Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

Hegemoniale Männlichkeit

No description
by

Stefan Schönwetter

on 7 November 2011

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of Hegemoniale Männlichkeit

Geboren: 1944
Professur in Sydney
Arbeiten: Ruling Class- Ruling culture,
der gemachte Mann Wir müssen den Betrachtungshorizont erweitern und Männlichkeit nicht als isoliertes Objekt verstehen, sondern als Aspekt einer umfassenderen Struktur. (s. 87) Essentialistische Definitionen: […...] Männlichkeit mit Aktivität gleichsetzte und der weiblichen Passivität gegenüberstellte (s. 88) Die positivistische Sozialwissenschaft [...…]männlich ist, wie Männer wirklich sind (s. 89)
Die Begriffe "männlich" und "weiblich" verweisen jenseits von biologischen Geschlechtsunterschieden auf die Art und Weise, wie sich Männer untereinander unterscheiden, und Frauen sich untereinander unterscheiden, in Bezug auf das soziale Geschlecht.4 (s. 90) Normative Definitionen [...]Männlichkeit ist, wie Männer sein sollten. (s. 90)
Aber dabei kommt es bald zu Paradoxien, wie sie die Literatur der frühen Männerbewegung teilweise offenbart. In Wirklichkeit erfüllen sehr wenige Männer die geforderte Norm oder legen die Härte und Unabhängigkeit eines Wayne, Bogart oder Eastwood an den Tag (s. 90) Semiotische Ansätze [...] Männlichkeit wird im Endeffekt als Nicht-Weiblichkeit verstanden (s. 90)
In der semiotischen Gegenüberstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit ist Männlichkeit der nicht markierte Begriff, der Ort symbolischer Autorität. Der Phallus ist der magebliche Signifikant, Weiblichkeit hingegen wird symbolisch durch Mangel definiert (s. 91) Hegemoniale Männlichkeit Stand der Wissenschaft
Erarbeitung einer Definition von Männlichkeit Beschreibung der Qualitative Forschung
4 Gruppen von Männer die für unterschiedliche Männlichkeiten stehen Historische Betrachtung von Männlichkeit
Aktuellere Praxen und Politiken von Männlichkeit Die fünf jungen Männer der ersten Gruppe (s. 118)

Der Eintritt ins Arbeitsleben ist ein bedeutsames Ereignis. ,Arbeitsmarktschwäche' ist eine elegante Umschreibung für eine Wirklichkeit, die diese jungen Männer und viele andere am eigenen Leib erfahren müssen. (s. 120)

