzung, Hunger, Armut, Verlust der Artenvielfalt, Verwüstung, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Verlust der Bodenfruchtbarkeit...
Der Kontext der Arbeit bietet der Entfaltung der Macht der sozialen Situation einen besonders guten Nährboden.

Im 2. Weltkrieg konnte wesentlich auch desshalb so viel Grauenhaftes geschehen, weil die Akteure sich im Kontext von Arbeit wahrnahmen.

...Arbeit kann wohl als das machtvollste Instrument für die Umsetzung bestimmter Moral und Werte gesehen werden.
Faktoren, nicht direkt in Verbindung mit Arbeit:
Optimieren als dauerhaftes Moment im Kontext von Arbeit.
Arbeitsstolz geht vor dem Sinn der Arbeit.
Eine Lösung für ein unmittelbares Problem finden zu müssen, wiegt mehr als der größere Sinnhorizont.
Der Ehrgeiz, eine Sache so gut wie möglich machen zu wollen.
Seinen Teil zu der großen Aufgabe beitragen wollen ... zudem sie Wertschöpfung verspricht.
Etwas zu tun beriet sein, weil einem vieles daran vertraut ist.
Etwas wird normal, weil es Arbeit, ist; viel Gewohntes enthält.
Die Begeisterung, Teil eines Projekts zu sein;
es engagiert mitzutragen.
Sich verantwortlich fühlen. Glauben, eine Aufgabe erfüllen zu müssen.
Historisch Neues und Ungewöhnliches kann leichter integriert werden, indem es in ein bekanntes Konzept eingegliedert wird.
Wir müssen versuchen "den Tiger zu reiten"!
Feststellung #2:
Es wär doch gelacht wenn wir mithilfe der
herausdestilierten Ermöglichungsbedingungen
nicht auch eine ganz andere Arbeit vollbringen könnten!
...Einige weitere Komponenten sind dazu unerlässlich...
Die Normalisierung derart grauenhafter Taten, dadurch, dass man sie in das Konzept Arbeit einbinden kann, wäre nicht möglich ohne die "sieben Prozesse die den Abhang zu bösem Verhalten schmieren" ( nach Prof. Philip Zimbardo):

gedankenlos den ersten kleinen Schritt machen
Entmenschlichung von Anderen
De-Individuation des Selbst (Anonymität)
Unschärfe der eigenen Verantwortlichkeit
Blinder Autoritätsgehorsam
unkritische Übereinstimmung mit Gruppennormen
passives Tolerieren bösen Geschehens durch Untätigkeit und Gleichgültigkeit
Etwa 2/3 der Studenten, die die Rolle von Wärtern übernommen hatten,
fanden zunehmend Gefallen daran, Macht über andere ausüben zu können.
Zimbardo: "Die menschliche Natur ist endlos modifizierbar durch Erfahrung."

...Diese Aussage stimmt heute mehr denn je!
Erstmals verfügt die Menschheit über die Komponenten, um das pro-soziale Gegenstück zu Auschwitz herzuleiten... und damit für einen substanzielle neuen Möglichkeitsraum für eine echte zivilisatorische Weiterentwicklung...
Das positive Gegenstück zu dieser sadistischen Form der Machtausübung ist dem Menschen genauso zueigen. Ihr will das Experiment 2.0 einen riesengroßen Gebrauchszusammenhang bieten...
"Man merkt aber – viele Studien bestätigen dies – dass, wenn Menschen beginnen was zu verändern, sie plötzlich eine Erfahrung machen, die Psychologen Selbstwirksamkeit nennen. - Die merken einfach, man kann etwas verändern und das macht Spaß. Und erstaunlicher Weise setzt das dann in Gang, dass man gerne diese Erfahrung nochmal macht. Kennen wir alle: Wenn man einmal angefangen hat, was anders zu machen, beginnt man das Handlungsfeld auszuweiten und noch mehr anders machen zu wollen.

