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Exillyrik B. Brecht

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by

susanne lenz

on 24 July 2015

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Transcript of Exillyrik B. Brecht

Exilliteratur
Gedichtanalyse im Bezug auf Bertolt Brecht
1. Begriffserklärungen und allgemeine Struktur einer Analyse

2. Brecht im Exil

3. angewandte Analyse am Beispiel von zwei Gedichten Bertolt Brechts
Begriffserklärungen
Emigration (Auswanderung):
Freiwilliges/erzwungenes Verlassen des Heimatlandes
bestimmt durch
push- und pull- Faktoren:
Lage im Herkunftsland und angeblichen/realen Vorteilen im Aufnahmeland
(ethnische Säuberung = keine Emigration).


Exil:
Ort an dem Flüchtlinge (Emigranten/Auswanderer/Exilanten) nach ihrer Vertreibung leben.
Innere Emigration:
Innere geistige Auswanderung.
Immigration:
Einwandern in das Exil (immigrieren).
Gründe für Emigration
Bessere Arbeits- und Lebensbedingungen,
politische Gründe,
religiöse oder sprachlich-kulturelle Gründe,
aktuelle Bedrohung durch Kriege, Hungersnot oder gezielter Vertreibung,
früher: Versklavung.
Gedichtanalyse - Struktur
1 Einleitung :
Autor (dosiertes biografisches Wissen), Titel, Gedichtart, Erscheinungsjahr, Thema
2 Hauptteil --> Analyse/Interpretation:
Strukturierung/Sinnabschnitte (gesamter äußere Aufbau)
kurze Inhaltsangabe anhand Strophen
formale Eigenheiten des gesamten Gedichts (Strophe, Reimschema, Metrum, Rhythmus)
Analyse/Interpretation Einzelstrophen (Einzelner Objekte)
Gesamtaussage des Gedichts (Vertiefung, Abstraktion, Rückbezug auf erste thematische Einordnung)
3 Schluss --> Deutung/Wertung:
Einbeziehung Kenntnisse zur Biografie, geistesgeschichtlichen, gesellschaftspolitischen, epochen-zeitspezifischen, dichtungstheoretischen Zusammenhängen.
Gedichtvergleich
2 Hauptteil: Analyse/Interpretation beider Gedichte
Gedicht 1
Gedicht 2
Vergleich --> Gemeinsamkeiten/Unterschiede in Thematik, Aufbau/Struktur, Motivik/Symbolik, stilistische Gestaltung, Wahrnehmung der Wirklichkeit/Weltbild
Zusammenfassung des Vergleichs
3 Schluss: Wertung/Kontextualisierung
Gedichte:
thematische Schwerpunkte:
Natur-, Großstadt-, Erlebnis-, Liebes-, Gedanken-, politische Lyrik
Gedichtformen:
1 Ballade
2 Bänkelsang/Moritat
3 Hymne
4 Ode
5 konkrete Poesie
6 Lied
7 Sonett
8 Song
Formale Merkmale
Reimschema
a
b
b
a
a
a
b
b


a
b
a
b
Umarmender Reim
Paarreim
Kreuzreim
Versmaß/Metrum
Jambus x
x
Trochäus
x
x
Dak
tylus
x
xx
Ana
päst
xx
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Es schlug mein Herz geschwind zu Pferde
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Feuerwoge jeder Hügel/Grünes Feuer jeder Strauch
x
x x
x
x x
x
x x
x
x
Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen
x x
x
x x
x
Wie mein Glück ist mein Lied
Vers
- Zeile eines Gedichts
Strophe
- Gedichtabschnitt aus mehreren Versen
Reim
- Endreim am Ende eines Verses
Binnenreim
- "Wenn die Meise leise weint"
unreiner Reim
- annähernder Gleichklang von Lauten
Metrum
- Abfolge der betonten/unbetonten Silben


Brecht im Exil
,,...Öfter als die Schuhe die Länder wechselnd..."
Beispielanalyse:

Über die Bezeichnung Emigranten
Schaffenszeit
vor dem Exil
Brecht im Exil
2
3
Biographisches
Eugen Berthold Friedrich Brecht
geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg
verstorben am 14. August 1956 in Ost-Berlin
war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts
Entwicklung zum überzeugten Kommunisten
trat nie in die KPD ein
verfasste Gedichte, Lieder, Kurzgeschichten, Romane, Erzählungen, Hörspiele für den Rundfunk
wollte mit seinen Werken gesellschaftliche Strukturen durchschaubar machen
1928 einer der größten Theatererfolge der Weimarer Republik ,,Dreigroschenoper"
Brecht im Exil
Mit Berufung Hitlers zum Reichskanzler große Gefahr.
Seine politische Position und seine Werke machten ihn bei den Rechten verhasst.

