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DGB München Leiharbeit

Gibt es Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen auch in der Region München?
by

Franz Westner

on 14 March 2016

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Transcript of DGB München Leiharbeit

Gibt es
Missbrauch
von
Leiharbeit und Werkverträgen auch in der
Region München?

Wer ist wir?
Wir, das ist der Deutsche Gewerkschaftsbund im Kreisverband München (München, München-Land, Starnberg und Dachau). Ihre Ansprechpartnerin
ist die Vorsitzende Simone Burger.
Horst Lischka
1. Bevollmächtigter der IG Metall
Heinrich Birner
Geschäftsführer von ver.di München
Karl Bauer
Stellv. Regionaleiter IG BAU Bayern
Erwin Denzler
Gewerkschaftssekretär bei der GEW Bayern
Nadia Kluge
Mitarbeiterin Projekt Faire Mobilität

Die Kolleginnen und Kollegen:
Es gibt massiven Missbrauch von Werk-verträgen. Tätigkeiten, die zuvor Stamm-beschäftigte gemacht haben, werden in kompletten Gewerken fremd vergeben,
zum Beispiel in der BMW Welt. Von 200 Beschäftigten sind vielleicht 10 Prozent fest angestellt, der Rest über einen Werkvertrag mit einer anderen Firma. Auch im For-schungsbereich bei BMW gibt es sehr
viele Werkverträge, zum Teil ist gar nicht nachvollziehbar, wer wo in welchen
Bereichen arbeitet.
Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
Ja, es gibt einen Missbrauch. Viele Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben das gewerbliche Personal komplett abgebaut und wickeln die ganzen Aufträge nur noch über Werkverträge ab.
Karl Bauer, Stellvertretender Regionalleiter IG BAU Bayern
In der Bildungsbranche tritt dieser Missbrauch vor allem in Form von Solo-Selbständigen auf, insbesondere in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Die Kollegen arbeiten wie Angestellte, werden laut Vertrag aber wie Selbständige behandelt. Ob Scheinselbständigkeit vorliegt? Dazu gibt es viele Urteile, aber keine klare Linie.
Erwin Denzler, Gewerkschaftssekretär GEW Bayern
Probleme mit Scheinselbstständig-keit haben wir immer wieder, z.B.
in der Medienbranche mit den Pauschalisten bei der Zeitung,
bei der Postzustellung oder den Paketdiensten – da braucht man oft nur aufs Autokennzeichen schauen und weiß, da fährt jemand auf eigene Rechnung.
Heinrich Birner, Geschäftsführer ver.di
Warum?
Werkverträge sind für viele Unternehmen eine Kosten-Killer-Strategie. Nur rechnen sie sich auf Dauer nicht, sondern sind sogar deutlich teurer, wenn man die Nebenkosten oder Gewährleistungs-kosten dazu rechnet. Aber viele Unternehmenslenker und -vorstände denken halt sehr quartalsbezogen und sehen nur die Kosteneinsparungen.
Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
Das Argument der Arbeitgeber ist oft, sie müssten so handeln, weil es alle tun. Man würde ja gerne anders, aber es geht nicht, sonst hätte man im Wettbewerb gar keine Chance mehr. Das ist nur auf den ersten Blick richtig, denn alle miteinander haben begonnen auszugliedern und sind nicht bereit, es wieder zu ändern.
Karl Bauer, Stellvertretender Regionalleiter IG BAU Bayern
Zeitarbeitsfirmen argumentieren, die Leiharbeit sei für viele Arbeitnehmer attraktiv, sie könnten so verschie-dene Unternehmen kennenlernen. Auf Spezialkräfte wie Ingenieure oder IT-Fachleute mag das zutreffen, da geht es um Projekte, Spezial-aufgaben. Unsere Kollegen aus
der Baustoffindustrie dagegen wären dankbar für eine sofortige Festanstellung.
Karl Bauer, Stellvertretender Regionalleiter IG BAU Bayern
Auch bei Werkverträgen lautet die Argumentation oft: Die Menschen wollen so arbeiten. Das mag für einige Spezialisten gelten, die tolle, sehr gut bezahlte Werkverträge haben, etwa Designer in der Automobilbranche. Aber 90 Prozent wollen nur eines: Stammbeschäftigte werden, zur betrieblichen Gemeinschaft dazu gehören, das Entgelt- und Sozialniveau der Stammbelegschaft haben.
Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
Was bedeutet dies für
die Arbeitnehmer ?

