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Georg Büchner

Georg Büchner und der Hessische Landbote
by

carmen schweiga

on 11 November 2012

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Transcript of Georg Büchner

Georg Büchner Ein Referat von Alexandra Ugrai und Luca Spring Gliederung 1) Büchners Leben

2) Der Hessische Landbote

3) Fazit

4) Georg-Büchner-Preis Zeithistorischer Hintergrund Deutscher Bund (ab 1815)
Restauration
Metternich'sches System:
Unterdrückung von Demokratie, Presse- Meinungs- und Versammlungsfreiheit Situation im Großherzogtum Hessen-Darmstadt: Politisch
Konstitutionelle Verfassung seit 1820
Rückständiges der 34 deutschen Fürstentümer
Steigende Staatsschulden
Spannung zwischen den Ständen, Repressionen gegen Oppositionelle, mehrfache Auflösung des Landtags Gesellschaftlich
Leibeigenschaft und Frontdienste 1811 aufgehoben , aber im Bewusstsein der Menschen noch immer verankert
Nur ein Viertel der Hessen in den Städten
Besitzlose Bauern zogen in die Städte, keine entwickelte Industrie oder Proletariat
Kluft zwischen arm und reich
Pauperismus Büchners Leben 1813 1835 1836 1837 1838 1830 1831 1832 1833 1834 17.10.1813 Geburt Deutscher Bund in Goddelau bei Frankfurt / Großherzugtum Hessen

in eine angesehene, bürgerliche Familie

Vater war Anhänger Napoleons und Gegner der Franz. Revolution Kindheit Unterrichtet von seiner Mutter
Besuchte das Gymnasium Medizinstudium
in Straßburg Rückkehr nach Gießen Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig Weidig Politisierung Erfahrung der gesellschaftlichen Situation als Polizeitstaat
Gefühl der Beengtheit
Unzufriedenheit mit dem Studium
Gesundheitliche Probleme "Die politischen Verhältnisse könnten mich rasend machen. Das arme Volk schleppt den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen"
Büchner "hohle Mittelmäßigkeit in allem"

Büchner Depressive Krise im Februar 1834 Julirevolution in Paris Sturz der Bourbonenherrschaft in Frankreich
Liberale Bewegungen erhalten Aufwind
Aber:
Niederschlagung weiterer Aufstände durch den neuen König mit Billigung des Großherzogtums
Erkenntnis Büchners: Siegreiches Bürgertum verrät Interessen des Volkes, wenn eigene Forderungen erfüllt sind Ablehnung der Julirevolution durch Büchner Wichtiges Ereignis für Büchner Hambacher Fest Wichtiges Ereignis für Büchner Treffen führender Oppositionelle auf dem Hambacher Schloss (Rheinland-Pfalz)
Folgen:
Harte Reaktion der Herrschenden
Maßnahmen zur Unterdrückung der nationalen und liberalen Bewegung
Verschärfung der Zensuren November 1833 April 1833 Sturm auf die Frankfurter Konstablerwache Gescheiterter Aufstand
Ziel: Auslösen einer allgemeinen Revolution in Dtl.

Volk noch nicht zum Aufstand bereit
Büchner erkennt Haltung zur Gewalt:
Notwendig, muss aber von der Masse
getragen sein

Bekenntnis zum gewaltsamen Umsturz 1) Beschäftigung mit der
Franz. Revolution von 1789

2) Gründung der Geheimorganisation
"Gesellschaft der Menschenrechte" am 1. Januar 1834 in Gießen
(später auch Darmstadt)