Brecht und Helene Weigel verlassen am 28. Februar 1933 Deutschland und reisen nach Prag.
über Wien, die Schweiz und
Paris nach
Dänemark.
Was die Nazis Brecht vorwarfen:
Er mache durch seine tendenziösen Theaterstücke und Gedichte Propaganda für den Klassenkampf.
Es seien in der Emigrationspresse zahlreiche deutschfeindliche Artikel und Gedichte von ihm erschienen.
Er sei von niedrigster Gesinnung.
„Ich ließ mich in
Dänemark
nieder und widmete von nun an meine gesamte literarische Arbeit dem Kampf gegen Nazismus, Stücke und Gedichte schreibend.“
Svendborg auf der Insel Fünen
10.05.1933 Bücherverbrennung
Verbot seiner gesamten Werke
08.06.1935 Entziehung der deutschen Staatsangehörigkeit.

,,Zufluchtsstätte" etwa 1935
,,Schlechte Zeit für Lyrik" 1939.
Atlantik
Schweden und Finnland
wachsende Aggressivität der deutschen Politik

Ausweichen nach Schweden

im April 1939.
Ei
nsetzen des Zweiten Weltkrieges
Deutsc
he Wehrmacht besetzt im April
1940 Dänemark und Norwegen,
Brecht ist in Schweden nicht mehr sicher.
1940 flüchtet er nach Finnland.
,,Die Tür" entsteht.
1941 über Moskau und Wladiwostok in die USA nach Santa Monica.
Jeglicher Kontakt zum Heimatland muss abgebrochen werden.
Jahre in den USA schriftstellerisch nicht sehr ergiebig.
Unwohlsein in der hochkapitalistischen Gesellschaft.
Schwierigkeiten mit der Sprache.
Nur kommerzielle Gesichtspunkte entschieden über die Verwendbarkeit eines Theaters.
,,Hollywood"
,,Sonett in der Emigration".
Kriegsende
Brecht bereitet sich auf Rückkehr nach Europa vor,
1947 über Paris nach Zürich-
Gelegenheit zu
kontinuierlicher Theaterarbeit.
Mai 1949 Übersiedlung nach Ost-Berlin.
November 1949 Eröffnung des BE.
Geschichtlicher Hintergrund
Bertolt Brecht, 10.02.1898 - 14.08.1956; bedeutender Exillyriker im 20. Jh.
"Über die Bezeichnung Emigranten"
1937 in Dänemark - Teil der "Svendborger Gedichte"
Erstdruck: 30.12.1937 in "Die Neue Weltbühne"
Stellungnahme Brechts zu den Begriffen "Emigrant" und "Exil"
Kriegsituation in Deutschland-
Zukunftsorientierung Brechts Situation im Exil.

Gedicht:
21 Verse, gut in 4 Abschnitte zu gliedern
reim- und strophenlos --> prosaisch
1. [Z.1 - 7]:
- Vergangenheitsform
- Definition/Richtigstellung von Exil/Emigrant
2. [Z.8 - 12]:
- Gegenwartsform
- Beschreibung der Situation im Exil
3. [Z.13 - 18]:
- Gegenwartsform
- Beschreibung der Geschehnisse in Deutschland
4. [Z.19 - 21]
- Zukunftsform
- Blick auf Zukunft mit Kampfansage.
Hauptteil
Formale Eigenschaften fallen aus, da das Gedicht weder Reimschema noch Strophen hat.
Stilistische Analyse

1. Enjambement (Z. 2/3: "Aber wir wanderten..."
Inversion (Z. 3: "Wanderten wir doch auch nicht ein...")
Anapher (Z. 3/4: "Wanderten doch nicht aus..." / "Wanderten wir
doch auch nicht...")
Umschließung/Synonyme (Z. 6: "Vertriebene sind wir, Verbannte.")
Partizip (Z. 4: "Wählend ein anderes Land.")
Litotes/Verbesserung (Z. 7: "Und kein Heim, ein Exil soll das
Land sein...")
2. Genitiv (Z. 9: "...des Tags der Rückkehr...")
Aufzählung / Partizip (Z. 9 - 11: Wartend des Tags der Rückkehr
jede kleinste Veränderung jenseits der Grenze beobachtend, jeden
Ankömmling eifrig befragend, nichts vergessend und nichts
aufgebend...")
Ausdruck von Hoffnung (Z. 10 / 11: "...jede kleinste Veränderung
jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling eifrig
befragend...")
Euphemismus (Z. 10: "Ankömmling" (statt z.B. "Flüchtling"))
Chiasmus (Z. 12: "...verzeihend nichts, was geschah, nichts
verzeihend.")

3. Perspektivwechsel: Blick auf Heimatland
Interjektion (Z. 13: "Ach, die Stille...")
Blick auf Natur (Z. 13: "...die Stille der Sunde täuscht uns nicht..."
Inversion (Z. 14: "Sind wir doch selber fast wie Gerüchte...")
Vergleich (Z. 15: "Fast wie Gerüchte...")
Verbildlichung (Z. 15: "...Gerüchte von Untaten...")
Ausdruck von Existenzdruck (Z. 15: "Gerüchte von Untaten...")
Metapher (Z. 17: "...mit zerrissenen Schuhn durch die Menge
geht...")
Partizip Präsens alle Tätigkeiten
4. Blick auf die Zukunft (Z. 20: "wird")
Enjambement (Z. 19/20: "Aber keiner von uns wird hier bleiben.")
persönliche Kampfansage / Entschlossenheit (Z. 20/21: "Das letzte
Wort ist
noch nicht gesprochen.")
Schlüsselbegriffe --> negative Assoziationen: Schrecken, Schmerz, Aggression.
Interpretation:
Exil/Exilant = passiv Vertriebener, Verbannter -->
nicht freiwillig, sondern durch Zwang in anderes
Land; ohne Heim, geht von temporärer Begrenzung
aus.
Emigration/Emigrant = aktiver Auswanderer -->
freiwillig in ein selbst gewähltes Ldnd mit Ziel, für
immer dort zu bleiben.
Hauptteil

