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GP_7_Lehrer werden- Lehrer sein

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Astrid Rank

on 13 December 2017

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Transcript of GP_7_Lehrer werden- Lehrer sein

Lehrer werden, Lehrer sein
Lehrer werden - Lehrer sein
2 Minuten-Gespräch

Stellen Sie sich Ihrer Nachbarin/ Ihrem Nachbarn kurz vor!
Warum möchten Sie LehrerIn werden?
Worauf freuen Sie sich?
Wovor haben Sie eher Angst?
Was ist ein guter Lehrer?

Wandel der Tätigkeit am Arbeitsplatz Grundschule
Aufgaben des Lehrers
Image by goodtextures: http://fav.me/d2he3r8
Welches Bild des Lehrerberufs können Sie an den folgenden Abbildungen feststellen?

Welche Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern werden dargestellt?

Was entspricht Ihren Erwartungen an Ihre eigene Lehrerrolle? Was fehlt?

Im Strukturplan für das Bildungswesen des Deutschen Bildungsrates (1970) werden fünf Erwartungen als Aufgaben des Lehrers genannt:
1. Lehren
2. Erziehen
3. Beurteilen
4. Beraten
5. Innovieren

Daneben trifft man in der Literatur noch auf die Aufgaben:
Kooperieren
Verwalten

FInden sich in den Standards für die Lehrerbildung (KMK 2004) wieder!
http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_12_16-Standards-Lehrerbildung.pdf

z.B. 1. Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Ihre Kernaufgabe ist die gezielte und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und systemische Evaluation. Die berufliche Qualität von Lehrkräften entscheidet sich an der Qualität ihres Unterrichts
Was davon erscheint Ihnen wichtig?

Es werden so viele Erwartungen an Grundschullehrkräfte genannt!

Gestaltung des Übergangs
Effektives Unterrichten
Humanes Unterrichten
Solide Wissens- und Lernbasis legen
Diagnostizieren können
Erziehungs – und Sozialisationsdefizite ausgleichen
Kooperieren mit Eltern, Kollegen, anderen Einrichtungen
Sich fortbilden
Ein guter Lehrer sein....
.....Vorstellungen vom guten Lehrer unterliegen historischem Wandel
... und sie sind Antonomien unterworfen

(Integration - Selektion....
was könnten weitere sein?)
Prestige des Grundschullehramts
Wandel des Berufsprestiges
Statusgewinn (Rahmenbedingungen,
Ausbildung, wissenschaftliche Fundierung, Stundendeputat, Klassengröße, Gehalt)
Dennoch Unterschiede zu den anderen Lehrämtern (kürzere Ausbildung, höhere Stundenverpflichtung, niedrigere Bezahlung), immer noch „Abwertungs- und Degradierungsdiskurs“

Forschung:
Berufswahlmotive
Ergebnisse verschiedener Studien
Altruistisch- pädagogisch- caritativer Motivkomplex
„Arbeit mit Kindern“
Selbstbild, das genau in diesem Bereich die Stärken sieht
„gute Verbindbarkeit von Beruf und eigener Familie“ (hoher Frauenanteil >90%)
2/3 aus dem intellektuell-liberalem Milieu

Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Unterricht (Urban 1992, Mayr& Neuweg 2006)

Persönlichkeitsmerkmale:
Häufig: fünf Faktoren, die sogenannten „Big Five“.
Mehr zu den Big Five in diesem Podcast:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/archiv/-/id=660334/nid=660334/did=5336880/12hbcsz/index.html

Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit

Gewissenhaftigkeit

Hoher Gewissenhaftigkeitswert:
Personen handeln organisiert, sorgfältig, planend, effektiv, verantwortlich, zuverlässig, überlegt


Niedriger Gewissenhaftigkeitswert: Unsorgfältig, unachtsam, ungenau

Verträglichkeit
Beschreibt interpersonelles Verhalten

Hoher Verträglichkeitswert: Verständnis, Wohlwollen und Mitgefühl gegenüber Mitmenschen = starkes Harmoniebedürfnis

Niedriger Verträglichkeitswert: Antagonistisch*, egozentrisch, misstrauisch = kompetitiv**

* Widerspruch, Gegensatz, Feindschaft
** mit anderen in den Wettstreit tretend

Offenheit

Interesse und Ausmaß der Beschäftigung mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken

Hoher Offenheitswert: Phantasieleben, Gefühle, wissbegierig, intellektuell, experimentierfreudig