Erste frühkommunistische, revolutionäre Vereinigung in Deutschland

Ziel: Umsturz der polit. Verhältnisse

Vorbild: Menschenrechte in der französischen und amerikanischen Verfassung

Mitglieder: Studenten und Handwerker (nur wenig Zulauf) Gemeinsame Herausgabe des Hessischen Landbote Situation Weidig Büchner Unterschiedliche Einstellungen Teilnahmen an diversen Protestaktionen
Kämpfte gegen Not der Bauern
Aber: Bündnis mit den wohlhabenden Liberalen als einzige Möglichkeit für die Verwirklichung der revolutionären Ideen
Wollte große Koalition gegen den Fürsten
Taktierend und kompromissbereit (Pragmatiker) 1791 - 1837 Grundproblem: Materielle Ungleichheit und Armut der Landbevölkerung, also soziale Ungerechtigkeit
Kampf muss sowohl gegen die Reichen, als auch die den Herrschenden gebührt werden
Kein Bündnis Immer wieder Differenzen, auch beim Druck des "Hessischen Landboten" Radikalisierung wird im Untergrund tätig:
verfasst Grundsatzpapiere
beteiligt sich an Waffenübungen
Flucht nach Straßburg
Bruch mit seinem Vater Dissertation über das Nervensystem von Fischen
Privatdozent in Zürich Typhuserkrankung Tod 19. Februar 1837 in Zürich "Ich werde nicht alt werden" Büchner Hessischer Landbote Entstehung
Inhalt / Sprache / Stil
Bedeutung
Wirkung
Folgen für Büchner und seine Helfer
Hessischer Landbote als typischer Vertreter einer Flugschrift Entstehung Abfassung des Flugblatts in der "Gesellschaft der Menschenrechte" zusammen mit Weidig beschlossen

Weidig sorgt für den Druck und verändert gegen Willen Büchners davor die Schrift:
Zur Vermeidung der Konfrontation mit den Wohlhabenden der Oppositionsbewegung
"Reiche" ersetzt durch "Vornehme"
Stärkere Kritik an Adel und Regime, weniger Bürgertum
Erste Hälfte wohl von Büchner, der Rest von Weidig verfasst

1. Auflage: 1000 Exemplare
Alle innerhalb weniger Wochen in ganz Hessen verteilt
2. Auflage: 400 neue Exemplare im November (erneut überarbeitet) Wirkung Scharfe Kritik
von liberalen und industriellen Oppositionellen

Gewisses Echo bei der Landbevölkerung
Abgabe vieler Exemplare bei den Behörden
Recht geringe Wirkung
Einfache Landleute wurden
"mehr erschreckt als entzündet"

Scharfe Verurteilung durch die Obrigkeit achtseitiges Pamphlet gegen soziale Missstände Inhalt / Sprache / Stil Der Hessische Landbote.
Erste Botschaft.
Darmstadt, im Juli 1834.
Vorbericht.
Dieses Blatt soll dem hessischen Lande die Wahrheit melden, aber wer die Wahrheit sagt, wird gehenkt, ja sogar der, welcher die Wahrheit liest, wird durch meineidige Richter vielleicht ge[str]aft. Darum haben die, welchen dies Blatt zukommt, folgendes zu beobachten:
1. Sie müssen das Blatt sorgfältig außerhalb ihres Hauses vor der Polizei verwahren;
2. sie dürfen es nur an treue Freunde mittheilen;
3. denen, welchen sie nicht trauen, wie sich selbst, dürfen sie es nur heimlich hinlegen;
4. würde das Blatt dennoch bei Einem gefunden, der es gelesen hat, so muß er gestehen,
daß er es eben dem Kreisrath habe bringen wollen;
5. wer das Blatt nicht gelesen hat, wenn man es bei ihm findet, der ist natürlich ohne
Schuld.

Friede den Hütten! Krieg den Palästen!

Im Jahr 1834 siehet es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am 5ten Tage, und die Fürsten und Vornehmen am 6ten gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet über alles Gethier, das auf Erden kriecht, und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt. Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag, sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker. Der Bauer geht hinter dem Pflug, der Vornehme aber geht hinter ihm und dem Pflug und treibt ihm mit den Ochsen am Pflug, er nimmt das Korn und läßt ihm die Stoppeln. Das Leben des Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Aecker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen.
Im Großherzogthum Hessen sind 718,373 Einwohner, die geben an den Staat jährlich an 6,363,364 Gulden, als
1) Direkte Steuern 2,128,131 fl.
2) Indirecte Steuern 2,478,264 „
3) Domänen 1,547,394 „
4) Regalien 46,938 „
5) Geldstrafen 98,511 „
6) Verschiedene Quellen 64,198 „
_________
6,363,363 fl.