Fast jede Arbeitsgeschichte aus dieser Gruppe lässßt die Wichtigkeit privater Beziehungen erkennen, vor allem familiärer Natur, um sich auf dem Arbeitsmarkt irgendwie durchzuschlagen. (S. 121) Machtbeziehungen haben diese Männer vor allem in Form von Gewalt erfahren. [...] Schikanen und grässßliche Prügelstrafen in der Schule, Angriffe auf Lehrer, Kämpfe mit Geschwistern und Eltern, Schlägereien auf Schulhöfen und Parties, Verhaftungen, tätliche Angriffe in Besserungsanstalten und Gefängnissen, das Verprügeln von Frauen und Schwulen, Faustkämpfe Mann gegen Mann und gezogene Messer. (s. 122) Diese Praxis erinnert an das, was Alfred Adler ,männlichen Protest' genannt hat. Adlers Konzept (bereits im ersten Kapitel erwähnt) beschreibt eine Motivstruktur, die sich aus der frühkindlichen Erfahrung der Machtlosigkeit speist, die wiederum ein übertriebenes Machtstreben zur Folge hat, das in der westlichen Kultur mit männlichem Verhalten verbunden wird. (s. 134) 1870-1934; Psychotherapeut Protestierende Männlichkeit ist eine marginalisierte Form von Männlichkeit, die Inhalte der hegemonialen Männlichkeit aufgreift, diese aber im Kontext der Armut modifiziert. (s. 137) Die sechs Männer, die wir in diesem Kapitel vorstellen werden (s. 144) Es geht um eine Gruppe von Männern, die versucht haben, ihre Männlichkeit zu reformieren, teilweise aufgrund feministischer Kritik. (s. 143) Ich möchte diese Aneignung als den Moment des Sich-Einlassens mit der hegemonialen Männlichkeit bezeichnen, der Moment, in dem der Junge das Konstrukt der hegemonialen Männlichkeit für sich übernimmt. Dieser Moment ist in allen sechs Lebensläufen auszumachen. (s. 145-146) Andere Formen politischen Engagements wecken natürlich auch Gefühle und befriedigen persönliche Bedürfnisse. In der Umweltbewegung geschah dies allerdings in einer Art und Weise, welche die hegemoniale Männlichkeit durch einen ganz eigenen Ethos und eigene Organisationspraktiken herausforderte. In verschiedenen Prämissen der Umweltbewegung war diese Herausforderung enthalten, wie die Interviews zeigten: (1)Praxis und Ideologie der Gleichheit [...…](2) Betonung von Gemeinsamkeit und Solidarität [...…] (3) Praxis und Ideologie persönlichen Wachstums [...…] (4) Ideologie einer organischen Ganzheit. [...…] (S. 149-150) Es ging bei diesem Prozessß um nichts weniger, als sich von der vertrauten traditionellen Form von Männlichkeit zu verabschieden und die eigene Persönlichkeit umzuformen In ein neues nichtsexistisches Selbst. (s. 152) Eine solche Männlichkeit würde auch in eine modifizierte patriarchale Ordnung passen, zugegebenermaszßen nicht genauso gut wie die hegemoniale Ausprägung, aber in einer anerkannten und sicheren untergeordneten Position. Eine individualisierte Reform von Männlichkeit birgt ein politisches Risiko: statt das Patriarchat abzuschaffen, wird sie letzten Endes eher zu seiner Modernisierung beitragen. (S. 160) Dieses Kapitel beruht auf Gesprächen mit acht Männern, die sich der ,gay community' in Sydney verbunden fühlen. (s. 167) Die patriarchale Kultur hat eine sehr simple Erklärung für schwule Männer: es fehlt ihnen an Männlichkeit. (s. 165) Die maskulinisierte öffentliche Kultur - in Form von Jugendcliquen, Schulen, Arbeitsplätzen, Sportvereinen, Medien - stützt beharrlich die herkömmliche Definition des sozialen Geschlechts. Aber diese Beharrlichkeit reizt junge Menschen auch, das soziale Geschlecht für ihren Widerstand gegen die Erwachsenen und das Establishment zu benutzen. (s. 169) In keiner Weise basiert ihre Homosexualität auf einem Mangel, einem Geschlechtsvakuum. (s. 169) Der soziale Prozessß lässßt sich mit Begriffen wie ,homosexuelle Identität' oder ,homosexuelle Rolle' in keiner Weise erfassen. Wie bei den heterosexuellen Fällen aus dem zweiten Kapitel bezieht sich die sexuelle Praxis – ebenso wie die sexuellen Phantasien - auf einen auch im sozialen Sinn geschlechtlichen Körper. Es geht um körperliche Lust, um ein Geben und Nehmen. Der soziale Prozessß konstituiert sich vor allem aus Berührungen. Und trotzdem bleibt es zweifelsfrei ein sozialer Prozessß, zwischenmenschliche Praxis, die von der übergeordneten Geschlechterstruktur bestimmt werden. (s. 172) In einer Geschichte wie dieser bedeutet das ,Coming-Out' eigentlich ein ,Coming-In' nämlich in ein bereits bestehendes schwules Milieu. Es gab Meinungsverschiedenheiten unter schwulen Theoretikern, vor allem bei jenen, die von Foucault beeinflussßt sind, über die kollektive Identität, die in einem solchen Milieu herrscht: ob sie ein Mittel der sozialen Regulierung - und also letzten Endes der Unterdrückung –- darstellt. (S. 174) Historisch gesehen ist das Verhältnis zwischen hegemonialer und homosexueller Männlichkeit von der Kriminalisierung sexueller Beziehungen zwischen Männern geprägt, aber auch durch Einschüchterung und Gewalttätigkeit gegenüber Schwulen. (s. 176) Ihre männliche Objektwahl untergräbt die Männlichkeit, mit der sie auftreten. Aber das ist ein strukturelles Merkmal von Homosexualität in einer patriarchalen Gesellschaft, in der hegemoniale Männlichkeit ausschlieszßlich heterosexuell zu sein hat, und deren Hegemonie bis in die Erziehung von Jungen hineinreicht. Man kann nicht homosexuell werden, ohne diese Hegemonie in irgendeiner Weise zu beschädigen. (s. 183) Die Grundlage für die folgenden Ausführungen bilden die Lebensgeschichten von neun Männern in einer solchen Lage. (s. 187) In unserer Gesellschaft sind Wissenschaft und Technik kulturell eindeutig als männliche Bereiche definiert, die in der dominanten Ideologie Garanten des gesellschaftlichen Fortschritts darstellen. Hegemoniale Männlichkeit bezieht einen Teil ihrer Vorherrschaft aus dem Anspruch, die Macht der Vernunft zu verkörpern, und somit die Interessen der Gesamtgesellschaft zu vertreten. (s. 185) [...] dassß eben diese Verbindung von Männlichkeit und Rationalität ein wesentlicher Schauplatz von Wandel war. Das Fortschreiten des Kapitalismus bedeutete fortschreitende Rationalisierung, nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Kultur, und eine Vorherrschaft des technischen Denkens, das sich weniger am Endzweck orientiert, als vielmehr an der Effizienz der Mittel. (s. 185) Pauls Äussßerung über die englischstämmigen Jungen zeigt noch etwas anderes: die Bedeutung negativer Modelle. Über die Hälfte der Befragten hat sich, ohne danach gefragt zu werden, über andere Männer oder deren Männlichkeit geäuszßert, die sie ablehnen oder von denen sie sich distanzieren. (s. 188) Mehrere Aspekte sind hier verdichtet: wie Männlichkeit in den Körper eingeschrieben ist, die emotionale Arbeitsteilung der Geschlechter, die Verlagerung von Konflikten. Es ist auszßerdem bezeichnend, dassß sich Greg auf dem Höhepunkt seiner seelischen Krise ausgerechnet an das Lenkrad eines Autos klammert. Es gibt eine symbolische Verbindung zwischen Autos und jugendlicher Männlichkeit, und seine Schwester hat sich seinem Versuch widersetzt, ihre Firma von Greg lenken zu lassen. (s. 199) Die gesellschaftlichen Ausprägungen dieser Rationalität (wie zum Beispiel Marktrationalität oder die Gleichheit vor dem Gesetz) höhlen die Geschlechterhierarchie aus und stärken den feministischen Widerstand. Die Institutionalisierung von Rationalität an Arbeitsplätzen, die auf Fachwissen basieren, untergräbt Autorität und setzt hegemoniale Männlichkeit Spannungen aus. (s. 201) Bei genauer Betrachtung erscheinen hegemoniale und komplizenhafte Männlichkeit ebensowenig einheitlich wie untergeordnete und marginalisierte Männlichkeit. (s. 201) Beginn mit der wissenschaftlichen Trennung zwischen Mann und Frau (weg von einem Geschlecht mit vollkommenen und unvollkommenen Exemplaren, hin zu zwei eigentlich grundverschiedenen Geschlechtern) Militarismus und burgioases Verhalten als Zeichen von Männlichkeit –Verstädterung --> Anonymität erlaubt freieres sexuelles Verhalten (Bsp.: brit. Mollies) –Durch Industrialisierung macht Männlichkeitsbild neue Wandlung, nicht mehr Brutalität und Stärke zählen viel, sondern technisches Verständnis und Wissen --> zwei Modelle von erfolgreicher Männlichkeiten existieren parallel –"wilde Männlichkeit" wird verstärkt in die Kolonien exportiert und als Markenzeichen für Konquistadoren, Cowboys und Sklavenhändler –Zur weltweiten Durchsetzung des Männlichkeitsbildes ist der Export von Kapitalismus wichtig Heute:
–westliches Männlichkeitsbild von Manager und Politiker sind sehr machtvoll, aber uneins innerhalb der eigenen Gruppe –Strukturen sehr anfällig für radikale Überwerfungen –Widerstände kommen oft aus den westlichen Reihen durch Feminismusbewegungen, die besonders Massenmedien und andere Strukturen der männlichen Mächte nutzen Praxis Männertherapie Ursprünglich um Männern Hilfe zu bieten die Erschütterung des Selbstbildes durch die Feminismusbewegung und die Schwulen-Bewegung in ein reflexiveres Selbstbild umzuwandeln