Niedriger Offenheitswert: Konservativ

Extraversion
Aktivität und zwischenmenschliches Verhalten

Hoher Extraversionswert: Gesellig, selbstsicher, aktiv, gesprächig, energisch, heiter, optimistisch

Niedriger Extraversionswert*: Ausgeglichen, zurückhaltend, konzentriert, gerne allein,unabhängig
* = hoher Introversionswert

Forschungsergebnisse:
Analyse der Persönlichkeitsstruktur angehender Hauptschullehrerinnen mit einer folgenden Erhebung zum Befinden im erlangten Beruf. (Urban)
Die Persönlichkeitsmerkmale Extraversion, Stabilität und Gewissenhaftigkeit waren bedeutsam für die Unterrichtsqualität ebenso wie für die Berufszufriedenheit und die Berufsbelastung.
Introversion, starke neurotische Tendenzen und ein geringes Maß an Selbstkontrolle können Risikofaktoren in zentralen Bereichen der Lehrertätigkeit darstellen.

Merkmal Offenheit
„Offenere“ Studierende setzen sich aktiv-kritischer mit Studieninhalten auseinander
„Offene“ Studierende beurteilen ihre Praktikumserfahrungen ungünstiger (Beide Befunde Mayr 2003)


Mögliche Ursachen:
Sicherheit des Berufs
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Grundschulkinder gelten als einfache Klientel
LehramtsstudentInnen bleiben in dem Feld, aus dem sie kommen und in dem sie sich vermeintlich auskennen (Schule) – Unsicherheiten werden vermieden

Mangelnde Offenheit ist ungünstig beim Umgang mit Heterogenität
Um kompetent diagnostizieren, beurteilen und beraten zu können, ist Offenheit der Lehrkraft für Gedankengänge und Erfahrungen ALLER Kinder wichtig
Zudem: Lehrer sollen Vorbild sein: Neugierig, lebenslang lernend,
Innovieren als Aufgabe des Lehrers, der Lehrerin:
Weiterentwicklung von Schule, Überprüfen des Bewährten, Offenheit für neue Ideen, Ziele, Haltungen

Auswirkung:
Studie von Mayr (2007):
Offenheit (erhoben während des Studiums) als wesentliche personale Ressource (erhoben nach maximal sieben Berufsjahren): Höhere Selbsteinschätzung in Unterrichtsgestaltung und Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegen

Sollte sich an der Rekrutierung etwas ändern?
Eignungstests?
Riskante Berufswahlmotive (Rothland 2013)
Untersucht 1249 Lehramtsstudierende an 5 Unis
Ungünstige Berufswahlmotive korelieren hoch mit Burnout-Typen (siehe später)
Ungünstig: Lehramt als Notlösung, niedrige intrinsische Motivation, wenig selbst wahrgenommene Befähigung zu unterrichten.
Günstig: Korrelation mit Gesundheitstyp: Intrinsische Motivation, soziales Engagement,
Neurotizismus:

Individuelle Unterschiede emotionaler Stabilität

Hoher Neuro-Wert: seelisches Gleichgewicht leichter gestört, negative Gefühlszustände, Sorgen, betroffen, beschämt, unsicher, verlegen, nervös, ängstlich, traurig

Niedriger Neuro-Wert: emotional stabil, ruhig, ausgeglichen, sorgenfrei = Prototyp lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Berufsbiographie von (Grundschul)lehrkräften (Terhart 2011)
Frühere Eindeutigkeit bestimmter traditioneller
Rekrutierungsmuster nicht mehr gegeben:

Grund- und Hauptschullehrerberuf
nicht mehr so eindeutig ein Aufsteigerberuf aus unteren Schichten

Aber verglichen
mit anderen, etablierten akademischen Studiengängen
(Medizin, Jura) ist der Lehrerberuf immer noch in Richtung auf bildungsfernere
Schichten eher offen.
Die Berufsvererbung ist im
Lehrerberuf fast genauso hoch wie im Arztberuf:
24 % der Lehramtsstudierenden kommen
aus „Lehrerfamilien"
Mehrzahl der Lehramtsstudierenden
weist stabile, positive, zu den späteren beruflichen
Anforderungen passende Berufswahlmotive
auf

wissenschaftliches Interesse sowie Erfolgs- und Leistungsorientierung eher gering, soziale Orientierung
stärker ausgeprägt