Dies Geld ist der Blutzehnte, der von dem Leib des Volkes genommen wird. An 700,000 Menschen schwitzen, stöhnen und hungern dafür. Im Namen des Staates wird es erpreßt, die Presser berufen sich auf die Regierung und die Regierung sagt, das sey nöthig die Ordnung im Staat zu erhalten. Was ist denn nun das für gewaltiges Ding: der Staat? Wohnt eine Anzahl Menschen in einem Land und es sind Verordnungen oder Gesetze vorhanden, nach denen jeder sich richten muß, so sagt man, sie bilden einen Staat. Der Staat also sind Alle; die Ordner im Staate sind die Gesetze, durch welche das Wohl Aller gesichert wird, und die aus dem Wohl Aller hervorgehen sollen. – Seht nun, was man in dem Großherzogthum aus dem Staat gemacht hat; seht was es heißt: die Ordnung im Staate erhalten! Büchner benutzt Statistik Konkrete Zahlen der Abgaben der Bürger an den Staat wurden nicht veröffentlicht
Mussten von Abgeordneten
heimlich beschafft werden Devise aus der franz. Revolution Grundlage Büchners sozialer und politischer Ansicht Würdet ihr solch ein Flugblatt lesen? Sozialpolitische Analyse völlig neues Vorgehen eines Autors Biblische Zitate, Bilder und Bezug zur Schöpfungsgeschichte Gegenüberstehende Fronten: Vornehme und Bauern
Leibeigenschaft, Frontdienst Volkstümliche / derbe Sprache Ausgeprägte Bilder und Beispiele für die Zustände im Land Folgen für Büchner & seine Helfer Verfolgung und Verhaftung einiger Helfer
Büchner wird im Untergrund tätig:
Verfasst Grundsatzpapiere
Beteiligt sich an Waffenübungen, Geldsammlungen
Erfolglose Versuche, Helfer und Freunde (z.B. Minnigerode) aus der Haft zu befreien
Büchner wird steckbrieflich gesucht
Flucht nach Straßburg
Weidig wird gefasst und inhaftiert Selbstmord in Haft Bedeutung Programm der gesellschaftlichen Veränderung
propagiert Erhebung / ruft zur bewaffneten Revolte gegen die
bestehende Gesellschaftsordnung im Großherzogtum Hessen auf, um das
Volk von Monarchie und Knechtschaft zu befreien
Zielgruppe: Bauern und Besitzlose
Ausnahmestellung unter den damaligen polit. Flugblättern
Keine bürgerlich-liberale Position
Stattdessen: Aufruf zur Revolution an die Landbevölkerung
Sowohl gegen die herrschenden Mächte, als auch gegen das wohlhabende Bürgertum
Ging über damalige bürgerliche Opposition hinaus
Kritisiert das Schmarotzertum der Fürsten und liberalen Bürger
Machtverhältnisse wurden durch Besitz bestimmt
Politische Fragen waren letztendlich soziale Fragen
Hauptgrund für die polit. Unfreiheit sind die wirtschaftlichen Verhältnisse
Frühkommunistischer Ansatz Hessischer Landbote als typischer Vertreter einer Flugschrift Weniger von ästhetischen, sondern von wirkungsstrategischen Faktoren bestimmt
Ziel: Gezielte und schnelles Informieren bestimmter Zielgruppen (Bauern)
Meist anonym

Illustration und Textgestaltung (Statistiken) Georg Büchner Preis Fazit Obwohl sein Vater Gegner der Französischen Revolution und Anhänger Napoleons war, entwickelt sich Büchner zum radikalen, liberalen, kommunistisch angehauchten, sozial revolutionären Widerstandskämpfer gegen die sozialen Umstände (z.B. Zensurbestimmungen) im deutschen Bund. Er wird aufgrund seines besonders ausgeprägten Sinnes für Menschenrechte und seines Hass gegenüber dem Aristokratismus zum schreibenden Revolutionär. namhaftester deutscher Literaturpreis
mit 50 000 € dotiert
Preisträger
z.B. Erich Kästner, Günter Grass,
Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Werke Büchners Zu Lebzeiten: Nur "Dantons Tod"
Spätere Veröffentlichung aus seinem Nachlass:
Lenz
Leonce und Lena
Woyzeck

Schmales Werk
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