Werkvertrag-Arbeitnehmer müssen mit einer großen Unsicherheit leben, können schlecht planen. Das gilt noch mehr für einen Leiharbeiter. Es geht auch um den gesellschaftlichen Stellenwert eines Menschen. Wer heute ein festes, unbefristetes Arbeitsverhältnis hat, ist in der Gesellschaft anders anerkannt als jemand, der bei einer ominösen Leiharbeitsfirma arbeitet.
Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
Leiharbeiter sind fremde Beschäftigte, alle über den Tarifvertrag hinaus gehenden sozialen Leistungen, angefangen beim Kantinenessen, stehen ihnen nicht zu. Bei Auftrags-schwankungen sind sie ohne Kündigungsfrist als erste weg.
Es ist eine Mär, die Leiharbeitsfirma würde das Risiko tragen, wenn sie einen Beschäftigten nicht verleihen kann. Sie entlässt ihn.
Heinrich Birner, Geschäftsführer verdi München
Die Honorare im Bildungsbereich reichen oft nicht aus, in vielen Fällen ist ergänzend Hartz IV notwendig. Wenn man berücksichtigt, dass der Selbständige seine Kranken- und Rentenversicherung selbst zahlen muss, dann kommt er im Monat kaum auf mehr als 1000 Euro netto – für einen Vollzeitjob, der eine hohe Qualifikation erfordert.
Erwin Denzler, Gewerkschaftssekretär GEW Bayern
Subunternehmensketten sind typisch im Bauhauptgewerbe. Ein großes Unternehmen erhält einen großen Auftrag und vergibt ihn an mehrere Subunternehmer weiter, es entsteht eine Kette. Das Problem ist, dass diese Subunternehmen von Anfang an nicht liquide sind und ihre Arbeiter nicht bezahlen können.
Nadia Kluge, Projekt Faire Mobilität
Wir haben gefragt: Was ist für Sie die wichtigste Forderung?
Sauber definierte Mitbestim-mungsmöglichkeiten für Betriebs-räte. Der Betriebsrat muss genauso wissen wie die Personal-abteilung: Wer geht in der Früh zum Werkstor rein, wer sitzt abends noch im dritten Stock im Büro, wer macht welche Tätigkeiten? Das ist ein Stück Ordnung im Arbeitsleben.
Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
Unsere klare Forderung: Deutliche personale Aufstockung bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Sie nicht mit anderen Aufgaben betrauen, sondern für das einsetzen, wofür sie da ist: Kontrolle von Missbrauch
im Bereich Mindestlohn, Werk-
verträge, Soloselbständige.
Karl Bauer, Stellvertretender Regionalleiter IG BAU Bayern
Die Kriterien für Scheinselbständig-keit müssen genauer definiert werden. Wenn es um öffentliche Aufgaben geht, wie zum Beispiel Arbeitsförderung oder Integra-tionskurse für Migrant/innen, sollen die Tarifgehälter des öffentlichen Dienstes der
Maßstab sein.
Erwin Denzler, Gewerkschaftssekretär der GEW Bayern
Betriebsräte brauchen das Mitbe-stimmungsrecht bei Werkverträgen, das ist ein wichtiges Korrektiv. Ein Informationsrecht reicht nicht aus. Wenn der Betriebsrat mitzubestimmen hat und das notfalls bis vor die Einigungsstelle gehen kann, wird ein Ausgleich herbeigeführt zwischen den Beschäftigten im Betrieb und dem Unternehmensinteresse.
Heinrich Birner, verdi Geschäftsführer München
Deshalb
müssen die Vereinbarungen zu Werkverträgen und Leiharbeit die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden, dringend umgesetzt werden!
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