Feststellung #3: Selbstwirksamkeit... Das Bedürfnis, sich machtvoll in der Gestaltung seiner Umwelt zu empfinden, in seiner pro-sozialsten Art.
"Let's be
puppet players here!"
Zimbardo:"Evil is about the exercise of power
to intentially harm people..."
Also: Waren die Nazis, die in Auschwitz gearbeitet haben, schlechte Menschen?
Das Stanford Experment demonstrierte in frappierender Weise: Nein, es waren normale Menschen, wie du und ich.
"...kulturelle Praxis ist das, was Menschen dazu bringt auf bestimmte Weise zu handeln..."

Dies ist das ambitionierteste Erklärungsmodell für a-soziales menschliches Verhalten - und die maßgebliche Orientierung für das Expermeint 2.0. All die folgenden Komponenten wollen hierzu gleichermaßen genutzt werden:

Zimbardo:„Der Luzifer-Effekt meint das Verständnis der Transformation des menschlichen Charakters durch die 4 Faktoren

PERSON (Disposition: psychische Verfassung, persönlicher Hintergrund etc.),

physischer ORT,

die psychologische SITUATION (der Verhaltenskontext),

und das SYSTEM, das die Situation erzeugt hat

...und es ist eine dynamische Wechselwirkung“
Dieses Vierer-Gespann war in Auschwitz am Werk – in Bestform. Wie sieht es aber mit den Spitzenleistungen in Sachen Menschlichkeit aus? Können wir hier auch nach einem WAS der Situation fragen? Nein, nur nach einem WER. Das Beste an Humanität, tritt bislang nur in Gestalt von Heldinnen und Heiligen, also von einzelnen Personen auf. Ein Alarmsignal, nach der vorhergehenden Definition. Nicht nur, dass das Gute dadurch vereinzelt ist, es kann gar nicht so gut sein – aufgrund des Fehlens der weiteren Faktoren und der dynamischen Rückkoppelung mit ihnen. Es ist wie mit dem absoluten Nullpunkt, der nur erreicht werden kann, wenn das Umfeld entsprechend gleich kalt ist.
...und es ist eine dynamische Wechselwirkung!
Auschwitz.. Das Sinnbild der Produktion von Entropie.
Keine industrielle Produktion irgendwo auf diesem Globus unterscheidet sich hier substanziell und ist letztlich ebenso entropisch...ein Paradigma für die moderne Zivilisation ist dadurch nicht mehr abwendbar ( Gigantischer Verschleiß von Natur, Ausbeutung von Menschen, Chancenungleichheit etc. sind unvermeidliche Merkmale.)
Die Wahrheit ist, dass der fundamentale Attributionsfehler der fundamentalen Mission der Sozialpsychologie entspricht, die damit zu tun hat, die Macht der Situation anzuerkennen und die meisten unserer berühmtesten, klassischen Experimente – das Ash-Experiment, das Milgram-Experiment und all die anderen Sachen, die Psychologiestudenten typischer Weise lernen - hängen wirklich mit diesem Fehler zusammen. Es geht um den Umstand, dass wir denken, Verhalten würde von stabilen Charaktereigenschaften oder Dispositionen kontrolliert. Es überrascht uns daher, wenn wir sehen, wie ein Sozialpsychologe, der eine Situation geschickt arrangiert, Leute dazu bringt besonders altruistisch, besonders gehorsam, besonders konformistisch oder besonders zerstörerisch und aggressiv in ihrem Verhalten zu sein. Das schockiert uns und der Grund dafür, dass es uns schockiert ist, dass wir den Merkmalen der Situation, die für das Verhalten der Akteure verantwortlich sind, nicht die angemessene Gewichtung gegeben haben.
Manche Häftlinge vergaßen tatsächlich
ihre Namen, da sie nur ihre Häftlingsnummern verwenden durften und diese im Drill vorzusagen hatten.
Nach den Geschehnissen des 2. WK.s müssen wir endlich bereit sein diese Lehre zu ziehen:
Wir unterschätzen chronisch, zu welchem Verhalten uns die Arrangements von Situationen antreiben können.
Machen wir diese "Schwäche" zu einer Stärke!
Let's take it to the next level!