später wurde die Therapie umgestaltet und die Schuld an der Männerkrise wurde ausschließlich bei Frauen gesucht und die „Heilung“ des männlichen Selbst wurde durch eine Rückführung in traditionelle männliche Werte herbeigeführt Waffenlobby -– Gewalt und der Besitz von Waffen sind historisch geprägt lange in männlicher Dominanz
-– in der Politik werden Männer, die verschärfte Waffenrechte fordern und sich gegen stehende Heere und Kriege einsetzen als unmännlich und verweiblicht dargestellt
-– klassisches Bild der Waffe als Phallus ist aber zu kurz gedacht, ist auch die Kombination beider dominanter Männlichkeitsbilder: Beherrschung komplexer Technologie und der gewalttätige Krieger/Soldat Schwulen-Bewegung –Die erstarkende Schwulen-Bewegung bedroht die männliche heteronormative Hegemonalität
–unterstützt sie aber gleichzeitig, da Schwule, die in der Gesellschaft respektable Positionen erreichen wollen sich der hegemonialen Männlichkeit im Verhalten anpassen müssen Politik des Austritts - Männer, die sich radikal von der patriarchalen Gesellschaft abkehren
- schnelle, endgültige Entscheidung setzt starken Kontrapunkt zur Hegemonialen Männlichkeit ist aber zu gleich ein sehr gewalttätiges und nicht langfristig gedachte Verhaltensweise, die wiederum einem eher männlichen Verhaltensmuster entspricht Handlungsmöglichkeiten - Politik der Bündnisse, ähnlich dem Bild von Butler
–- Bildung muss individueller und flexibler an den Bedürfnissen von marginasierten Gruppen orientiert werden Erster Teil: Wissen im Widerstreit Zweiter Teil: Vier Untersuchungen der Männlichkeitsdynamik Dritter Teil: Geschichte und Politik
Full transcript