Ungünstige motivationale Voraussetzungen bei etwa 10- 12 % der Lehramtsstudierenden
Insofern geht die häufig in populärpolitischen Debatten zum Lehrerberuf anzutreffende Auffassung, es gingen immer „die Falschen" in den Lehrerberuf, und man müsste einfach nur „die Richtigen" gewinnen, damit alles besser wird, an der Realität vorbei.
Berufseinstiegsphase: entscheidender
Abschnitt im Prozess des Lehrer-Werdens.
Einstellungswandel ist Ausdruck einer Umsozialisation
vom Kontext der Hochschule in
den Kontext des Lehrerberufs bzw. der Schule. Normaler Prozess für alle akademischen Berufe, muss nicht negativ gewertet werden! (Praxisschock)
Beim Einstieg, aber auch später im Beruf sind Entwicklungsaufgaben zu lösen: Für die Identitäts- und Kompetenzentwicklung ist entscheidend,wie berufliche Erfahrungen verarbeitet
werden (regressiv/progredierend), inwieweit es zu Kompetenzerleben kommt,
wodurch die Voraussetzungen für weiteren
Kompetenzaufbau verbessert werden.
Im Lehramt, wie auch in anderen Berufen:

Entstandardisierung und Auflösung fest gefügter, herkömmlicher zeitlicher und struktureller Muster

Bekannt ist: Zahl der Seiteneinsteiger, Zahl der Unterbrechungen der Berufstätigkeit
(Sabattical u.a.);

Sehr viele Lehrkräfte - zum allergrößten Teil Frauen - arbeiten mit reduzierter Stundenzahl;
der Zeitpunkt des Berufsabschlusses
wird variabler etc.
„Abschied vom "Kontinuitätsparadigma" (Lipowsky)
Lehrerwissen - Lehrerhandeln - Können
Können entwickelt sich in der Praxis durch eine reflektierende Haltung zur eigenen Unterrichtstätigkeit (Altrichter & Posch 2007)
Bedeutung subjektiver Theorien
Klassifikation des Lehrerwissens nach Shulman (1986/ 1987): Fachwissen, fachdidaktisches Wissen, pädagogisches Wissen

Abb. aus Baumert & Kunter 2011: Das mathematikspezifische Wissen von Lehrkräften, kognitive Aktivierung im Unterricht und Lernfortschritte von Schülerinnen und Schülern
Entwicklung von Fachwissen und fachdidaktischem Wissen ist sehr wichtig!
Studien ergeben einen Zusammenhang zwischen diesen Wissensbereichen, der eigenen Unterrichtspraxis und dem Erfolg der Schüler (z.B. COACTIV Baumert & Kunter; TEDS M Blömeke; Rank)
-> Fachliches und fachdidaktisches Wissen wird an der Uni aufgebaut! Bedeutung des Studiums gerade auch für GrundschullehrerInnen
Lehrergesundheit Burnout
„Halbtagsjobber? Psychische Gesundheit im Lehrerberuf – Analyse eines veränderungsbedürftigen Zustandes“ (Schaarschmidt, 2005)


Wissenschaftliche Suche nach dem guten Lehrer (Kraus et al. 2008)
Persönlichkeits-paradigma
Prozess-Produkt-Paradigma
Experten
paradigma
Erwartungslast: Grundlegende Stellung der Grundschule im Bildungssystem
Subtext: Abwertungs- und Degradierungsdiskurs. Status sowie Expertise der Grundschul-lehrkräfte gelten als niedrig
Grundschullehrer/in
Häufigkeitsverteilungen bei StudienanfängerInnen des Grundschullehramts der Uni Bamberg (2004/05 und 2005/06) (Foerster 2007)

Neurotizismus

Extraversion

Offenheit

Verträglichkeit

Gewissen-
haftigkeit
sehr
niedrig
niedrig
durch-
schnittlich
hoch
sehr
hoch
4,7 %
1,6 %
16,2 %
1,6 %
0,5 %
32,5 %
17,3 %
46,6 %
12,6 %
12,8 %
45,6 %
48,7 %
30,4 %
44,5 %
61,0 %
16,2 %
27,7 %
6,3 %
35,6 %
19,3 %
1,0 %
4,7 %
0,5 %
5,8 %
6,4 %
Ein Modell der Lehrerbiografieforschung, das Stadien differenziert und in mehreren Studien bestätigt wurde, ist das Modell von Huberman (Huberman 1991, Terhart u.a. 1994, Hirsch 1990).
160 SekundarschullehrerInnen in der Schweiz.
Biographieforschung: Sikes u.a. (1985) entwickeln aus einer Interviewstudie das Konzept von „crises and continuities“ als zentrale Bestandteile des LehrerInnenlebens
Modell professioneller Handlungskompetenz (Baumert & Kunter, 2006, zitiert nach PH Zug, 2014, S. 5)
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