So wie ein Sozialpsychologe im Rahmen seines Unterrichts bei seinen Studenten bestimmtes Verhalten zu provozieren im Stande ist, wird auch im Experiment 2.0 Unerwartetes geschehen. Nur in stark potenzierter Form und im langfristigen Kontext von Arbeit. ...Man darf gespannt sein!
Theodor W. Adorno
Als bislang absoluten Nullpunkt ist wohl das KZ Auschwitz zu benennen.
... maximale Distanzierung als Solches in einer sozialen Situation, wie sie durch die dynamische Wechselwirkung zwischen den 4 Faktoren erreicht werden konnte.
Existiert das Gegenstück zu Auschwitz?; die dynamische Wechselwirkung zwischen den 4 Faktoren nach pro-sozial "oben"?
... Wohl kaum, sonst gälte Auschwitz nicht als "Stachel im Fleisch der industrillen Gesellschaft".
Wo also würden Sie sich auf dieser Skala verorten?
Besser als das größte Üble ist man schnell, aber ist man deshalb auch schon substanziell anders?
Was würde die Existenz eines positiven Referenzpunktes für eine realistische Selbsteinschätzung bedeuten?
...und für den Antrieb, eine entschlossen pro-sozialere kulturelle Praxis im eigenen Leben zu verwirklichen?
Die ersten IBM-Rechenmaschinen optimierten die Massentötungen in Auschwitz.
Prof. Lee Ross: "Der fundamentale Attributionsfehler entspricht dem zentralen Anliegen der Sozialpsychologie. Er bezieht sich auf die Tatsache, dass Menschen, besonders in unserer Kultur, einen systematischen Fehler machen: Wir tendieren dazu Dispositionisten zu sein, d.h. wir denken, dass Verhalten ein Resultat der Person sei und indem wir das denken, übersehen wir oft den Einfluss der unmittelbaren sozialen Situation, die auf den Akteur einwirkt."
Prof. Lee Ross, einflussreicher Forscher in der Sozialpsychologie
...Vielleicht ist was anderes zutreffend, nämlich dass es einen Weg gibt vom Handeln zum Wissen.
Harald Welzer hat sich um die Erklärung der Geschehnisse im 2. Weltkrieg aus sozial-psychologischer Sicht bemüht:
einige signifikante Befunde:
Wie dies gelingen kann, lässt sich den Analysen des Sozialpsychologen Zimbardo entnehmen.
Er hat vor 40 Jahren, in abgeschwächter Form diese Prozesse, die zu den schrecklichen Ereignissen des Holocaust geführt haben, in einem Experiment an einer kalifornischen Uni simuliert...
eine gedachte Skala für die a-, bzw. pro-soziale Qualität
- eines einzelnen Menschen oder einer Gemeinschaft.