Gesamtaussage:
Beschreibung und Verarbeitung Brechts Erfahrungen und Gefühle.
letztlich ist er zuversichtlich im Hinblick auf die Zukunft: Optmismus, Hoffnung, Kampfgeist.
Teilweise Naivität: Hoffnung auf Ende der Situation schon vor Kriegsausbruch.
Bestätigung der ersten thematischen Einordnung: Brechts Situation im Exil.
Schluss
1937: Station Dänemark (1933-39) = 4. von 8. Stationen
1933 aus Berlin vertrieben u.a. wegen Deutschfeindlichkeit und Schädigung der deutschen Belange.
Bedrohung durch deutsche Regierung
--> Hass der Nazis auf ihn u.a. wegen seiner Durchschaubar-
machung gesellschaftlicher Muster in seinen Werken.
Brecht blickt aber noch entschlossen und zur Rückkehr bereit in die Zukunft.
Immer fand ich den Namen falsch, den man uns
gab:
Emigranten.
Das heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend
ein anderes Land. Wanderten
wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da aufnahm
Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Wartend des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nichts aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Sunde täuscht uns nicht! Wir hören die Schreie
Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch die Menge geht
Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns
Wi
rd h
ier
bleiben. Das letzte Wort
Ist no
ch nicht
ges
prochen.
Über die Bezeichnung Emigranten (1937)
Kalifornischer Herbst (1945)
I

In meinem Garten
Gibt es nur immergrüne Pflanzen. Will ich Herbst sehn
Fahr ich zu meines Freundes Landhaus in den Hügeln. Dort
Kann ich für fünf Minuten stehn und einen Baum sehn
Beraubt des Laubs, und Laub, beraubt des Stamms.

II

Ich sah ein großes Laubblatt, das der Wind
Die Straße lang trieb, und ich dachte: Schwierig
Den künftigen Weg des Blattes auszurechnen!
Analyse:
Kalifornischer Herbst
Einleitung
Bertolt Brecht, 10.02.1898 - 14.08.1956;
bedeutender Exillyriker im 20. Jh.
"Kalifornischer Herbst
"
Naturgedicht
1945 in den USA
Brecht beschreibt indirekt seine eigene Situation im amerikanischen Kalifornien --> Gartensituation / Herbstblatt.
Hauptteil
9 Verse, 2 unterschiedlich lange Abschnitte
reimlos, prosaisch
1. [Z.1 - 6]:
- Gegenwartsform
- sein Garten: herbstlos --> Herbst: bei Freunden
2. [Z. 7 - 9]:
- Vergangenheitsform (Rückblick)
- Weg des Herbstblattes
Hauptteil
Formale Eigenschaften fallen aus, da das Gedicht weder Reimschema noch gleich aufgebaute Strophen hat-
stilistische Analyse:
I

Enjambements (Z. 1-3; 4-6: "Will ich Herbst sehn fahr ich zu meines Freundes...")
Identifikation (Z. 2: "...nur immergrüne Pflanzen." --> Eintönig-keit des kalifornischen Lebens)
Wortspiel (Z. 6: "...beraubt des Laubs, und Laub beraubt des Stamms.")


II
Enjambements (Z. 7- 9: "...das der Wind die Straße lang trieb...")
Interversion (Z. 8/9: "schwierig den künftigen Weg des Blattes...")
Identifikation (Z. 7: "...ein großes Herbstblatt..."/"schwierig, den künftigen Weg [...] auszurechnen")
Interpretation:
Immergrüne Pflanzen --> kein Jahreszeitenwechsel
--> Monotonie / Perfektionismus.
Herbst bei Freunden --> Hoffnung in Identifikation;
Identifikation mit Herbstblatt --> Aussichtslosigkeit,
ungewisser Zukunftsweg.
Generell: zwei Teile
Orts- und Tempuswechsel
Hauptteil
Gesamtaussage:
Unwohlsein in Kalifornien durch Teil I --> eintöniges Leben, Perfektionismus,
Einsamkeit
Ungewisse Zukunft durch Teil II. --> Aussichtslosigkeit
Bestätigung der ersten thematischen Einordnung: indirekte Darstellung Brechts Situation.
Schluss
1945: Station USA (1941-47) = 7. von 8 Stationen
Hoffnungslosigkeit durch bis dato gemachte Erfahrungen: schriftstellerischer Misserfolg in Amerika, Unwohlsein im kapitalistischen System ,Sprachbarrieren, Weltkrieg in Deutschland.
Unzufriedenheit und Sehnsucht, Verabscheuung Kaliforniens.
1
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