...Wo würden Sie sich selbst auf ihr verorten?
Die harten Fakten:
Es wird vermutet, dass die Erde noch etwa 500 Millionen Jahre lang ähnlich wie heute bewohnbar sein wird.
... Ein Millionstel davon sind 500 Jahre...
Mit der Fortsetzung der bisherigen mentalen, materiellen und institutionellen Infrastrukturen westlicher Prägung ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Menschheit, nach Ablauf dieses Millionstels, ihr Dasein nur noch unter den Lebensbedingungen eines Bewohners eines Flüchtlingslagers in Darfur wird fristen können.
Exklusion: "Abspaltung von Teilen des Ganzen"
...und es auch nicht antizipiert werden konnte, dass es so kommen würde...
Anders ausgesdrückt: Die bislang ausgeprägteste Nicht-Verkoppelung von Sachebene und Beziehungsebene in einer sozialen Situation.
Die unangemehme Nachricht, die daraus folgt: Solange ich nicht in der Lage bin, ein Gegenstück zu dem unmenschlichsten Sinnzusammenhang, wie dem von Auschwitz, zu erschaffen - also einen Gebrauchszusammenhang für Wissen und Fähigkeiten, die eindeutig eine pro-soziale, beziehungsvertiefende Realität fördern - bin ich nicht substanziell besser als Hitler oder Stalin.
...Und mit "eindeutig" wäre eine Veränderung mentaler, materieller und institutioneller Infrastrukturen gemeint, die vom Augenblick ihrer Verwirklichung an, den mentalen Zugang zu gravierenden a-sozialen Aktivitäten verunmöglicht.
...So wie von keiner Stelle des derzeitigen Möglichkeitsspektrums menschlicher Zivilisation, der Zugang zur Gestaltung eines ensprechend positiven Referenzpunktes - in der 4-Faktoren-Dynamik - möglich ist.
"Das neue Weltbild ist ganz überraschend! Es kommt heraus:
Die Wirklichkeit ist nicht Realität, ist nicht greifbare Dinglichkeit, sondern – wir haben den Ausdruck eingeführt – Potenzialität. Es ist nur die Möglichkeit, sich als Realität zu zeigen, auszubilden, aber es ist nicht die Realität selber."
- Nein, was bislang galt, hat sich im Stillen verblüffend geändert!
Wir stehen an der Schwelle zu einem ungeahnten Möglichkeitsraum menschlicher Kultur.
Möglichkeitsraum
emotinales Selbstkonzept
Lösungsformat
mentale, materielle, inst. Infrastr.
2013 wird mit der Herleitung eines ungewöhnlichen Kulturmodells begonnen werden. Unter Zuhilfenahme der gestalterischen Mittel der derzeit mächtigsten Logik - der Ökonomie - und einem unscheinbar wirkenden modus operandi, wird eine soziale Situation hervorgerufen, wie es sie noch nie gegeben hat.
Quasi von selbst - in dynamischer Wechselwirkung - wird sich ein bislang wohl-vertrauter, vielschichtiger Verhaltenskontext in einer Weise neu strukturieren, wodurch es jeden teilhabenden Menschen über kurz oder lang wie im Treibsand nach ethisch oben ziehen wird.
Für kein einziges dieser Problemfelder existiert bislang ein praktikabes Lösungsformat.
einige Erkenntisse der Quantenphysik, die unser Welt- und Menschenbild ändern:
Wechselseitige Beziehung ist viel, viel stärk und weiträumiger gegeben, als wir vermuten würden.
Es gibt eine unauflösbare Beziehung zwischen dem Betrachter und dem Objekt seiner Betrachtung.
Materie und Energie sind mögliche Ableitungen von Form, oder Beziehung an sich - nicht umgekehrt.
Zuerst: Was ist dieser modus operandi?
Es handelt sich dabei um die systematische Vermeidung eines Fehlers, den jeder Mensch auf diesem Planeten dauernd macht: den fundamentalen Attributionsfehler...
Die Öffentlichkeit für diesen zu sensibilsieren nennt der hervorragende Beforscher dieses Phänomens - Prof. Lee Ross, die fundamentale Mission der Sozial-Psychologie.
Ihrgemäß wäre bei jeder Bewertung eines Verhaltens, eines Produktes, eins Prozesses, odgl., immer folgendermaßen vorzugehen:

Die Sache, das Ergebnis, Ereignis ist ja schön und gut, aber sind die Faktoren der Situation, des Systems, des physischen Orte, aus denen diese hervorgegangen sind, auch so gut?
...ein gewaltiger Tabubruch würde so begangen werden, denn all unsere Systeme würden so in ihrer Struktur bedroht. Nichts dürfte merh so bleiben wie es immer war und ist.
Das ist das Stichwort!:
...nicht in die Einzelheiten gehen, sondern mit Abstand zu sehen...

Gibt es also eine Möglichkeit den Attributionsfehler - den wir alle andauernd machen - systematisch zu vermeiden?
Ich würde mit Bestimmtheit sagen: Ja! Gegenwärtig erleben wir die historisch absolut neue Möglichkeit dazu...
70 Jahre nach der Spitzenleistung in Sachen isolierter Betrachtung - der Vernichtungsfabrik Auschwitz - stehen heute tatsächlich so viele verschiedene Komponenten bereit, um in der dynamischen Wechselwirkung der vier Faktoren ( Person, Ort, Verhaltenskontext, System) die gegenleiche Referenz zu erschaffen.
Und hiermit ist der so unauffällig wirkende und doch beispiellos machtvolle modus operandi für die Herleitung des Gegenstücks zu Auschwitz - auch dessen experimenteller Nachbildung, dem S.P.E. - schon fast gänzlich präsentiert:
die Attributions-Vorsicht
Für diese gegenläufige Art des Bewertens und Wählen braucht es ein eindrucksvolles Anwendungsbeispiel, denn...
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